Ten Years After – Große Gewächse (und Vergleichbares) des Jahrgangs 2004 – Teil 1/2

GG 2004Wie schon im letzten Jahr, hat unsere Hamburger Weinrunde auch dieses Jahr wieder eine Bestandsaufnahme der Großen Gewächse zehn Jahre nach Ihrem Erscheinen unternommen. Dem lieben Ole sei Dank, der für die Probe seinen Keller geöffnet hat und bei der Auswahl ein goldenes Händchen bewies. An dieser Stelle ist auch der kleine Pferdefuß einer solchen Probe zu sehen, sie kann eben nur eine Stichprobe sein. Da jedoch die Keller unserer Runde voll sind, wird es in Kürze noch Teil 2 der Ten Years After Probe geben.

Das Weinjahr 2004 war nach dem Hitzejahrgang 2003 wettertechnisch eher das Gegenteil – ein kühler Jahrgang mit einer sehr langen Reifeperiode. Um die volle physiologische Reife der Trauben zu erreichen, mussten die Winzer pokern, Klaus Peter Keller hat z.B. die Lese erst am 23. November beendet. Wer die Nerven behielt, konnte phantastische Trauben einbringen – vollends ausgereift und mit guten Säurewerten. Durch die Bank zeichnete alle Weine unserer Probe eine hohe Frische und aromatische Tiefe aus. Einige waren auch 10 Jahre nach Ihrem Erscheinen noch so unglaublich jugendlich, dass man sprachlos ins Glas schaute und sich beklommen fragte, warum man selbst in der gleichen Zeit deutlich stärker gealtert ist. Basis glockenklarer Rieslinge ist ein absolut sauberes Lesegut, dass der Jahrgang 2004 vielen Winzern auch reichlich beschert hat. Einige Weine der Probe versprechen auch für weitere Jahre herrliches Trinkvergnügen.

2004 Eitelsbacher Karthäuserhofberg Riesling Auslese trocken, Karthäuserhof – Ruwer

93 Punkte – Der Wein sieht im Glas immer noch unglaublich jung aus, transparentes Zitronengelb mit ganz leicht grünen Reflexen. Schon unglaublich, was hier Christoph Tyrell und sein Team auf die Flasche gebracht haben. Schlank, tief und komplex sind die Attribute, die es am besten beschreiben. Ein frischer Duft von Sauerampfer, weißen Johannisbeeren und nassen Steinen, dazu ein Hauch Waldmeister. Dezente Zitrusnoten, sehr klar, rein und frisch; herrlich schlanke Figur, immer noch mit gutem Biss, Grip und enormer Tiefe, schöne Säure. Mineralische Länge! Sehr harmonisch! Auch wenn das damals noch kein GG war, hat Ole die richtige Entscheidung getroffen, diesen Wein in die Probe zu stellen, ein Musterschüler an Frische, Langlebigkeit und Mineralität.

2004 Riesling Winninger Uhlen R, Heymann-Löwnestein – Mosel

90 Punkte – Ein völlig anderer Stil im Vergleich zum Karthäuserhofberg. Typischer Heymann-Löwenstein-Stil: enorm reifes Lesegut, knapp an der Grenze zur Überreife, in seiner Art sicherlich ein Unikat und letztlich ein Stil an dem man sich reiben kann. In der Nase ein Duft von Muskatnuss, Apfelmus, exotischen Früchte und Kräutern. Am Gaumen fällt sofort die deutliche Restsüsse auf, die im Jahrgang 2004 jedoch einen fast ebenbürtigen Gegenspieler namens Säure bekommen hat. Saftiger Stoff mit kräftiger Würzigkeit und hoher Schiefermineralität, Orangenzesten, hoher Extrakt. Barocke Statur, aber auch viel Spiel, dezente Bitternoten und schmutzige Mineraität, da passiert ordentlich was im Glas. Erinnert mich an fruchtiges Marzipan und orientalische Gewürze. Bleibt am Gaumen lange haften, zeigt aber auch eine gewisse Schwerfälligkeit, die in 2004 auf Grund der Säure jedoch nicht gar so behäbig ausfällt wie bei anderen Jahrgängen dieses Weins.

2004 Oestricher Doosberg Riesling ***, Peter Jakob Kühn, Rheingau

92 Punkte – 3.Wein im 1.Flight und nochmals eine völlig andere Interpretation des Jahrgangs. Bei diesem Wein haben Maischestandzeiten bzw. eine Vergärung auf den Schalen genauso eine Rolle gespielt, wie der eher oxidative Ausbau im Fass. In der Nase dominiert eine deutliche Phenolik, der Doosberg zeigt viel kräutrige und vegetative Aromen (Verbene, Anis, Kamille und Heu), auch ein schöner Hefezopf kommt mir in den Sinn. Am Gaumen ein vergleichbares Aromenbild, weißer Tee, Lakritze, Kamille und vieles mehr, ist aber nahezu fruchtfrei. Der Wein überzeugt mit seiner lebendigen Art und Frische, und ist keineswegs – wie kürzlich in einem Blog gelesen – bereits hinüber. Der Wein ist furztrocken, zeigt viel mineralisches Spiel und Druck sowie ein wunderbares Säurespiel; der Abgang ist lang anhaltend und ausgewogen.

2004 Rüdesheimer Schlossberg Riesling Erstes Gewächs, August Kesseler – Rheingau

91 Punkte – Ein klassischer Rheingauriesling wie er im Buche steht. Die Nase ein frisches, duftiges Potpourri weißer und gelber Steinobstfrüchte, dezente Kräuterwürze. Am Gaumen herrlich frisch, klar und saftig. Quicklebendig und doch konzentriert, schöner fruchtiger Extrakt. Insgesamt stimmiger Wein, am Gaumen wird die gelbe Frucht komplettiert durch feine Würzaromen, ein paar Gramm Restzucker und eine passende Säure sorgen für das nötige Gleichgewicht. Der Schlossberg hat einen schönen Körper und einen weichen Schmelz. Sehr trinkig!

2004 Monzinger Halenberg Riesling GG, Emrich-Schönleber – Nahe

95 Punkte – für mich eines der GG, das man – auf Grund seiner alljährlichen aromatischen Konsistenz und Klasse  – blind getrunken recht leicht zuordnen kann. Die 04er Jahrgang sticht als primus inter pares selbst hier heraus, ein unglaublich gelungener Halenberg. Ein voller Gongschlag mit höchst reinem Klang. Die Nase ist dicht und reintönig, eine Mischung aus kühlem Gletscherwasser, das mit getrockneten Kräutern, Zesten von Zitrusfrüchten und Steinmehl angereichert wurde; Ingwer und rohen Tobinambur habe ich mir ebenfalls notiert. Am Gaumen auch nach 10 Jahren noch mit viel Zug und innerer Spannung, kraftvoll, vital. Die ausgeprägte Mineralität und ein reine, vielschichtige kühle Frucht sowie Kräutrigkeit beschäftigen die Sinne und den Geist beim Genuss dieses wirklich „Großen“ Gewächses. Hier passt alles: Kraft, aromatisches Spiel, Mineralität, Kühle, animierende, perfekt eingebundene Säure und Länge. Champions League!

