2004 Copa Santa, Domaine Clavel – Coteaux du Laguedoc

Noch spät sitze ich vor der Kiste und hämmere ein paar Weinnotizen in meine Datenbank. Trotz des warm-schwülen Wetters habe ich heute Lust auf einen kräftig, saftigen Rotwein und werde fündig im Keller bei Clavel. Gerade jung machen mir die Weine von Pierre unheimlich viel Spass, das ganz große Lagerpotential haben sie sowieso nicht. Freunde haben letztens eine größere Verkostung durchgeführt und waren recht enttäuscht, ob der Ergebnisse. Gerade auch der 98er (und das war mal einen Granate) soll recht enttäuscht haben und schon auf dem absteigenden Ast sein. Muss ich demnächst unbedingt selbst nachprüfen, habe auch noch 2,3 Flaschen im Keller davon.

90 Punkte – Die 2004er Ausgabe macht jetzt richtig Spass, sie hat viel Frucht (Blaubeeren, Pflaume, schwarze Kirschen), gleichzeitig ist der 2004er Copa Santa speckig, würzig und auch ein wenig rauchig – ein echtes Maul voll Wein, mit guter Konzentration und schönem Schmelz, der jedoch durch reife, aber kräftige Tannine recht deutlich aufgerauht wird. Ein Naturbursche in recht feinen Zwirn gekleidet. Ich freue mich über solchen Stoff, der für ca. Euro 13 echt viel bietet und auch als Einstiegsdroge verstanden werden kann.

P.S. Bitte abstimmen: http://www.localwineevents.com/Blogs/blog-521.html

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2000 Domaine Clavel – Copa Santa

92 Punkte – Was habe ich heute Abend für eine Freude mit diesem Wein. Er ist ein perfekte Mischung aus Kraft, Struktur, Würze und einer dezent süßen Frucht – Hedonismus pur. Auf Grund der Würze und der "Fettleibigkeit" könnte man von einer bäuerlichen Schönheit sprechen, aber für mich ist das bourgeoise Kunst auf höchstem Niveau. Ein Wein, der meine Hand permanent zum Glas gehen läßt – und wenn ich mich nicht ein wenig selbst beschränken würde – dann wäre ich in "Null Komma Nichts" total berauscht. Aber gibt es eine schönere Art und Weise sich der Wollüstigkeit (mit drei "l" oder nur mit zwei -jetzt egal)  zu ergeben und sich zu betrinken. 14,5% Alkohol sind eine Hausnummer, aber der Wein ist nie klotzig oder alkoholisch, sondern eine dralle Schönheit, mit den "richtigen" Pölsterchen, einfach nur sexy (die Damen mögen es mir vergeben). Etwas formaler ausgedrückt: dunklelbeerig, mit einer dichten, süßen Würze (einerseits süß nach Zimt und dunkler Schokolade, andererseits eher kräutrig nach Garrigue und Wacholder), die enorm breit gefächert ist und die mich bis in der langen Abgang begeistert.

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