2005 Norte, Bodegas Pujanza – Rioja

96 Punkte – Es ist schwer, sich der Klarheit und Reinheit dieses Rioja zu entziehen. Dies ist keine getunte Schönheit a la Aalto PS, dies ist Natürlichkeit und Eleganz aufs Feinste miteinander vermählt. Die Frucht ist sehr dunkel, tief und kühl. Da der Wein in französischer Eiche ausgebaut wurde, fehlt es ihm an der sonst fürs Rioja so typischen Vanillenote (aus den grobporigeren amerikanischen Fässern), was mir sehr gut gefällt. Die festen, aber sehr noblen Tannine sowie eine kräftige Säure geben ihm Struktur und die balsamischen und mineralischen Noten verleihen ihm zusätzliche Komplexität. Kurzum ein edler Tropfen, den man den alten, über 80-jährigen Reben mit sehr niedrigen Erträgen, abgetrotzt hat. Der Wein endet lang und mit großer Finesse. Ich gehe davon aus, dass dieser Wein lange, sehr lange liegen und reifen kann; einzigen Problem: man muss es schaffen, die Finger von ihm zu lassen. Unbedingt 3,4 Stunden vorher dekantieren.

 

Bodegas Pujanza gelten seit wenigen Jahren als neuer Star am Sternenhimmel des Rioja. Neben dem Norte, gibt es noch den Cisma, das sehr teure und  in homöopatischen Mengen erzeugte Flaggschiff der Kellerei sowie einen „normalen“ Pujanza.  Die spanischen Weinführer haben die 05er Ausgabe ebenfalls in den Weinolymp gewählt, Penin gibt 95 Punkte (ein extrem hoher Wert für diesen Weinführer), der Guia Proensa verleiht ihm sogar die Höchstnote von 100 Punkten (in der 08er Ausgabe haben diese Note nur 4 Weine bekommen), Parkers Mitarbeiter (Jay Miller) vergibt 94 Punkte, nur der Kollege vom Winespectator hat den Wein wohl nicht verstanden oder er traut sich nicht einem immer noch jungen Weingut/Weinmacher (Gründungsjahr der Bodega: 1998) volle Punkte für die vorgelegte Qualität zu verleihen, denn wie sollen dann 100 Punkte sein, wenn er hier nur 91 vergibt?