2006 Riesling Dürnsteiner Ried Schütt, Weingut Knoll – Wachau

Heute Abend hatte ich mal wieder Lust auf einen echten Weisswein Brummer.

Die 2006er Ausgabe vom Riesling Ried Schütt hat nicht enttäuscht. In der Nase getrocknete Wiesenblumen, gelber Apfel, Bergkräuter. Kraftvoller Stoff; Äpfel, Mango, Papaya, Birnen, ein wenig reife Citrusfrucht und Bergkräuter. Weiche Oberfläche, darunter viel Kraft und Zug, animierend, brennend-salzige Mineralik, weisser Pfeffer und etwas Curry. Ne, eigentlich recht deutlich Curry ;-))

Saftig und erstaunlich frisch für einen 2006, von denen ich immer annahm, dass die auf Grund des Hitzejahres etwas zu opulent sind und nicht so gut altern können. Das Teil lehrt mich eines Besseren. Schöne Länge! Einige Filigrantrinker wird der spürbare Alkohol und eine dezente Bitternotestören, für mich passt das zum Jahrgang und zum Wein.

Auf Grund einer guten Säure und der Mineralik nie mastig, sondern „nur“ mächtig, powerfull, aromatisch und lang.

Braucht etwas Luft und sollte nicht zu kalt getrunken werden. Auch nicht zu viel, hicks :geek:

2001 F.X. Pichler, Grüner Veltliner Dürnsteiner Kellerberg / Wachau

99+ Punkte (lach)- Frankfurt, Klappe die Zweite: Nochmals eine ganz andere Liga war der nächste Wein – um es vorwegzunehmen, es war wohl der beste Grüne Veltliner, den ich bislang im Glas hatte. Ein Ausnahmewein von vorne bis hinten – eine bench mark für alle Weine, die Attribute wie Kraft, Intensität,  Tiefe und Komplexität für sich beanspruchen. Selbst im komplett leer getrunkenen Glas offenbart der 2001er Kellerberg  immer noch eine Duftintensität, an der man sich berauschen kann. Das leere Glas hatte sogar den Vorteil, dass man die einzelnen Aromen etwas besser zuordnen konnte. Wer immer das Pfefferl im GV gesucht hat, wird hier definitiv fündig, nur ist es kein „Pfefferl“ sondern weißer Pfeffer pur. Die Mineralik springt einem förmlich an und ich kann mir nicht vorstellen, dass es einen zweiten Wein gibt, der  eine solche abgrundtiefe Mineralik bereits in der Nase erkennen lässt. Die Kräuteraromatik ist überwältigend, dieser GV nimmt einen gefangen, er reißt einen mit und man fühlt sich schnell als Entdecker in bislang nicht gekannten Galaxien. Am Gaumen – wow !!! Anfangs noch etwas skeptisch, ob – wie so oft – der Gaumen das hält, was die Nase verspricht, aber das ist für mich Wein in Perfektion. Kann man so etwas noch steigern, ich meine nicht.  Dieser Wein hat alles: Kraft, Dichte, Frische, Mineralität, Komplexität, Länge und vor allem animiert er ständig mehr davon haben zu wollen. Ich saß wie elektrisiert vor diesem Wein und habe auch nach diversen nachfolgenden Rotweinen immer wieder mal an meinem Glas genippt, um festzustellen dass er  jedes Essen, jeden Rotwein, einfach in die Tasche steckt und nur ein winziger Schluck reichte aus, um dieses Feuer in mir wieder zu entfachen. Selbst bei Zimmertemperatur und mit viel Luft, die er über den gesamten Abend im großen Glas gezogen hatte, war er zu jeder Zeit komplett frisch und voll überzeugend. Ein grandioses Meisterwerk.

1999 Knoll – Dürnsteiner Ried Schütt Riesling Smaragd – Wachau

93  Punkte –  Ungemein intensiver Riesling, dicht und kompakt, dabei ohne jeden Anflug von Breite. Zu Beginn ein recht deutlicher Petrol, der aber mit zunehmend Luft zurückgeht und die feste, wuchtige Frucht und Mineralität kommt voll durch.

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