2004 Niederhäuser Hermannshöhle Riesling GG, Weingut Dönnhoff – Nahe

96 Punkte – Ebenfalls Champions League, aber anders in der Stilistik als der Halenberg von Emrich-Schönleber. Die Harmonie, Finesse und Eleganz dieses Weins ist so besonders, dass man ihm schon seine Aufmerksamkeit schenken muss, um das gesamte Aromenspiel mit seinen zahlreichen Verästelungen vollständig wahrzunehmen. Stand der Halenberg mitten im Raum und hatte gleich die voller Aufmerksamkeit, so möchte die Hermannshöhle mit ihrer Noblesse, Eleganz und Vielschichtigkeit entdeckt werden. Harmonie, höchste Harmonie, filigran, aber nachhaltig. Mineralisch; komplexe und zarte Fruchtanklänge, viel innere Spannung, wunderschön balanciert, feines Spiel. Lupenreiner Diamant, elegant und perfekt – einmal mehr bestätigt: echte Klasse und Perfektion sehen stets leicht und spielerisch aus. Königswein!

GG 2004 Nahe Rheingau
GG 2004 Nahe Rheingau

2004 Westhofener Kirschspiel Riesling GG, Weingut Wittmann – Rheinhessen

90 Punkte – Goldgelbe Farbe, kraftvolle, dichte gelbe, aber auch etwas verwaschene Frucht, erdige Noten, Quitte. Am Gaumen vergleichbare Aromatik: viel gelbe Frucht, sehr dicht und kompakt, aber auch ein wenig grobmotorisch, erkennbares Bitterle, sehr viel Extrakt, mittlere Länge. Die Säure ist stimmig und gibt dem Wein ein gutes Rückgrad, sodass der Wein insgesamt als reicher, kraftvoller, aber etwas ungelenker Typ rüberkommt – als Gesamtpaket weiß er trotzdem zu gefallen.

2004 Westhofener Kirschspiel Riesling GG, Weingut Keller – Rheinhessen

95 Punkte – Die Nase wirkt immer noch jung und zeigt viel Spiel. Deutlich von einer kräutrigen Mineralität geprägt, dezente Citrusnoten. Im Mund immer noch erstaunlich straff, jung und zupackend. Die Verbindung von viel innerer Kraft und Spannung mit Ausdruck, Vielschichtigkeit sind eine Kombination, die diesen Wein zu einem ganz besonderen Erlebnis machen. Dieser Wein lebt und entwickelt sich im Glas, Schluck für Schluck lutscht und kaut man und gewinnt immer neue Eindrücke. Bei aller Vielschichtigkeit hat der Wein eine klare Linie, der man nur allzu gerne folgt. Feines Säurespiel und mineralische Tiefe, getrocknete Kräuter, salzige Mineralität. Langes und mineralisches Finale. Großes Kino!

2004 Forster Pechstein Riesling GC, Dr. Bürklin-Wolf – Pfalz

92 Punkte – Helles Goldgelb. Bereits in der Nase präsentiert sich der Grand Cru 2004 aus dem Forster Pechstein als überaus harmonischer und ausgewogener Riesling. Gelbe Frucht, enorm cremig, hocharomatisch mit schönem Extrakt, guter Frucht und feiner Würze; zeigt Widerstand am Gaumen und endet lang auf der Frucht. Auch dieser Wein ist noch jung und kann wie fast alle anderen 2004er dieser Probe noch viele Jahre auf hohem Niveau genossen werden.

2004 Forster Kirchenstück Riesling GG, Reichsrat von Buhl – Pfalz

93 Punkte – Im Auftakt dezente Birnenaromatik, dann weiße Johannisbeeren, weiße Haribo-Gummibärchen (musste ich aufschreiben, da ich die so mag – hier aber nicht so süss), wirkt insgesamt sehr jung und frisch. Am Gaumen mit recht straffer Minrealität, wieder Birnenfrucht, Zitronentarte, feinsaftig, immer noch druckvoll, animierende Säure, sehr jung, mit etwas Luft wird er tiefgründiger. Frucht und Kräuter – wirkt gut definiert und geradeaus in seiner Art, schöne Länge. Immer noch jungendlich.

2004 Königsbacher IDIG Riesling GG, Christmann – Pfalz

89 Punkte – Satte Frucht, durchaus tiefer Ansatz, hocharomatisch, ein wenig Honig, Apfel, eines der gereiftesten GG unserer 2004er Probe, ein Hauch Boytristis? Viel gelbe Früchte, schöne Würze – insgesamt sehr kraftvoll und substanzreich, hat Power, die Säure bietet Paroli. Eine Riesling im Sinne eines Wachauer Smaragds. Substanzreicher Wein, aber auch etwas schwerfällig.

2004 Riesling Saumagen Auslese R, Koehler-Ruprecht – Pfalz

96 Punkte – Als Einziger 9 Stunden dekantiert. Helles Weiß- und Gelbgold. Vital und glockenklar, viel innere Spannung und Tiefe, der Wein fährt mit Vollgas geradeaus, die Quintessenz eines reintönigen Rieslings – belebend, selbst am Ende einer Weinprobe wie ein Weckruf. Konzentriert und vital – mir gefällt diese pure, klare Art, die Tiefe ohne Schwere zulässt, die Komplexität ohne Schminke kann und Länge ohne Tricks beschert. Das ist Weltklasse!

GG 2004 Pfalz

2001 – 2011 G-Max, Weingut Keller – Rheinhessen

Probenvorbereitung macht Spass

Bild: Die Vorbereitungen am Vorabend – Spannung und Vorfreude

Mit dem Jahrgang 2001, hat Klaus Peter Keller – in der 9.Generation – das Zepter im familiären Weingut übernommen. Familiensinn, eine Verbundenheit mit der heimischen Scholle und das stete Streben, besondere Weine zu erzeugen, prägten und prägen das Denken und Handeln der Winzerfamilie Keller. Die Keimzelle des Erfolgs für das Familienweingut Keller liegt sicherlich im Hubacker, heute eine der bedeutendsten Lagen in Rheinhessen.

Unter Georg III, der fünften Keller Generation, wandelte sich der „Hausberg“ der Familie Keller in den heutigen, sanften Südost-Hang. Bis in die 30er Jahre des letzten Jahrhunderts war der Hubacker ein Terrassenweinberg, auf dem es auch Buschwerk und offenen Felsen gab. Friedrich Heinrich, der Sohn von Georg III, machte in zwei Jahren die felsigen Abschnitte als Weinberg urbar, indem er schwere Felsbrocken sprengte und die Terrassen einebnete. In Erinnerung und Anerkennung dieser Leistung hat Klaus Keller, der Vater von Klaus Peter, Ende der 90er Jahre den „G“ – als Hommage an die Ur-Großväter auf die Flasche gebracht.

Der G-Max ist heute quasi der Brückenschlag zwischen Vergangenheit und Zukunft im Hause Keller, denn das „Max“ im G-Max steht nicht – wie viele immer wieder vermuten – für „Maximum“ oder „maximal“, sondern es steht für den Namen des 2. Sohns von Julia und Klaus Peter Keller: Maximilian. Daher macht auch der häufig angestrengte Vergleich mit dem „Unendlich“ von F.X. Pichler aus der Wachau keinen Sinn, denn schon die Ansätze sind völlig unterschiedlich. Während F.X. Pichler die Idee mit dem Unendlich verfolgt, das Maximum von Terroir und Rebsorte auszureizen, ist für Klaus Peter Keller ein Höchstmaß an Eleganz und Trinkfreude das erklärte Ziel.

