2003 Hochheimer Hölle Riesling Spätlese, Weingut Flick – Rheingau

91 Punkte – Da sag mir doch einer noch mal, dass es im Jahrgang 2003 nur breite Weine, ohne Charme und Klasse gibt. Aber Gott sei Dank bestätigen Ausnahmen die Regel. Und so eine Ausnahme habe ich gerade im Glas – wundebare, dichte Nase mit vollreifen Aromen von Bratäpfeln, Honigmelone und Quitten. Darüber spannt sich ein Hauch von Firne und der Geruch von feuchten Steinen nach einem Sommergewitter. Der eigentliche Gong kommt aber, wenn der Wein in den Mund strömt – so eine satte Frucht von gelben und weißen Früchten (ohne jeden Anflug von Breite) hatte ich bei einem trockenen Riesling selten im Glas. Ein Maul voll Wein ist wohl hier die richtige Beschreibung. Die Hand geht ständig zum Glas, auch wegen der reifen Säure und den mineralischen Noten, die dem Wein eine gute Balance geben und ihn lange, sehr lange tragen. Dazu geht ein schön gegrilltes Stück Fleisch – Herz, was willst du mehr.

1999 Franz Künstler – Hochheimer Hölle Riesling Auslese trocken – Rheingau

97 Punkte – Liebe Leute, was für ein Stoff in was für einer Verfassung. Mein besonderer Dank gilt meinem lieben Freund Bernd Fussy, der mich mit diesem Stoff mitten in der Woche überrascht hat.

Tiefes, frisches Gelb mit grünlichen Reflexen. In der Nase Aprikose und Quittengelee, daneben ein Hauch Exotik von Physalis und Ananas; feine, kräuterwürzige (mineralische) Noten, ein Hauch von Feuerstein – dabei sehr konzentriert und auf den Punkt gebracht. Die "Wucht in Tüten" am Gaumen, ein perfekter Riesling, der alles bietet. Druck, Kraft, dabei hochgradig elegant und einladend, sodass die Hand immer wieder zum Glas geht. Deutlich spürbare Mineralik und scheinbar erkennbare Tannine, im Abgang Wachauanklänge (wie ein Schütt 99 von Knoll). Die Hand geht permanent zu Glas, mehr, mehr, mehr. Die Frucht darf nicht unterschlagen werden. Grosses Kino !!!!