1998 CASASILIA, Poggio al Sole – Toskana

93 Punkte – 10 years after und keine bißchen müde!! Ein herrlicher Tropfen, der durch seine Frische, seine Frucht und seine hervorragende Tanninstruktur überzeugt – ein moderner, aber mustergültiger Chianti Classico.

Die Nase wirkt sehr frisch, mit toller Knubberkirsch-Aromatik, Wald-(boden) und einem Hauch von edlem Tabak; insgesamt sehr animierend. Am Gaumen bestätigt sich das Bild: Kaum fassbare Frische für einen 10 Jahre alten Chianti; perfekte Säurestruktur und hochwertige, griffige Tannine. Das ist die Basis für eine tiefe und reiche Fruchtaromatik, die mit Anklängen von Knubberkirschen (herrlich knackig),  Lakritz und erdig wirkenden Aromen mich voll überzeugt. Dieser Chianti Classico hat einen vollen Körper, 14%Alkohol (die perfekt verpackt sind), eine wirklich perfekte Säure und eine runde, aber mit viel Struktur durchzogene Art, die mich begeistert und die meine Hand ständig zum Glas gehen läßt.

Leider hatte ich aus diesem Jahrgang nur eine Flasche;der Wein ist jetzt sicherlich am Beginn seiner perfekten Trinkreife, die er sicherlich die nächsten 2,3 Jahre beibehalten wird, um danach weitere 1,2 Jahre auch noch mit viel Genuß trinkbar zu sein.

Das Bild zeigt den 97er Jahrgang, den ich seit langem nicht mehr verkostet habe und noch in meinem Keller liegt.

Bleibt eigentlich nur nachzutragen, dass der Winzer/Eigentümer eigentlich Schweizer ist, und Johannes (Giovanni) Davaz heißt. Wer sich ein Bild vor Ort machen möchte, sollte dies unbedingt tun. Das Weingut verfügt über richtig schöne, regional typisch eingerichtete Ferienwohnungen und ist ein altertümliches Schätzchen. So schreibt z.B. der Gambero Rosso  in seiner 99er Ausgabe, dass Poggio al Sole zu den drei schönsten Weingütern im ganzen Chianti Classico gehört. Auf der webpage (www.poggioalsole.com) gibt man sich bescheidener und schreibt:

Poggio al Sole liegt im Herzen der Toscana, in der wunderschönen Landschaft zwischen Florenz und Siena. Noch genauer: Zwischen Tavarnelle Val di Pesa und Greve in Chianti. In den Archiven der nahegelegenen Abtei Badia a Passignano finden sich Dokumente, die besagen, dass auf diesem Gut bereits im 12. Jahrhundert Wein und Oliven angebaut wurden.


 

2004 Chianti Classico, Castello di Ama – Toskana

84 ???  Punkte – Entweder dieser Wein ist in seiner absoluten Verschlußphase oder er hat schon seine besten Zeiten hinter sich. Die Primärfrucht scheint verdrängt, momentan dominieren dunkle und grüne Aromen. Ich glaube, dass man hier mit aller Gewalt versucht hat, dem Wein Struktur und ein langes Leben mit auf den Weg zu geben – übrig geblieben ist ein Geschmack zwischen rostigen Nägeln und harten, grünen Tanninen. Bei Robert Parker von Herrn Rovani immerhin mit 90 Punkten geadelt und als Langstrecken-Chianti mit einem Trinkfenster zwischen 2009 und 2019 angegeben; da geht man wohl davon aus, dass dieser Chianti seine Metamorphose von der häßlichen Raupe zum schönen Schmetterling noch vollziehen wird. Ich glaube das nicht und bin gespannt, wer Recht behält.

1997 Fontodi – Vigna del Sorbo Chinati Classico Riserva

91 Punkte – Dies ist für mich ein ein wirklich sehr guter  Chianti, der aktuell sicherlich auf seinem Höhepunkte ist, sich aber auch dort noch zwei oder drei Jahre halten wird.  Er offenbart ein wunderbares Spiel von klassischen Chianti-Noten; Knubberkirschen, roten Früchten, etwas Lakritz und einer leicht balsamischen Note; jetzt wunderbar balanciert: saftige, extraktsüße  Frucht, elegante Noten aus dem Holz und eine sehr schöne Tannin- und Säurestruktur. Wirkt nachhaltig, körperreich und besitzt eine schöne Länge. Ein Musterbeispiel für einen eher modernen, aber trotzdem authentischen Chianti (85% Sangiovese, 15% Cabernet Sauvignon).

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