Hinzu kommt, dass niemand so genau weiß, aus welcher Lage der G-Max stammt. Mit recht großer Wahrscheinlichkeit würde er die Krone der Großen Gewächse aus dem Hause Keller beanspruchen, doch dazu müsste der G-Max seine genaue Herkunft auf dem Etikett zur Schau stellen und da er sich zu diesem Thema lieber in einen Mantel des Schweigens hüllt, begnügt sich der G-Max damit, ein „einfacher“ Qualitätswein zu sein.

Meiner privaten Einladung in Hamburg zur gemeinsamen Verkostung aller bisherigen 11 G-Max Jahrgänge (2001-2011) ist nicht nur Klaus Peter Keller gefolgt, sondern eine bunte Mischung aus 12 weiteren Weinliebhabern, Sommeliers, Weinhändlern und Fachjournalisten hat den Ruf des G-Max gehört. Gemeinsam haben wir 5 Stunden an einem Tisch bei Wasser, Brot, Butter und G-Max verbracht, verkostet und philosophiert. Alle Weine wurden 18 Stunden vor Beginn der Probe geöffnet und in der Flasche belüftet. Verkostungsglas: Bordeauxglas von Zalto.

Klammer des Erlebten ist die intensive Kraft, innere Spannung und die in allen Jahrgängen wahrgenommene Frische und Lebendigkeit des G-Max – die vom Kalkstein geprägte Mineralik ist wohl der Ausgangspunkt dafür. Die Säure ist stets bestens integriert und die klare und präzise Definition des G-Max ist Jahrgang für Jahrgang überzeugend; selbst  in einem Hitzejahre – wie z.B. 2003  – ist dies formidabel gelungen.  Ein Vergleich mit den austrainierten Körpern eines Balletttänzers oder einer prima ballerina erscheint mir nicht abwegig.

Der Genuss von Wein und der Besuch eines Ballets bergen für mich grundsätzlich eine Gemeinsamkeit. Wenn der Wein groß ist oder das pas de deux perfekt und voller Anmut getanzt wird, möchte ich diesen Moment festhalten – ich empfinde dann eine innere Beruhigung und Stille. Etwas anders formuliert es Terry Theise in seinem aktuellen und lesenswerten  Buch ‚Mein Wein – Das Plädoyer gegen den globalen Einheitswein‘: „Viele Weine, selbst gute, lassen Dich Lärm schmecken. Aber nur die allerbesten geben Dir Stille zu kosten.“ Ich habe an diesem Nachmittag Stille verkostet.

Bild: G-Max Probe: 13 Teilnehmer bei Wein, Brot und Butter

2011 Riesling G-Max, Weingut Keller:  100% Riesling. Zu Beginn in der Nase Noten der spontanen Vergärung, mit mehr Luft im Glas wird die Aromatik klarer und baut dynamisch aus – tabakige, kräuterwürzige Anklänge, frische, nicht vollreife Weinbergspfirsiche, Noten rotbackigen Äpfeln, Limetten. Herrlicher Biss, Phenole, viel kalkige Mineralik, mit kühlem Ansatz und kraftvollem Zug. Der Wein steht herrlich lang am Gaumen –  Zzzh. Weglegen! 19/20 bzw. 96/100  2016-2035

2010 Riesling G-Max, Weingut Keller: 100% Riesling. Kühlster Jahrgang bislang; Klaus Peter Keller meint: „dieser Jahrgang war wie Niedrig-Temperatur-Garen“. Äußerst fokussiert und präzise; Mandarinen, Kumquats, tiefe, tabakige Mineralität, getrocknete Kräuter, weiße Johannisbeeren, nasser Stein, ein Duft wie bei einer Alpenwanderung nach einem heftigen Gewitterregen; mit der Rasierklinge gezogene Ecken und Kanten, der Griff in die Steckdose, wer da nicht elektrisiert ist, ist wahrscheinlich tot. Großer Stoff! Unbedingt dekantieren, besser erst am 2.Tag trinken. 19+/20 bzw. 98+/100 2016–2040

2009 Riesling G-Max, Weingut Keller: 100% Riesling. Tiefe, kräuterwürzige Nase, nasser Kalksteingeruch, feine Würzigkeit, rotbackige Äpfel, Currykraut. Über allem liegt eine zarte, Meeresbrise mit Eindrücken von Muscheln und Jod – man atmet tief ein, um diese Frische nicht vorbeiziehen zu lassen. Am Gaumen verbindet sich ein dezenter Eindruck von Extraktsüße mit einem hauchzarten Schmelz. Doch die erste Geige gebührt klar der tiefen Mineralität. Mit viel Spannung drückt sie sich an den Gaumen. Der etwas wärmere Jahrgang offentbart sich dann mit einer Saftigkeit und einer komplexen Fruchtigkeit von gelben Früchten, Steinobst und einem langen fruchtig-mineralischer Abgang. Jugendliche Schönheit mit viel Ausstrahlung. Vor aktuellem Genuss bitte dekantieren 18+/20 bzw. 95/100 2015-2030

2008 Riesling G-Max, Weingut Keller: 100% Riesling. Von den anderen Jahrgängen etwas abweichendes Aromenprofil. Bienenwachs, gelbe Blüten, Zitronenverbene, getrocknete Kräuter, Limetten. Am Gaumen etwas rauer als in anderen Jahrgängen,  sehr tief, leicht phenolige Noten (etwas adstringierend), dezent vegetabile Noten, braucht viel Luft,  hat Zug und Grip, pikante Säure, feine Bittertöne, britische Orangenmarmelade. Im Abgang ein klein wenig austrocknend. Der Wein wurde 48 Stunden auf den Rappen vergoren, um auf natürliche Art und Weise die für den Jahrgang typische, erhöhte Säure abzupuffern. Macht müde Männer munter (und beschäftigt sie den Rest des Abends). Dekantieren! 19/20 bzw. 96/100 2015 – 2030

2007 Riesling G-Max, Weingut Keller: 100% Riesling. Der 2007 Jahrgang offeriert einen Hauch von Wachs, doch schnell drängt sich die hochfeine, tabakige und kräuterwürzige Mineralität in den Vordergrund; bereits in der Nase legt der Wein ein klares Bekenntnis zu seiner Kalksteinherkunft ab; gelbe Blüten, Mandarine und Limone; gelbe Blüten. Perfekte Säure, kraftvoll, aber ohne jede Schwere. Glockenklar, mit tiefer Mineralität. Nach drei Tagen die geöffnete Flasche rückverkostet: immer noch ein Ausbund an Frische und bestechender Klarheit, tiefer Mineralik und herrlicher Länge – die Hand geht in kurzen Abständen zum Glas. Kann angetrunken werden, sofern ausreichend dekantiert. 18/20 bzw. 94/100 trinken-2025

