1975 Viña Real Reserva – CVNE (Compañia Vinicola del Norte de España) – Rioja (Spannendes Spanien – Flight 1)

90 Punkte – Der Viña Real ist da schon etwas burschikoser als der Imperial aus gleichem Jahrgang. Auffallend schön auch hier die feine Fruchtsüße, die sehr gut die recht kräftige Säure abpuffert, aber zu den (ebenfalls) roten Fruchtnoten gesellen sich auch dunkle Anklänge, die an geröstete Erde erinnern. Besitzt nicht die gleiche Eleganz und die Leichtigkeit des Imperial und deshalb auch 2 Punkte Abstand in der Bewertung.

1975 Imperial Reserva, CVNE (Compañia Vinicola del Norte de España) – Rioja (Spannendes Spanien – Flight 1)


92 Punkte – 1975 gilt im Rioja als sehr gutes Jahr und entsprechend spannend war dann auch die (zunächst verdeckte) Gegenüberstellung der beiden CVNE-Weine. Der Imperial kommt von einem CVNE-Weingut mit Weinbergen im Gebiet der Rioja Alta;  der „Bruder“ stammt dagegen von einer anderen CVNE-Bodega mit dem Namen „Viña Real“, die dazu gehörigen Weinberge stehen im Gebiet Rioja Alavesa.

 

Dieser Rioja-Wein offeriert eine herrliche „Burgundernase“ und ich dachte auch zunächst, dass wir den nächsten „französischen Piraten“ in unserer Spanien-Weinprobe gefunden hatten. Auch die ausgewogene, filigrane und finessenreiche Art am Gaumen sprach dafür, aber die deutliche Jodhaltigkeit konnte ich dagegen nicht recht einordnen. Die Frucht ist sehr fein und eher rotbeerig mit schönen Anklängen an Hagebutten. Besonders feminin und mit tragender Rolle in dieser „Mozart-Weinoper“ umschmeichelt die feine Süße den Gaumen. Feiner Stoff!!

2001 Matallana, Compañia de Vinos Telmo Rodriguez – Ribera del Duero

94 Punkte –

Ebenfalls ein 100%iger Tempranillo (Tinto Fino) und 18 Monate in französischer Eiche gereift. Zu Beginn Pferdeschweiß, dann reife Brombeeren, ätherische Noten, Leder, Lavendel, Kornblumen. Am Gaumen voller Körper, viel Saft und Kraft, aber ohne Schwere und mit hoher Komplexität. Perfekt strukturiert, viel reifes Tannin, wirkt mineralisch/kalkig. Sehr gute Länge.

2003 „g“ Pago la Jara, Compañia de Vinos Telmo Rodriguez – Toro

Jetzt zogen die Preise der Flaschen dieser Probe deutlich an und ich war gespannt, ob die Weine das halten können, was sie den Geldbeutel kosten. Sollten wir „nur“ TOP international gemachte Weine bekommen oder würden wir moderne Ausdrucksformen des jeweiligen terroirs verkosten können. Eine Kombination ist wohl richtig – so viel vorab. Die beiden nächsten Weine stammten vom Überflieger der spanischen Weinszene – kaum ein Landstrich, in dem Telmo Rodriguez mit seinem Team nicht erfolgreich Weine von großer Klasse produziert.

 

Die folgende Beschreibung stammt von www.wein-plus: „Die ‚Compañia de Vinos Telmo Rodriguez’ mit Sitz in Logroño im spanischen Rioja wurde im Jahre 1994 gegründet. Der gebürtige Baske Telmo Rodriguez verbrachte seine Kindheit auf dem Rioja-Weingut Remelluri seines Vaters, studierte Biologie in Bilbao, machte das Önologiediplom in Bordeaux und erlernte unter anderem beim legendären Bruno Prats auf dem Château Cos d´Estournel die hohe Schule der Weinbereitung in der Praxis. Dann hatte er eine Vision. Er wollte gleichzeitig in unterschiedlichen Regionen Spaniens die besten nur möglichen Weine machen. Im Jahre 1994 startete er zusammen mit seinem Studienkolegen Pablo Eguzkiza das vielleicht innovativste und ehrgeizigste Projekt der neueren spanischen Weinbaugeschichte. Telmo Rodriguez wird gerne als „Driving Winemaker“ bezeichnet, weil er ununterbrochen unterwegs ist, um in verschiedensten spanischen Regionen mit seinem Team von einem Dutzend in Bordeaux ausgebildeten Önologen in Zusammenarbeit mit lokalen Erzeugern seine Weine vor Ort zu produzieren. Dabei wird versucht, die regional typischen Reben und Merkmale der einzelnen Weine in den Vordergrund zu stellen. Telmo Rodriguez war einer der ersten Winzer in Spanien, der sich intensiv mit dem Thema Terroir beschäftigte. Die Trauben stammen jeweils aus den besten Parzellen von überwiegend sehr alten Rebstöcken und werden in modernen Kelleranlagen schonend zu „Vinos con alma“ (Weine mit Seele – wie Telmo sagt) ausgebaut. Im Jahre 2002 kürte ihn „Revue du Vin de France“ geradezu euphorisch zum „Bordeaux en Espagne“ und mit spektakulären Bewertungen zum neuen Superstar. Bis jetzt wurden Weine in den DO-Bereichen Alicante, Cigales, Malaga, Navarra, Ribera del Duero, Rioja, Rueda und Toro produziert.“

 

2003 „g“ Pago la Jara, Compañia de Vinos Telmo Rodriguez – Toro (93 Punkte); Dunkles, intensives Kirschrot; tiefe und komplexe Nase von in der Sonne voll ausgereiften Beerenfrüchten, Kirschkompott (retro-nasal satte Kirschfrucht) und orientalische Gewürze. Am Gaumen tiefer Fruchtansatz, feine Extraktsüße; voll ausgereifte, runde Tannine; voller Körper; fester, fleischiger Biss; ein Hauch Vanille und Sandelholz. Dieser zu 100% aus Tinta de Toro (Tempranillo) gekelterte Wein stammt von richtig alten Rebstöcken und wurde 18 Monate in 100% französischer Eiche ausgebaut. Ist zwar jetzt schon beeindruckend, aber in ein paar Jahren dürfte er an Komplexität und Finesse gewinnen, die nächsten 5-8 Jahre sind sicherlich kein Problem.