1991 Mas de Masos, Cellers Capafons-Ossó – Priorat


80 Punkte – 

Dieser gereifte Priorat-Wein war eine ziemliche Pleite, denn der  hatte seine besten Zeiten eindeutig hinter sich. In der Nase erinnerte er ein wenig an Barolo, etwas Sauerkirschen, recht kühl und schlank. Schlank ist dann vornehm ausgedrückt für das, was der Wein am Gaumen darbot. Die Säure steht heraus und Trinkfreude konnte da nicht mehr aufkommen.

Auf der aktuellen Webseite ist über den Wein folgendes zu erfahren, wobei ich nicht recherchieren konnte, ob diese Infos auch schon weitgehend für den 91er Jahrgang galten: „Aus Grenache poilue, Grenache Pays, Cabernet Sauvignon und Carignan hergestellt, langer Einweichung und 12-monatiger Alterung des Weines im französischen Eichenfass. aus Grenache poilue, Grenache Pays, Cabernet Sauvignon und Carignan hergestellt, langer Einweichung und 12-monatiger Alterung des Weines im französischen Eichenfass. Der Wein MAS DE MASOS gärt in kleinen französischen Eichenfässern und altert dann auch in denselben. Letzten Endes wird der Wein in die Flasche gefüllt und im Weinkeller bei einer konstanten Temperatur zur Alterung gelagert. Die Trauben, die benutzt werden um den MAS DE MASOS herzustellen, kommen aus ca. sechs tausend sehr alten, 1852 gepflanzten Rebstöcken, mit einer Produktivität je nach Jahr von 600 bis 900 Gramm per Rebstock.

2005 Les Mines, Cellers Fuentes / Priorat

87 Punkte – Diesen Wein schreibe ich Cellers Fuentes zu, wenngleich auf dem Etikett kein direkter Hinweis auf den Erzeuger zu finden ist. Lediglich auf dem Rücken der Flasche kann man lesen: "Winemaker: Josep Angel Mestre". Dieser junge und begabte Mann stammt aus Falset ("der" kleinen Stadt in der Mitte des Priorat-Gebietes) und zeichnet in den letzen Jahren verantwortlich für die Wein der Cellers Fuentes. Diese Cuvee aus Grenache, Carignan und Merlot stammt teiweise von alten (bis zu 80 Jahre alt) Rebstöcken und wurde 25-35 Tage (bei maximal 28 Grad) auf den Schalen vergoren. Anschliessend lag er 13 Monate, teils im neuen, französichen Holz.

Die Nase besticht durch ihre frisch,  fruchtige Art (frischer Waldbeerengelee, kühl, ein Hauch Minze, Pflaumen und frisch gemahlener Granit) sowie durch die hier bereits erkennbare Mineralik.

Wow, am Gaumen zur Zeit – mit etwas Luft – unheimlich präsent; Früchtebrot (fruchtig und saftig, vielleicht nicht ganz durch gebacken, mit süßlicher Würze), Pflaumen, Rosinen und etwas Cassissaft. Auffallend schöne Mineralität,  gut strukturiert, jetzt ein herrlich frischer Wein, der sein Potential aus dem Spiel zwischen Frucht und Mineralität zieht. Macht jung getrunken sehr viel Spass, kann aber sicherlich die nächsten vier bis fünf Jahre gut verkraften. Für ca. Euro 15 kein Schnäppchen, aber für einen Priorat dann doch eher preisWERT.

1996 Gran Clos – Cellers Fuentes / Priorat

93 Punkte – Der Gran Clos stammt überwiegend von alten Reben (im Schnitt 60 Jahre). Die Cuvee besteht aus drei Rebsorten: Grenache (80%), Carignan (10%) und CS (10%).

Kalkige Noten, etwas überreife Anklänge in der Frucht, Rosinen, laktische Aromen in der Nase. Guter Saft, gute Konzentration, noch schöne, feste Tannine und eine  frische Säure, die die Fruchtigkeit unterstützt, zeichnen diesen Wein aus. Die Sauerkirscharomen,  die angenehme  Dichte und eine feine Extraktsüße runden das Bild ab. Hinten heraus zeigt er eine leichte Bittersüße, kalkige Anklänge und eine feine Kräutrigkeit. Insgesamt ein aufregend tiefer, runder und harmonischer Wein – der Guigal von Spanien.

1998 Cellers Fuentes Hernández – Gran Clos / Priorat

Weinbeschreibungen sind sehr subjektiv und eine absolute Momentaufnahme. Bestes Beispiel dafür ist meine Beschreibung zum Grand Clos des Jahrgangs 1998 http://weinwelt.blogg.de/eintrag.php?id=59 

Aktuell mal wieder eine Flasche dieses Weins aufgemacht und ich muss vieles widerrufen, was ich damals geschrieben habe. Der Wein hat zugelegt, nicht nur in der Qualität, sondern insbesondere an Individualität. Inzwischen ist der einst international geprägte Priorat-Wein zu einem sehr ansprechenden lokalen Individualisten mutiert. Ich notierte mir:

92 Punkte – Welche eine Freude mit diesem Wein im Keller zu stehen und Inventur zu machen. Er hat sich so prächtig entwickelt. Ein wunderbar dichter, saftiger und unglaublich mineralischer Prioratwein. Ganz viel Frucht von Knubberkirschen, einer herrlichen Mischung aus fruchtiger Süße und leichter Bitterkeit, ein Eindruck von  hochprozentiger (Kakaoanteil) Schokolade bildet  den Rahmen. Der Wein brilliert mit einem schönen Körper, einer sehr guten geschmacklichen Tiefe  und viel Stoffigkeit. Mann, ist das ein kräftiger Bursche, dessen Entwicklung mich total überzeugt, keine Spur von der ihm einst von mir zugeschriebenen internationalen Note, der Wein besticht durch Klasse und Mineralität, Stoffikeit und kräftigen, aber jetzt sehr gut unterstützenden Tanninen. Jetzt und in den nächten 5-8 Jahren herrlich zu trinken. Leider den Rest der Flaschen viel zu jung geköpft.

P.S. In Sachen Trinkhöhepunkt/ Haltbarkeit hat Parker gegenüber seinen Profikollegen klar gewonnen. Zum 98er Gran Clos hat Vinum in 05/2002 geschrieben 2003-2006, der Winespectator geht in seiner Ausgabe November 2001 von einer Trinkbarkeit von  now through 2006 aus, nur Parker liegt goldrichtig mit seiner Notiz im WA 136, August 2001: "Cellar this 1998 for 3-4 more years, and enjoy it over the following 15."

1998 Cellers Fuentes Hernández – Gran Clos / Priorat

90 Punkte – Einer von den hochgelobten Priorat-Weine, die Mitte/Ende der 90er Jahre mit hohen Parker-Punkten und hohen Preisen in den Markt kamen. Der 98er Jahrgang vom Gran Clos ist sicherlich ein sehr guter Wein, doch kann er meiner Meinung nach nicht an seinen Bruder aus 1996 ranreichen und ist mit ca. Euro 35,- (aktuelle Jahrgänge ca. 45,-) auch recht teuer.

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