2006 Riesling G-Max, Weingut Keller: 100% Riesling. In weiten Teilen Deutschland ein schwieriger Jahrgang mit einer Kombination aus Feuchte und Wärme. Aber auch in schwierigen Jahren zeigt diese G-Max Parzelle, was in ihr steckt. Der 2006er G-Max ist in dieser vertikalen Verkostung der Jahrgang bei dem die Frucht am Stärksten zum Ausdruck kommt: exotische Früchte, Kaki, Ananas, gelbe Kirschen. Am Gaumen viel Saft und Kraft, aber auch hier drückt die Mineralik des kalkigen Bodens sich Stück für Stück durch und im Abgang dominiert sie mit ihren deutlichen Würze und Salzigkeit. Auch der 2006er G-Max steht am dritten Tag wunderbar im Glas und ist immer noch fest und lebendig. Die Nase zeigt Eindrücke von hochreifem Lesegut, sehr aromatisch, etwas Honig und viel gelbe Früchte. Am Gaumen voller Leben, druckvoll, viel Jod und Salz, dazu gelbe Früchte, Papaya, Kaki sowie eine genussvolle Länge. 18/20 bzw. 93/100 trinken-2023

2005 Riesling G-Max, Weingut Keller: 100% Riesling. Präsente, tiefe und komplexe Nase. In einem vom Kalk geprägten Korsett steckt die Frucht und versucht auszubrechen. Weißer Pfirsich, frische Äpfel und Birnen und weiße Johannisbeeren. Am Gaumen ein Mix aus frischen Früchten und vegetabilen Noten: Weinbergspfirsiche, Renekloden und Grapefruit einerseits und Eindrücke von Kaiserschoten und Süßmais andererseits. Viel kräuterwürzige Mineralik im Hintergrund, hat Zug und Grip, nachhaltig. Jetzt mit viel Genuss zu trinken. 18/20 bzw. 95/100 trinken-2020

2004 Riesling G-Max, Weingut Keller: 100% Riesling. Wirklich großer Wein aus eher kühlem Jahr! Glockenklare und abgrundtiefe Nase; wirkt noch unglaublich jung, kühle, tabakige Kräutrigkeit, komplexes und filigranes Spiel, dabei äußerst präzise und nervig. Am Gaumen vibrierende Frische und Klarheit; kühl, ätherisch, ein filigranes Fruchtspiel, viele Kräuter, Waldwiese, frische Ananas, Citruszesten; grandioser Säurebogen. Streng, unglaublich tiefgründig, intellektuell und diszipliniert einerseits, filigran, virtuos und von reiner Schönheit andererseits. Fester, langer Nachhall – mit Echo. Elektrisierender Riesling! Hat noch ein langes Leben vor sich. 20/20  bzw. 100/100  2014-2028

2003 Riesling G-Max, Weingut Keller: 100% Riesling. Kräftiger, saftiger G-Max, mit ein paar Rundungen. In Der Aromatik  exotische Noten von Mangos, Kokosmilch, reifen Nektarinen, Quitten, Orangenzesten oder gelben Blüten. Am Gaumen für den Jahrgang unerwartet strukturiert und kompakt, immer noch sehr frisch und voller Energie.  Selbst in diesem Hitzejahrgang haben die alten Rebstöcke viel Kraft und Mineralität aus dem Kalksteinboden gezogen, sodass der G-Max auch im 2003er Jahrgang Spiel und Mineralität zeigt. Die Säure ist wunderbar und unterstreicht, dass auch trockene 2003er Rieslinge nach 10 Jahren noch hervorragend schmecken können. 18/20 bzw. 93/100 trinken-2023

2002 Riesling G-Max, Weingut Keller: 100% Riesling. Leider leichte Beeinflussung vom Kork. Dennoch ist das große Potential dieses Jahrgangs zu erkennen. Kraft, Druck und Struktur. Ohne Wertung

Bild: Johannes Lüddens und Klaus Peter Keller

2001 Riesling G-Max, Weingut Keller: 100% Riesling. Erstaunlich jugendliche, tiefe und sehr klare Nase, Äpfel, junge Ananas, Mandarinen, auch vegetabile Anklänge von Zitronen-verbene, Kamille, Minze und Melisse; leicht rauchig. Am Gaumen pikante, rassige Säure, sehr klar und fordernd; mit viel Zug und steiniger Mineralität. Immer noch sehr fest, aber mit Spiel und schöner Länge.  Sehr animierend. 18/20 bzw. 94/100 trinken-2020

2002 Riesling Deutschland Große Gewächse

2002 ist ein Jahrgang in dem zahlreiche große Gewächse Ihr Adjektiv „groß“ auch verdienen. Aber ich denke, es sind nicht nur die Bedingungen des Jahrgangs, die dafür gesorgt haben, dass unsere Verkostungsrunde so viel Spaß an diesem Abend hatte – vielmehr war auffallend, dass die Alkohol-Gradiationen sich noch in einem erfreulichen Mittelmaß bewegten und die Winzer Ihre Boliden nicht „überzüchtet“ haben.

Riesling Große Gewächse Deutschland 2002 – mein Fazit: Toller Jahrgang, der große Rieslinge hervorgebracht hat, die jetzt  – nach 10 Jahren Reife – als Persönlichkeiten mit ausgebildetem Charakter, Stil und Eleganz (zumindest gilt dies für einige) aufwarten. Meine Einschätzung zum Jahrgang 2002 nach einer Probe im Jahr 2005 hat sich bestätigt:  „Imho sind alle Weine unter ihren Möglichkeiten geblieben. Gerade die mineralischen Weine sind so etwas von zu, dass man wenig Freude hat;  die eher fruchtbetonten besitzen noch Charme und konnten entsprechend etwas höher punkten, trotzdem auch sie unter ihren Möglichkeiten – Gleiche Probe in 3 Jahren und wir werden deutlich höher punkten“ (http://weinwelt.blogg.de/2005/05/28/riesling-2002-at-its-best-jahrgangsprobe-bei-ole/). – Anmerkung der Redaktion: Hier zeigt sich der Nutzen eines Weinblogs deutlich 🙂

Lieber Ole, herzlichen Dank fürs Sammeln, die tolle Gastlichkeit und Deine Großzügigkeit nach so vielen Jahren wieder eine 2002er Probe auszurichten.

Exkurs: Ein anderes Phänomen war an diesem Abend noch zu beachten: wenn sich mehr oder weniger alle Verkoster von Anbeginn über die sehr gute Qualität der Weine einig sind, kommt ein gruppendynamischer Prozess in Gang, der letztlich zu einer gewissen Überhöhung bei der Bepunktung führen kann, denn keiner will bei solchen Qualitäten gerne das Haar in der Suppe finden bzw. sein.

