1979 Grand Vin Jaune, Louis Chaudoy – Appellation Chateau Chalon

87 Punkte – Die XING-Raritäten-Weinprobe im Düsseldorfer Restaurant Schorn, zu der jeder Teilnehmer eine besondere Flasche (Herzblutflasche) Wein mitbrachte,  begann mit einem Aperitif der besonderen Art. Ein 1979 Grand Vin Jaune von Louis Chaudoy, App. Chateau Chalon kam ins Glas und wir, also die gesamte „Mannschaft des Abends“, saß recht ratlos vor diesem Schluck. Ich hatte schon einmal über diese Art Wein aus dem Jura gelesen, aber rekapitulieren konnte ich es an diesem Abend leider nicht.

Der Wein wirkte wie eine trockener Sherry, war nussig, aber trotzdem frisch, kräutrige Anklänge waren ebenfalls gut erkennbar;  hinten heraus mit einer gewissen Schärfe belegt, aber letztlich bleibt er lange, lange am Gaumen haften und beschäftigt so den interessierten Weintrinker lange über das Schlucken hinaus. Christian Baumgart, der für diese Flasche an diesem Abend  „verantwortlich zeichnete “ wusste da schon mehr zu berichten.

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Ein Weinabend mit Freunden / Schäfer-Fröhlich, Deiss, Stodden, Le Cedre und Vin Santo von Felsina

Nachdem ich die 400km von Düsseldorf nach Hamburg einmal mehr "gefressen" habe, kamen meine Freunde Andreas und Mathias zum "Männerabend" vorbei. Mit Brot. Käse und ein paar Flaschen Wein machten wir uns einen netten Abend.

Der Startschuss fiel und ein 2005 Schäfer-Fröhlich, Felseneck Großes Gewächs – Nahe (89 Punkte) kam ins Glas. In der Nase ein recht deutlicher Schwefelböchser, dahinter viel Mineralik und eine frühe (zu frühe) Petrolnase, die (noch dezent) zum Vorschein kam. Am Gaumen dicht, fest gewoben, straffer Zug, kräutrige Mineralik. Wenig Frucht, dafür viel Mineralik, fest, ein Wein zum Beißen. Schöne, tragende Säure, mittlere Länge. Wenn man den Schwefelböchser zu Beginn (wird mit viel Luft etwas schwächer) ein wenig ausblendet, hat er momentan die 89 Punkte verdient; künftiges Entwicklungspotential hat er meiner Meinung nach nicht.

Ein ganz anderer Stil war der nun folgende 2001 Grünspiel, Marcel Deiss – Elsass (92 Punkte). Ein gemischter Satz  von Gewürztraminer, Riesling und Pinot Noir – goldgelb im Glas, mit opulenter Nase von kandierten (exotischen) Früchten, Orangenzesten, aber auch blütigen Noten; dahinter ein Hauch grüne Walnuss. Ein dichter Schmeichler mit ausladender Aromatik, aber ohne jede Gefahr zu sehr in die Breite zu gehen. In seiner Jugend wirkte er mineralischer, dafür hat er jetzt an Tiefe und Substanz zugelegt. Die schöne Säure bildet ein gutes Gegengewicht, sodass man einen intensiven, aromatischen Wein genießen kann, ohne Gefahr zu laufen, dass man schon nach dem ersten Glas satt ist. Der Wein ist nicht ganz trocken, aber die Süße ist bestens integriert und der Grünspiel 2001 hat Potential für viele Jahre.

Weiter ging es mit dem ersten Rotwein, einem 2003 Recher Herrenberg Auslese JS ***, Stodden – Ahr (88 Punkte). In der Nase kräutrig, holzgeprägt, mit leicht gemüsigen Anklängen. Am Gaumen kühl, recht fest, mit roter Beerenfrucht, leider etwas säuerlich und hinten heraus stören etwas die grünen Holztöne. Die 88 Punkte bewerten insbesondere das Potential, vorausgesetzt der Wein verliert noch die grünen Holznoten. Da die Frucht ausreichend kräftig ist und der Wein auch an diesem Abend mit zunehmender Luftzufuhr die Holznoten etwas verliert, habe ich die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Sollte dies nicht der Fall sein, müssen leider weitere 3-4 Punkte abgezogen werden. Positiv ist der schöne Biss und die durchaus feine Mineralik, die die Recher Herrenberger Auslese *** erkennen lässt.

