1998-2008 Spätburgunder SD, Weingut Jacob Duijn – Baden

Schon lange liegen ein paar Flaschen Spätburgunder vom Weingut Duijn in meinem Keller. Jedes Jahr kamen ein paar wenige hinzu, aber getrunken habe ich meist „nur“ den Spätburgunder „Jannin“, also den Spätburgunder, den Jacob Duijn aus seiner Parzelle im Altschweier Sternenberg  erntet und der – preislich gesehen – die Mittelklasse des Hauses darstellt. Ein, zwei Flaschen der Luxusklasse, also dem SD aus der Lage  Bühlertaler Engelsfelsen habe ich stets auf die Seite gelegt und mir vorgenommen, sie im Rahmen einer Vertikalprobe mit Freunden zu studieren und zu genießen. Als nun auf einer  unserer letzten „Arbeitsproben“ das Gespräch auf deutschen Spätburgunder kam und in diesem Zusammenhang ein Kollege meinte: „also vom immer hoch gelobten Duijn habe ich noch nichts Besonderes getrunken“, war die Zeit reif, meine kleine SD-Sammlung zu opfern, denn nach meinen persönlichen Erfahrungen mit den Weinen von Jacob Duijn war ich diametral anderer Meinung.  Aber bekanntlich liegt die Wahrheit im Glas. Auf unserem allmonatlichen Jour fixe (also unserem Arbeitstreffen) standen im Mai die Spätburgunder SD 1998 bis 2008 aus dem Hause Duijn. An dieser Stelle sei nochmals Anne Seifried, der Lebenspartnerin von Jacob Duijn, gedankt, die in einer tollen Hau-Ruck-Aktion noch am Freitagnachmittag die beiden letzten Jahrgänge auf den Weg nach Hamburg gebracht hat, sodass wir am nachfolgenden Montag auch die Jahrgänge 2007 und 2008 in unserer Verkostung anstellen konnten.

Um die Weine besser verstehen und einordnen zu können, sind ein paar wenige Informationen zu Jacob Duijn und seinen Weinen sicherlich wichtig. Für mich die beste Nachricht vor ein paar Jahren war, dass Jacob auf biodynamischen Anbau umgestellt hat. Ich persönlich bin von diesem nachhaltigen Konzept sehr überzeugt und freue mich über jeden einzelnen Winzer, der diesen Weg einschlägt, denn nur durch die Rückbesinnung auf die Natur – bei gleichzeitiger Wiederherstellung der Natur – kann einerseits das Terroir vollumfänglich im Wein zum Ausdruck gebracht werden  und gleichzeitig ein Beitrag zum Erhalt der natürlichen Ressourcen geleistet werden. Der Verzicht auf Chemie im Weinberg ist dabei nur ein Bruchteil der Philosophie, viel wichtiger ist die Idee, das natürliche Gleichgewicht und damit die natürliche Widerstandskraft von Boden, Pflanzen, Tieren und somit natürlich auch der Reben wiederherzustellen. Das Ergebnis sind von Natur aus gesunde und wohlschmeckende Trauben, die das Terroir und den Jahrgang zu 100% widerspiegeln können. Ganz selbstverständlich gehört für mich zu dieser Idee auch die Vergärung mit den natürlichen Hefen aus Weinberg und Keller, Reinzuchthefen haben da nichts zu suchen. Insofern ist auch „demeter“ zu kritisieren, die Ihren zertifizierten Winzern erlauben, mit Reinzuchthefen zu arbeiten. Doch Jacob Duijn ist konsequent und setzt weder Reinzuchthefen ein, noch werden die Weine geschönt oder gefiltert. Letztlich wird jede  Form von Manipulation des natürlichen Ausdrucks vermieden und das ist für mich  genau das Gegenteil von Langeweile im Wein, das ist Spannung, Veränderung und Genuss  und damit Basis für eine sowohl intellektuelle als auch sinnliche Auseinandersetzung mit dem Wein.

Die Lage Bühlertaler Engelsfelsen ist geprägt durch Granitverwitterungsboden mit aufgeschlossenem Granit, der „dem Boden in einigen Grand Cru Lagen des Beaujolais sehr ähnelt“ (vgl. Braatz, Sautter, Swoboda, Holler: Weinatlas Deutschland, S. 182). Der Rebbestand für den SD ist im Schnitt über 40 Jahre alt; der Ertrag liegt gemäß Webpage (vgl. www.weingut-duijn.de) bei ca. 25 hl/ha. Das Lesegut wird weitgehend von Hand entrappt,  jedoch werden 20% der Stiele mitvergoren und die Gärung findet in 3000 Liter großen Holzbottichen statt. Die 2.Gärung erfolgt während der Lagerung im Barrique, die Weine liegen dort ca. 24 Monate.

