2007 Côtes-du-Rhône Mon Coeur, J.L. Chave – Rhone

88 Punkte – Eigentlich ist die Domaine J.L. Chave einer der Toperzeuger der nördlichen Rhone und  Flaschen dieser kleinen Produktion (weiß und rot) gehören Jahr für Jahr zu den gesuchten Pretiosen, die man nur allzu gerne sein Eigen nennt. Doch Preise rund um die € 100,- pro Flasche sind eine „Eintrittbarriere“ über die nur wenige Weinliebhaber springen (können).

 

Doch wer sich diesen Luxus nicht leisten möchte/kann, hat mit dem Côtes-du-Rhone eine einfachere Möglichkeit sich die Klasse dieses familiengeführten Hauses (seit 1481 im Familienbesitz) zu erschließen.

 

Die Trauben stammen zwar weder von den eigenen Weinbergen, noch stehen die Reben an der nördlichen Rhône, aber trotzdem hat man hier einen individuellen und ausdrucksstarken Wein im Glas. Die Cuvee aus Grenache und Syrah stammt von der südlichen Rhone und ist ein Spiegelbild ihrer Herkunft. Lange sonnige Tage lassen die Trauben prall und reif werden und schenken ihnen eine üppige Frucht; die kühlenden Mistralwinde sorgen dagegen für eine deutliche Tag-Nacht-Absenkung und somit für eine gute Säurebildung in den Trauben.

 

Die Vertragsbauern, die das Ausgangsmaterial für diesen Wein liefern, arbeiten rein organisch und reduzieren die Erträge. Das Ergebnis ist ein Stoff, der mir sehr viel Spass macht, der ursprünglich und kraftvoll ist. Die 2007er Ausgabe ist in der Farbe tief purpur und dunkel. Zwar zeigt der Wein (insbesondere nach dem Öffnen) Noten von Brettanomyces (kurz Brett genannt – also Noten, die bei den meisten Leuten Assoziationen von Pferd hervorrufen), doch mit etwas Luft gewinnen die Noten von Dörrobst, Kirschen, Pflaumen und Schokolade die Oberhand; richtig gut gefällt mir auch der ausgeprägt würzige Geschmack, der mich an schwarzen Pfeffer und Lebkuchengewürz erinnert. Insgesamt ein intensiver Geschmackseindruck, mit schönem Druck und – trotz aller Intensität und 14% Alkohol – recht kühl und mineralisch. Angenehme Länge. Passt hervorragend zu einem gegrilltem Stück Rindfleisch (mit Röstaromen) oder Lammsteaks.

 

2007 Nadal, Domaine de Fondreche – Côtes de Ventoux

91 Punkte – Wilder Wein mit gutem PLV (knapp 12 Euro)!!  Den meisten dürfte die Appelation Côtes du Ventoux vom Radfahren bekannt sein. Jedes Jahr ist dieser Berg das Epizentrum der Tour de France. Hier übernachten die Fans in Zelten, hier stehen die Zuschauer in Massen, um ihre (gedopten 😉 Idole anzufeuern.

So liegen auch die Weinberge für diese Cuvee aus Grenache und Syrah mit einem kleinen Anteil Mourvedre in der heißen Provence etliche hundert Meter hoch am Mount Ventoux. Im Mund explosiv, viel Power, Druck und Fleisch, aber nicht schwer – die Frische stemmt sich dagegen. Nachdem man diesen Wein getrunken hat, schnalzt man mit der Zunge, um die dicken Aromen vom Gaumen zu lutschen. Da sind Wildkirschen, Pflaumen, viele getrocknete Kräuter (der Provence) und runde, reife Tannine, die dem Wein ausreichend Struktur geben. Aufgrund seiner schönen extraktsüßen Kräutrigkeit schmeckt mir der Wein solo, aber zu einem dunkel gegrillten Steak mit schönen Röstaromen paßt dieser Wein wie die Faus aufs Auge oder der Igel aufs Kopfkissen.

 

Purpur läuft der Wein ins Glas. Aus dem Glas strömt ein Duft von Pflaumen,Sauerkirschen, wilden Kräutern und Lavendel. Frisch eingeschenkt ist der Duft sehr intensiv, mit zunehmender Belüftung verflacht er jedoch etwas und der Alkohol (14,5%)  wird spürbar.

Pflaume, Blaubeeren und Johannisbeeren mit transparentem Körper und sehr ausgewogener Struktur. Eleganz aber auch schon einiges an Dampf. Tiefe mit feiner Frische. a big, sweet kiss of kirsch liqueur intermixed with licorice, loamy soil notes, and hints of pepper and lavender. It is full-bodied, fleshy, rich, and ideal for drinking over the next 4-5 years. Fondreche is the reference point for what can be done in the Cotes du Ventoux.In der betörenden Nase faszinierende Anklänge an schwarze Waldbeeren, Kräuter der Provence, Süßkirschen, weißen Pfeffer und Lavendel.
Die Zunge ist verzückt von der schmelzigen, komplexen Frucht, der phantastischen Struktur und der trinkanimierenden Säure – welch fabelhafter Nadal in einer Kunstfertigkeit wie nie zuvor. Durch den sensiblen Ausbau der traumhaft reifen Syrahtrauben in neuen Barriques mit ungemein saftigen, cremigen Tanninen versehen, die den Wein bereits ab sofort mit großem Vergnügen genießen lassen

2001 Domaine Gauby – Coume Gineste V.d.P. Côtes Catalanes

90 Punkte – Dieser von Gérard Gauby aus uralten Grenache Blanc, Grenache Gris und Viognierreben gekelterte und im großen Holzfass ausgebaute Wein   in Kleinstauflage kostet im Handel ca. EURO 50,-. Bietet er auch die Qualität, die der Preis verspricht ?

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