Beaujolais Villages Le Rang du Merle und Brouilly Cuvee des Fous, Jean-Claude Lapalu – Beaujolais

eigentlich wollte ich die letzten Tage vermeintliche Jahrgangsproblemflaschen aus dem Beaujolais vernichten, doch ich wurde mehr als positiv überrascht.

 2004 gilt nicht gerade als Topjahrgang und in der Vergangeheit war ich von meinen Vor-Ort-Einkäufen auch nicht mehr sonderlich überzeugt, denn irgendwie waren die 04er von diesem Weingut immer ein wenig garstig, unausgewogen und deutlich hinter meinen Erwartugnen zurückgeblieben.

Doch das ist nun völlig anders. Ich hatte zwei wunderbare Weine im Glas, die beide eine tolle Frucht zeigen und herrlich "im Trunk" sind – wie das Herr Kössler stets so schön formuliert. Das Holz ist zu erkennen, jedoch bestens integriert. Beide Tropfen sind unglaublich trinkig und es fällt mir sehr schwer die Hand vom Glas zu nehmen. Im Stil sind und bleiben sie ungewöhnlich für Beaujolais, aber eine eigene Handschrift ist auch die Maxime des Hauses, denn im barrique wird im Beaujolais immer noch wenig ausgebaut, die Maischestandzeiten sind wohl mit die Längsten in der ganzen Region und die Reben gehören zu den ältesten, die es heute vor Ort noch gibt.  Was hatte ich im Glas??

Gestern einen 2004er  Brouilly Cuvée des Fous von Jean-Claude-Lapalu, eine Schatz an feinfruchtiger Süße und Eleganz, saftig und ausgewogen. Jetzt in der Blüte seines Weinlebens, mit allem ausgestattet, was zu einem hedonistischen Wein gehört. Besonders gut gefällt mir die Kombination aus rotbeerigen Früchten, mittelgewichtigem Körper, bestens integrierten Holzaromen, weichen Tanninen und einer gewissen Leichtigkeit des Seins. Einerseits ein "Strahlemann", andererseits auch mit Charm und einer gewissen Eleganz ausgestsattet – Bourgeoisie wie sie schöner nicht sein kann. (Grundlage für diesen schönen Tropfen sind 100 Jahre alte Reben mit einer Pflanzdichte von ca. 14.000 Stück pro Hektar) – 92 Punkte

Heute dann die eine andere Flasche aus gleichem Hause, einen 2004er Beaujolais-Villages Le Reng du Merle. Entsprechend der Aussage meines Weinhändlers von damals die reifesten Trauben des Brouilly Cuvée des Fous; dieser Wein ist jetzt Sinnlichkeit pur; weich im Trunk und mit einer  sooo schönen Fruchtigkeit von roten Beeren ausgestattet, dass ich mir jeden Joghurt damit verfeinern möchte. So soll Frucht schmecken und nicht wie die ganzen verzuckerten und mit Aromen voll gekleisterten Joghurt-Dinger, die man Land aus Land ab im Kühlregal findet. Die Frucht ist vielleicht noch ein wenig ausdrucksvoller als beim Brouilly. Beide Weine haben gemeinsam eine nahezu perfekte Harmonie und sind wohl jetzt in der Blüte ihres Lebens. – 93 Punkte

1955 Le Montrachet – Vandermeulen – Burgund (Top of the Pops)

93 Punkte – Der 1955er Le Montrachet aus der Vandermeulen-Abfüllung wirkte da deutlich schlanker, aber auch klarer. Als der Wein in Glas kam, hatte er eine leichte Spritnase und  Anklänge von frisch lackierten Fingernägeln (nur konnte ich nicht  die Dame ausmachen, die ihn gerade aufgetragen hatte) – doch dieser Eindruck verflog. Einige am Tisch diskutierten auch über einen kleinen (Kork-)Böchser, aber ich glaube, dass der Wein einfach etwas Luft und Zeit (die ihm einige nicht ausreichend gaben) brauchte, um sich zu entfalten. Mir gefiel insbesondere die elegante Leichtfüßigkeit, mit der er dann über die Zunge tanzte. Der Wein war dabei so unglaublich mineralisch und immer noch straff, sodass man einen völlig anderen Eindruck hatte, als die 55 Jahre, die zwischen dem Jahrgang auf Etikett und der subjektiven Wahrnehmung lagen.  Sehr klar, stringent und herrlich elegant – Jil Sander in Perfektion, aber wer kennt diese Mode im Original noch.

