2003 Malleolus de Sancho Martin, Emilio Moro – Ribera del Duero

93 Punkte –  

Kaum hat man die Nase ins Glas gehalten, sagt dieser Wein „Hallo, hier bin ich! Ich werde Dich umschmeicheln, Dir meine besten Seiten zeigen und Du wirst begeistert sein.“ Ein Nasenbär !! Blaubeeren, geschmolzene, in der Pfanne zerlassene Butter, Buttertoast, Kakao, dezente Würze. Dieser Wein scheint „im Butterfass“ gereift. Im Mund viel Schm(a)elz, erinnert an Marzipan, Mandelmasse; eher rotbeerige Frucht, kein Powerwein, dennoch dicht und weich, aber auch mit erkennbarer Mineralität, gute Länge. Auf Grund der Noten von geschmolzener Butter wird es den einen oder anderen geben, der diesen Wein nicht mag, aber ich fand es einfach nur feminin und habe es genossen. Hat Potential für bestimmt 5 Jahre, mich würde interessieren, ob da noch mehr geht, habe aber leider keine Flasche zum Nachverkosten.

Spanien Verkostung

Eine Erfahrung mache ich immer und immer wieder, mit und über Wein lernt man irre nette Leute kennen! So auch am vorletzten Wochenende. Ein guter Freund aus Frankfurt fragte, ob ich Lust hätte, an einer Spanienprobe mit High-End-Weinen jüngeren Datums teilzunehmen. Allerdings würde die Probe nicht bei ihm stattfinden, sondern beim neuen Nachbarn von schräg gegenüber. Tolle Weine, nette Leute – das klingt einfach zu verlockend, um abzusagen. So fuhr ich zum Keller und schnappte mir eine Flasche 2004 Flor des Pingus von Peter Sissek und rollte gen Frankfurt.

Ein altes Haus in Frankfurt, ein großer, hoher Raum (war wohl früher mal die Garage für diverse Kutschen), darin u.a. ein riesiger Tisch (3,50 x 1,50) mit ein paar Stühlen und einer großen Ottomane, auf der mindestens 3 oder 4 Leute lümmeln können. Dazu super tolle Jazz-Musik und Gastgeber, die offensichtlich die Unkompliziertheit und Entspanntheit erfunden haben. Als Essen gab es eines der besten Entrecotes, die ich je gegessen habe. Ein schmatzig-köstlicher grüner Salat mit viel frischem Koriander und Datteln rundete die Sache perfekt ab. In der Nacht gab es dann Portwein, Kaffee, geile Zigarren und einen alten Rum …… und wer dann nicht groovt und ausgelassen tanzt, ist selbst Schuld. Eine 100 Punkte Wein-Nacht.

Die Verkostungsnotizen der einzelnen Weine finden sie oben.


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2007 Burgans Albarino, Martin Codax – Rias Baixas (90 PP, Aldi Wein)

Nun steht er vor mir, der aktuelle ALDI-Knaller, der 90 Parker Punkte Spanier aus Galicien. Doch etwas genauer betrachtet hat nicht Parker persönlich die 90 Punkte vergeben, sondern Jay Miller, der für Parkers Zeitschrift Wine Advocate schreibt. Grundsätzlich ist das normal, denn in vielen Ländern hat Parker seine Adlaten eingesetzt, ansonsten ist der Menge Wein, die darauf wartet vom "Meister" bewertet zu werden, nicht mehr beizukommen. Man sollte jedoch wissen, dass Jay Miller einer der high scorer in Parkers team ist und gerne viele Punkte vergibt. Und das schreibt er zum 2007 Albarino Burgans:

"Burgans is a custom cuvee made for importer Eric Solomon. While it’s not the best Albarino on the market, in terms of bang for the buck, it has no challenger. The 2007 Burgans Albarino is light gold-colored with a sprightly nose of mineral, spring flowers, and lemon peel. Ripe, balanced, and concentrated, this is an ideal match for flaky fish courses. Drink it over the next 1-2 years"

Quelle: www.erobertparker.com

Bei so viel Vorschusslorbeeren wird man natürlich neugierig und Dank einer kleinen Tauschauktion habe ich nun eine Flasche zum Verkosten und das erste Urteil ist: "lecker !!!"

Die für die DO Rias Baixas typische Rebsorte Albarino bringt Weissweine mit einer knackigen Säure hervor und die kann man diesem Wein attestieren ohne Weinkenner zu sein. Die Nase ist frisch, mit Anklängen von Mandarinen und Frühlingsblüten (nicht bei Parker abgeschrieben ;-))). Am Gaumen zeigt sich gleich die knackige Säure, aber er hat genug Fett auf den Rippen, um nicht säurelastig zu sein. Schöner Schmelz, recht extraktreich, in der Aromatik eine Mischung aus Mandarinen, Granny Smith und ein Hauch von Honigmelonen. Ich habe versucht ihm ein schweres Leben zu bereiten und habe ihn aus dem großen Burgunderglas getrunken, aber selbst da fällt er nicht auseinander, sondern zeigt Standfestigkeit. Auch nach dem Schlucken bleibt er am Gaumen und an der Zunge aromatich haften.

Fazit: 89 Punkte – Knackig, frisch, dicht und ein richtiges Maul voll Wein. Nicht lagern, in diesem Sommer (2008 !!) trinken.

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