Wir verkosten in unserer Gruppe schon seit vielen Jahren Wein, doch selten gab es eine so homogene Bewertung. Nachfolgend schildere ich meine – höchst subjektiven – Eindrücke zu den einzelnen Jahrgängen:

 

1998

Reife Farbe mit leichtem Wasserrand und orangenen Anklängen;  zur Mitte hin ziegelrot; etwas matt. Die Nase ist geprägt von einem schönen Duft von verwelkten Blüten und getrockneten Kräutern, dazu ein wenig rauchige Noten (Toast), reife Erdbeeren.  Das schöne und differenzierte Bukett schraubt die Erwartungen hoch, doch am Gaumen kann er nicht ganz das Niveau halten: Kühle Art, mit deutlicher Mineralik, mittelgewichtig; die recht kräftige Säure verleiht ihm einen Ausdruck von Frische. Neben dem mineralischen Eindruck, fällt das sehr abgebaute Tannin auf. Erst langsam entfaltet sich ein Aroma von Kirschen und schwarzen Pfeffer, das auch den Abgang prägt. – 89 Punkte  / Durchschnitt der Runde: 88

 

2000

Deutlich glänzender und strahlender als der 1998er, auch in der Farbe frischer.  Gereifter Pinot mit ausdrucksvollem, fest gewirktem Bukett;  eher dunkles Beerenaroma, aber auch Erdbeeren, klare Note von getoastetem Holz, leicht rauchig. Die Nase ist nicht ganz so edel und ausdifferenziert wie beim 1998er. Am Gaumen zeigt der 2000er SD dafür eine schöne, dichte und rotbeerige Frucht, feine Tannine und Anklänge von gebranntem Holz. Insgesamt ein ziemlich geradliniger Typ, mit feinem Schmelz und korrespondierenden Tanninen. Die Mineralität ist ebenfalls nicht ganz so ausgeprägt wie beim 98er, aber immer noch gut wahrzunehmen; auch im Abgang erscheint mir der 98er etwas länger. – 88 Punkte  / Durchschnitt der Runde: 88,2

2001

Das Fazit vorweg – wow, was für ein feiner, tiefgründiger und finessenreicher  Spätburgunder.  Eine Flasche von diesem  2001 Spätburgunder  SD,  ggf. noch ein gutes Buch und  das Leben meint es wirklich gut mit Dir.  Der Wein duftet herrlich;  die tiefen und vielschichtigen Aromen strömen einem förmlich entgegen -betörend!!  Zitat am Tisch: „Was für eine geile Nase!“  – man kann es sicherlich feiner artikulieren, aber im Ergebnis ist dem nichts hinzuzufügen 😉

Aroma für Aroma entwickelt dieser wunderbare Spätburgunder; da findet man Noten von getrockneten Kräutern (z.B. Kamille und Salbei),  Orangenschalen, Erdbeeren, aber auch Jod und Tabak.  Insgesamt ein wahres Wunder an Komplexität und Differenziertheit.  Am Gaumen das Spiegelbild der Eindrücke aus der Nase. Der 2001er SD bietet eine hervorragende aromatische Tiefe, ist dabei  kompakt & kraftvoll und bietet dem Gaumen Widerstand. Ein nahezu  perfektes Bild entwickelt sich auf der Zunge:  die Kombination  aus  feiner Saftigkeit, unterlegt mit einer reifen Säure und  perfekt eingebundenen Noten aus dem Barrique-Lager bilden hier die Grundlage. Hinzu kommt ein Spiel  aus Kraft und Muskeln einerseits und differenzierter Frucht und Anmut andererseits.  Diesem so erzeugten Spannungsbogen kann man sich als Genießer kaum entziehen.   Der 2001er Spätburgunder SD von Jacob Duijn zeigt sich lang und elegant im Abgang und auch hier weiß er mit seiner  höchst komplexen Art zu betören. Einmal, durch etwas Belüftung der Flasche nach dem Öffnen in Fahrt gekommen, tragen seine Anlagen ihn weit über 90 Punkte-Linie  und das lange Finale brennt sich in die Erinnerung  eines jeden Weintrinkers ein. – 95 Punkte / Durchschnitt der Runde: 94,2

2003

Nach den bereits drei verkosteten Jahrgängen 1998,2000 und 2001 strömt dieser Wein mit einer so tiefen und satten Farbe ins Glas, dass man sich fragt, welcher Dunkelfelder hier farbgebend war 😉 Natürlich ist das nicht der Fall, sondern die auffallend dunkle Farbe dürfte ein Spiegelbild des Hitzejahres 2003 sein (dickere Beerenschalen?)

In der Nase wirkt der Wein zunächst recht verschlossen, dann entfaltet sich eine dunkle Frucht, mit einem deutlichen Kirscharoma und Anklängen an Gewürze wie z.B. Nelken.  Auch am Gaumen ein für Spätburgunder eher ungewöhnliche Aromatik; mich erinnert er an die Donauwellen meiner Mutter, da gehen Knubberkirschen, Schokolade und Buttercreme eine wunderbare  Koexistenz ein.  Die 2003er Ausgabe des SD ist konzentriert, fleischig und körperreich; die Tannine sind spürbar, reif und rund. Die für diesen Jahrgang sehr gute Säure sorgt dafür, dass der Wein trotz seiner „fetten“ Anlagen ausgewogen und nicht zu schwer erscheint. Schöner, fester Kern, saftiger Stoff und ein Hauch von Minze im mittellangen Abgang. Mich erinnert der Wein eher an einen Supertoscan als an einen dt. Spätburgunder, trotzdem gefällt er mir gut und die 88 Punkte ist er allemal wert. – 88 Punkte / Durchschnitt der Runde: 87