1947 Le Montrachet – Vandermeulen – Burgund (Top of the Pops)

90 Punkte – Mit dem 1.Weißweinflight war auch sofort klar, warum diese Probe Top of the Pops hieß; einen 1947er Le Montrachet aus einer Vandermeulen-Abfüllung hat man wirklich nicht alle Tage im Glas. Aber dass im Nachbarglas dann auch gleich noch das 1955er Pendant steht, ist ein Glück, das nicht vielen Weinfreunden beschieden sein dürfte.  Aber gerade bei solchen Flaschen zeigt es sich mal wieder, wie wichtig das „blinde“ verkosten ist, denn jeder halbwegs weininteressierte Mensch erstarrt schon beim Anblick einer solchen Flasche, geschweige denn, dass man sie als Doppelpack ins Glas bekommt. Der 1947er war bernsteingelb, verströmte in der Nase leichte Nussnoten, am Gaumen zeigte er einen cremigen Schmelz, wirkte aber auch etwas stumpf. Im Geschmack erinnerte er mich ein wenig an die Orangensticks, die es mal vom Schokoladenhersteller „Sprengel“ gab (ich glaube, heute gibt es weder die Sticks noch Sprengel mehr) und die ich als Kind sehr mochte. Die Art der Aromatik lässt wohl den Schluss zu, dass das Traubenmaterial einen recht hohen Anteil an Botrytis hatte, dies erklärt vielleicht auch den Hauch an flüchtiger Säure, den dieser barocke, etwas in die Jahre gekommene Brocken verströmte.

1997 Le Stanze, Poliziano – Toskana („kleine“ Weinprobe Nr.5)

92 Punkte – Die Familie Carletti startete mit dem Weinbau auf 22ha im Jahr 1961, heute besitzt man in der Gegend um Montepulciano 120 ha und ein weiteres Weingut in den Maremmen. Der Name Poliziano ist ein hommage an den humanistischen Dichter Angelo Ambrogini, der in Montepulciano geboren und als „Il Poliziano“ bekannt wurde.

 

 

Der Supertoscan „Le Stanze“ (benannt nach einem Gedicht von Il Poliziano) wurde erstmal im schwierigen Jahrgang 1987 gekeltert und auf den Markt gebracht. Mit diesem Wein versuchte man international bekannt zu werden, ohne den toskanischen Ursprung aufzugeben. Dass dieser Balanceakt im Hause Poliziano stets gelingt, konnte ich schon bei mehreren verkosteten Jahrgängen feststellen – an diesem Abend hatten wir die 97er Ausgabe im Glas.  Bereits das Bukett wies uns den Weg in die Toskana: viel Eisen (Blut), darunter verbarg sich zu Beginn eine etwas überreife Frucht von Pflaumen und Waldbeeren; hinzu kamen erdig-würzige Noten sowie Anklänge an Graphit. Mit zunehmender Luft baute die Frucht deutlich aus; ein Hauch von Maggikraut/Liebstöckel wies uns den Weg zum Alter des Weines. Am Gaumen brauchte er ein wenig Anlauf, nahm dann – mit der Luft im Glas – aber an Fahrt auf und entwickelte eine schöne Fülle. Die Reife war etwas deutlicher zu erkennen als beim zuvor verkosteten Desiderio von Avignonesi, dafür punktete der Le Stanze aber mit seiner komplexen Art am Gaumen, wenngleich der Desiderio in Punkto Eleganz leicht die Nase vorne hatte. Insgesamt ein immer noch Wein mit einer guten Struktur, Kraft und Fülle, der sicherlich noch die nächsten 2,3,4 Jahre schön zu trinken sein wird, wenngleich am Tisch auch deutlich gereifteren uns schwächeren Flaschen berichtet wurde.

