2006 Riesling Dürnsteiner Ried Schütt, Weingut Knoll – Wachau

Heute Abend hatte ich mal wieder Lust auf einen echten Weisswein Brummer.

Die 2006er Ausgabe vom Riesling Ried Schütt hat nicht enttäuscht. In der Nase getrocknete Wiesenblumen, gelber Apfel, Bergkräuter. Kraftvoller Stoff; Äpfel, Mango, Papaya, Birnen, ein wenig reife Citrusfrucht und Bergkräuter. Weiche Oberfläche, darunter viel Kraft und Zug, animierend, brennend-salzige Mineralik, weisser Pfeffer und etwas Curry. Ne, eigentlich recht deutlich Curry ;-))

Saftig und erstaunlich frisch für einen 2006, von denen ich immer annahm, dass die auf Grund des Hitzejahres etwas zu opulent sind und nicht so gut altern können. Das Teil lehrt mich eines Besseren. Schöne Länge! Einige Filigrantrinker wird der spürbare Alkohol und eine dezente Bitternotestören, für mich passt das zum Jahrgang und zum Wein.

Auf Grund einer guten Säure und der Mineralik nie mastig, sondern „nur“ mächtig, powerfull, aromatisch und lang.

Braucht etwas Luft und sollte nicht zu kalt getrunken werden. Auch nicht zu viel, hicks :geek:

2000 Riesling Vinothekfüllung, Weingut Knoll – Wachau

93 Punkte – Falls meine Unterlagen stimmen, ist der Milleniumsjahrgang beim Riesling das erste Jahr, in dem die Vinothekfüllung auf die Flasche kam.

Dieser Wein ist ein echter Brummer – und für mich der beste Beweis dafür, dass auch dicke Bäuche Stil und Sexappeal haben können. Reife Renekloden, Marillen, Oranqenkonfitüre, dazu ein Hauch Ingwer und eine ganz leichte Firne – alles umgeben von  einer barocken Fülle, Struktur und einer kräftigen,  reifen Säure. Der Wein hat Bums, Druck und auch reichlich Alkohol, aber insgesamt macht das riesig Spass, selbst wenn man – trotz der herrlich würzigen Mineralität (!!) – keine ganze Flasche trinken möchte. Brrr, stofflig, viel Schmelz (Werthers Echte) und richtiiiig lang.

2006 Grüner Veltliner Vinothekfüllung, Weingut Knoll – Wachau

92 Punkte – fast gleiche Punktzahl wie vor einem Jahr (http://weinwelt.blogg.de/eintrag.php?id=387); braucht aktuell aber deutlich mehr Luft und zeigt eigentlich erst am zweiten Tag, was in ihm steckt. Immer noch ein fettes Baby, das im Vordergrund über viel Frucht von reifen Äpfeln, Quitten und Citruaromen verfügt, aber hinten heraus brennt (im wörtlichen Sinne) die Mineralik mit deutlich salzigen und kräutrigen Noten, leider auch wenig der Alkohol. Dieser Wein ist defintiv (!!) nicht für Liebhaber filigraner Weine, das ist ein Wein, der den Hammer raus holt und der es mit seinen 14,5% Alkohol (so viel stehen zumindest auf dem Etikett, mich würde es nicht wundern, wenn er in Wirklichlkeit noch etwas höher ist) es auch nicht verzeiht, wenn man eine Flasche über den Abend verteilt trinkt. Trotzdem mag ich solche gut gemachten Weißweingrananten, da sie über viele Schichten verfügen und so -wie diese Vinothekfüllung – eine erhebliche Länge im Abgang aufweisen.

Wachau Probe 2006 & 2007

Am vergangenen Samstag fand bei einem Weinfreund eine wunderbare Wachauprobe statt, die einen schönen Überblick über die Jahrgänge 2006 und 2007 gab. Neben den Weinen der Altmeister F.X. Pichler und Emi Knoll gab es auch phantastische Neuentdeckungen zu machen, so z.B. ein 2007 Neuburger vom Weingut Schneeweis oder einen 2007 Grünen Veltliner Smaragd vom Zornberg (toller Lagenname!) von Sighardt Donaubaum. Auch nicht zu vergessen der 2006 GV Smaragd "Von der Schön" aus dem Winzerthaus Graben-Gritsch. Die Krone des Abends ging dann doch an einen altbekannten Starwinzer der Wachau: Emi Knoll hat mit seiner Riesling Vinothekfüllung 2006 wohl einen der besten Weine überhaupt in Österreich in 2006 erzeugt.

 

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2006 Grüner Veltliner Ried Loibenberg Smaragd, Weingut Knoll – Wachau

90 (?)  Punkte – Für mich war es wichtig zu sehen, wie meinen Weinfreunden und mir dieser Wein schmecken wird, denn einerseits liebe und schätze ich die Weine von Emi Knoll Jahr für Jahr, andererseits habe ich so meine Probleme (wie schon öfters hier berichtet) mit dem fetten, alkoholstarken Jahrgang 2006 in der Wachau und Österreich insgesamt.