2004

Auch der 2004 SD ist in der Farbe auffallend farbintensiv. Die Nase ist zu Beginn recht verschlossen und er braucht Luft im Glas, um sich zu öffnen. Der kompakte Eindruck bleibt jedoch; in der Aromatik eher dunkelbeerig, erinnert an Heidelbeeren;  auch eine zarte Tabaknote fällt auf. Am Gaumen ist der 2004er SD mit einer schönen, tiefen Aromatik ausgestattet;  er zeigt viel Extrakt und dezent würzige Noten. Der Wein ist sehr klar, in seinen Proportionen  bestens definiert und seine frische, mineralische Art erzeugt eine hohe Präsenz am Gaumen und auf der Zunge. Die Tannine wirken geschliffen und in seiner Anmutung  geht er in Richtung des 2001er Jahrgangs, jedoch ohne die  überaus betörende Differenziertheit und Finesse  des 01ers entwickeln zu können.  – 91 Punkte / Durchschnitt der Runde: 89,8

 

2006

Der 2006er SD ist zu Beginn in der Nase diskussionswürdig, denn er hat im ersten Moment einen recht deutlichen „Stinker“, der zwar mit der Zeit verfliegt, jedoch die ersten Eindrücke prägt. Am Tisch wurde diskutiert, ob es ein kleiner Böchser ist oder ob es die Nachklänge der spontanen Vergärung sind. Meine Vermutung ist, dass bei diesem Jahrgang die Schwefelgabe etwas höher ausgefallen ist und dass dadurch der Wein nicht zu 100% reintönig wirkt. Am Gaumen zeigt er sich von seiner saftigen Seite. Im Mund kühl und mit einer erkennbaren Mineralik ausgestattet. Er ist aromatisch tief sowie stoffig und konzentriert ins seiner Art. Die Tannine sind edel, stattlich und verleihen dem Wein das nötige Rückgrat,  aber das Holz wirkt (noch)  nicht komplett integriert und die leichte Bitternote hinten heraus sowie der – im Vergleich zu den anderen Jahrgängen – recht kurze Abgang sorgen dafür, dass der 06er Jahrgang die rote Laterne als Schlusslicht unserer Verkostung überreicht bekommt.  – 87 Punkte/  Durchschnitt der Runde: 85,6

 

2007

Mit der 2007er Ausgabe des SD scheint sich der Stil des Weins etwas verändert zu haben. Bereits in der Farbe wirkt er heller.  Auch im Bukett und am Gaumen erscheint mir der Wein zu Gunsten der Finesse und Differenziert  etwas zarter und weiblicher geworden zu sein.  Der Alkohol mit 12,5% ist moderat und auch beim Holzeinsatz vermute ich eine Veränderung im Vergleich zu früheren Jahren. 

Bereits in der Nase deutet der 2007er SD seine Klasse an, er wirkt schon in seiner Jugend edel und komplex. Die Aromatik ist geprägt durch Noten von roten Beeren, Anklängen an grünen Pfeffer und verschiedene herbe  Kräuter. Auch am Gaumen zeigt er ein beachtliches Spiel: eine feine,  differenzierte  Frucht, gepaart mit einer tiefen Mineralität  und edlen Aromen aus dem Holz, die bereits jetzt schon sehr gut integriert sind. Der Wein wirkt auffallend kühl und ich denke an Pinots aus der Region Sancerre, die dort auf sehr kalkhaltigen Böden wachsen; der SD spielt jedoch in einer höheren Liga.

Die Klasse des 2007er SDs lässt mich träumen, bei so einem Wein kann man Zeit und Raum vergessen und sich nur mit dem Inhalt des Glases beschäftigen. Dieser Spätburgunder  verbindet einen festen,  strukturbetonten Kern mit einem hohen Maß an Kraft, Eleganz und Anmut  – ich fühlte mich an eine wunderbare Giselle-Aufführung in einer Choreographie von John Neumeier im Hamburger Opernhaus erinnert. Tolle Länge !! Ich bin sehr gespannt, ob der Wein mit dem Alter noch etwas zulegen kann – 93 Punkte / Durchschnitt der Runde: 92,4

2008

Der 2008er wirkt im Glas noch einen Tick heller als der 07er.  Die Nase ist noch geprägt von einer Primärfrucht und ein  Noten  der Spotanvergärung.  Zur Zeit  erinnert er mich noch an einen Grand Cru aus dem Beaujolais: Veilchen, Kirscharomen, Bonbon;  dazu  zarte Röstaromen aus dem Holz.  Am Gaumen auffallend weich und seidig; sehr schön saftig.  Die leichte Extraktsüße und die frische Säure sind noch deutliche Boten der Jugend. Die Mineralik ist gut erkennbar, die Tannine sind feinkörng. Der Wein besitzt  – schon wie sein Vorgänger aus 2007 – einen festen Kern und erstaunlich viel Spiel für sein geringes Alter. Zurzeit hat er noch nicht ganz das Niveau des 2007ers erreicht, aber ich denke, er wird noch ein wenig zulegen. Schöne Länge.  – 91 Punkte / Durchschnitt der Runde: 90,4

 

 

 

 

2003 Jannin Spätburgunder, Duijn – Baden

90 Punkte- Seit 2005 schlummerte dieser Wein in meinem Keller und ich glaube, dass er jetzt sein optimales Trinkfenster erreicht hat. Jannin ist der Zweitwein – nach dem SD – von Jacob Duijn, bennant nach seiner Tochter.

