Morstein – Verkostung

Gerhard Retter lud zur entspannten Sonntagssoiree in seine Fischerklause. 11 Weinfreunde sind dem Ruf gefolgt und arbeiteten 😉 sich an der Frage ab, ob ganz unterschiedliche Weine aus einer der berĂŒhmtesten Weinlagen Rheinhessens – dem Morstein – charakterbildende Gemeinsamkeiten aufweisen.

Die angestellten Weine sind grob in zwei Gruppen zu unterscheiden: Altmeister und talentierter Nachwuchs. Alle Weine waren aus den JahrgĂ€ngen 2016,2015 und 2014 – mit zwei Ausnahmen.

Im Spitzenduell zwischen Keller und Wittmann gab es keinen klaren Sieger, die Weine performten erwartungsgemĂ€ĂŸ sehr gut. Ein von mir angestellter 2006er Morstein von Keller war Opfer eines verdeckten Korkers oder schlechter Lagerung. Wie ich im Nachhinein an Hand meiner Kellerbuchhaltung festgestellt habe, hatte ich eine Flasche 2013 bei Ebay gekauft. Dem Wein mangelte es an Frische, Klarheit und KomplexitĂ€t und ist klar dem Mangel dieser Flasche geschuldet.

Dass das 2007er Kirchspiel GG von Wittmann am Ende des Abends everybodies darling war, liegt nicht darin begrĂŒndet, dass das Kirchspiel – im Lagenvergleich – die Nase gegenĂŒber dem Morstein vorne hat, sondern, dass die Großen GewĂ€chse von Topwinzern ihre wahre Schönheit und KomplexitĂ€t erst mit der nötigen Reife entwickeln.

Von der Riege der – teilweise schon etablierten – Nachwuchswinzer gibt es reichlich Gutes zu berichten. Meine persönlichen Highlights kamen an diesem Nachmittag und Abend von Seehof, Erbeldinger, Rettig und Flick. Die Auslese von Katharina Wechsler war ebenfalls sehr ĂŒberzeugend.

Gestartet sind wir mit einem 2016 von der Fels. Wie immer, herrliches Rieslingkino von Klaus Peter Keller fĂŒr einen ĂŒberschaubaren Kurs. Der 2016er strahlte mit glockenklarer Aromatik, krĂ€utrig-mineralisch, super Frische und einem schönen Zug. Dann kam der erste Morstein in Form einer 2016er SpĂ€tlese trocken vom Weingut Hirschhof ins Glas. FĂŒr Euro 8,40 ist das ein sehr ehrlicher Wein mit viel primĂ€rer Rieslingfrucht, angenehm stoffig, saftig und rund.

Das Weingut Michel prĂ€sentierte sich mit 2 sehr unterschiedlichen Silvanern aus dem Morstein. Die 15er Ausgabe war recht dunkel, eher gelbwĂŒrzig; Schmelz, Brioche, Butter, recht wuchtig und auch ein bisschen klotzig. Die schlankere, reduktivere, in der Frucht klarere 2014er Ausgabe zogen (fast) alle am Tisch vor. Insgesamt ĂŒberzeugten Michels Silvaner mehr als die Rieslinge aus dem Morstein.

Der erste, fĂŒr mich typische Morstein – mit seiner vitalen, kalksteinigen Energie und Aromatik – kam vom Weingut Rettig. Katja Rettigs 2016 Riesling Morstein zieht ordentlich, ist krĂ€utrig-steinig komplex in der Aromatik und hat viel klare Frische und Trinkfluss.

Ob es an dem Weckruf von Katja Rettig lag oder doch nur an der QualitĂ€t des nachfolgenden Weins? Starke Leistung habe ich mir jedenfalls auf meinem Zettel notiert. Etwas dunkler in Nase und Gaumen, mit leichten Spontinoten und Gerbstoff drĂŒckt sich der junge 2016er Riesling Morstein Privat an den Gaumen. Packender, fester Riesling Stoff mit reintöniger Aromatik. Vom Weingut Erbeldinger hatte ich noch nie etwas gehört- eine LĂŒcke!

Das Weingut Gutzler kenne und schĂ€tze ich seit vielen Jahren. Der SpĂ€tburgunder aus dem BrunnenhĂ€uschen fĂ€llt – mit deutlich ĂŒber 90 Punkten – in machen JahrgĂ€ngen ganz hervorragend aus. Dieses Mal klebte leider Pech in Form von Kork an der SpĂ€tburgunder Flasche. Das 2016 Riesling GG ist hocharomatisch, am Gaumen findet sich auch eine angenehme Salzigkeit, doch mir persönlich war etwas zu viel Restzucker im Spiel und die Harmonie muss sich erst noch einstellen.

Es folgte einer der TOP-Weine der Verkostung. Der 2016er Morstein vom Seehof war noch reduktiv. Druckvoll, mit spannender, leicht herben steinig-krĂ€utrigen und zitrischen Aromen. Dieser Wein gehört in Sachen Morstein-TypizitĂ€t eindeutig zu den Musterknaben. Vibrierend, fest, erkennbare Kalkstein-Mineralik, zart vegetabil, schöne SĂ€ure und ein tolles Versprechen in Sachen KomplexitĂ€t und Eleganz fĂŒr die Zukunft.

Der 2016er Riesling Morstein vom Weingut Bergkloster begeisterte unseren Gastgeber noch einen Notch mehr als mich. Wie auch immer, Jason Groebe hat einen guten Job gemacht. Ebenfalls noch deutlich reduktiv, in der Armomatik Citrus und grĂŒne FrĂŒchte, zeigt etwas mehr Gerbstoff. Aktuell fĂŒr mich eher ein Essenbegleiter als Solist.

Der 2016er Morstein von Katharina Wechsler zeigte sich offener als von mir erwartet. Straff, mit schöner, klarer Rieslingfrucht, mittelgewichtig. Gute LÀnge.