2000 Poggio Valente Morellino di Scansano, Fattoria Le Pupille – Toscana

91 Punkte – Wow, diesen Wein habe ich in 2005 schon ziemlich (85 Punkte) abgeschrieben, meine damalige Notiz lautete:

"Dichte Farbe, ungewöhnlich streng ist die Frucht in ein Korsett aus Tannin und Holz eingebunden – wo ist die Lebendigkeit und unbekümmerte Verspieltheit dieses Weines, die ich in anderen Jahrgängen so schätze. Noten von Kirsche, etwas Schokolade und ein wenig Pflaume, ein mittlerer Körper, sehr solide Tannine bestimmen das Bild dieses Weines, der gut gemacht ist, aber mir nicht die gewohnte Freude bereitet. Im Idealfall ist er jetzt in einer Verschlußphase und wird sich vielleicht in 12 Monaten wieder von einer besseren Seite zeigen."

So falsch lag ich mit meiner damaligen Vermutung nicht, aber wahrscheinlich hat es länger als 12 Monate gedauert, bis der Wein wieder aus dem Knick kam. Jetzte jedenfalls ist der Trinkspaß zurück, denn das stramme Tanninkorsett ist immer noch spürbar, aber die Frucht hat sich zu neuen Höhen aufgeschwungen und so erlebt man eine süße Frucht mit viel Kirch-, Milchschokolade- und Pflaumenaromen. Er wirkt bei aller Tanninstrenge saftig und macht viel Spaß, denn die Tannine haben an Eckigkeit eingebüßt und die Frucht stellt sich mit aller Macht dagegen. Elegant kann man den Wein wohl nicht nennen, aber als junge, dralle  Pamela Anderson im roten baywatch-Badeanzug geht er voll durch. Besonders gefällt mir die fruchtige Süße, die er im langen Abgang behält und die mit leicht würzigen Noten und Kirschmarzipan nachklingt. Very sexy.

1997 Poggio Valente Morellino di Scansano, Fattoria Le Pupille – Toscana

92 Punkte – Die Fattoria Le Pupille ist für mich auch nach Jahrem immer noch das Maß der Dinge in Sachen Morellino aus der Maremma. Die Eigentümerin Elisabetta Geppetti gehört für mich zu den großen Damen des italienischen Weins und ihr Poggio Valente ist Jahr für Jahr ein klasse Wein mit hohem Spaß- und Genussfaktor. Ende der  90er Jahre war er auch im PLV ein top-buy; inzwischen bekommt man ihn leider  nicht mehr unter Euro 30,- sodass letztere Eigenschaft nicht mehr ganz zutrifft.

1996 erwarb Elisabetta die 12ha Weinberge für den Poggio Valente, die Hälfte der Fläche wurde neu bestockt, mit der anderen Hälfte wurde Wein erzeugt. Der letzte Jahrgang der alten Reben war dann der 2006er, danach wurde gerodet und wieder neu bestockt.

Im Glas vor mir steht nun der 1997er , der erste Jahrgang dieses Weines, der auf die Flasche kam. Als Weinberater maßgeblich mitverantwortlich für diesen wunderbaren Stoff war damals Riccardo Cotarella, der viele seiner "Weinkinder" zu Welterfolgen geführt hat. Im Jahr 2000 wurde er von Christian Le Sommer, dem ehemaligen technischen Leiter von Chateau Latour abgelöst.

Mit einem sehr klaren rubinrot strömt der Wein ins Glas, die Nase wirkt erdig, die Frucht wirkt reif und dunkelbeerig, mit etwas Lakritz und Graphit. Im Mund erinnert er in seiner Frucht und vom Mundegefühl an einen Pomerol, aber die Säure ist und bleibt italienisch. Vom Hitzejahr 1997 keine Spur, dafür stramme, aber reife Tannine, perfekt strukturiert. Die Frucht ist saftig und angenehm reif. Eine feine, süßliche Würze zieht sich komplett durch den Wein. Dieser Poggio Valente  ist nicht ganz groß (dafür fehlt es ihm etwas aromatischer Komplexität), aber die Hand geht voll zum Glas und ich habe so viel Spaß beim trinken, weil er einerseits Struktur besitzt, anderseits aber nicht zu streng wirkt und wie so ein Jojo im Mund aromatisch hin und her läuft. Die Aromen von Kirschen, süßlicher Würze und mineralischen Anklängen fördern den Genuß. Schöner Abgang. Ich bedauere es sehr, dass dies meine letzte Flasche war.