2002 Riesling Forster Ungeheuer GG, Weingut Mosbacher – Pfalz

93 Punkte – Über die Jahre mehrfach getrunken, immer wieder mit konsistent hohen Punkten (http://weinwelt.blogg.de/2005/05/06/2002-geoerg-mosbacher-riesling-spatlese-ungeheuer-forst-groses-gewachs/). Auffallend seine goldgelbe Farbe und sein klarer, opulenter Duft nach gelben Früchten.    Auch exotische Fruchtanklänge, dann viel Aprikose und Pfirsich; die Reife steht ihm gut. Die kräftige Säure ist perfekt integriert und ein wichtiger Baustein im gelungenen Spiel dieses Weins. Der 2002 Ungeheuer erzeugt heute ein weiches Mundgefühl, besitzt aber viel innere Spannung, ist feinwürzig und die Mineralik spielt im Hintergrund ein perfektes Spiel. Vor Jahren war diese noch deutlich vordergründiger und tonangebend. Eines war dieser Wein immer – ein richtig großes Gewächs und für mich der Quell meiner Entscheidung, mir jedes Jahr ein paar Mosbacher Weine hinzulegen, auch wenn in nachfolgenden Jahrgängen meine Entscheidung ein paar Mal erschüttert wurde.

2002 Kallstadter Saumagen Riesling Auslese trocken, Koehler-Ruprecht – Pfalz

90 Punkte – Goldgelbe Farbe; zu Beginn ein Hauch Petrol und Tapetenkleister, dann eher blumig und kräutrig, getrocknete Früchte. Am Gaumen ein etwas ungewohntes Aromenbild: grüner und schwarzer Tee, herbe Kräuter, Kirschkerne, getrocknete helle Früchte, keine Süße, Tanninunterstützung (von längerer Maischestandzeit?) ist erkennbar. Typisch gerader Philippi-Ansatz (der bitte!! nicht mit dünn zu verwechseln ist), braucht Luft zum Atmen und Entfalten, ggf. dekantieren (2005 hatte ich ihn bei 88 Punkten, was auch die Konsenspunkte an diesem Abend war).

2002 Rüdesheimer Berg Schlossberg Spätlese trocken, Leitz – Rheingau

92 Punkte – Helles Goldgelb mit noch dezent grünlichen Reflexen. Nase: Feine Pfirsich- und Aprikosenaromen, dazu ein Hauch von Anis und anderen Kräutern.  Am Gaumen erste elegante Reifetöne, für sein Alter aber noch sehr frisch. Vom Mundgefühl her weich, tief und kühl; insgesamt geschmeidig und elegant. Dieser 2002er Riesling ist  ausgewogen und die schöne, frische Säure ist hervorragend eingebunden und animiert zu nächsten Schluck. Die roten Schiefer- und Quarzitböden im Rüdesheimer Berg Schlossberg sind der Quell für die mineralische Ader in diesem Riesling und verleihen ihm eine schöne Komplexität.

2002 Forster Pechstein, Bürklin Wolf – Pfalz

92 Punkte – Tiefes goldgelb, wirkt bereits in der Nase extraktreich, kraftvoll und dicht. Satte gelbe Frucht, Kräuter, ein Touch Botrytis vielleicht, edel gereift. Am Gaumen ebenfalls dicht und satt; aromatische Tiefe; sehr schöner Schmelz. Ein ungemein dicht gewobener Stoff, der auch nach 10 Jahren Zeit und Luft braucht, um sich zu entfalten. Das Aromenrad geht auf wie ein Pfauenrad und beeindruckt mit seinen schillernden Farben (ein Potpourrie an allen erdenklichen gelben Früchten; Waldhonig). Auch insgesamt wirkt der 2002 Pechstein pfauenhaft: stolz, bunt und auch ein wenig angeberisch. Der Wein nimmt den Raum voll für sich ein – und trotz aller Dichte und Üppigkeit ist er klar und mit ausreichend Säure ausgestattet, sodass er nicht überladen oder gar mastig wirkt. Dieser Riesling weiß wirklich zu beeindrucken – nicht zuletzt mit seiner Länge. Trotz allen Lobes hat er mich irgendwie nicht berührt und die 92 Punkte sind vielleicht ein wenig ungerecht.

2002 Eitelsbacher Karthäuserhofberg Riesling Auslese trocken, Karthäuserhof – Ruwer

94+ Punkte – Farbe mitteldichtes Zitronengelb mit grünlichen Reflexen.  Eines deutet sich schon in der Nase an – dieser Wein ist glockenklar, pur und rein! In der Nase wirkt der Wein erstaunlich jung und frisch, schöne ätherische Noten, dazu Orangenschalen; frische, (vielleicht noch etwas unreife) gelbe Früchte. Auch am Gaumen erfrischend jung – wo sind die 10 Jahre? Innere Kraft, feinstes Ballett – hohe Kunst sieht immer perfekt und leicht aus, die ungemeine Anstrengung bleibt verborgen – so auch bei dieser fantastischen, trockenen Riesling Auslese. Diese Ballerina tanzt klar und höchst präzise, trotzdem oder gerade deswegen mit höchstem künstlerischem Ausdruck; hohe Mineralik; perfekte Säure; tief, sehr tief und klar in der Aromatik. Ein Weinfreund drückte es so aus: „der Gegenentwurf zu Bürklin-Wulf“. Großer Stoff, mit viel Eleganz und hervorragender Länge.

2002 Königsbacher IDIG Riesling GG, Weingut A.Chrsitann – Pfalz

93 Punkte – Tiefes Goldgelb, reife Noten von gelben Früchten aus aller Welt, Ananas, Mango, Pfirsich; erinnert mich etwas an beste Wachauer Smaragde. Am Gaumen bestätigt sich dieser Eindruck, viel Stoff, kraftvoll und dicht – dabei straff und mit deutlich mineralischer Note. Dieser tolle IDIG ist jetzt in einem perfekten Trinkfenster – er zeigt seine Muskeln (viel Extrakt); die satte gelbe Frucht passt gut zur zupackenden Säure und salzigen Mineralität. Im Abgang Anklänge an Karamell und Minze sowie ein zartes „Bitterle“, gute Länge.

2002 Monzinger Halenberg Riesling Auslese trocken, Emrich-Schönleber – Nahe

94 Punkte – sehr viel frische Kräuter, helle Früchte, etwas Limette, wirkt animierend. Am Gaumen packt er zu und lässt nicht mehr los, der Wein ist straff und fordernd. Kraftvolle, fast beißende Mineralik, viel Kräuter, Limette, sehr komplex. An der Säure schieden sich unter den Verkostern an diesem Abend die Geister. Ich empfand sie als pikant, aber perfekt eingebunden zu diesem Wein. Das GG aus dem Halenberg von Emrich-Schönleber ist für mich ein Paradebeispiel, wenn es um Lagentypizität  und einer Jahr für Jahr wiederkehrenden Aromatik geht. Tolle Länge – einfach großer, trockener Riesling.

2002 Hochheimer Hölle Riesling Auslese trocken – Weingut Künstler- Rheingau

50 bzw. 93 Punkte (für die Goldkapsel) – Was für ein Desaster!! Dieser Wein diente einst als „Versuchskaninchen“ für alternative Verschlüsse. Fazit: Total unbrauchbar. Der Wein war superreif in der Farbe, am Gaumen und in der Nase mehr Möbelpolitur als Riesling. Ein paar Tage später habe ich zu einer Weinprobe bei meinem lieben Freund Helmut eine Flasche 2002 Hochheimer Hölle Riesling Goldkapsel trocken mit Naturkork geöffnet, was war das für ein Paradewein: fester, dichter zupackender Riesling mit viel Format und Körper, einer superschönen und bestens integrierten Säure sowie einer massiven Mineralik. Ein Wein zum „Ablutschen“, richtig schöne Länge, viel Genuss.