Die Triologie aus 2014, 2015 und 2016 vom Riesling Morstein des Weinguts Winzerfamilie Flick ist konsistent und stark. Druckvoll, steinig, feinwĂŒrzig, in sich sehr stimmig und herrlich lang der junge 2016er. Der 2015er wirkt etwas monolithischer, trotz der vielleicht 1,2 Gramm mehr RestsĂŒĂŸe? Schön definiert, guter Extrakt. 2014 steht dem nichts nach.

Zum Speisengang – außer der Reihe ein 2009 Brudersberg von Heyl zu Herrnsheim. In Sachen Lagencharakteristik hat Gerhard Retter mit diesem Wein die Antipode gewĂ€hlt. Morstein eher kĂŒhl steinig, zitrisch mit frischer KrĂ€utrigkeit und tendenziell straff und eng gebaut, zeigt der Brudersberg (FiletstĂŒck am roten Hang in Nierstein) sich warm, stoffig, tendenziell weich – mit viel Schmelz, sehr gelb in der Frucht, hier auch Karamell, gelbwĂŒrzig und offen.

Der Riesling Reserve Auf der Henne von Groiss erfĂŒllte mit seiner extraktsĂŒssen, stoffigen und etwas breitschultrigen Art die Piratenrolle gut.

Den Piraten folgten die Klassiker: Morstein GG von Wittmann aus den Jahren 2016 und 2015 im direkten Vergleich. Aktuell in der schöneren Trinkverfassung die 15er Ausgabe. Kellers 2015er Ausgabe vielleicht eine Spur prĂ€ziser. Alle drei Weine großes Morstein Kino.

Die 2015er Ausgabe des Morstein von Dreissigacker war sehr gut. Auf meinem Zettel stand jedoch „ganz leicht verhangen – Botrytis?? Vielleicht war mein Gaumen schon etwas mĂŒde; muss ich noch einmal nachverkosten.

Einen formidablen Schlussakkord setzte die 2015er Auslese von Katharina Wechsler. Klar und reintönig in der Aromatik; recht straff mit schönem Biss und viel Frische. Animierendes SĂ€ure-SĂŒsse Spiel. In der Aromenwelt zwischen kandierten ZitrusfrĂŒchten und weiß-gelbem Steinobst sowie einer krĂ€utriger MineralitĂ€t im Hintergrund. Sehr gute LĂ€nge.

Gottes Werk und Hammels Beitrag

Christoph Hammels 2014er SpĂ€tburgunder Kleinkarlbacher Herrenberg kam heute Abend ins Glas und es machte „Pling“. Victor Hugo soufflierte ins Ohr „Gott hat nur Wasser geschaffen, aber der Mensch machte den Wein“

Der 2014er SpĂ€tburgunder Kleinkarlbacher Herrenberg ist eine ĂŒberaus gelungene Symbiose aus Charakter, Transparenz, Frische und feinsaftigem Trinkfluss. Herrlich duftig strömen die Aromen von Schattenmorellen, zarten RĂ€ucher- und WĂŒrzaromen aus dem Glas. Am Gaumen ein glĂŒckliches „Zunge-schnalzen“ – eine Art Reflex, der sich bei mir einstellt, wenn ein Wein sich ordentlich gegen den Gaumen drĂŒckt und gleichzeitig auf der Zunge tanzt. Die Tannine sind hintergrĂŒndig und sensibel dimensioniert; mittelgewichtiger Stoff. Aromatisch ein ĂŒberzeugend ausgewogenes Spiel zwischen reintöniger Pinot-Frucht, schön eingebundener SĂ€ure und dem mittelkrĂ€ftig getoasteten, feinwĂŒrzigen Holz. Schattenmorellen, rote Johannisbeeren, ein Sip Orange – dazu Sandelholz, zart GerĂ€uchertes und ein Hauch orientalisch-sĂŒĂŸer WĂŒrze. Die Hand geht mĂ€chtig zum Glas, hoher Trinkfluss und schöne LĂ€nge.

Die FĂ€sser wurden in der Tonnellerie Demtos in Saint-Caprais-de-Bordeaux hergestellt und sind eine Mixtur aus Vogesen und PfĂ€lzer Eiche. Die PfĂ€lzer Eiche stammt aus Johanniskreuz, einem Wald bei Kaiserslautern. Nach 24 Monaten im Holz wurden die Barriques in einem 1000 Liter Tank miteinander verschnitten und mit minimaler Filtration abgefĂŒllt.

90 Punkte 2017 – 2023

P.S. Leicht belĂŒftet in der geöffneten Flasche. Dazu schmeckten mir heute Abend ein ParanĂŒsse als Naschwerk außerordentlich gut.

 

 

1955 Mouton Rothschild – Pauillac / Frankreich

96 Punkte – Georges Braque war bis dato der berĂŒhmteste KĂŒnstler, der fĂŒr Mouton ein Etikett gestaltete. Sein Honorar waren fĂŒnf Kisten vom 1955er sowie zwölf Flaschen eines Jahrgangs seiner Wahl. In der Literatur wurde der 55er bis in die frĂŒhen 80er Jahre als muskulöser, ziemlich ungeschmeidiger, zugeknöpfter Kraftprotz beschrieben. Glaubt man spĂ€teren Verkostungsberichten – aus der Mitte der 80er Jahre – erlebt der 55er hier Mouton hier seinen ersten FrĂŒhling. Gleichwohl wird kolportiert, dass bei einer spektakulĂ€ren JubilĂ€umsverkostung in der Wiesbadener „Ente vom Lehel“ im MĂ€rz 1989, als Hans-Peter J. Frericks, der MĂŒnchner Sammler, Mouton und Latour in den JahrgĂ€ngen 1945 bis 1986 miteinander (oder gegeneinander?) antreten ließ, man zu dem Ergebnis kam: „Ein ‚no future’-Wein, mager, ja fast roh.“ Was fĂŒr ein Irrtum, auch wenn man ihm zumindest ein „frisches und gutes Bukett“ attestiert hatte.