Schon die Nase verrät die Üppigkeit dieses Weines; ein Aroma von (über-)reifen gelben Früchten, Muskatnuss, ein wenig Rauch. Am Gaumen ein Donnerschlag an Schmelz, Frucht und Fett; sehr voller Körper; dichte, weiche (gelbe) Frucht – viel Marille/Aprikose; Anklänge an Muskat und Sahnebonbons (Werthers Echte), intensive Frucht. Es würde mich nicht wundern, wenn dieser Wein bei einer Blindverkostung in einer Batterie von Aromasorten wie z.B. Traminer nicht als Pirat auffallen würde. Wäre die Säure etwas ausgeprägter, würde der Wein mehr Spiel entwickeln und würde mir aktuell besser gefallen. Für mich einer typischer 2006er und die Zeit wird es zeigen, ob der kräftige Alkohohl die Frucht frisst und ein hohles, fettes Monster übrig bleibt, oder ob der Wein Power und Frucht in zusätzliche Komplexität umsetzt. Ich bleibe weiterhin skeptisch, aber auch neugierig genug, um ein paar Flaschen im Keller zur weiteren Beobachtung aufzubewahren.

Deutsche Rieslinge – Große Gewächse 2004

Ein ganz normaler Montag – ganz normal ?? Nein, ganz normal ist das nicht, dass man für eine Weinprobe von Düsseldorf nach Hamburg reist – auch wenn am nächsten Tag ein "normaler" Arbeitstag absolviert werden muss. Doch diesmal rief ein lieber Weinfreund zur Verkostung und was kann es Schöneres geben, als an einem lauschigen Sommerabend mit engen Weinfreunden im großen Garten mitten in Hamburg zu sitzen und kritisch die Ergebnisse deutscher Spitzenwinzer unter die Lupe zu nehmen. Das ganze war ein großer Spass und man vergißt schnell an einem solchen Abend alles um sich herum und der Streß der Tage fällt besonders schnell von einem ab. Dieter, vielen Dank für diesen vergnüglichen Abend ………auch wenn am nächsten Morgen der Knüppel aus dem Sack kam und mir eins über den Schädel gebrummt hat ;-))

Here are the results of the Düsseldorf jury:

 


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2006 Knoll, Ried Schütt Riesling Smaragd – Wachau

92 Punkte – Hier muss ich mein eigenes Urteil über den Jahrgang 2006 ein wenig einschränken. Zwar hat auch dieser Riesling mit 14% Alc. genug Umdrehungen, aber man spürt sie nicht. Zwar zu Beginn recht verschlossen, doch am Gaumen erzeugt der  Wein ein interessantes Mundgefühl. Vorne auf der Zunge eher weich, rund, ja er rollt fast über die Geschmackskapillaren, aber hinten heraus packt die Mineralik zu. In der Nase Aromen von Citrusfrüchten, Zuckerrübensirup und gelben Steinobst. Am Gaumen dichte Mineralik, extraktstark, runder Ansatz (wird immer runder mit zunehmend Luft, der Alkohol tut sein Übriges). Schon recht feine Fruchtaromen blitzen auf, aber noch ist der Wein nicht ganz harmonisch und irgendwie auch noch aromatisch verschlossen; schöne Säure, sehr gutes Potential.  Ein Wein zu Einlagern!!

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Weinprobe Riesling Deutschland vs. Österreich – Trinkgenuss, Wucht und Finesse……Kork und andere Fehler

Ein feucht-fröhlicher Weinabend mit altbekannten Weinfreunden aus Hamburg, einem Berliner Wein-Plusler der ersten Stunde und einem überaus netten und kompetenten Neuzugang aus der „Berliner Küche“ nahm in Hamburg seinen Lauf….

 

Wegen entstellender (Kork)-Fehler leider unverkostet das zeitliche gesegnet:

 

1999 Knoll, Ried Schütt – Riesling Smaragd, Wachau

1988 Karthäuserhof, Kathäuserhofberg Riesling Spätlese Versteigerungswein

1986 Ducru-Beaucaillou

Die Weine nachfolgend als Einzeleintrag:

2002 Knoll, Ried Loibenberg, Loibener Riesling Smaragd / Wachau

89 Punkte – Für mich eine kleine Enttäuschung an diesem Rieslingvergleichsabend Deutschland / Österreich. In der Nase ist schon die Üppigkeit dieser "Granate" erkennbar. Gelbe Frucht, deutliche Tabaknoten, Wachs / Wachsbohnen, auch viel Mineralik – doch der durchaus komplexe Geschmackseindruck kann nicht über die deutliche Disharmonie dieses Weins hinwegtäuschen. Der Wein hat zu viel Fett auf den Rippen, er wirkt etwas bitter im Abgang und macht satt. Die Länge ist gut, aber die Hand will nicht zum Glas.

 

1999 Knoll – Dürnsteiner Ried Schütt Riesling Smaragd – Wachau

93  Punkte –  Ungemein intensiver Riesling, dicht und kompakt, dabei ohne jeden Anflug von Breite. Zu Beginn ein recht deutlicher Petrol, der aber mit zunehmend Luft zurückgeht und die feste, wuchtige Frucht und Mineralität kommt voll durch.

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