Die 2003er Ausgabe zeigt eine herrliche Nase nach Kakaobohnen, feinem Kaffee und dunklen Beeren; aber auch Aromen von Minze, frischem Stroh und Bergkräutern. Für mich ist Jacob Duijn ein Meister des Holzeinsatzes!! Gerade auch beim sonnenverwöhnten 2003er Jahrgang bildet das Holz (barrique) ein aromatisches Gerüst, auf dem dieser Spätburgunder aufbaut. Mir gefällt die sehr saftige Frucht von dunkelroten bis schwarzen Früchten, die kräutrige Mineralik und die animierende Strukur von reifen und runden Tanninen, die diesen Spätburgunder prägen. Die Röstaromen (vorwiegend Kakao und Kaffee) finden sich auch im Mund wieder, stören jedoch nicht, sondern bereichern die Aromatik. Jannin 2003 wird  keinen 1. Platz beim Eleganz-award gewinnen, aber mir macht  der uneigene Charakter, die durchaus vorhanden aromatische Tiefe und Mineraik sowie die "dunkle Seite" viel Freude und ich genieße in großen Schlücken. Für mich ist das eine wirklich gelungene Interpretation des 03er Jahrgangs, man spürt einerseits die Sonne, die Reife der Beeren, auf der anderen Seite ist genug Substanz und Struktur da, sodas der Wein nicht banal oder überreif wirkt.

Einzig die Preisgestaltung macht bei jüngeren Jahrgängen immer weniger Freude: Jannin kostet inzwischen an die Euro 30 pro Flasche und der große Bruder "SD" ist für unter Euro 50 kaum zu haben.

Das Etikett zeigt die 2002er Ausgabe von der Webpage des Weingutes (http://www.weingut-duijn.com)

2001 Deutsche Spätburgunder – Kleine Horizontalverkostung

10 Weine waren angestellt, 5 Personen nahmen teil und 3 Piraten waren mit von der Part(y)ie. Jeder bekam jeden Wein in kleiner Menge zur Verkostung und Beurteilung, danach wurde aufgedeckt und offen weiter getrunken. Am Ende wollte ich sehen, wie viel von jedem Wein übrig bleibt – also JLF nach Andreas März von der Zeitschrift MERUM. Die Flaschen wurden willkürlich ausgewählt und selbst ich wursste nicht, welcher Wein wo in der Reihenfolge angestellt war.

Los gings mit dem ersten Piraten, wie sich am Ende herausstellte.

2001 Kloster am Spitz, Pinot Noir – Burgenland / Österreich:

84 Punkte – etwas überreife Frucht, Johannisbeer-Drops (oder schwarze Campinos aus meiner Kindheit – gibts aber immer noch), Himbeeren; parfümiert. Auch am Gaumen sehr aufgesetzt von der Frucht, Holunder und schwarze Campinos, saftig, weisser Pfeffer, samtig, süsser Extrakt, ein Kollege sprach von einer "Weinqualle" – mir gefiel dieser Begriff für einen Wein, der tierisch aufgebläht war, dem aber das Rückgrad fehlte. (2/3 der Flasche blieben übrig).

2001 Schnaitmann, Spätburgunder Simonroth "R" –  Württemberg / Deutschland

93 Punkte (?) – Beim Aufdecken kommt der Ärger in mir hoch, zweite und letzte Flasche von diesem Wein. Nachdem die erste leider voll korkte, ist diese auch nicht ganz sauber. Damals war der Wein ab Gut superschnell ausverkauft, habe dann noch zwei Flaschen im Bremer Ratskeller für noch teuereres Geld nachgekauft und dann das….!!! Trotzdem war die Klasse dieses Stoffs klar erkennbar. Die Nase wird verwöhnt von einem tiefen und komplexen Spiel Schwarzer Kirschen, Veilchen, rauchigem Speck und feinen Kräutern. Am Gaumen klasse strukturiert – mit ausgereiften und guten Tanninen. Das Holz ist inzwischen perfekt integriert, der Wein ist gut balanciert. Die schöne Mineralität und die dunkle, stoffige Tiefe bereiten echtes Trinkvergnügen, wenn da nicht…. ja, wenn sich da nicht immer wieder ein Kork in die Nase schleichen würde. Am Tisch wird kontrovers diskutiert, kann man einen solchen Wein überhaupt angemessen beurteilen, ich meine  ´"JA",  denn ein solch (eher leicht) beeinflusster Wein kann durchaus noch in seiner Vielschichtigkeit wahrgenommen werden. Druckvoll, mit unglaublich guter Struktur und einer angenehm maskulinen Art ist diese Flasche durchaus ein Genuss – wenn auch etwas vernebelt, kommt die Güte dieses Weins zum Ausdruck. (Rest in Flasche: 5cm)