Jetzt, zu Beginn des Jahres 2017 prĂ€sentiert sich der 55er Mouton im Kern mit dunkler, leicht eingetrĂŒbter rubinroter Robe, die an den RĂ€ndern dezent orange-wĂ€ssrige Aufhellungen aufweist. Im Bukett zu Beginn erkennbare TertiĂ€r-Aromen von feuchten Laub, altem Leder, schwarzem Olivenwasser und reichlich welken BlĂŒten/Rosen, aber auch viel Jod, Eisen und dezent Tabak. Mit mehr Luft zarte Spuren von getrockneten Feigen. Am Gaumen ebenfalls mit erkennbarer Reife, aber gleichzeitig immer noch richtig Struktur, feinsandige Tannine und aromatisch dicht fĂŒr das Alter. Reste einer feinen, zart sĂŒĂŸen Frucht pendeln zwischen getrockneten Erdbeeren und Blaubeeren (die einen auch an gereiften Cabernet Franc denken lassen). Hinzu kommt eine angetrocknete, herb-dunkle WĂŒrzigkeit, die sich gut einfĂŒgt und diesem (immer noch) vitalen „Weinsenior“ zu einem anspruchsvollen TrinkvergnĂŒgen macht. jetzt – 2022??

2015 Riesling Große GewĂ€chse – Eine Auswahl

Die Großen GewĂ€chse aus 2015 sind in der Breite sehr gut bis paritell herausragend gelungen – so zumindest der Tenor aus der Vorstellung in Wiesbaden und den anschliessenden Presseberichten.

Doch das eigenene Urteil ist durch nichts zu ersetzen.  Mein Keller fĂŒllt sich und die Neugier auf einen ersten persönlichen Überblick war kaum noch auszuhalten. Hier und da hatte ich schon ein paar Sachen verkostet, aber es benötigt eigentlich Ruhe, statt der ĂŒblichen Verkostungsquickies im Minutentakt, um diesen GewĂ€chsen in den Kindenschuhen auch nur halbwegs gerecht zu werden. Gestern Abend konnte ich mit 9 Weinfreunden ausgiebig verkosten,  trinken und ratschen ĂŒber die Weine, von denen viele zu meinen persönlichen Favoriten gehören und die Jahr fĂŒr Jahr Einzug in meinen Keller erhalten. Schwierig ist, dass bereits jetzt, knapp 2 Monate nach der Freigabe einige GGs schon komplett vom Markt absorbiert sind und es somit schwer wird, diese noch zu kaufen.

Verkostungsnotizen:

2014 Riesling Doosberg GG, Peter Jacob KĂŒhn – Rheingau

Intensive goldgelbe Farbe, strahlend. ZunĂ€chst recht verhaltene Nase, die mit Luft mĂ€chtig ausbaut, um dann in voller Pracht unglaublich komplex und duftig zu betören. Marc meinte: „aus der Nase hĂ€tten andere zwei Weine gemacht“), zunĂ€chst Heu, nasser Kalkboden, dann immer krĂ€ftiger mit einer intensiv herben gelben Frucht, viel gelbe BlĂŒten, auch gelbwĂŒrzig. Am Gaumen herrlich feinsaftig, dicht und krĂ€ftig, aber völlig ohne Schwere, bomben SĂ€ure (geschliffen und reif), steinge Noten, Mandarinen, entwickelte Frucht, Grapefruit, leichter Gerbstoff, eine salzig mineralischer Faden zieht sich durch den mittellangen Abgang. 94 Punkte

2015 Riesling FrĂŒhlingsplĂ€tzchen GG, Emrich-Schönleber – Nahe

Helles Zitronengelb mit klarem Glanz. Recht krĂ€utrige Nase, ZitrusfrĂŒchte, viel steinige KrĂ€uter, kĂŒhler Ansatz, sehr rein und klar. Spontinoten am Gaumen, resche SĂ€ure, spritzig, Limonen, LimettenblĂ€tter, Zitronenmelisse, auch wieder schlanker Ansatz, transparente Art mit nur 12%Alk. Bei der Nachverkostung am nĂ€chsten Tag mit mehr Zug und Esprit. Am Abend „nur“ 90 Punkte

2015 Riesling Kirchspiel GG, Keller – Rheinhessen

Dunkles Zitronengelb. Duftige, ausdrucksvolle/intensive und sehr reintönige Nase, dunkel-krĂ€utrige, Ă€therische Aromenwelt, Brennnesseltee, gelbes Steinobst, dunkle Erde. Am Gaumen macht das Kirchspiel mĂ€chtig Dampf, vielleicht das intensivste, junge Kirschspiel aller Zeiten. Dicht, mit viel Zug am Gaumen, weiche OberflĂ€che, darunter klare Struktur, sehr viel KrĂ€uternoten, setzt ein Ausrufezeichen! Aromatisch eine intensiv-komplexe Aromenwelt: ein Hauch Cassis, Brennnessel, Tabak, da schießt minĂŒtlich mehr aus dem Glas, leichte Cremigkeit, viel WĂŒrzigkeit, blonder Tabak, dunkle Seite der Macht, Erdigkeit. Nachhaltig, extraktreich und mit guter LĂ€nge. 93 Punkte

2015 Riesling Kirschspiel GG, Groebe – Rheinhessen

Intensives, strahlendes Zitronengelbe mit grĂŒnlichen Reflexen.  „Der Morstein, der aus dem Kirschspiel kam“ Sehr fest gewobene, kĂŒhle, krĂ€utrige Nase, eine Spur Rauchigkeit, vegetabile Noten, sehr klar und stringent. Gleicher Eindruck am Gaumen, viel Zug und Straffheit, sehnig-fester Kern, aktuell sehr straight (fast monolithisch). Klare, pikante SĂ€ure, ein Hauch Tabak, sehr mineralisch (nassel Kiesel und Kalk), herbe Zitronenzesten. Ich liebe diese reintönige, druckvolle und prĂ€zise Art, die aktuell, als Jungspund, keine Gefangenen macht. PrĂ€zise 92+ Punkte