2002 Dalsheimer Hubacker Riesling GG, Weingut Keller Rheinhessen

95 Punkte – Frische mittelgelbe Farbe. In der Nase überraschend jung, straff und sehr klar. Vor etwas über einem halben Jahr „nur“ mit 92 Punkten bewertet (vgl. http://weinwelt.blogg.de/2011/12/04/2001-2010-hubacker-groses-gewachs-vertikalverkostung-weingut-keller-rheinhessen/ ). Bei dieser Verkostung stand er in einem anderen Kontext und seine Stärken konnte er voll ausspielen. Tiefe Aromatik bereits in der Nase animierend und noch jung wirkend. Am Gaumen wunderbar tief, straff und mit tollem Spannungsbogen, stets druck- und kraftvoll, mit Zug und herrlicher Mineralik. Entscheidend für die Größe dieses Weines dabei ist, dass er zu jeder Zeit nicht nur mit seinem vielschichtigen Ausdruck überzeugt, sondern stets Noblesse und Eleganz zeigt. Bleibt lange, ganz lange am Gaumen. Der Wein wird sich auf diesem Niveau noch für lange Zeit etablieren.

2002 Kiedricher Gräfenberg Riesling Spätlese trocken, Robert Weil – Rheingau

 88 Punkte – Für mich ist Weil bei den Ersten Gewächsen erst Mitte der 2000er aus dem Knick gekommen. Auch dieses Mal blind verkostet und für nett empfunden, aber eben nicht zwingend. Die Nase wirkt immer noch spontan vergoren (?? Wie soll das gehen?? ), Anklänge an Apfelmus, Steinmehl und Schießpulver, aber auch wenig stichig (Erbrochenes). Insgesamt sehr jung, frisch und würzig; weiches Mundgefühl, noch recht deutliches Zuckerschwänzchen, hinten heraus  bricht die kräftige Säure durch, insgesamt etwas zu brausig (Limonade) und mir nicht harmonisch genug für ein Erstes Gewächs einer solch großen Lage.

2002 Schlossböckelheimer Felsenberg Riesling Spätlese trocken, Dönnhoff – Nahe

86 Punkte – in 2002 noch als Spätlese trocken abgefüllt, in nachfolgenden Jahrgängen als Grosses Gewächs auf die Flasche gekommen. In der Nase eher verhalten, aber sehr klar, mit Reifenoten.  Am Gaumen ein Spiel von Citrusaromen; englische Zitronenmarmelade; wirkt sehr kühl und klar, aber mit der Harmonie ist es nicht (mehr?) weit her, denn der Wein hat eine „pikante“ Säure (am Tisch wurden deutlichere Worte dafür gefunden). Insgesamt schlank, klar und von der Mineralik getrieben. Sollte ausgetrunken dringend ausgetrunken werden.

2002 Schlossböckelheimer Felsenberg Riesling QbA (!?) trocken, Dr. Crusius Nahe

79 Punkte – Eigentlich sind die Crusiusweine für mich jedes Jahr eine Bank. Aber genauso wie Dönnhoff in 2002 hat auch bei Crusius dieser Riesling ein Säurethema.- auch hier steht sie spitz außen vor. Dazu kommt die Aromatik, die zu Beginn etwas an jodhaltigen Tang erinnert und recht medizinal wirkt. Dazu kommen Anklänge an Weihrauch und Puder. Am Gaumen einfach kein Vergnügen, auf Grund der Säure fast ein Angriff auf die Gesundheit. Wie sich dann allerdings beim „Öffnen“ der Blindprobe herausstellte, war’s nur der „einfache“ QBA – der sollte in jungen Jahren getrunken werden und war hier einfach alt und verloren.

2002 Großkarlbacher Burgweg Riesling Spätlese trocken, Knipser – Pfalz

87 Punkte – zu Beginn recht verhaltene Nase, leichte Wachsnoten, später auch Kräuter. Am Gaumen zeigt er eine ordentliche gelbe Frucht, Apfel, Heu und Citrusfrüchte. Überraschend weich am Gaumen, hinten heraus leider etwas zu kurz. Sollte dringend ausgetrunken werden.

2002 Bremmer Calmont Riesling Calidus Mons, Weingut Franzen Mosel

93 Punkte – Eine wahre Freude dann noch mal zum Abschluss der Verkostung; der Calidus war in Form und schmeckte mir überaus gut. In der Farbe eher hellgelb – ohne Spuren von Alter. Komplexe, anspruchsvolle, aber auch verspielte Nase mit Noten von Weihrauch, einer feinen kräutrigen Würze und dezenten Wachsnoten.  Ein Steinwein kündigt sich an. Im Mund wunderbar frisch, klar und reintönig, druckvoll und mit ausgezeichneter Mineralität sowie einer feinen Würze (Muskatnuss), dabei sehr ausgewogen. Die tolle Länge rundet diesen ausgewogenen Riesling herrlich ab. Ein würdiges Denkmal für den tödlich im Weinberg verunglückten Reinhold Franzen.

Ein Kirchspiel; zwei Topwinzer (Keller / Wittmann); acht Verkoster und fünfzehn Flaschen

sollten Aufschluss auf eine Frage geben, die mir schon lange unter den Nägeln brennt: Was dominiert einen Top-Riesling mehr – die Handschrift des Winzers oder das Terroir??

Sieben aufeinander folgende Jahrgänge aus dem Westhofener Kirchspiel der beiden deutschen Spitzenwinzer Philipp Wittmann und Klaus-Peter Keller standen deshalb im Mittelpunkt dieses Verkostungsabends. Ergänzt wurden die in Jahresflights (d.h. paarweise, jeweils mit dem gleichen Jahrgang) servierten Westhofener Rieslinge um einen „Piratenflight“, also zwei Weine, die nicht aus der Lage bzw. nicht aus Rheinhessen stammten.

2004 Westhofener Kirchspiel Riesling GG, Weingut Keller – Rheinhessen

95 Punkte – In der ex post Betrachtung startete die Probe für mich mit dem Knaller! Grüngelber Eindruck; in der Nase vielschichtige Citrusnoten, Kräuter und frische Äpfel. Am Gaumen ein sehr mineralischer Stoff, der einerseits herrlich viel Zug aufweist, auf der anderen Seite, aber eine tänzelnde Art besitzt, die mich total begeistert. Der Wein hat viel Kraft und innere Spannung, ist strukturiert, saftig und gleichzeitig fein und komplex. Ich glaube, die britische Weinjournalistin Jancis Robinson hat mal gesagt oder geschrieben, dass die Kellerweine die deutschen Montrachets sind – ich weiß jetzt, was sie meinte, denn so etwas kann nur auf einem kalkbetonten Boden wachsen. Dieser Riesling hat immer noch so viel Kraft und innere Spannung, dass ich mir absolut sicher bin, dass „Kellerschätze“ über weitere 10 Jahre mit viel Genuss getrunken werden können.

