2002 Philippi Spätburgunder „R“, Koehler-Ruprecht – Pfalz (Ski12)

91+ Punkte – Eigentlich hätte ich drauf kommen müssen, denn wenige Wochen zuvor hatte ich einen 1989er Pinot Noir aus gleichem Hause im Glas und das war ein ebenfalls tolles Ding, das mich total überrascht hat.  Trotz der weit auseinanderfallenden Jahrgänge gibt es Parallelen zwischen beiden Weinen – dies gilt insbesondere für die Komplexität und die feinen Würzaromen, die beide Weine auszeichnet. Der "R" aus 2002 ist zu Beginn mit etwas Erdbeerduft und Noten von rotem Tee (Hagebutte) eher unspannend. Aber im Glas baut er so etwas von aus, dass man weder Nase noch Gaumen vom Glas trennen möchte. Mich hat insbesondere die Komplexität und die feine Kräuter- und Würzaromatik begeistert. Der Wein zeigt dabei eine schöne Saftigkeit und auch die eher kräftige Säure wirkt noch gut integriert. Lediglich im Abgang gab es Abzüge aufgrund einer nicht so ausgeprägten Länge. Jetzt aus großen Gläsern trinken.

2005 Pinot Noir „R“, Weingut Lamm-Jung – Rheingau

85 Punkte – Röstnoten, Kirschduft, ein wenig Rumtopf, wirkt in der Nase recht kühl. Am Gaumen zeigt sich vordergründig ein recht kräftiger Pinot, der seinen Alkohol von 14% gut wegsteckt; dezent kräutrig; erinnert ein wenig an Kühne-Cornichons; kräftige, aber gut eingebaute Säure; hinter heraus fehlt ihm etwas das Fett auf den Rippen, sodass die durchaus vorhandene Länge etwas mager daherkommt. Vielleicht wäre hier eine weitere Ertragsbegrenzung im Weinberg eine gute Entscheidung gewesen. Das Holz ist gut eingebunden. Für Euro 13,- ab Weingut trotzdem ein respektabler Tropfen.

www.weingut-lamm-jung.de

2006 Winningen Uhlen R „Roth Lay“, Heymann-Löwenstein -Mosel

Ich sitze gerade über meinen Aufzeichnungen einer best bottle party aus dem März diesen Jahres. Da es ein längerer Bericht wird, habe ich mir eine Flasche Uhlen R "Roth Lay" von Heymann-Löwenstein genehmigt und bei mir geht die Hand ständig zum Glas, auch wenn er jetzt – in seiner Jugend – noch ein wenig speckig ist und Zeit benötigt um bei der Finesse zuzulegen.

91++ Punkte – Saftiger Riesling, mit mittlerer Tiefe und reichlich würzigen Anklängen; Tabak; viel reifer Pfirsich in der Nase und am Gaumen. Dicht gewirkt, das "süße Fett" drückt die erkennbare Mineralik noch ein wenig in den Hintegrund. Die saftige, extraktreiche Art macht aber jetzt schon Spass, und es fällt schwer die Hand vom Glas (vorausgesetzt man gibt ihm etwas Luft)zu nehmen; auf Grund der guten Säure baut sich ein Spannungsbogen bis in den langen Abgang auf. Geschmeidig schmiegt er sich an den Gaumen und im Abgang zeigt die schöne Länge wohin die Reise mit zunehmendem Alter gehen wird: nach oben !!