2001 Domaine Laffont, Hecate – Madiran

93 Punkte – Bereits bei seiner Ankunft in 2003 habe ich diesen Wein mit viel Euphorie verkostet und bewertet, ihn dann aber auf die Seite gelegt, da es letztlich Babymord war und ich vermutete, dass ein paar Jahre später, der Genuss – auf Grund gestiegener Komplexität – um so höher sein müsste.  Nun, fünf Jahre später ist der Hecate immer noch ein Baby. All diejenigen, die ihn im Keller haben, sollten ihn liegen lassen!!

Direkt nach dem ersten Schluck war ich entsetzt, denn das Tannin stand harsch im Vordergrund. Zwar war die saftige und süße Frucht im Hintergrund erkennbar, aber – auf dem Holzweg befindlich – vermutete ich, dass es das war mit Hecate 2001, und dass das Tannin die Frucht um die Ecke gebracht hatte, kaltblütig ermordet in den letzten 5 Jahren. Doch weit gefehlt!! Mehr aus Verlegenheit, denn als aus Kalkül, stellte ich die halb volle Flasche zwei Tage unbehandelt (also Kork wieder auf die Flasche) und ungekühlt in die Ecke. Jetzt, nach zwei Tagen habe ich eine fruchtigen, komplexen, ja fast sinnlichen Wein im Glas. Die runde, süße Frucht stützt sich auf ein mollig, sandiges Tanningerüst, dass zwar (in bester italienischer Tradition) den Rachen nach dem Essen putzt, aber die tolle Frucht (von reifen Waldbeeren, Lakritz, Schokolade, Leder  und Graphit)  hält voll mit  und so baut sich ein Spannungsbogen auf, der meine Hand – trotz der Üppigkeit dieses Weines – klar zum Glas gehen läßt. Die Extraktsüße, die der Wein am Ende zeigt, macht ihn fast wolllüstig. Ich mag solche Dinger, die einen kräftigen Kern haben und gleichzeitig wissen, wie sie ihre wohl proportionierten Rundungen zu ihrem Vorteil einsetzen. Sexbomb, Sexbomb höre ich den Tiger hier singen.  Geiler Stoff, was für den Winter !!!!

In 2003 hatte ich folgens notiert:

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2004 Domaine Laffont – Hecate / Madiran

91 Punkte – Die dichte, schwarz-purpurne Farbe dieses 100%-igen Tannats aus dem Madiran ist unglaublich. Am ersten Tag – aufgrund der Tannine – eingentlich nicht trinkbar, offenbart er am zweiten Tag erste Eindrücke, in welche Richtung sich der Wein in den nächsten Jahren entwickeln wird: 

Eine dichte und komplexe Nase mit Noten von gerade reifen Waldfrüchten, Heidelbeeren sowie eine kühle Kräutrigkeit strömen einem entgegen; Anklänge an Tinte und Schlammkreide erinnern ein wenig an die Schulzeit. Am Gaumen kämpft die satte Frucht (ähnlich der der Nase) mit dem genauso satten Tannin. Die Säure kann sich nicht entscheiden und unterstützt beide. Trotzdem kriecht der Wein mit einer gewissen Seidigkeit über die Zunge – schon beeindruckend, was der aus Belgien stammende Pierre Speyer Jahr für Jahr aus dieser Rebsorte zaubert. Entwerder man trinkt den Hecate 2004  jetzt zu gegrilltem Fleisch oder man läßt ihn mindestens 2, oder besser 3 Jahre liegen, damit sich die Tannine etwas abrunden können. Ich gehe davon aus, dass der Wein dann zu großer Form auflaufen wird; in der darauf folgenden Dekade wird er voll überzeugen und seine Geniesser sicherlich begeistern.