2004 Westhofener Kirchspiel Riesling GG, Weingut Wittmann – Rheinhessen

90 Punkte – goldgelb fließt der Wein ins Glas und wirkt vom ersten Eindruck an sehr extrahiert. Er duftet dann auch nach goldgelben, exotischen Früchten und besitzt ein sehr intensives, breites Fruchtaroma. Sehr voller Ansatz, köperreich, sehr rund und mir insgesamt einen Tick zu voluminös – ich fühle mich ein wenig geplättet. Schöne Länge – die Aromen bleiben lange am Gaumen stehen. Ein paar mit Botrytis behaftete Trauben haben wohl Eingang in die Kelter gefunden. Die Säure ist gut eingepasst und eine mineralische Ader durchzieht diesen Riesling, jedoch dominieren die reiche Frucht und der voluminöse Körper den Eindruck bis zum Schluss.

2002 Westhofener Kirchspiel Riesling GG, Weingut Keller – Rheinhessen

91 Punkte – Ein immer noch junger Riesling, der zwar für den geübten Weintrinker ein paar kleine Hinweise auf sein Alter bereit hält, aber eigentlich eher wie ein Filmdiva wirkt, die mit viel Sport und Disziplin ihr Alter seit vielen Jahren erfolgreich verbirgt – trotzdem kein bisschen verschroben oder unentspannt wirkt. Der Wein kommt recht schlank daher, begeistert mit seiner feinen Mineralik und einer leichten Rauchigkeit, die mich an Feuersteine erinnert. Am Gaumen ein vergleichbares Bild: immer noch recht jugendlich, fein und mineralisch, dazu ein paar verwirrende Noten von Sahne-Toffees, nahezu ohne Fruchtaromatik – ganz von der mineralischen Noten geprägt. Mir macht so etwas sehr viel Freude und diese 2002er Ausgabe des Kirchspiels erinnert mich an einen gereiften Chablis Grand Cru. Trotz seiner fast 10 Jahre, die er als trockener Wein auf dem Buckel hat, würde ich mich sehr freuen, wenn mein Bestand größer wäre, als die eine Flasche, die ich noch im Keller habe – bleibt noch für viele Jahre ein großer Genuss.

2002 Westhofener Kirchspiel Riesling GG, Weingut Wittmann – Rheinhessen

93 Punkte – auffallend schöne Mineralik, dazu samtfruchtige Noten von Quitten und kandierten Citrusfrüchten; das Ganze verbunden mit einem herrlichen Frucht-Säure-Spiel. Momentan in einem perfekten Reifezustand, sehr tief und hervorragend balanciert. Zeigt am Gaumen eine dichte und konzentrierte Art sowie auffallend schön definierte Konturen. Mich begeistert dieser Riesling mit seiner Komplexität und Harmonie – die so selbstverständlich wirken, dass man fast vergisst, was so ein Wein aufweisen muss, damit man so empfindet.

2006 Westhofener Kirchspiel Riesling GG, Weingut Keller – Rheinhessen

89 Punkte (??) – Noch ein recht unausgewogener Jahrgangsvertreter mit einer merkbaren Restsüße; in der Nase kräutrig-mineralische Noten und verhältnismäßige duftige Fruchtaromen. Am Gaumen ebenfalls von der Mineralik getrieben, Aromen von Anis und anderen Kräutern, substanzreich, aber im Vergleich zu den bisher verkosteten Jahrgängen nicht auf dem gleichen Niveau – hier steht mir alles zu sehr nebeneinander und irgendwie fehlt mir der Glaube, dass dies noch wesentlich besser wird. Aber ich lasse mich gerne überraschen…

2006 Westhofener Kirchspiel Riesling GG, Weingut Wittmann – Rheinhessen

92 Punkte – Erstaunlich monolithischer Riesling für diesen Jahrgang; noch sehr verschlossen – wirkt wie ein Stein, auf dem man lutscht. Aber außer ein paar tabakig-mineralischen Noten ringt man diesem Riesling nicht viel ab. Trotzdem gefällt mir diese Wittmann-Interpretation des Kirchspiels besonders gut, da sie nicht so sehr von der opulenten Frucht lebt, sondern die fokussierte Mineralik aromatisch in den Vordergrund bringt und die lebende Säure aufreizend über die Zunge tanzt. Ich glaube, dass dieser Wein ein Musterexemplar in diesem Jahrgang ist, denn in ganz Deutschland haben viele Winzer aus Angst vor dem Regen entweder zu früh geerntet und die Befürchtungen sind wahr geworden und großen Teile der Ernte sind ihnen unter den Händen weggefault – mancherorts hat dies zu Totalausfällen geführt.

2006 Niederhäuser Herrmannshöhle Riesling GG, Weingut Dönnhoff – Nahe

90 Punkte – Bereits in der Nase eine für mich eher ungewöhnliche Aromatik, die nicht in die Reihe der bisherigen Kirchspiel-Rieslinge passt – eine so ausgeprägte Etherik habe ich bei keinem Kirchspiel erlebt. Am Gaumen fallen die besondere Weichheit und der Schmelz auf, auch hier wieder etherische Noten und Anklänge an Rosen und Kuchen (Mürbeteig); recht komplexes Spiel, auch Rosinen und Honig. Ich vermute, dass auch bei diesem Wein das Lesegut nicht frei von Botrytis war und so auf den 2006er Jahrgang stilprägend Einfluss genommen hat.

2006 Monzinger Frühlingsplätzchen Riesling GG, Weingut Emrich-Schönleber – Nahe

92 Punkte?? – Im Vergleich zum Flight zuvor, ein ähnlicher Abstand zwischen dem ersten und dem zweiten Wein innerhalb des flights. Auch hier wirkt der Wein noch sehr unentwickelt, allerdings spielt hier nicht die (sicher vorhandene) Mineralik die erste Geige, sondern der Wein besitzt eine – für mich noch unfassbare – Gärnote, die eigentlich nur spontan vergorene Weine in ihrer Jugend aufweisen. Sollte der Wein diese Noten nicht ablegen und die leicht laktische Note sich weiter entfalten, dann ist ein Punktabzug nicht zu vermeiden. Aktuell interpretiere ich es einfach so, dass dieser Riesling seine Kinderstube noch nicht verlassen möchte und sich deshalb seine reichlich guten Anlagen noch nicht voll entfalten konnten. Besonders schön ist die ausgeprägte, kräutrige Mineralik, die diesem muskulösen Riesling mit viel innerer Spannung einen rauchigen Ausdruck verleiht.

2007 Westhofener Kirchspiel Riesling GG, Weingut Keller – Rheinhessen

94 Punkte – wunderbarer Stoff !! Wirkt noch sehr jugendlich, strahlt dabei aber schon eine Eleganz und Finesse aus, die mich in ihren Bann zieht. Sehr klar und rein, dieses junge Kirchspiel zeigt eine schöne innere Dichte und feine Saftigkeit, die kombiniert mit der perfekt integrierten Säure und der präzisen mineralischen Art bei mir eine Assoziation aus Herr der Ringe hervorruft – die Elbenprinzessin Arwen war von ähnlicher sinnlicher Schönheit, Feinheit und Eleganz. Wenn man es etwas profaner ausdrücken möchte, dann spricht man von Eindrücken, die an Melonen, weißen Pfeffer; Gletscherwasser, Citrusfrüchte oder geröstete Haselnüsse erinnern, vielleicht auch von der auffallend klaren Mineralik; aber diese sinnliche Eleganz lässt sich einfacher mit dem Bild der von Liv Tyler verkörperten Elbenprinzessin transportieren.

