2004 La Era, Viñedos Ecòlogicos Osoti – Rioja

 

Auch der nächste Wein stammt von dieser Gruppe von Winzern, die mit der Struktur einer lokalen Kooperative ihre Weinstöcke gemäß den Richtlinien für ökologischen Weinbau bewirtschaften. Die hohe Qualität der Weine basiert auf einer engen Zusammenarbeit der beteiligten Winzer mit dem Spitzenönologen Josep Maria Pujol Busquets (Professor der Önologie an der Universität von Barcelona). Die Trauben für den folgenden, gleichnamigen Wein stammen  aus einer einzigen Weinbergparzelle mit dem Namen «La Era». Die Erträge der ca. 20 Jahre alten Anlage liegen bei unter 35 Hektoliter per Hektar. Der geringe, aber  vorhandene atlantische Einfluss sorgt für optimale, klimatische Bedingungen.


2004 La Era, Viñedos Ecòlogicos Osoti – Rioja (85+ Punkte); Dieser Wein ist zur Zeit noch etwas zu jung, wirkt leicht kratzig und „bollert“ am Gaumen ganz schön drauf los. Die dichte Frucht (Brombeeren, Pflaume, Kräuter, Vanille sowie etwas Teer und Holzkohle), die hohe Extraktsüße und die reifen, kräftigen Tannine versprechen jedoch ein deutliches Potential nach oben. Im Moment ist das Holz noch nicht gut eingebunden, aber in 2,3 Jahren verspreche ich mir von dem Wein einen deutlichen Lustgewinn.

2001 Crianza, Viñedos Ecòlogicos Osoti – Rioja

Dass gut nicht immer teuer sein muss, bewies der erste Wein des Abends, der 2001 Crianza, Viñedos Ecòlogicos Osoti – Rioja (86 Punkte). Dieser Wein aus 70% Tempranillo, 25% Garnacha und 5% Mazuelo (oder besser bekannt als Carignan) machte für seine ursprünglichen rund DM 7 (aktueller Jahrgang ca. €7) eine großartige Figur: feinwürzige Aromen in Mund und Nase, etwas Kirsche,  Vanille und rote Beeren. Die recht feinen und schön abgeschmolzenen Tannine, der nicht zu schwere Körper sowie eine reife Säure machen den Wein sehr trinkig und die Hand geht zum Glas. Bestände  jetzt trinken.

Spanien Verkostung

Eine Erfahrung mache ich immer und immer wieder, mit und über Wein lernt man irre nette Leute kennen! So auch am vorletzten Wochenende. Ein guter Freund aus Frankfurt fragte, ob ich Lust hätte, an einer Spanienprobe mit High-End-Weinen jüngeren Datums teilzunehmen. Allerdings würde die Probe nicht bei ihm stattfinden, sondern beim neuen Nachbarn von schräg gegenüber. Tolle Weine, nette Leute – das klingt einfach zu verlockend, um abzusagen. So fuhr ich zum Keller und schnappte mir eine Flasche 2004 Flor des Pingus von Peter Sissek und rollte gen Frankfurt.

Ein altes Haus in Frankfurt, ein großer, hoher Raum (war wohl früher mal die Garage für diverse Kutschen), darin u.a. ein riesiger Tisch (3,50 x 1,50) mit ein paar Stühlen und einer großen Ottomane, auf der mindestens 3 oder 4 Leute lümmeln können. Dazu super tolle Jazz-Musik und Gastgeber, die offensichtlich die Unkompliziertheit und Entspanntheit erfunden haben. Als Essen gab es eines der besten Entrecotes, die ich je gegessen habe. Ein schmatzig-köstlicher grüner Salat mit viel frischem Koriander und Datteln rundete die Sache perfekt ab. In der Nacht gab es dann Portwein, Kaffee, geile Zigarren und einen alten Rum …… und wer dann nicht groovt und ausgelassen tanzt, ist selbst Schuld. Eine 100 Punkte Wein-Nacht.

Die Verkostungsnotizen der einzelnen Weine finden sie oben.


„Spanien Verkostung“ weiterlesen