2009 Prestige des Hautes Garriques, Domaine Santa Duc – Gigondas

95 Punkte – Nachdem ich vor Kurzem den 2001 im Glas hatte und ihn mehr als prächtig fand, kam ich nicht vorbei aus dem hervorragenden Jahr 2009 ein paar Flaschen zu kaufen. Ungeduldig habe ich nun eine Flasche "aufgerissen" ….und, und, …. Resultat ???

 …. das haut den stärksten Bär um. Ein mächtiger Stoff: massives Tannin, Tonnen von Frucht, Mega-Struktur und geile Konzentation. Das ist die Kurz-Zusammenfassung, aber wer sich bei aller Kraft und power ein wenig Zeit nimmt und nicht gleich unentwegt die Hand zum Glas gehen läßt (mit fatalen Folgen bei 15,5% Alkohol auf dem Etikett und lt. Parker 16,5% "natürlichem Alkohol"), der empfängt auch die Zwischentöne und bekommt eine erste Idee davon, wie sich dieser Wein mit zunehmendem Alter entwickeln wird.

Heute sind die Fruchtnoten von dunklen Beeren, Wacholder, geräuchertem Speck und Dänischer Lakritze das "overriding principle"; der Wein ist ungemein druckvoll, etwas süß-bitter und einfach unglaublich saftig. Doch bei aller power, hat er bereits jetzt eine gewisse Kühle (Menthol) und ja, auch Eleganz, die ihn besonders macht und aus der "peer group" herausragen läßt.

Grundlage dieses Traumstoffs sind alte Grenache-Reben in der Kernlage des Weingutes: "Hautes Garriques", die 80% des Weins bestimmen, daneben geben 15% Mourvèdre Struktur und 3% Syrah sowie 2% Cinsault runden das Bild ab. Der Wein kam unfiltriert auf die Flasche, vorher lag er 24 Monate im Holz, davon waren ca. 20% neue Fässer. Wie man bei 2 kompletten Monaten Maceration so massive Tannine in den Wein bekommt, kann ich mir noch vorstellen, aber wie man sie andererseits so bändigen und "weichzeichnen" kann, bleibt wohl das Geheimnis von Yves Gras.

Es war toll, diese Flasche so jung getrunken zu haben, aber die verbleibenden gehen in eine dunkle Kellerecke und werden frühestens in 5,6 oder 7 Jahren mal wieder rausgeholt. Euro 32,- sind alles andere als ein Pappenstiel, aber der Wein ist es wert!!!! 

2000 Clos de l’Escandil, Domaine Aires Hautes (Gilles Chabbert) – Minervois (Wein 2)

86 Punkte – Dieser Wein stammt vom terroir „La Livinière“ am Fuße der Montagne Noir. Dieses Fleckchen Erde hat – gemeinsam mit den vier Nachbargemeinden – als erstens Cru-Status im Minervoisgebiet erhalten. Gilles Chabbert gehört mit seiner Domaine Aires Hautes zu den Schrittmachern im Minervois und seine Weine gelten als Referenz für dieses Gebiet, ja für das gesamte Languedoc. Blättert man durch die Weinführer und Weinzeitschriften der letzten Jahre, so sind seine Weine allgegenwärtig und stets gut bewertet. Der aktuelle Jahrgang des Clos de l’Escandil kostet ca. Euro 20.

Im Glas wirkt der Wein unglaublich jung, schwarz mit violettem Rand. In der Nase ein Eindruck von Fleisch und schon wieder der Eindruck von Schmorbratensoße (wenngleich schwächer als beim Côte Dorée), aber auch dunkle Beerenfrucht. Am Gaumen weich, mit schönem Schmelz und angenehm kühl, runder Ansatz, reife Waldfrucht, etwas Cassis, runde, reife Tannine, Mon Cherry im Abgang; leider etwas alkoholisch und im Abgang etwas kurz. 

1999 Domaine Aires Hautes, Minervois

85 Punkte – ein wunderbarer Wein für jeden Tag, der mal unter  Euro 7,- gekostet hat und der schon immer gut war, aber jetzt erst richtig Spaß macht. runder Ansatz, voller weicher dunkler Frucht, etwas Pflaume, süße Lakritze, etwas Kirsche und  süßliche Würze, eine Hauch Vanille. Runde, körnige Tannine bei mittlerem Körper, die Frucht am Gaumen ist vielschichtig und spiegelt sehr schön die Eindrücke von der Nase wider. Weicher, angenehm fruchtiger und anhaltender Abgang. Steht auch ohne Essen gut da !! Jetzt auf dem Höhepunkt – weitere 12-18 Monate perfekt.