2015 GrĂŒner Veltliner Radikal, Herbert Zillinger – Weinviertel, Österreich

Der Pirat des Abends! Helles Goldgelb mit zart grĂŒnlichen Reflexen. Von Anbeginn setzt dieser Wein nicht auf Frucht, sondern eher auf Ă€therische, blĂŒtige und erdige Aromen: Dunkle BlĂŒten, Scharfgarbe, Kamille, OrangenblĂŒten, BlĂ€tterwald im feuchten Herbst, ein Hauch gelbes Curry und etwas laktische Noten. Am Gaumen erkennbar mit Maischestandzeit gearbeitet – leichter Gerbstoff, kommt auch hier wenig ĂŒber die Frucht, KrĂ€utertee, grĂŒner Tee, Linsen, Heu/Stroh und getrocknete Apfelringe. Dichter Extrakt mit zart schmelziger OberflĂ€che und einer geschmeidigen, balancierten SĂ€ure. Der Wein wird erst im nĂ€chsten Jahr freigegeben, die Zeit der Flaschenreife wird ihm gut tun, denn aktuell braucht er sehr viel BelĂŒftung bis er sich aus seinem Kokon entfaltet. Am 2.Tag deutlich besser als am Vorabend (trotz mehrstĂŒndiger BelĂŒftung in der Flasche) – 92+ Punkte

2015 Riesling Abtsberg Riesling GG, Maximin GrĂŒnhaus – Ruwer

Funkelndes, helles  Zitronengelb mit grĂŒn schimmerndem Glanz. KĂŒhler Auftakt in der Nase mit hellen, Ă€therischen Aromen; helle feuchte KrĂ€uter, z.B. Brennnessel, Waldmeister etwas Minze, sehr klar, transparent und rein, zeigt ĂŒberhaupt keine Schwere, Frucht spielt ein völlig untergeordnete Rolle, vielleicht etwas Grapefruit und unreife Birne. Am Gaumen wiederum kĂŒhler Ansatz; glockenklare Aromatik, viel grĂŒne BlĂ€tter, Eichenlaub, Brennnessel, Waldmeister, steinig-mineralisch, ein Hauch Gerbstoff, wiederum nur begrenzt Frucht, rosa Grapefruit, Limetten, schiefrige Bitternoten, pikante SĂ€ure. Engmaschig und mit sehnigem Zug, aber ohne jede Schwere; schlanke 12% Alkohol. Äußerst klar und reintönig, in seiner betont schlanken,grĂŒn-krĂ€utrigen-steinigen Art etwas in sich gefangen. Ein wenig mehr Frucht wĂŒrde eine weitere Dimension öffnen und ihn noch komplexer machen. Am Stil hat sich wenig geĂ€ndert, des Kaisers neue Kleider (erster Jahrgang als VDP-Mitglied) heißen jetzt Großes GewĂ€chs statt SpĂ€tlese trocken. 91 Punkte

 

2015 Riesling Halenberg GG, Emrich-Schönleber – Nahe

Leuchtend zitronengelber Kern mit lindgrĂŒnen Randreflexen. Der Wiedererkennungsfaktor des Halenberg GG von Emrich-Schönleber ist einzigartig. Jahr fĂŒr Jahr ist es diese bestimmte Komposition einer tiefen Aromatik von gehauenen Steinen und nassen KrĂ€utern, die einen in ihren Bann zieht. So auch bei der 2015er Ausgabe. Am Gaumen frischer, mineralischer Auftakt, dunkle KrĂ€utrigkeit, dann sehr dicht, extraktreich und reintönig. Der Wein hat eine klasse SĂ€ure, besitzt Zug und Druck, hat mineralischen Grip mit einem winzigen Hauch Gerbstoff. Zitronenmelisse, Limette, Minze, Basilikum und ein Hauch Ingwer. Regt mit seiner SĂ€ure den Speichfluss an, ein Hauch Salzigkeit. Macht mĂŒde MĂ€nner munter, straffgewirkt, aber insgesamt alles sehr stimmig; endet lang auf seiner krĂ€utrigen MineralitĂ€t. 94 Punkte

 

2015 Riesling Ungeheuer GG, von Buhl – Pfalz

Jung, frisch, knackig und richtig grĂŒn hinter den Ohren. In der Nase sehr fruchtige Aromen, leicht kĂŒnstlich nach GummibĂ€rchen, Nadelwald und Sauvignon Blanc. Am Gaumen ebenso frisch, jung, aber auch fragmentiert, da passt erst einmal wenig zusammen, wirkt strukturlos und einfach unfertig. Rassige SĂ€ure, grasige Noten, unreife ZitrusfrĂŒchte, grĂŒne Mango, ein Hauch grĂŒner Paprika. Das eignet sich wahrscheinlich als Sektgrundwein deutlich besser als fĂŒr ein Großes GewĂ€chs. Einerseits ist es zwar nett, wenn Große GewĂ€chse mit 12% Alkohol auskommen wollen, andererseits fragt man sich hier, ob die Beeren ihre volle physiologische Reife erreicht haben.  Am 2. Tage erkennbar harmonischer, aber die Aromatik bleibt ungewöhnlich. Die Nase erinnert noch stĂ€rker an Sauvignon Blanc mit Aromen von Maracuja, Kumquats und NadelbĂ€umen; auch andere frische exotische FrĂŒchte mit SĂ€urebetonung, wie z.B. Grapefruit und Pomelo. Am Gaumen geradlinig schlank, ĂŒberwiegend Aromen grĂŒner FrĂŒchte, viel vegetabile Noten, frisches BlĂ€tterwerk, etwas grĂŒne Walnuss, ein Hauch Gerbstoff. Am 2. Tag: 86 Punkte.

