2008 Schioppettino, La Tunella – Friaul

90 Punkte – Saulecker !!! Ich habe selten einen Wein getrunken, bei dem meine Hand so schnell immer und immer wieder zum Glas ging; ein Trinkfluss – wow.

Der Wein entstammt der autochthonen Rebsorte Schioppettino. Im Weingut La Tunella (bitte unbedingt die wunderschön gestaltete webpage www.latunella.it anschauen) werden die Reben im Juni massiv ausgedünnt; die Lese erfolgt von Hand und anschliessend werden die geernteten Trauben in Kisten leicht angetrocknet. Dann werden die Beeren entrappt, natürlich vergoren, um anschliessend etwas mehr als 2 Jahre in französischem Holz zu reifen. Das Ergebnis ist dieser köstliche Stoff, der eine hohe Frische mit eiener herrlich saftigen Frucht verbindet. Im Glas habe ich 14,5% Alk., aber der Wein wirkt leichtfüssig, frisch und elegant. Aroamtisch ist das eine Mischung aus Waldbeerengelee; Kirschsaft; feinen, etwas orientalisch angehauchten Gewürzen, frischem Pfeffer und einem Hauch verbrannter Erde. Ich kann jeden verstehen, der hier eine gewisse Ähnlichkeit mit Hermitage-Weinen zum Besten gibt. Ich freue mich immer sehr, wenn mir solche Weine angeboten werden, die einerseits eigenständig sind, aber andererseits das Spezielle nicht zum Selbstzweck wird, sondern die einfach viel Spaß und Genuss bereiten. Es gibt sicherlich aristokratischere und erhabenere Weine, aber dieser REbsaft ist einfach saulecker. 

Quell dieser Freude war heute Mario Zini, Chef vom Restaurant La Scala in Hamburg- Eppendorf. Meine geschmorte Kalbsbacke harmonierte perfekt zum Wein.