1991 Mas de Masos, Cellers Capafons-Ossó – Priorat


80 Punkte – 

Dieser gereifte Priorat-Wein war eine ziemliche Pleite, denn der  hatte seine besten Zeiten eindeutig hinter sich. In der Nase erinnerte er ein wenig an Barolo, etwas Sauerkirschen, recht kühl und schlank. Schlank ist dann vornehm ausgedrückt für das, was der Wein am Gaumen darbot. Die Säure steht heraus und Trinkfreude konnte da nicht mehr aufkommen.

Auf der aktuellen Webseite ist über den Wein folgendes zu erfahren, wobei ich nicht recherchieren konnte, ob diese Infos auch schon weitgehend für den 91er Jahrgang galten: „Aus Grenache poilue, Grenache Pays, Cabernet Sauvignon und Carignan hergestellt, langer Einweichung und 12-monatiger Alterung des Weines im französischen Eichenfass. aus Grenache poilue, Grenache Pays, Cabernet Sauvignon und Carignan hergestellt, langer Einweichung und 12-monatiger Alterung des Weines im französischen Eichenfass. Der Wein MAS DE MASOS gärt in kleinen französischen Eichenfässern und altert dann auch in denselben. Letzten Endes wird der Wein in die Flasche gefüllt und im Weinkeller bei einer konstanten Temperatur zur Alterung gelagert. Die Trauben, die benutzt werden um den MAS DE MASOS herzustellen, kommen aus ca. sechs tausend sehr alten, 1852 gepflanzten Rebstöcken, mit einer Produktivität je nach Jahr von 600 bis 900 Gramm per Rebstock.

2000 Le Mas au Schiste, Domaine Rimbert, Coteaux du Languedoc / Montepeyroux (Wein 8)

87+ – Die Weine dieser Domaine werden naturnah erzeugt und der Le Mas au Schiste ist mit einem Preis von ca. Euro 10-12 (z.B. bei www.weinpalais.de) für eine Flasche des aktuellen Jahrgang als eher preiswert zu bezeichnen. Der 2000er Jahrgang fiel durch seine etwas dropsige, süßliche Frucht nach Cassis und roten Beeren und die eher süßlich-würzigen Aromen (Früchtebrot, Majoran) auf. Er wirkt noch erstaunlich frisch und jung; für eine höhere Bepunktung mangelt es aber an Tiefe und Länge.

1996 Cims de Porrera – Bodegas Vall Llach Mas Martinet / Priorat

87 Punkte – Habe in den letzten Jahren einen großen Fehler begangen und diese Weine als Potentialweine gekauft. Im Keller liegt noch Jahrgang 1996-2001 (also alle bislang vermarkteten Jahrgänge) und es zeigt sich, dass es Potetialpunkte nicht gibt. Ein großer Wein ist (nahezu) in jedem Stadium erkennbar groß. Dieser Wein war nie groß, ist nicht groß und wird nie groß sein. Eine echte Enttäuschung, 1997 möchte ich am liebsten gar nicht erst aufmachen (um mich nicht blau zu ärgern, dass ich hier mal DM 100 für die Flasche bezahlt habe).

Gestern mit lieben Freunden getrunken und in der Runde mit 2001 Valpolicella von Dal Forno und 1996 Gran Clos von Fuentes der klare Verlierer (Notizen der anderen Weine folgen):

Wirkt sehr dunkel, Heidelbeere, schwarze Röstaromen, Kaffee und Kakao, etwas Nelken, ordentliche  innere Dichte, aber viel (für mich zu viel) Tannin, sehr fest, ohne dass man glaubt, dass er besonders jung ist;  knackige Säure. Das Tannin ist leider auch etwas trocknend – hat wohl zu viel Holz gesehen. Am Gaumen eher spröde und mit zu wenig Eleganz. Ein Männerwein, aber so viel Mann kann man garn nicht sein, dass man an diesem Wein Freude hat.

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1997 Les états d’ames / Mas Jullien

90 Punkte: Dieser über Jahre schwierige Wein hat die Kurve gekriegt:

eher helles bis mittleldichtes kaminrot, zum Rand hin mit Anklängen an Ziegelrot. In der Nase eher verhalten, leicht süße rotbeerige Frucht, aber am Gaumen unglaublich ausgewogen: tolle, leichtfüßige und komlexe Frucht, eher rotbeerig, dabei auch mineralisch, feine Süße, sehr schön definierte Tannine, die auf der Zunge haften bleiben. Ein Wein, der animiert, der aufgrund seiner saftigen, aber nur mittelgewichtigen Art nicht satt macht, sondern einen immer wieder zum Glas greifen läßt. Die feine Würze steht im ausgezeichnet und letztendlich überzeugt hat mich diese Länge.