 

2015 Riesling Hermannshöhle GG, Dönnhoff – Nahe

Helles Zitronengelb mit Glanz. Tiefes, klares und sehr reintöniges Bukett; keineswegs laut, vielmehr puristisch, unaufgeregt und ausgewogen; weißes Kernobst, zart Birne und BlĂŒten. Wie so oft bei der Hermmanshöhle von Dönnhoff, besitzt auch das 2015er Große GewĂ€chs bereits in seiner Jungend eine wunderbare Harmonie und Eleganz. Am Gaumen sehr stimmig; feingliedrige, elegante SĂ€ure und Aromatik; aber mit innerer Kraft, VitalitĂ€t und sehr schöner Struktur. Zarte, mineralische WĂŒrze, nobel und mit feinstimmiger Lebendigkeit. Schon jetzt mit sehr angenehmen Trinkfluss. Wer es laut mag, macht bitte einen Bogen, das ist Stoff aus dem sensible GenießertrĂ€ume sind. 95 Punkte

 

2015 Riesling Niederberghelden GG, Schloss Lieser

Mein goldenes Ei! Was fĂŒr ein toller, jugendlicher, gut gebauter, attraktiver Bursche mit Charakter, hoher individualitĂ€t und Tiefe.

Leuchtendes, tiefes Zitronengelb. In der Nase eine Mischung aus SpontanvergĂ€rungsaromen und MoselwĂŒrze. Flintstone, zarte Rauchigkeit, nasser Schiefer, Flechten, eine Mischung aus jodiger Meeresluft und feuchtem Herbstwald im Nebel; dahinter eine noch verhaltene Zitrusfrucht und etwas Minze. Am Gaumen herrlich frisch, blau-schwarze Mineralik, mit genialer, verspielter SĂ€ure. In seiner Art fordernd und doch ungemein trinkanimierend. Vielseitig, reintönig, sehr klar und mit definierten Konturen; herrlich extraktreich, aber völlig ohne Schwere oder Dicke. PrĂ€zise Aromatik, zahlreiche krĂ€utrig-wĂŒrzige, vegetabile Aromen, getrockneter Thymian, von den Steinen/Schiefer geprĂ€gt. Assoziationen von weißen FrĂŒchten, Vogelbeeren, Meeresbrise mit leichter Salzigkeit. Unglaublich lang, pur, steinig und einfach groß. Das ist jetzt so unglaublich sexy, man darf sehr gespannt sein, was aus diesem Typen wird. 96 Punkte

2013 Mil Reis Syrah Grande Reserva, Herdade da Maroteira – Alentejo

94 Punkte – In der Uhrmacherkunst wĂŒrde man von einem „Masterpiece“sprechen.

Das Familienweingut Herdade da Maroteira fĂŒllt erst seit einigen Jahren unter eigenem Label Weine ab. Den – bescheiden als „Gehöft“ (=Herdade) bezeichneten Besitz von ĂŒber 540 ha Land bearbeitet die Familie mit Anglo-Portogisischen Wurzlen seit fĂŒnf Generationen. Wirtschaftliche Keimzelle und Kern der Farm ist bis heute ein stattlicher Korkeichenwald, der auf ca. 2/3 des Farmlandes steht.

Herdade_da_MaroteiraDie erst vor wenigen Jahren getroffene Entscheidung, die Trauben der eignenen Rebstöcke nicht nur zu verkaufen, sondern Wein unter dem eigenen Namen zu produzieren, hat sich schnell als Erfolgsstory herausgestellt. Mit der „normalen“ Cem Reis Syrah Reserva (fĂŒr ca. 20 Euro im Handel) hat man nicht nur in Portugal schnell Aufsehen erregt und eine Erfolgsstory geschrieben.

Die 3.652 Flaschen Mil Reis sind quantitativ der berĂŒhmte Tropfen auf den heißen Stein, qualitativ hat man sich damit aber in die Spitze der besten Rotweine Portugals katapultiert. Stilistisch ist man einem Top-Shiraz aus Australien nĂ€her als einem Syrah von der CĂŽte RĂŽtie, aber letztlich ist dieser Weine ein portugiesisches MeisterstĂŒck.

Im Glas zeigt er ein dichtes, sattes, cassisartiges Dunkelrot mit noch leicht violetten Reflexe. Die Nase ist ein wildes Aromen-Potpourrie von dunklen BeerenfrĂŒchten, edlen Hölzern, balsamischen Noten, ĂŒberzogen von einem feinbitteren Schokoladenguss.  Am Gaumen erstaunlich cool fĂŒr seine 15,5 Prozent Alkohol. Unter der seidigen Softtouch-OberflĂ€che prĂ€sentieren sich eine feingliedrige WildbeerenfrĂŒchte, perfekt verwoben mit balsamischen Noten, getrockenten KrĂ€utern, Feigen- und Zedernholzaromen.  Ein kraftvoller und mĂ€chtiger Körper sind dank der guten Struktur nicht die Grundlage einer sattmachenden, aromatischen Fruchtbombe, sonders die Attribute eines dichtmaschigen und saftigen Weins, der mit feinen und eleganten Zwischentönen zu ĂŒberzeugen weiß. Das edle Holz verleiht dem Wein eine kĂŒhle Eleganz und Charme. Wegen der Verbindung von Kraft und Körper mit einem subtilem Charme kann man dem Wein nur schwer widerstehen und bei einem Glas am Abend wird es sicher nicht bleiben. Schöner Partner zu geschmortem Fleisch oder als Solist mit einem guten Buch.