2001 Gernot Heinrich – Pinot Noir – Burgenland / Österreich

92 Punkte – Auffallend schöner Glanz; tiefe Frucht,   kräuterwürzig (aus dem Holz, das sehr gut integriert ist), Eisen (Blut), tiefe und aromatische Nase. Am Gaumen eine delikate Süsse, ein Hauch von Schokolade und feinsaftig. Wirkt sehr frisch, die komplexe Frucht sowie polierten Tannine – kombiniert mit der schön eingebundenen Säure – lassen Trinkfreude aufkommen. Grundsätzlich auch mit schöner Länge ausgestattet, jedoch baut er nach einiger Zeit im Glas recht schnell und kräftig ab – die Börsianer würden wohl sagen: die Bären gewinnen die Überhand. (Rest in Flasche: halbvoll)

2000 Dichon, Moulin-a-Vent – Beaujolais / Frankreich

76 Punkte – Blumenerde, ein Hauch von Pflaume, Säure schon in der Nase. Am Gaumen erstaunlich dünn (für mich waren die Moulin-a-Vent-Wein stets die dichtesten Beaujolais), etwas stumpf, abgefahrenes Gummi, die Tannine wirken ungehobelt, klotzig, unharmonisch. Auch wenn die Frucht über den Abend mal mehr, mal weniger ein wenig ausblitzt, bleibt es doch insgesamt ein unerfreulicher Tropfen, der (in diesem Fall positiv) mit dem Schlucken sofort verschwunden ist. (2/3 der Flasche bleiben übrig)

2001 Haidle, Spätburgunder – Württemberg / Deutschland

92 Punkte – Außergewöhnlich kräutriger Eindruck in der Nase, Gewürznelken, Pflaumen, rauchig. Auch am Gaumen frisch, tief und kräutrig, dunkle Frucht; hat Saft und Biß, erzeugt aber eher ein schlankes Mundgefühl, dafür komplex, mineralisch (kalkig) und mit jedem Schluck interessant. Frische, gut integrierte Säure; sehr gute Länge, die überraschend ein wenig auf Kamilletee-Aromen endet. (Rest in Flasche: 4cm)

2001 Duijn, Spätburgunder SD – Baden / Deutschland

91+ Punkte – Bei mir geht die Hand zum Glas. Der SD belegt mit einer kühl wirkenden Aromatik Nase und Gaumen. Die Frucht ist dicht, aber nicht überladen; die Aromen sind würzig, dezent rauchig und mineralisch und die noblen Tannine geben dem Wein eine hervorragende Struktur und einen Hauch von Noblesse. Insgesamt äußerst harmonisch, von den Aromen eher auf der maskulinen Seite, hallt sehr schön nach ! Ein (Wein-)Freund sieht den starken Fassbrand etwas kritisch. (Rest im Glas: 1,5 cm)

2001 Duijn, Spätburgunder  – Baden / Deutschland

Die kleine Schwester (in jüngeren Jahrgängen heißt dieser Wein "Jannin") steht dem großen Bruder in nichts nach – ist ihm sehr ähnlich. Am Gaumen besticht die Mineralität, schöne aromatische Tiefe, etwas runder und gefälliger als der SD; das Holz scheint etwas weniger stark getoastet, die Frucht kommt noch besser heraus, trotzdem ein substanzieller Wein mit Komplexität. (rest in Flasche: 4cm)

2001 Stodden, Next Generation – Ahr / Deutschland

86 Punkte – Fast auf den Tag genau vor drei Jahren getrunken und im Fazit fast identisch bewertet (87 Punkte) und beuteilt. Die Nase ist eher dunkelbeerig und insgesamt sehr eigenwillig, denn Aromen von Camembert, verbranntem Gummi und angebranntem Sauerkraut mischen in der Nase kräftig mit. Am Gaumen kann man eine gewisse aromatische Tiefe, Rauchnoten und eine tiefe Mineralik auf der Haben-Seite des Weines verbuchen. Auch eine gewisse Extraktsüße steht dem Wein gut, denn über eine ebenfalls kräftige ausreichend Säure, die dagegen steht, verfügt the "Next Generation". Da aber das Holz bis heute nicht harmonisch eingebunden ist, die Röstaromen schwarz wirken (was die Eiche heavy toasted?), der Wein insgesamt eine fast aggresive Kräuteraromatik aufweist und eine gewisse Schärfe nicht von der Hand zu weisen ist, bin ich der Meinung, das er mit meinen 86 Punkten noch gut bedient ist. (Rest in der Flasche: 8cm).
Hier wollte der Sohn des Hauses (nach diversen Winzerstationen im In-und Ausland) wohl zeigen, was er gelernt hat – leider ist die Sache nicht ganz so gelungen, wie der Preis es damals suggeriert hat. Mit ca. Euro 40,00 war man in Deutschland zumindest preislich ganz vorne dabei.

