2000 Pouilly Fuissé Vieilles Vignes, Domaine Cordier – Mâconnais (Ski10)


90 Punkte – Es war reiner Zufall, aber passend, dass wir am Vorabend mit Beaujolais aufhörten und nun einen Wein aus dem nördlich angrenzenden Mâconnais im Glas hatten. Ein Schicksal teilen sich beide Regionen leider: In Deutschland assoziiert man mit ihren Namen nur schwache Weinqualitäten, wobei dem Mâcconais noch der Umstand anhaftet, dass viel zu wenig Leute diese Anbauregion überhaupt kennen.

Jedoch gibt es im Mâcconais ein Gebiet, das sich als "gallisches Dorf" erweist und das seit jeher ein besseres Image genießt: in der Gegend von Pouilly Fuissé finden die Chardonnayreben auf  den welligen Kalksteinhügeln – mit ihren Lössböden – ideale Bedingungen. Die Domaine Cordier ist Ende der 90er Jahre bekannt geworden, nachdem Robert Parker die Weine von Christophe Cordier entdeckt hatte und sie teilweise höher bepunktete, als die weißen Burgunder (und Preisknaller) von Coche-Dury oder Comte Lafon.

Doch die Wahrheit liegt bekanntlich im Glas. Unser Chardonnay verströmte reife, fruchtige Noten, insbesondere eine gereifte Birnenfrucht. Darüber hinaus wirkte er ein wenig rauchig und auch käsige Anklänge habe ich mir notiert. Am Gaumen dann recht frisch; mit gutem Extrakt und einer kräftigen Säure. Die kalkige Mineralik steht ihm gut, die Citrus- und Maracujanoten passen gut dazu und mit zunehmender Luftzufuhr wird er auch etwas geschmeidiger. Die Reife des Weines verrät sich durch eine dezente Nussigkeit und Punktabzug gab es für die wenig vorhandene Länge im Abgang.