Berlin SPÄTBURGUNDER Cup 2015

2013_FĂŒrst_HundsrĂŒck (1)Genussmensch und Veranstalter Martin Zwick hat einmal mehr die besten deutschen SpĂ€tburgunder des neuen Jahrgangs zusammengetragen, um sie einem Verkostungsteam aus Weinschreibern, WeinhĂ€ndlern, Sommeliers und Weinliebhabern zu prĂ€sentieren. Als Vertreter fĂŒr den WEINWISSER (www.weinwisser.de) habe ich dieses Jahr auch den dritten Berlin Cup absolviert.

Das Jahr 2013 war fĂŒr viele Winzer kein einfacher Jahrgang. Zur Ernte gab es eine feuchte und regnerische Periode, die schnell hohen FĂ€ulnisdruck erzeugte. Mit einer „rapido“ Lese (teilweise mit verdoppelter Lesemannschaft) und penibler Traubenselektion konnte Mutter Natur vielfach ein Schnippchen geschlagen werden. Auch der Umstand, dass der SpĂ€tburgunder – anders als es der Name es vermuten lĂ€sst – eine eher frĂŒh reifende Rebsorte ist, war in manchen Regionen von Vorteil. Aus den bisherigen Erfahrungen kann ich zusammenfassend sagen:

  1. Der Jahrgang 2013 ist ein sehr schönes Burgunderjahr. Ein guter und prĂ€ziser SĂ€urebiss in Verbindung mit einer subtilen Burgunderfrucht bringen viele Wein weit nach vorne. Die Tannine sind meist fein und ausgereift, sodass grĂŒne Noten kaum zu finden sind. Ein Terroirjahrgang, in dem man vieles ĂŒber die Charakteristiken einzelner Lagen lernen kann.
  2. Der Umgang mit dem Holz hat sich in den letzten Jahren deutlich verbessert, die meisten Winzer spielen inzwischen technisch perfekt auf dieser Klaviatur, einige beherrschen das Instrument inzwischen geradezu virtuos. Holzexzesse bzw. ein allzu ungeschickter Einsatz von neuem Holz scheint weitgehend der Vergangenheit anzugehören – wie schön!!
  3. Die Spitzengruppe der Erzeuger von guten und sehr guten SpĂ€tburgundern ist in den letzten Jahren – Ă€hnlich wie beim Riesling – merklich breiter geworden. Eine fĂŒr den Weingenießer in jeder Hinsicht erfreuliche Entwicklung.
  4. Ein wenig ĂŒberraschend war, dass viele Weine jetzt schon – in ihrer Jugend – bereits sehr harmonisch sind und einen hohen Trinkfluss besitzen. Trotzdem sollte die ganz große Mehrzahl der Weine eine ordentliche LagefĂ€higkeit (mindestens 7 bis 10 Jahre) aufweisen. Die absoluten Topweine sind in den nĂ€chsten 15-20 Jahren gerne gesehene Kellerkinder, um dann mit viel Genuss perfekt gereift getrunken zu werden.

2013_Huber_Wildenstein

Referenzweine, die international keinen Vergleich zu scheuen brauchen und fĂŒr mich global zu den großen Grand Crus gezĂ€hlt werden können sind: FĂŒrsts 2013 BĂŒrgstadter HundsrĂŒck SpĂ€tburgunder GG und Hubers 2013 Bienenberger Wildenstein GG SpĂ€tburgunder R. Großer Stoff, der jetzt eher am 2. und 3. Tag nach dem Öffnen genossen werden sollte, als am Tag des Öffnens.

Ganz knapp dahinter und unter Preis-/ Leistungsgesichtspunkten so attraktiv, dass man an ihnen nur schwerlich vorbeikommt (ich habe nicht widerstanden und bestellt): der 2013er Fellbacher LÀmmler SpÀtburgunder GG von Schnaitmann und der 2012 Pinot Noir Reserve; Auslese trocken von Koehler-Ruprecht (der genaue Preis kommt jedoch erst zur Freigabe des Weins Mitte 2016)

Siegerwein des Berlin SpĂ€tburgunder Cups ist der 2013 Kallstadter Saumagen SpĂ€tburgunder der BrĂŒder Rings aus Freinsheim in der Pfalz. Die fabelhaften Baker Boys bedurften einer Susie Diamond alias Michelle Pfeiffer um ihr Talent in bare MĂŒnze umzuwandeln. Die BrĂŒder Rings schaffen das auch ohne weibliche UnterstĂŒtzung. Sie besitzen das richtige GespĂŒr fĂŒr ihre Lagen, den Wein, das Holz, die Balance und den Markt. Ihre SpĂ€tburgunder sind zwar nicht die ganz große, intellektuelle besonders wertvolle Weinoper, aber es sind SpĂ€tburgunder, die ein geiles Niveau haben und die gleichermaßen Freaks, Kritiker oder einfach „normale“ Weintrinker in großer Zahl begeistern. Pavarotti & Friends lĂ€sst grĂŒĂŸen.

2013 Pinot Noir Kalkstein – Frank John, Pfalz (€45,-)

Dunkles Rubinrot mit deutlicher Transparenz, fruchtig-sĂŒĂŸer Ansatz, Walderdbeeren, Himbeeren, etwas Sauerkirsch; klare Frucht und schöne SĂ€ure; mittelgewichtig mit guter Struktur; dezent medizinale Note im Abgang. 86-88 Punkte

2013 Lorcher Kapellenberg Pinot Noir, QbA trocken – Chat Sauvage, Rheingau (€45,-)

Recht dunkles Rubinrot; dunkle, leicht vom Alkohol getragene Nase, etwas rauchig, geschnittenes Holz, saftiger Ansatz, schöne aromatische Tiefe mit festem Kern, gutes Tannin, klare Frucht; fest gewirkte, gute Struktur; Holz ist sehr gut eingebunden; druckvoll, mit guter LÀnge. 89-90 Punkte