2001 Knipser, Im großen Garten – Pfalz / Deutschland

90 Punkte – Das vierte Mal getrunken – guckst Du:
http://weinwelt.blogg.de/eintrag.php?id=158,
http://weinwelt.blogg.de/eintrag.php?id=140,

diesmal wieder recht schön, sodass ich vermute, dass bei Oles Probe eine nicht perfekte Flasche Grund für meine Beschwerde war. Die eher rotbeerige Frucht ist immer noch angenehm saftig. Der Eindruck am Gaumen ist eher kühl, delikat und von einer erkennbaren Mineralik begleitet. Die feine Rauchigkeit verleiht ihm Spiel. Insgesamt zeigt er  eine nicht ganz harmonische Aromatik, denn die Säure steht ein wenig aussen vor und er wirkt; ein Mittelgewicht im Körper und von der Länge im Abgang eher Kurz-bis Mittelstreckenläufer. (Rest in Flasche: 2,5 cm)

2001 Stodden, Recher Herrenberg Spätburgunder JS Auslese *** – Ahr / Deutschland

90 Punkte – Insgesamt ein immer noch kompakter Wein. Komplexe Nase mit rotbeerigen und kirschigen Anklängen; schöne Saftigkeit, dabei stets frisch und mit lebendiger Säure ausgestattet. Am Gaumen ein strukturbetonter Pinot Noir mit feinen Tannien und gut integriertem Holz. Die eher starke Kräutrigkeit jüngerer Jahre hat sich zu Gunsten der eher pinot-typischen Frucht etwas zurückgezogen, sodass der Wein einen insgesamt harmonischen, aber keinen total zwingenden Eindruck hinterlässt. (Rest in Flasche: 3cm)

Deutsche Spätburgunder 2001 – Eine Bestandsaufnahme

Deutsche Spätburgunder 2001

Eine Bestandsaufnahme (Probenprotokoll vom 9.Februar und 30.März 2007)

 

Mein lieber Weinfreund Ole aus Hamburg hatte mal wieder zu einer seiner berühmt-berüchtigten Themenabende eingeladen. Da er uns diesmal im Vorfeld schon einen klaren Hinweis auf die kommenden, blind gereichten Weine gegeben hatte und das Thema mit ?Deutsche Spätburgunder 2001? klar umrissen war, sollte die Wahrscheinlichkeit sich zu blamieren, grundsätzlich gering sein; zudem Ole großmütig klarstellte: ?Keine Piraten?!! Die volle Aufmerksamkeit richtete sich so auf das, was in die Gläser kam.

 

Meine Notizen vom 09. Februar:

 

1.     2001 Meyer-Näkel, Dernauer Pfarrwingert  Spätburgunder Auslese, Ahr 14,5% Alk. (92+ Punkte)

Der erste Wein des Abends war für mich einer der schönsten vom ganzen Abends. Tief, mit herrlichem Glanz und auffallend dunkel für einen Spätburgunder. Die Nase offenbart eine herrlich rauchige ?Kopfnote?, dahinter protzt er mit seiner tiefen und satten Pinot-Frucht; Anklänge an Knubberkirschen, eingeweckte Erdbeeren, Vanille und eine feine Würze strömen mir entgegen. Am Gaumen saftig, körperreich und mit einer schönen Extraktsüße ausgestattet, die durch eine gute Säure ausreichend abgepuffert ist. Einen kleinen Punktabzug gibt es leider für den Abgang – er zeigt zwar eine schöne Länge, doch der kräftige Alkohol bleibt hinten etwas scharf stehen.

 

2.     2001 Stodden, Recher Herrenberg Spätburgunder JS Auslese ***, Ahr, 13,5% Alk. (90 Punkte)

Der zweite Ahr-Wein dieses Abends fließt noch dunkler ins Glas. Er wirkt sehr jung und zeigt sich eher von der erdigen und mineralischen Seite. Eine angenehme Kühle, die eher kräutrige Aromatik und eine schöne Tiefe am Gaumen vermerke ich sehr positiv, ein paar grüne Noten, die neben den Kräutern, dem mineralischen Akzent und den Noten von Himbeeren und anderen roten Früchten am Gaumen hängen bleiben, vermasseln ihm aber eine Bewertung deutlich über 90 Punkten.

 

3.     2001 Kesseler, Rüdesheimer Berg Schloßberg Spätburgunder, Rheingau, 14,5% (89+ Punkte)

 

Der teuerste Wein des Abends scheitert knapp an der 90-Punkte-Grenze und ist nach meinem Empfinden zu teuer, für das was er bietet. Die etwas aufgesetzt wirkende Nase nach Cassis-Bonbon (ich habe sie als Kind oft gelutscht, die dunklen Campinos) und grüner Banane lässt einen ins Grübeln kommen. Der Eindruck am Gaumen fällt zunächst sehr positiv aus: die Frucht steht im Vordergrund, das Holz ist sehr gut eingebunden und kaum spürbar. Die Noten von Fliederbeeren und dem wiederkehrenden Campino-Cassis vermählen sich mit einer erkennbaren Mineralität; der Wein wirkt recht kompakt, doch die knackige Säure steht außen etwas vor und im Abgang ist er leider zu kurz.

