2000 Domaine de la Grange des Pères – Vin de Pays de l’Hérault (Wein 4)

87 Punkte – Wenn es Kult im Languedoc gibt, dann hier!! Kaum ein anderes Gewächs des Languedoc ist sonst bei Wein-Insidern derart in aller Munde, wie dieser – schon aufgrund seiner Rebsortenzusammensetzung (Syrah, Mourvèdre und Cabernet-Sauvignon) – höchst ungewöhnliche Rotwein. Anfang der 90er Jahre kam der erste Wein von Laurent Vaillé auf den Markt und setzte sogleich ein dickes Ausrufezeichen. Niedrige Erträge und Weinberge, die eher in den Höhenlagen angelegt worden waren, provozierten bei den benachbarten Winzern anfänglich eher Kopfschütteln, doch die Euro 50,- die man heute für eine Flasche Grange des Péres anlegen muss, werden teilweise von den gleichen Leuten wieder mit Kopfschütteln goutiert.

Auch Parker zählt Laurent zu den Entrepreneuren und Vorbildern des Languedoc und stellt ihn auf die gleiche Stufe wie Jean-Paux Rosset von Chateau de la Negly, den er für DEN Winzer im Languedoc hält. Da ich ja auch öfters mal das eine oder andere „Püllegen“ kaufe, nur weil Herr X oder Frau Y Positives zu berichten wussten, liegen von diesem Stoff auch noch ein paar Flaschen in meinem Keller. Herr X war übrigens Herr Rovani, damals Angestellter bei Herrn Parker und für alle Regionen zuständig, die der Meister nicht selbst bereisen wollte. 94 Punkte gab er diesem Stoff, da sind meine 87 wohl eher als spärlich zu bezeichnen:

Die Nase zeigt dezent gemüsige Noten zu Beginn und auch hier findet sich die Bratensoße wieder, wenngleich eher dezent. Am Gaumen meine ich den Cabernet in Form von dezenten Cassisnoten (auch als dunkle Campino-Bonbons wahrnehmbar) auszumachen, daneben finden sich Aromen von Schwarzkirschen und feine (positive) Bitternoten. Insgesamt mit einem eher mittleren Körper ausgestattet, steht die feine Bittersüße und ein guter Nachhall auf der Habenseite dieses Weines, aber den komplexen, tiefen und eleganten Wein, den man bei 94 Punkten erwartet, konnte ich nicht ausmachen. Hier zeigte sich mal wieder der Vorteil einer Blindprobe sowie die Unkenntnis über die angestellten Weine: Keine Vorschusslorbeeren für große Namen!!