2013 Laumersheimer Kirschgarten SpĂ€tburgunder, QbA trocken – Zelt, Pfalz (€25,-)

Mittleres Rubinrot mit leicht purpurnen Reflexen, viel Himbeeren und Kirschen, saftiger Ansatz, gute SĂ€ure, trinkig, etwas vordergrĂŒndig und leicht dropsig, geht in Richtung easy drinking, ordentliche LĂ€nge; 86-87 Punkte

2013 Birkweiler Kastanienbusch Köppel SpĂ€tburgunder, QbA trocken – Siener, Pfalz (€17,50)

Dunkles Rubinrot, die Nase noch leicht vom Holz dominiert, dahinter dunkle Waldbeeren, leicht mineralische Komponente, mittlerer Körper, zugreifende Tannine, sehr ausgewogen und mit guter Struktur, hat schönen Widerstand. Insgesamt sehr stimmiges Bild. Bereits jetzt mit großer Freude zutrinken, aber auch mit gutem Potential. Geht in die burgundische Richtung. 90-92 Punkte

2013 Blauer SpĂ€tburgunder, QbA trocken – Karl H. Johner, Baden (€23,90)

Deutlich vom Holz geprĂ€gte Nase, viel Toasting, Rauch, Röstaromen, Zigarrenkiste. Dahinter dunkle Frucht, Zwetschge, Schwarze Kirsche, TabakblĂ€tter. Am Gaumen ĂŒberraschend fruchtig, mit guter SĂ€ure, aber auch leicht laktischen Noten, kraftvoll mit deutlichem Alkohol. Gut gemacht, Biber-Wein. 88-89 Punkte

2013 SpĂ€tburgunder Rhini, Landwein trocken – Ziereisen, Baden (€34,-)

KĂŒhler, geschliffener Duft, dezent nach Beeren, Tomaten, leicht krĂ€utrige AnklĂ€nge, zeigt Tannin und Struktur (aktuell aber noch leicht trocknend), kĂŒhl-herbe Ausrichtung mit deutlich mineralischem Nachhall. Balanciert, schöne SĂ€ure, insgesamt eher wenig Frucht, krĂ€utrig, zart tabakig, hier steht Mineralik und Terroir im Vordergrund. 89-91 Punkte

2013 Ihringer Winklerberg HĂ€usleboden SpĂ€tburgunder GG – Dr. Heger, Baden (€71,40)

Mittleres, ziemlich transparentes Runbinrot, sehr schöner Glanz, wunderbar balancierte, ruhige Art, feine Textur, eleganter Stil. Die Komponenten Frucht (rot- und dunkelbeerig, subtile Kirschfrucht), Tannin und SĂ€ure sind perfekt aufeinander abgestimmt; schöne Struktur; sehr klare und reintönige Art, richtig guter Stoff, feinsandiges Tannin, nachhaltig und subtil zugleich, erstaunlich frĂŒh zu trinken, aber mit gutem Lagerpotential 92-94 Punkte

2013 Freinsheimer Musikatenbuckel SpĂ€tburgunder, QbA trocken – Krebs, Pfalz (€28,-)

Geschliffene Frucht mit dezent holzwĂŒrziger Noten in der Nase, am Gaumen deutlicher von der Frucht geprĂ€gter Wein, Waldbeeren, Erdbeeren, rote Johannisbeeren, recht deutliches, noch etwas rauhes Tannin, dunkle Mineralik, pikante SĂ€ure, wirkt noch! nicht komplett harmonisch; trĂ€gt aber nachhaltig, kĂŒhl und lange am Gaumen. 89-90 Punkte

2013 Alsheim SpĂ€tburgunder, QbA trocken – Juwel Juliane Eller, Rheinhessen (€12,-)

Sehr helle, transparente rubinrote Farbe, noch ganz leichte GĂ€rkohlensĂ€ure; leichte, rotbeerige Frucht, feinduftig, Schattenmorellen. Am Gaumen aber ein etwas saurer Geselle, dezent rauchige Noten, die eher transparente Frucht ist rotbeerig, schlank, letztlich ein wenig zu dĂŒnn. Wenig Tannin. 85-86 Punkte

2013 Avantgarde / Hölle SpĂ€tburgunder QbA trocken – Bergdolt-Reif & Nett, Pfalz (€16,-)

Frischer, feinsaftiger Ansatz, zeigt klare Frucht, wunderbar reintönig, es fehlt ihm etwas an Tiefe und KomplexitÀt, feines Tannin, sehr stimmig. Trinkanimierend, sauber und gut! Schöne feinfruchtige LÀnge. 86-88 Punkte

2013 Marienglas – UntertĂŒrkheimer Gips SpĂ€tburgunder GG – Aldinger, WĂŒrttemberg

Sehr krÀutrig-erdige Geschichte, dezent rot-schwarzbeerige Fruchtnoten. Am Gaumen aromatisch tiefer Ansatz, feinsaftig; dezente, recht feine Tannine, mittelgewichtig, guter Saft, dunkle Beerenfrucht, etwas Kirsche, macht Freude. 88-89 Punkte

2013 Fellbacher LĂ€mmler SpĂ€tburgunder GG, – Heid, WĂŒrttemberg (€25,-)

Bordeauxrot mit mittlerer Transparenz, tiefer Ansatz, feinsaftig, ernst, eher dunkelbeerig, Schattenmorellen; kĂŒhle Stilistik. Am Gaumen mit herrlicher Struktur und geschliffener Textur, feinsaftig, perfekte Tannine, großartige Tiefe, dunkler Ansatz, dunkle Kirschen, ein Hauch schwarze Oliven, KrĂ€uter, Mineralik – hier ist alles an seinem Platz! 91-93 Punkte

2013 SpĂ€tburgunder Terra 1261, QbA trocken – Weingut Stadt Klingenberg / Benedikt Baltes, Franken (ca. €100 – als Teil einer Lagenkiste)