 

4.     2001 Gutzler, Spätburgunder Morstein, ?Im Barrique gereift?, Rheinhessen, 13,5% (92 Punkte)

 

Komplexe Nase; tiefe dunkle Frucht, etwas Klebstoff zu Beginn, kühl, ein wenig erdig, ledrige Anklänge, Marzipan, komplex. Am Gaumen erstaunlich weich für diese Nase, geschmeidig, klare Burgunderfrucht, gute Länge, auch tief. Kurz und knapp die Beschreibung dieses wirklich schönen Spätburgunders aus Rheinhessen, der Potential für die Zukunft hat und vielleicht sogar noch einen Tick zulegen kann.

 

5.     2001 Salwey, Oberrotweiler Kirchberg Spätburgunder trocken ***, Baden, 13% (88+ Punkte)

 

Zu Beginn Kuhstall, gekochtes Eisbein, Kleberanklänge, später eine deutlich tiefere und klarere Nase, Karamell. Am Gaumen wirkt er ultra-klar, sehr fest und sauber; zeigt eine deutliche Mineralik, leider ist er etwas scharf im ansonsten schönen. Recht langen Abgang. Ich bin mir sicher, dass dieser Wein aus der Karaffe mit Luft und als Essensbegleiter deutlich besser reüssiert hätte. So leider nur 88+ Punkte, auf die Nachverkostung wäre ich gespannt.

 

6.     2001 Molitor, Graacher Himmelreich, Spätburgunder unfiltriert, Mosel, 13% (ohne Wertung)

 

Wegen entstellendem (Flaschen-?)Fehler ohne Wertung. Sauerkraut, bitter am Gaumen, einfach leer. Fehlerhaft !!

 

7.      2001 Schneider, Spätburgunder *** ?C? barrique, Baden, 13% (91+ Punkte)

 

Ein sehr schöner Spätburgunder, klar definiert, mit Druck am Gaumen, durchaus vielschichtig, die Frucht wirkt kühl und verläuft über eher dunkle Beeren, Brombeeren, bis hin zu Anklängen an Wildfleisch. Der ?C? besitzt alle notwendigen Anlagen für echten Trinkgenuss: einen schönen, recht hohen Extrakt, immer noch äußerst ansprechende, erstaunlich feste Tannine sowie eine gute Säure. Insgesamt ausgewogen und nachhaltig. Fazit: ein kompletter Spätburgunder, von dem man gerne mehr als ein oder zwei Gläser trinkt.

 

8.     2001 Knipser, Im großen Garten ? Spätburgunder Auslese (GG), Pfalz, 13,5% (86+ Punkte)

 

Manchmal frage ich mich, ob ich schlecht drauf bin oder der Wein? Ich kann mich an eine Pfalz-Verkostung der Großen Gewächse im Jacobs in Hamburg erinnern, da hatte ich diesen Wein schon einmal verkostet und mir 92 Punkte und ?Kaufen? notiert. Bei der jetzigen Verkostung war ich froh, dass das mit dem Kaufen irgendwie ?Verschutt? gegangen war. Doch letztlich muss ich eine Lanze für Knipser brechen, denn in der letzten Zeit habe ich zu allen möglichen und unmöglichen Anlässen immer wieder Weine von Knipser mit viel Genuss getrunken, gerade auch etwas gereifte Jahrgänge, wie z.B. wunderbare Rieslinge aus dem Jahr 1998. Trotzdem war das an diesem Abend nicht mein Wein: eher vegetabile Noten, Dill, etwas Vanille, etwas Erdbeerfrucht, wirkt gemacht, die Aromen wirken ?obendrauf gepfropft?, am Gaumen wie ein Gericht vom China-Mann: süß-sauer, recht holzbetont, mit mehr Luft wird er zwar besser, aber er bleibt letztlich eher eindimensional und säuerlich.

 

9.     2001 Duijn, Spätburgunder SD, Baden, ??, (91 Punkte)

 

Ein wirklich schöner Spätburgunder mit süßer Frucht schon in der Nase, ein wenig rauchig, Tabak, Erdbeeren, Schokolade (vielleicht Yogurette von Ferrero ? eigentlich nicht gerade ein Kompliment, ziehe ich somit wieder zurück),  am Gaumen sehr saftig, herrliches Mundgefühl, sehr gute Frucht, Erdbeeren, Kirschen, etwas Schokolade, für einen Spätburgunder herrlich stoffig, schöne Körperfülle, leicht cremig, aber frisch und sehr harmonisch. Wenn man kritisch ist, dann fällt einem die etwas laktische Note negativ auf. Mir gefällt er trotzdem und ich freue mich auf die Flaschen, die ich noch im Keller habe.

