1979 Barolo Bussia di Monforte Riserva Speziale, Bruno Giacosa – Piemont


96 Punkte – Der krönende Abschluss der Rotweinrunde an diesem Abend. Dieser herrliche Stoff ist nur in wenigen Jahren (1974, 1975, 1978 und 1979, jeweils rotes label) in kleiner Auflage erzeugt worden. Für die Optik gewinnt dieser Barolo keine Preise; mit unglaublich viel Depot strömt der Wein ins Glas, in der Farbe ansonsten eher blass und hell. Dafür hat es der Rest umso mehr in sich. Die Nase zeigt mit etwas Luft herrliche Trüffelaromen und feuchtes Unterholz, dazu Malven, etwas Liebstöckel und zwischendrin auch mal ein Hauch von verwässerter Coca Cola, aber das Aroma verändert sich, zeigt auch Anklänge von rotem Tee. Am Gaumen ebenfalls mit fortgeschrittener Reife, deutliche Tertiäraromatik (aber die von ihrer schönsten Seite), dazu etwas Tee von roten Früchten, eine feine und recht intensive Süße (Karamell). Insgesamt ein wunderbar reifer Barolo, mit sehr viel Spiel, Komplexität und Finesse. Ich liebe diese Art von klassischem Nebbiolo; für mich ist das großes Kino und unglaublich genussvoll.

1988 Bussia Soprana, Aldo Conterno – Piemont

91 Punkte – Die 88er Ausgabe von Aldo Conternos "Einstiegsbarolo" gefällt mir einen Tick besser als der 85er. In der Nase zwar sehr verhalten, zeigt er am Gaumen eine hervorragende Klarheit. Er wirkt – auch dank der straffen Säure – sehr frisch, fast noch jugendlich; mittlerer Körper; am Gaumen sehr rein und klar; mit innerer Harmonie, im positiven Sinne "unspektakulär"; für mich ein klassischer Barolo, der zum Essen getrunken werden sollte, vielleicht auch zwischen zwei Gängen, da die Zunge durch das Tannin "auf Null" gesetzt wird, sodass der nächste Gang aromatisch nicht vom letzten beeinflußt wird.

1985 Bussia Soprana, Aldo Conterno – Piemont

90 Punkte – Aldo Conternos Weinbergbesitz liegt eng beieinander; seine Weinstöcke stehen überwiegend in den Lagen Bussia Soprana, Bricco Cicala und Colonello. Die Straße von Bussia Soprana nach Pianpolvere markiert die Grenze zwischen diesem Weinberg und den davon nördlich gelegenen Grand Cru Lagen Bricco Cicala und Colonnello.

 

Bussia Soprana ist die Basisqualität von Aldo Conterno, für mich sind diese Weine nie spektakulär, aber stets sehr gut. Aldo Conternos Bussia überzeugt mich stets mit seiner Geradlinigkeit und Klarheit. Ohne Schnörkerl, auf das Wesentliche des Nebbiolo konzentriert.

Die Langlebigkeit seiner Weine zeigt sich auch beim Bussia 85. In der Nase hatte ich zu Beginn ein kleiner Ton von Sauerkraut, aber der verfliegt schnell und dann kommen die Aromen von Rosen, Teer, Kirsch und getrockenten Kräutern durch – ein feiner und eleganter Nasenbär! Am Gaumen kann er die Klasse nicht ganz halten, mittlerer Körper, von der Aromatik rein und klar, klassischer Nebbiolo, etwas roter Tee, Trockenkräuter, ein Hauch Kirche. Durchaus kräftige Säure, die ihn einerseits noch etwas schlanker erscheinen läßt, andererseits den frischen Eindruck unterstützt.

1985 Barolo Bricotto Bussia, Domenico Clerico – Piemont

Hier bin ich mir nicht sicher, aus welcher der beiden Bussia Lagen (wird aber weiter recheriert, habe momentan leider meine gesamte Literarur nicht greifbar) dieser Wein strammt. Beide Lagen (Bussia Soprana und Bussia Sottana) gehören zur Gemeinde Monforte und für beide wird die Abkürzung Bussia verwendet, aber die Konfusion darüber herrscht nicht nur bei mir. Auch die alte Strasse, die früher beide Lagen verband, trug den Namen "Bussia" und so ist es auch nicht verwunderlich, dass bis heute dieser Name mannigfaltig (und somit die Sinne verwirrend) verwendet wird.

89 Punkte – Die Nase ist nicht ganz einfach zu erfassen, da findet man Noten von Teer, Blut, Kleber und herben Kräutern. Im Kern sehr dunkel; mit festen Tanninen ausgestattet; mir  bereitet dieser Barolo  durchaus Freude, denn auch vom Geschmack wirkt er eher maskulin und kräutrig; mittelgewichtig. Für etwas Aufhellung sorgt eine Frucht, die an rote Früchte und Hagebutten erinnert.  Angenehme Länge.

1999 Aldo Conterno – Barbera Conca Tre Pile (Bussia Soprana), Barbera d’Alba

86 Punkte  Zu Beginn ein kleiner Stinker, der sich schnell verflüchtigt; parallel ein wenig Primärfrucht (rote und schwarze Waldfrüchte), ansonsten überwiegend Sekundäraromen (Waldboden, Sattelleder,

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