2000 Chateau Lavabre, Chateau Lavabre – Pic St. Loup (Wein 10)

92+ Punkte Der Sieger des Abends!!! Von 9 Verkostern gab es für Château Lavabre (2/3 Syrah und 1/3 Grenache) 8 mal den ersten Rang und 1 mal Platz 2 – und dies bei ansonsten eher heterogenen Bewertungen an diesem Abend. Olivier Bridel produziert inzwischen drei Weine, wovon der hier verkostete, die Spitze des Weingutes darstellt; daneben gibt es Domaine de Lavabre , Les Demoiselles de Lavabre.

Tino Seiwert von Pinard-de-Picard (www.pinard.de) beschreibt in seiner ihm so eignen, blumigen und mit Superlativen gespickten Art über das Weingut folgendes: „Die Weine von Château Lavabre, im nördlichsten, sehr waldreichen Teil des mythischen Bergmassivs des Pic St. Loup im wildromantischen Hinterland von Montpellier gelegen, gehören mit zum besten, was Sie im gesamten französischen Süden finden können. Olivier Bridel, ein etwas eigenbrötlerischer, aber sehr sympathischer Winzer, der früher in der Normandie mit großem Erfolg eine Firma für Elektrotechnik betrieben hatte, kaufte Anfang der 90er Jahre ein verwahrlostes Gut, das unmittelbar unterhalb der riesigen Felsenwand, die diese Region wie ein unüberwindlicher Wächter nach Norden begrenzt, abgeschieden in die paradiesisch schöne Landschaft gebaut worden war. Das großartige Terroir, eines der besten der gesamten Appellation, und die alten Rebstöcke (Syrahreben von 1961!, hier eine Rarität) boten ideale Voraussetzungen, Oliviers Lebenstraum zu erfüllen, große, autochthone Rotweine des französischen Südens zu vinifizieren. Doch zunächst mussten die erstmals im 18. Jahrhundert angelegten, aber mittlerweile heruntergekommenen Weinberge und alten Rebstöcke liebevoll restauriert, teilweise auch neu bepflanzt und die Gebäudeteile des Hofes mitsamt den Kellern von Grund auf renoviert werden. Ende der 90er Jahre gelangen dann nach aufwendigen Laubarbeiten an den Reben und infolge sehr geringer Erträge die ersten viel versprechenden Weine (…)“‘

Was hatten wir diesen Abend im Glas? Einen Wein mit einer tiefen und reichhaltig wirkenden Nase, eingepackt in schöne Röstaromen aus dem Holz. Am Gaumen nicht weniger komplex, herrliche Würzigkeit, reich an Kaffee- und Schokoladearomen, fleischig und herrlich saftig. Einerseits urwüchsige Würzaromen, andererseits eine eher elegante Kühle, kräftige Tannine, etwas ungewöhnlich: Anklänge von Lavendel. Richtig schönes Kino!!