 

10. 2001 Koehler-Ruprecht, Philippi Pinot Noir ? ?R?; Pfalz, 14%, (94 Punkte)

 

Dieser Wein benötigt Luft, dekantieren kann nicht schaden. Zu Beginn etwas spröde, aber mit Luft zeigt er das, was in ihm steckt! Sowohl in der Nase, als auch am Gaumen wirkt dieser Pinot wunderbar kühl und elegant. Schöne rauchige und kräuterwürzige Noten, Anklänge an Menthol. Am Gaumen mit feiner Extraktsüße, einem Hauch Vanillepudding, dann aber kommt die Pinotfrucht durch, eher etwas ätherisch, vielschichtig, komplex und wunderbar elegant. Mit ausreichend Luft gewinnt er immer mehr an geschmacklicher Tiefe und harmonisiert sich zusehends. Ein sehr gut strukturierter und fester Pinot, der auf dem Gerüst aus Tannin und Säure seine gesamte aromatische Komplexität ausspielen kann. Der Wein ist sicherlich erst am Beginn seiner Trinkreife und dürfte ein langes, genussvolles Leben vor sich haben.

 

11. 2001 Rebholz, Im Sonnenschein ? Spätburgunder ?R? (GG), Pfalz, 13% (85 Punkte)

 

Leuchtend in der Farbe, jedoch auffallend hell und schon mit erkennbarem Wasserrand. Die Nase ist geprägt von  Anklängen an (Heil-) Kräuter, z.B Baldrian, Waldbodenduft und einer Granatapfelfrucht. Am Gaumen wirkt der Wein eckig (unelegante Tannine), die Fruchtnoten erinnern eher an schwarzen Tee als an Spätburgunder und ein Mangel an Tiefe und Körper muß man ihm auch bescheinigen. Da hilft es wenig, dass er aufgrund der Säure recht frisch wirkt.

 

 

 

12. 2001 (?) Heymann-Löwenstein, Spätburgunder, Mosel, 13% (86 Punkte)

 

Mir war bis dato unbekannt, dass das Weingut Heymann-Löwenstein überhaupt Spätburgunder keltert, aber diese Flasche ist wohl auch eher der Leidenschaft des Winzers zuzuschreiben, als dem Versuch kommerziell Spätburgunder an der Mosel an- und auszubauen. Der Wein duftet frisch geöffnet nach Fleisch (Schlachthof), verliert dies aber sehr schnell und die Frucht nach roten Beeren, Pflaumen und Zimt breitet sich aus. Auf der Zunge noch primärfruchtig, eher etwas einfach von der Aromatik, limonadenartig, leichte Süße.

 

 

 

Eine abschließende Bemerkung: Spätburgunder ist und bleibt die Rebsorte, die mir deutlich mehr Freude und Genuss bereitet, wenn sie als Essensbegleiter gereicht wird. Als singuläres Trinkvergnügen empfinde ich ihn schwierig; die Frucht kommt nicht wirklich raus und echte Harmonie stellt sich bei mir nur zum Essen ein. Ein Schluss, der auch bei dieser Probe klar bestätigt wurde.

2003 Duijn – Spätburgunder Laufer Gut Alsenhof – Baden

85 Punkte – Dies ist der zweite Jahrgang, den Jacob Duijn vom neu erworbenen Weinberg produziert. Die Rebstöcke sind im Schnitt 20-25 Jahre alt und produzieren einen erstaunlich mineralischen Wein, meine Erinnerungen an den Quartz der Domaine Piron aus dem Beaujolais werden wach. Mit etwas Nachforschung bestätigt sich, das auch hier der Boden Feldspat- (Fluorit) und Quarzithaltig ist. Mir macht diese "Einstiegsdroge" immer wieder Freude. Gerade an diesen Frühlingstagen, wo man nicht sicher ist, holt man noch einen Rotwein oder schon einen frischen Weisswein aus dem Keller, ist dieser Spätburgunder die 100%ige Alternative, mit der man alles richtig macht. Der Duft aus dem Glas ist ansprechend und animierend, durchaus als Pinot gut zu erkennen, wenngleich er durch das Holz geprägt ist.

Am Gaumen kommt recht rasch die mineralische Note (Quarzit) durch, aber auch eine gewisse Spannung zwischen Pinotfrucht und Holzausbau ist zu erkennen, man möchte jedoch sagen… das Holz gewinnt die Oberhand. Dies ist auch der Grund, warum ich den Wein nicht höher bepunkte – die Aromtik ist ansprechend, mir aber ein wenig zu sehr vom Holz geprägt und die Burgunderfrucht kommt ein wenig zu kurz; dabei frisch und straff, im Abgang aber ohne große Länge. Trotzdem für den Drittwein eines Hauses eine tolle Leistung und unter PLV-Gesichtspunkten durchaus ein Kauf – vielleicht gerade für die, die sich an den deutschen Pinot herantasten wollen. Lagerfähigkeit 2006-2008

2002 Duijn Spätburgunder Gut Alsenhof

87 Punkte – Diese Flasche stammte noch von der 1.Füllung (2.Füllung mit neuem Etikett). Wer mehr Infos zu Weingut, Böden, etc. haben möchte, dem empfehle ich die wirklich schön und klar gestaltete webpage unter www.weingut-duijn.com 

Jetzt könnte man sagen, so wie die webpage so auch der Wein, aber anders herum wird wohl ein Schuh daraus. Zum Wein:

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