2005 Puligny Montrachet Les Combettes, Domaine Leflaive – Burgund (Best Bottle Nr.2)

93 Punkte – Die Domaine Leflaive ist sicherlich zu den besten und berühmtesten Weingütern Burgunds zu zählen. Kurz und knackig das Wichtigste zusammengefasst findet man bei Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/Domaine_Leflaive). Die Rebestöcke in der Premier Cru Lage „Les Combettes“ wurden zwischen 1963 und 1972 gepflanzt und werden seit 1997  biodynamisch  bewirtschaftet.

 

Mich hat dieser Wein – gerade nach dem „Les Clos 2004“ – komplett überzeugt. Die füllige und ausdrucksstarke Nase ist geprägt von vielerlei kräutrigen Eindrücken, gerösteten Nüssen und gelbfleischigen Früchten. Das kraftvolle Paket am Gaumen ist sehr ausgewogen und stimmig: Einerseits gibt es eine kräftige, den Wein tragende Säure – andererseits besitzt der Wein eine schöne, volle Frucht (vorwiegend gelbe Früchte; Haselnüsse), einen kraftvollen Körper und mineralische Komponenten. Die Noten (Karamell und Buttergebäck) aus dem Holz (ca. 25% neues Holz) sind sehr gut integriert. Gute Länge! Insgesamt steht der Wein erst am Beginn seiner Trinkreife – ich denke, dass er mit der Zeit noch etwas an Komplexität und Eleganz zulegt.

1955 Le Montrachet – Vandermeulen – Burgund (Top of the Pops)

93 Punkte – Der 1955er Le Montrachet aus der Vandermeulen-Abfüllung wirkte da deutlich schlanker, aber auch klarer. Als der Wein in Glas kam, hatte er eine leichte Spritnase und  Anklänge von frisch lackierten Fingernägeln (nur konnte ich nicht  die Dame ausmachen, die ihn gerade aufgetragen hatte) – doch dieser Eindruck verflog. Einige am Tisch diskutierten auch über einen kleinen (Kork-)Böchser, aber ich glaube, dass der Wein einfach etwas Luft und Zeit (die ihm einige nicht ausreichend gaben) brauchte, um sich zu entfalten. Mir gefiel insbesondere die elegante Leichtfüßigkeit, mit der er dann über die Zunge tanzte. Der Wein war dabei so unglaublich mineralisch und immer noch straff, sodass man einen völlig anderen Eindruck hatte, als die 55 Jahre, die zwischen dem Jahrgang auf Etikett und der subjektiven Wahrnehmung lagen.  Sehr klar, stringent und herrlich elegant – Jil Sander in Perfektion, aber wer kennt diese Mode im Original noch.