Der zweite Rotwein kam aus Frankreich: 1998 Le Cedre, Chateau du Cedre – Cahors (92 Punkte). Diese reinsortige Malbec ist schon etwas Besonderes. Inzwischen hat er zehn Jahre auf dem Buckel und er befindet sich wohl in seiner ersten Reifephase. Im Glas ein komplexer Aromenstrauss mit vielen Früchten und einem Hauch von Nelken, dabei erstaunlich kühl und harmonisch. Mittlerer Körper, kein Alkoholmonster, sondern enorm trinkig und mit schöner Länge am Gaumen.

Den Abschluss dieses Weinabends zu dritt, bildete einer meiner liebsten Weine überhaupt, der 1988 Vin Santo von Fattoria di Felsina – Toscana (98 Punkte)  – Die Notiz aus dem August 2005 stimmt noch zu 100% – http://weinwelt.blogg.de/eintrag.php?id=46

2000 Domaine de la Grange des Pères – Vin de Pays de l’Hérault (Wein 4)

87 Punkte – Wenn es Kult im Languedoc gibt, dann hier!! Kaum ein anderes Gewächs des Languedoc ist sonst bei Wein-Insidern derart in aller Munde, wie dieser – schon aufgrund seiner Rebsortenzusammensetzung (Syrah, Mourvèdre und Cabernet-Sauvignon) – höchst ungewöhnliche Rotwein. Anfang der 90er Jahre kam der erste Wein von Laurent Vaillé auf den Markt und setzte sogleich ein dickes Ausrufezeichen. Niedrige Erträge und Weinberge, die eher in den Höhenlagen angelegt worden waren, provozierten bei den benachbarten Winzern anfänglich eher Kopfschütteln, doch die Euro 50,- die man heute für eine Flasche Grange des Péres anlegen muss, werden teilweise von den gleichen Leuten wieder mit Kopfschütteln goutiert.

Auch Parker zählt Laurent zu den Entrepreneuren und Vorbildern des Languedoc und stellt ihn auf die gleiche Stufe wie Jean-Paux Rosset von Chateau de la Negly, den er für DEN Winzer im Languedoc hält. Da ich ja auch öfters mal das eine oder andere „Püllegen“ kaufe, nur weil Herr X oder Frau Y Positives zu berichten wussten, liegen von diesem Stoff auch noch ein paar Flaschen in meinem Keller. Herr X war übrigens Herr Rovani, damals Angestellter bei Herrn Parker und für alle Regionen zuständig, die der Meister nicht selbst bereisen wollte. 94 Punkte gab er diesem Stoff, da sind meine 87 wohl eher als spärlich zu bezeichnen:

Die Nase zeigt dezent gemüsige Noten zu Beginn und auch hier findet sich die Bratensoße wieder, wenngleich eher dezent. Am Gaumen meine ich den Cabernet in Form von dezenten Cassisnoten (auch als dunkle Campino-Bonbons wahrnehmbar) auszumachen, daneben finden sich Aromen von Schwarzkirschen und feine (positive) Bitternoten. Insgesamt mit einem eher mittleren Körper ausgestattet, steht die feine Bittersüße und ein guter Nachhall auf der Habenseite dieses Weines, aber den komplexen, tiefen und eleganten Wein, den man bei 94 Punkten erwartet, konnte ich nicht ausmachen. Hier zeigte sich mal wieder der Vorteil einer Blindprobe sowie die Unkenntnis über die angestellten Weine: Keine Vorschusslorbeeren für große Namen!!