2007 Westhofener Kirchspiel Riesling GG, Weingut Wittmann – Rheinhessen

93 Punkte – In 2007 haben die Reben in der Lage Kirchspiel wohl ideale Bedingungen gefunden, denn auch das Ergebnis von Philipp Wittmann ist bestens gelungen. In der Nase präsentiert sich ein wunderbarer, satter Duft von reichlich gelben Früchten, unterlegt von einer kräutrig-mineralischen Note. Der gesamte Mund wird ausgekleidet von einer Kombination von gelben und exotischen Früchten, Keksen, Karamell und Orangen. Die recht kräftige Säure passt gut zu der kompakten, dichten Art dieses Rieslings; sehr saftiger Eindruck. Auch wenn die Fruchtaromen klar im Vordergrund stehen, so verleiht die hintergründige Mineralik diesem Wein die notwendige Komplexität, um klar über 90 Punkte zu kommen. Bleibt lange am Gaumen stehen. Um den Trinkgenuss in den nächsten fünf bis zehn Jahren mache ich mir keine Sorgen.

2008 Westhofener Kirchspiel Riesling GG, Weingut Keller – Rheinhessen

93 Punkte – Noch sehr junger und unentwickelter Riesling, in der Nase sehr klar und fokussiert, dezent kräutrig (Eindruck des Tages 😉 – Gurke); erinnert mich wieder an einen TOP-Grand-Cru Chablis. Am Gaumen klar und deutlich von der sehr festen Mineralik geprägt, sehr viel Zug und Kraft – ein wenig adstringierend. Was für ein schöner und stattlicher Bub!! Wenn der mal erwachsen wird, verdreht er sämtlichen „Töchtern“ den Kopf. Aber auch als Jungspund eine wahre Freude. Erinnert mich irgendwie an unseren mittwöchlichen Kick, wenn die Männer um die 40 mal wieder meinen Fussball spielen müssen und das Niveau sich auf Not gegen Elend einpendelt – dann aber die 15-jährigen Jungs fragen, ob sie mitspielen dürfen und uns links und rechts machen, so dass man manchmal nur noch mit offenem Mund dasteht und von dieser Spielanlage und dem Ballgefühl fasziniert ist. Leider sind ein paar Jungs so spielverliebt, dass sie vergessen, die wichtigen Tore zu machen. Doch dass wird bei diesem Kirchspiel nicht passieren, der begeistert in zwei, drei Jahren jeden, der ihn ins Glas bekommt und Konkurrenz braucht er auch nicht zu fürchten – das wird ein „Knipser“ (einer, der jedes Tor macht und nicht aus der Pfalz kommt )

2005 Westhofener Kirchspiel Riesling GG, Weingut Keller – Rheinhessen

93 Punkte – Auffallend an den beiden 2005er Ausgaben von Kellers und Wittmanns Kirchspiel ist die stilistische und aromatische Annäherung der beiden Rieslinge; wobei das Kirchspiel von Wittmann sich der sehr reinen, filigranen und die Mineralik betonenden Art der Kellerweine annähert.

Das Kirchspiel von Keller ist kühl, sehr klar und reintönig. Aromatisch wunderbar tief und fest. Die feingliedrige Säure und die mineralische Prägung animieren zum Trinken, ich kann kaum die Hand vom Glas lassen. Bei aller Eleganz, der Wein hat Zug und Kraft und wirkt engmaschig gewoben. Gute Länge. Ein sicherer Trinkgenuss in den nächsten fünf bis acht Jahren.

2005 Westhofener Kirchspiel Riesling GG, Weingut Wittmann – Rheinhessen

92 Punkte – Bereits in der Nase vermittelt dieser Wein einen sehr klaren Eindruck mit seiner schönen, leicht tabakigen Würze; Aromen von gelben Steinobstfrüchten und Citrusfrüchten runden das Bild ab. Auch am Gaumen dominiert die kräuterwürzige, tabakige Mineralität. Die sehr gut integrierte Säure, verbunden mit dem kräftigen Körper, lassen bei mir die Zunge schnalzen. Ich liebe diese Form von feiner, salziger Mineralität, die diesen Riesling vom ersten Eindruck in der Nase bis in den schönen Abgang durchzieht. Insgesamt eine „griffige und zupackende“ und gleichzeitig komplexe und feine Interpretation des Kirchspiels von Wittmann, die ansonsten deutlich fruchtbetonter und runder wirkt.

2003 Westhofener Kirchspiel Riesling GG, Weingut Keller – Rheinhessen

92 Punkte – Unglaublicher substanzreicher Riesling; diese aromatische Opulenz macht wach! Die zupackende Mineralik und die feste, bestens integrierte Säure bilden ein Team, das ein komplexes und raffiniertes Zusammenspiel ermöglicht. Klar und reif in der Aromatik; sehr ausdrucksstark. Mich erinnert dieser Wein an eine Brausewürfel aus der Kindheit – und das ist nicht als Beleidigung, sondern als großes Kompliment gemeint, denn ich habe es geliebt, dieses Kribbeln auf der Zunge und die intensive Aromatik, bevorzugt Waldmeister. Auch dieser Wein erzeugt bei mir dieses gewisse Kribbeln, nicht weil er etwa nachvergoren ist, sondern weil er einerseits den ganzen Rachenraum mit vielfältigen, klaren und reintönigen Fruchtaromen ausgekleidet und andererseits die Mineralik fast schon kribbelt. Insgesamt sehr animierend und auf sehr hohem Niveau trinkig; hinten heraus leider nicht ganz so lang wie erhofft. Sicherlich noch viele, viele Jahre mit Freude zu trinken.

2003 Westhofener Kirchspiel Riesling GG, Weingut Wittmann – Rheinhessen

91 Punkte – in der Nase immer noch Noten, die eher junge spontan vergorene Weine aufweisen. Dazu kommen Aromen von Citrusfrüchten und gelben Früchten. Hat einen schönen Druck und Zug am Gaumen; insgesamt mit guten Struktur unterlegt. Am Gaumen durchzieht eine feine Mineralik den Wein, aber die gelben Früchte behalten aromatisch klar die Oberhand. Gute Länge – well done!

Als Fazit der Probe möchte ich meinen Weinfreund Reiner zitieren, der auch meine Eindrücke perfekt zusammengefasst hat:

„Ein wichtiges Ergebnis war sicher (außer dass Keller und Wittmann hervorragende Winzer sind und Kirchspiel eine herausragende Lage ist), dass offensichtlich der Einfluss des Winzers auf den Charakter eines Weins stärker ist als der Einfluss der Lage. Es ließ sich durchgehend ein eher auf Frucht und Opulenz gerichteter Stil (Wittmann) und ein eher puristischer, die Mineralität hervorhebender Stil (Keller) unterscheiden. Die Ausprägung dieser Unterschiedlichkeit variierte zwar je nach Jahrgang, war aber in der Tendenz immer spürbar. Dass das Terroir bei aller Unterschiedlichkeit der Weine doch eine Gemeinsamkeit herstellt, merkte man aber an den beiden Nahe-Weinen, die relativ schnell als Piraten identifiziert werden konnten.“