2004 PESUS, Hermanos Sastre – Ribera del Duero

97 Punkte –

Das Flaggschiff der Kellerei Hermanos Sastre in Burgos: der unglaublich teure (ca. Euro 300,-) Pesus ist von den Anlagen noch etwas konzentrierter, noch etwas extraktsüßer und noch stoffiger als der Flor de Pingus. Im direkten Vergleich ist der Pingus ein wenig kühler und um die Kaffee- und Mokkanoten komplexer. Trotzdem ist auch der PESUS ein großer Wein, der sehr viel bietet und der mich mit seiner Wald- und Heidelbeerfrucht an einen Heidelbeer-Hefekuchen mit Schmand erinnert. Bei dieser Kombination kommt die Heidelbeerfrucht so schön raus, da der Schmand die Intensität der Frucht und die Saftigkeit verstärkt und um einen herrlichen Schmelz bereichert. Dieser Wein ist unglaublich intensiv und der hohe Extrakt kommt nicht aus irgendeinem Konzentrator, sondern von über 80 Jahr alten Tempranillo-Rebstöcken mit Hektarerträgen von unter 10 Hektolitern. Die Hauptrolle dieser Cuvee vom Weinmacher Juan Jesús Ayuso Arenillas gebührt dem Tempranillo, in den Nebenrollen Cabernet Sauvignon und Petit Verdot. Der Ausbau erfolgt in neuer franz. Eiche.

Spanien Verkostung

Eine Erfahrung mache ich immer und immer wieder, mit und über Wein lernt man irre nette Leute kennen! So auch am vorletzten Wochenende. Ein guter Freund aus Frankfurt fragte, ob ich Lust hätte, an einer Spanienprobe mit High-End-Weinen jüngeren Datums teilzunehmen. Allerdings würde die Probe nicht bei ihm stattfinden, sondern beim neuen Nachbarn von schräg gegenüber. Tolle Weine, nette Leute – das klingt einfach zu verlockend, um abzusagen. So fuhr ich zum Keller und schnappte mir eine Flasche 2004 Flor des Pingus von Peter Sissek und rollte gen Frankfurt.

Ein altes Haus in Frankfurt, ein großer, hoher Raum (war wohl früher mal die Garage für diverse Kutschen), darin u.a. ein riesiger Tisch (3,50 x 1,50) mit ein paar Stühlen und einer großen Ottomane, auf der mindestens 3 oder 4 Leute lümmeln können. Dazu super tolle Jazz-Musik und Gastgeber, die offensichtlich die Unkompliziertheit und Entspanntheit erfunden haben. Als Essen gab es eines der besten Entrecotes, die ich je gegessen habe. Ein schmatzig-köstlicher grüner Salat mit viel frischem Koriander und Datteln rundete die Sache perfekt ab. In der Nacht gab es dann Portwein, Kaffee, geile Zigarren und einen alten Rum …… und wer dann nicht groovt und ausgelassen tanzt, ist selbst Schuld. Eine 100 Punkte Wein-Nacht.

Die Verkostungsnotizen der einzelnen Weine finden sie oben.


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