2005 Grüner Veltliner „M“, F.X. Pichler – Wachau (Best Bottle Nr. 5)

95 Punkte – Diesen Wein gab es aus der Magnum zum Essen und ich was soll ich sagen: „Saustark“!! Was für ein kompaktes Paket! Ich mag nicht viel Worte machen, sondern einfach meine Verkostungsfetzen niederschreiben:

 

Dichte und kompakte Nase! Weißer Pfeffer, würzige Kräuterwiese; mit Energie geladen; sehr stoffig und dicht am Gaumen, Hammer-Extrakt, wieder weißer Pfeffer; Mineralik ohne Ende; viel Schmelz, salzige Mineralität, platzt fast vor Spannung und Kraft, trotzdem ungemein trinkig. Klasse Länge!!

 

Fazit: Für mich ein "Bilderbuch-GV" und ein GV, wie ich ihn liebe! Jetzt und in den nächsten drei, vier Jahren sicherlich ein perfekter Rausch für die Sinne.

1994 Côte Rôtie Cuvee La Modorée M. Chapoutier Rhone

95 Punkte – 

Diese Cuvee stammt aus Weinbergsparzellen mit 70-80 Jahre alten Rebstöcken, die direkt an Guigals berühmte Lage „La Turque“ angrenzen. Nicht ganz so teuer, aber für dieses Kleinod muss man schon tief in die Tasche greifen. Trotzdem bin ich der Meinung, dass dieser Wein viel fürs Geld bietet. Die angenehm tiefe und nuancierte Nase wirkt kühl und offenbart Düfte von schwarzem Pfeffer, dunklen Beerenfrüchten, Wacholder, Oliven und Lorbeer. Am Gaumen ebenfalls kühl und sehr klar/rein. Die Tannine sind edel (wie der ganze Wein), der Körper ist mittelgewichtig und der nicht zu hohe Alkohol (12,8%) passt hervorragend dazu. Ein feiner, vielschichtiger, ja aristokratischer Tropfen, der seine Noblesse bis in das lange Finale behält. Der Wein wird auch in den nächsten 3,4,5 Jahren seine Klasse nicht verlieren (vorausgesetzt er war stets gut gelagert).

Weinprobe Riesling Deutschland vs. Österreich – Trinkgenuss, Wucht und Finesse……Kork und andere Fehler

Ein feucht-fröhlicher Weinabend mit altbekannten Weinfreunden aus Hamburg, einem Berliner Wein-Plusler der ersten Stunde und einem überaus netten und kompetenten Neuzugang aus der „Berliner Küche“ nahm in Hamburg seinen Lauf….

 

Wegen entstellender (Kork)-Fehler leider unverkostet das zeitliche gesegnet:

 

1999 Knoll, Ried Schütt – Riesling Smaragd, Wachau

1988 Karthäuserhof, Kathäuserhofberg Riesling Spätlese Versteigerungswein

1986 Ducru-Beaucaillou

Die Weine nachfolgend als Einzeleintrag:

2001 F.X. Pichler, Riesling Reserve M / Wachau

96 Punkte – Auch wenn es schwer fällt, der Sieg ging diese Abend knapp, aber verdient an Österreich. Zwar hat dieser Wein wohl den höchsten Restzuckergehalt von seinem Macher mit auf den Weg bekommen, aber ich will nicht lamentieren, der Sieg geht in Ordnung.

 

Barocker Stoff, dicht, unglaublich dicht und fleischig, riesige, urgewaltige Nase von gelben Früchte, Milchbrötchen, Brioche, ein Hauch von Botrytis lässt sich auch nicht verleugnen. Am Gaumen spielt sich das gleiche Szenario ab: überwältigende Fülle, die aber durch eine ebenso kräftige und feste Säurestruktur hervorragend begleitet wird und so diesem Wein die nötige Balance und Komplexität verleiht. Saftig, füllig, ja fett im Sinne des Schönheitsbildes des Barock, schon jetzt sehr harmonisch und doch mit einem riesigen Potential für die Zukunft. Jemand am Tisch sprach von „Gesamtkunstwerk“, dem kann man schwerlich widersprechen, auch wenn es mir schwer fällt, dies einem Österreicher zuzugestehen ;-)))