Der Wen sollte nicht dekantiert werden!! Auf diesem Niveau sicherlich noc 1-2 Jahre, danach wird er es sicherlich schwer haben.  

2004 Le Pergole Torte; Montevertine – Toskana

94 (88) Punkte – Geburtstagswein Nr.2 – Was für ein Pech, ich habe diesen Wein schon zweimal in seiner absoluten Jugend genossen und war unendlich begeistert, aber an diesem Abend hatte er beschlossen, sich zu verkriechen, sich einzuigeln, um für kein gutes Geld dieser Welt mehr aus sich  heraus zu kommen. Pergole Torte ist die Bastion der Individualisten und Genusstrinker in einer Zeit, wo häufig nur Konzentration, Power und Zungenkleister angesagt sind.

Dieser Wein war schon in seiner Jugend ein Ausbund an Feinheit, an Nuancenreichtum und großer Eleganz. Bitte nicht falsch verstehen, der Wein hat Struktur, Rückgrad und ein riesiges Potential, aber er ist eben kein vordergründiger Blender, der mit viel Alkohol, viel Konzentration beim ersten Schluck begeistert, dann aber den "Langeweiletod" stirbt. Dieser Wein ist spontan vergoren, in seiner Stilistik eher einem traditionellen Nebbiolo oder gar Pinot Noir gleich – eben ein Wein für Menschen, die sich einlassen wollen, die horchen, riechen, schmecken und nachfragen, kein Wein für Fast-Wine-Trinker!!!

Grundsätzlich gilt dieses Hohelied für alle "Torten" aus dem Hause Montevertine, aber nicht an diesem Abend. Er wollte und wollte nicht aus dem Knick kommen, getrunken haben wir ihn trotzdem und zum hervorragenden bistecca (800 Gramm T-Bone-Steak) im Saittavini in Düsseldorf war er trotzdem lecker. Die Struktur und die Anlagen waren erkennbar, aber schon die Frucht war – hmmm wie soll ich es sagen – rudimentär. Wer diesen Wein im Keller hat, sollte ihn da mindestens 2 weitere Jahre lassen und dann mal wieder ein Flasche verkosten, vielleicht dauert es auch noch länger, bis er aus dem Knick kommt, aber dann ist er mit Sicherheit ein Hochgenuss – für diesen Weine und diesen Jahrgang verbürge ich mich gegenüber allen Hedonisten dieser Welt!! Dann wieder mindestens 94 Punkte, an diesem Abend leider deutlich darunter, vielleicht bei 87,88 Punkten.

 

P.S.  Jedes Jahr ziert ein anderes Damenportrait des Künstlers Alberto Manfredi das Etikett dieses Weines. Wirklich sehenswert ist die kleine Galerie auf er homepage des Weingutes unter:

http://www.montevertine.it/ita_prodotti_vini_pergoletorte_artistiche.html

P.S.S. Winespectator und Parker könnten kaum unterschiedlicherer Meinung sein …

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Ein Weinabend mit Freunden / Schäfer-Fröhlich, Deiss, Stodden, Le Cedre und Vin Santo von Felsina

Nachdem ich die 400km von Düsseldorf nach Hamburg einmal mehr "gefressen" habe, kamen meine Freunde Andreas und Mathias zum "Männerabend" vorbei. Mit Brot. Käse und ein paar Flaschen Wein machten wir uns einen netten Abend.

Der Startschuss fiel und ein 2005 Schäfer-Fröhlich, Felseneck Großes Gewächs – Nahe (89 Punkte) kam ins Glas. In der Nase ein recht deutlicher Schwefelböchser, dahinter viel Mineralik und eine frühe (zu frühe) Petrolnase, die (noch dezent) zum Vorschein kam. Am Gaumen dicht, fest gewoben, straffer Zug, kräutrige Mineralik. Wenig Frucht, dafür viel Mineralik, fest, ein Wein zum Beißen. Schöne, tragende Säure, mittlere Länge. Wenn man den Schwefelböchser zu Beginn (wird mit viel Luft etwas schwächer) ein wenig ausblendet, hat er momentan die 89 Punkte verdient; künftiges Entwicklungspotential hat er meiner Meinung nach nicht.

