2007 Riesling Rüdesheimer Schlossberg Erstes Gewächs, August Kesseler – Rheingau

 

93 Punkte – Helles Goldgelb; in der Nase bereits sehr offen, mit viel gelber Frucht und Pfirsich. Herrlich animierend, viel Saft und Kraft deutet sich da beim Schnuppern im Glas an. Mir gefällt dieser intensive Eindruck unheimlich gut; dies ist für mich Rheingau Riesling pur! Am Gaumen saftig, mit schönem Biss und einer animierenden Säure. Da spielen die vielen gelben Früchte auf der Sommerwiese und sind umgeben von einem Hauch von Karamell und Honig. Ein hoher Extrakt und eine hohe Extraktsüße passen zu diesem Stoff genauso, wie die Mineralität, die eine zusätzliche Facette ins Spiel bringt. Dieser Riesling klingt lange am Gaumen nach und animiert so zum nächsten Schluck. Über die Langlebigkeit des Weines wurde heftig diskutiert. Ich glaube, dass er ein Langstreckenläufer ist, der so viel power und Kraftreserven hat, dass er in der Jugend nicht geizen muss, sondern schon jetzt zeigen kann, was in ihm steckt. In den nächsten 10 Jahren wahrscheinlich zu jeder Zeit ein Genuss, eventuell kommt noch mal eine Verschlussphase.

 

1995 August Kesseler – Rüdesheimer Berg Rottland Riesling Spätlese

85 – schön gereifter Riesling mit leichter Firne, exotischen Früchten (Mango, Papaya) und Noten von reifen Äpfeln und Mandarinen. Am Gaumen körperreich, ausdrucksstarke Frucht und einer noch sehr schönen Saftigkeit. Dieser Wein ist füllig und trinkig bis hin in der recht langen Abgang. Selbst nach Minuten kann man ihn noch vom Gaumen lutschen.  Trotz einer schönen Säure fehlt es ihm leider etwas an Struktur und Festigkeit. Trotzdem mag ich diesen Wein sehr, er ist wie ein sehr reifer Apfel, schon ein wenig "mehlig", aber dafür umso voller in der Aromatik und mit einer schönen Süße ausgestattet; kein Wein für Filigrantrinker.

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