2003 „g“ Pago la Jara, Compañia de Vinos Telmo Rodriguez – Toro

Jetzt zogen die Preise der Flaschen dieser Probe deutlich an und ich war gespannt, ob die Weine das halten können, was sie den Geldbeutel kosten. Sollten wir „nur“ TOP international gemachte Weine bekommen oder würden wir moderne Ausdrucksformen des jeweiligen terroirs verkosten können. Eine Kombination ist wohl richtig – so viel vorab. Die beiden nächsten Weine stammten vom Überflieger der spanischen Weinszene – kaum ein Landstrich, in dem Telmo Rodriguez mit seinem Team nicht erfolgreich Weine von großer Klasse produziert.

 

Die folgende Beschreibung stammt von www.wein-plus: „Die ‚Compañia de Vinos Telmo Rodriguez’ mit Sitz in Logroño im spanischen Rioja wurde im Jahre 1994 gegründet. Der gebürtige Baske Telmo Rodriguez verbrachte seine Kindheit auf dem Rioja-Weingut Remelluri seines Vaters, studierte Biologie in Bilbao, machte das Önologiediplom in Bordeaux und erlernte unter anderem beim legendären Bruno Prats auf dem Château Cos d´Estournel die hohe Schule der Weinbereitung in der Praxis. Dann hatte er eine Vision. Er wollte gleichzeitig in unterschiedlichen Regionen Spaniens die besten nur möglichen Weine machen. Im Jahre 1994 startete er zusammen mit seinem Studienkolegen Pablo Eguzkiza das vielleicht innovativste und ehrgeizigste Projekt der neueren spanischen Weinbaugeschichte. Telmo Rodriguez wird gerne als „Driving Winemaker“ bezeichnet, weil er ununterbrochen unterwegs ist, um in verschiedensten spanischen Regionen mit seinem Team von einem Dutzend in Bordeaux ausgebildeten Önologen in Zusammenarbeit mit lokalen Erzeugern seine Weine vor Ort zu produzieren. Dabei wird versucht, die regional typischen Reben und Merkmale der einzelnen Weine in den Vordergrund zu stellen. Telmo Rodriguez war einer der ersten Winzer in Spanien, der sich intensiv mit dem Thema Terroir beschäftigte. Die Trauben stammen jeweils aus den besten Parzellen von überwiegend sehr alten Rebstöcken und werden in modernen Kelleranlagen schonend zu „Vinos con alma“ (Weine mit Seele – wie Telmo sagt) ausgebaut. Im Jahre 2002 kürte ihn „Revue du Vin de France“ geradezu euphorisch zum „Bordeaux en Espagne“ und mit spektakulären Bewertungen zum neuen Superstar. Bis jetzt wurden Weine in den DO-Bereichen Alicante, Cigales, Malaga, Navarra, Ribera del Duero, Rioja, Rueda und Toro produziert.“

 

2003 „g“ Pago la Jara, Compañia de Vinos Telmo Rodriguez – Toro (93 Punkte); Dunkles, intensives Kirschrot; tiefe und komplexe Nase von in der Sonne voll ausgereiften Beerenfrüchten, Kirschkompott (retro-nasal satte Kirschfrucht) und orientalische Gewürze. Am Gaumen tiefer Fruchtansatz, feine Extraktsüße; voll ausgereifte, runde Tannine; voller Körper; fester, fleischiger Biss; ein Hauch Vanille und Sandelholz. Dieser zu 100% aus Tinta de Toro (Tempranillo) gekelterte Wein stammt von richtig alten Rebstöcken und wurde 18 Monate in 100% französischer Eiche ausgebaut. Ist zwar jetzt schon beeindruckend, aber in ein paar Jahren dürfte er an Komplexität und Finesse gewinnen, die nächsten 5-8 Jahre sind sicherlich kein Problem.

Spanien Verkostung

Eine Erfahrung mache ich immer und immer wieder, mit und über Wein lernt man irre nette Leute kennen! So auch am vorletzten Wochenende. Ein guter Freund aus Frankfurt fragte, ob ich Lust hätte, an einer Spanienprobe mit High-End-Weinen jüngeren Datums teilzunehmen. Allerdings würde die Probe nicht bei ihm stattfinden, sondern beim neuen Nachbarn von schräg gegenüber. Tolle Weine, nette Leute – das klingt einfach zu verlockend, um abzusagen. So fuhr ich zum Keller und schnappte mir eine Flasche 2004 Flor des Pingus von Peter Sissek und rollte gen Frankfurt.

Ein altes Haus in Frankfurt, ein großer, hoher Raum (war wohl früher mal die Garage für diverse Kutschen), darin u.a. ein riesiger Tisch (3,50 x 1,50) mit ein paar Stühlen und einer großen Ottomane, auf der mindestens 3 oder 4 Leute lümmeln können. Dazu super tolle Jazz-Musik und Gastgeber, die offensichtlich die Unkompliziertheit und Entspanntheit erfunden haben. Als Essen gab es eines der besten Entrecotes, die ich je gegessen habe. Ein schmatzig-köstlicher grüner Salat mit viel frischem Koriander und Datteln rundete die Sache perfekt ab. In der Nacht gab es dann Portwein, Kaffee, geile Zigarren und einen alten Rum …… und wer dann nicht groovt und ausgelassen tanzt, ist selbst Schuld. Eine 100 Punkte Wein-Nacht.

Die Verkostungsnotizen der einzelnen Weine finden sie oben.


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