Ein ganz anderer Stil war der nun folgende 2001 Grünspiel, Marcel Deiss – Elsass (92 Punkte). Ein gemischter Satz  von Gewürztraminer, Riesling und Pinot Noir – goldgelb im Glas, mit opulenter Nase von kandierten (exotischen) Früchten, Orangenzesten, aber auch blütigen Noten; dahinter ein Hauch grüne Walnuss. Ein dichter Schmeichler mit ausladender Aromatik, aber ohne jede Gefahr zu sehr in die Breite zu gehen. In seiner Jugend wirkte er mineralischer, dafür hat er jetzt an Tiefe und Substanz zugelegt. Die schöne Säure bildet ein gutes Gegengewicht, sodass man einen intensiven, aromatischen Wein genießen kann, ohne Gefahr zu laufen, dass man schon nach dem ersten Glas satt ist. Der Wein ist nicht ganz trocken, aber die Süße ist bestens integriert und der Grünspiel 2001 hat Potential für viele Jahre.

Weiter ging es mit dem ersten Rotwein, einem 2003 Recher Herrenberg Auslese JS ***, Stodden – Ahr (88 Punkte). In der Nase kräutrig, holzgeprägt, mit leicht gemüsigen Anklängen. Am Gaumen kühl, recht fest, mit roter Beerenfrucht, leider etwas säuerlich und hinten heraus stören etwas die grünen Holztöne. Die 88 Punkte bewerten insbesondere das Potential, vorausgesetzt der Wein verliert noch die grünen Holznoten. Da die Frucht ausreichend kräftig ist und der Wein auch an diesem Abend mit zunehmender Luftzufuhr die Holznoten etwas verliert, habe ich die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Sollte dies nicht der Fall sein, müssen leider weitere 3-4 Punkte abgezogen werden. Positiv ist der schöne Biss und die durchaus feine Mineralik, die die Recher Herrenberger Auslese *** erkennen lässt.

Der zweite Rotwein kam aus Frankreich: 1998 Le Cedre, Chateau du Cedre – Cahors (92 Punkte). Diese reinsortige Malbec ist schon etwas Besonderes. Inzwischen hat er zehn Jahre auf dem Buckel und er befindet sich wohl in seiner ersten Reifephase. Im Glas ein komplexer Aromenstrauss mit vielen Früchten und einem Hauch von Nelken, dabei erstaunlich kühl und harmonisch. Mittlerer Körper, kein Alkoholmonster, sondern enorm trinkig und mit schöner Länge am Gaumen.

Den Abschluss dieses Weinabends zu dritt, bildete einer meiner liebsten Weine überhaupt, der 1988 Vin Santo von Fattoria di Felsina – Toscana (98 Punkte)  – Die Notiz aus dem August 2005 stimmt noch zu 100% – http://weinwelt.blogg.de/eintrag.php?id=46

1996 Le Stanze; Poliziano – Toscana (Celerina 7)

80+ Punkte – Was für eine Enttäuschung, ich hatte zwar beim 96er Jahrgang nicht auf Großes gehofft, aber dass diese Cuvee aus CS, Merlot und ein wenig Petit Verdot so abschmieren würde….

Reife Nase, Rumtopf (marinierte Früchte), reife Waldfrucht, etwas Kirsch. Wäre der Wein so wie seine Nase es suggeriert, wäre die Weinwelt in Ordnung. Aber am Gaumen passierte außer einer recht kräftigen Säure, harschen Tanninen und einem (recht edlen) Holzaroma nicht viel. Hinten heraus ist der Wein richtig austrocknend vom Tannin. Der Wein ist fertig.

2000 Le Mas au Schiste, Domaine Rimbert, Coteaux du Languedoc / Montepeyroux (Wein 8)

87+ – Die Weine dieser Domaine werden naturnah erzeugt und der Le Mas au Schiste ist mit einem Preis von ca. Euro 10-12 (z.B. bei www.weinpalais.de) für eine Flasche des aktuellen Jahrgang als eher preiswert zu bezeichnen. Der 2000er Jahrgang fiel durch seine etwas dropsige, süßliche Frucht nach Cassis und roten Beeren und die eher süßlich-würzigen Aromen (Früchtebrot, Majoran) auf. Er wirkt noch erstaunlich frisch und jung; für eine höhere Bepunktung mangelt es aber an Tiefe und Länge.