Helles Rubinrot mit mittlerer Transparenz. Feine, dezent rotbeerige Frucht, etwas roh-fleischige Noten, Nuancen von Kirschen und getrockneten KrÀutern, filigran gewirkte Nase. Am Gaumen hochelegant, perfekte Balance, mit sehr schöner aromatischer Tiefe, verspielt, feine und noble Tannine, mineralische AnklÀnge, mit ganz vielen Facetten, besitzt eine wunderbare Leichtigkeit des Seins. Aristokratisch und subtil bis lange Finale. 93-94 Punkte

2013 Fellbacher LĂ€mmler SpĂ€tburgunder GG – Schnaitmann, WĂŒrttemberg (€42,-)

Herrlich intensives und nachhaltiges Parfum; dicht und gleichzeitig vielschichtig und facettenreich – so schön! Am Gaumen ein wunderbare Aromen-Melange. Feinsaftig und eher kĂŒhl in der Aromatik, kein bisschen vordergrĂŒndige Frucht, sondern eher vegetabil-krĂ€utrige Noten, Kirschkerne, erdig und mineralisch; wunderbares SĂ€urespiel, viel Substanz, noch recht fest gewirkt, aber mit sehr feinen Anlagen, nachhaltig und mit formidabler LĂ€nge. 93-95 Punkte

2013 Melandor Pinot Noir, QbA trocken – Metzger, Pfalz (€48,-)

Sehr klare und reintönige Burgunderfrucht mit herrlicher FruchtsĂŒsse, ziemlich dicht, saftig, hohe Frische, rote Frucht mit einem Hauch dunklem Holz. Feinsaftig und reintönig, geschliffene Tannine und eine wunderbar frische und perfekt integrierte SĂ€ure, animierend, das macht mĂŒde Seelen munter. Sehr stimmig und mit schöner LĂ€nge. 90-91 Punkte

2013 Pinot Noir, QbA trocken – JĂŒlg, Pfalz (€36,-)

Sehr substanzgetriebener Wein mit viel Anspruch, eher dunkle BeerenfrĂŒchte, tabakige Holznoten. Am Gaumen dicht gewirkte Frucht, die sich aktuell mit dem deutlichen Holz noch nicht richtig vermĂ€hlt hat. Dunkle Beerenfrucht, rauchig erdige Noten, ganz schön dunkel ;-). Kraftvolle Tannine, strukturgetriebener Pinot. Wirkt ein bisschen gewollt, es bleibt abzuwarten, ob alle Komponenten mit ein, zwei Jahren Flaschenreife noch richtig zueinander finden. Jetzt 86-87 Punkte

2013 Kalkmergel SpĂ€tburgunder, QbA trocken – Wageck, Pfalz (€15,80)

Klare, transparente und etwas parfĂŒmiert wirkende rote Beerenfrucht. Am Gaumen mit frischer Saftigkeit, zeigt viel rotbeerige, sĂŒĂŸlich wirkende Frucht, Erdbeeren, Himbeeren; wenig Tannin, etwas laktische Anmutung, eher leichtgewichtig. 85-86 Punkte

2013 Birkweiler Kastanienbusch Pinot Noir, QbA trocken – Siener, Pfalz (€32,-)

Ausdrucksvolle Frucht, dunkelbeerig, Kirsche, balsamische AnklĂ€nge, ein Hauch von dunkler Fleischsoße. Am Gaumen mit tiefer Aromatik, hat gute Substanz, feinsaftig mit schöner, dunkler Pinot-Frucht; feine ExtraktsĂŒsse; ein Hauch von Schokolade und balsamische AnklĂ€nge. Mittelgewichtig, mit sanfter OberflĂ€che und einem schönen, runden und mĂŒrben Tannin. Gute Verbindung von Holz und Frucht. Substanzreicher und hedonistischer Tropfen. 91-93 Punkte

2013 Probstey SpĂ€tburgunder QbA trocken – Thörle, Rheinhessen (€26,-)

Fruchtig holzduftige Nase mit Waldbeeren- und Cassisarmoatik. Am Gaumen ebenfalls eine Aromatik von reifen Waldbeeren, kombiniert mit Tabak-und Kakaotönen aus dem Holz, angenehme Saftigkeit, dezent mineralische AnklĂ€nge. Ordentlich gebaut; mittleres Tannin. Man wĂŒnscht sich etwas mehr aromatischen Ausdruck und KomplexitĂ€t. 86-87 Punkte

2013 AssmannshĂ€user Höllenberg SpĂ€tburgunder GG – Allendorf, Rheingau (€25,-)

Luftiger Ansatz, ein Spiel von Erdbeeren, roten Beeren und Rhabarber mit einem Hauch von Vanille. Insgesamt ein eher leichtfĂŒĂŸiger, subtiler SpĂ€tburgunder mit einer luftig-lockeren Frucht, dahinter auch mineralische AnklĂ€nge. Die Tannine passen in ihrer eher zarten Art zu diesem fruchtbetonten, mit guter SĂ€ure ausgestatteten SpĂ€tburgunder. Hatte es im in diesem Umfeld etwas schwer. 86-88 Punkte

2013 Hochheimer Stein SpĂ€tburgunder GG – KĂŒnstler, Rheingau (€ 24,90)

Im Kern rubinrot, am Rand jugendlich purpur. Das Bouquet verströmt eine Duft von Kirschen und reichlich KrĂ€utern. Am Gaumen schlanker Ansatz mit festem Kern und herrlichem Widerstand. Die dunkle Seite der Macht bestimmt das Fruchtbild. Kirschkerne, erdig-wĂŒrzige AnklĂ€nge und ein Hauch von Malz. Gut definierter, schlanker Körper, herrlich frische, mineralische Art, das Holz ist perfekt eingebunden. Im langen Finale eher leise und subtil. 91-92 Punkte.

2013 Muschelkalk SpĂ€tburgunder, Landwein – Enderle & Moll, Baden (€32,50,-)

Zu Beginn mit luftiger und ausdrucksvoller Frucht, noch etwas vordergrĂŒndig, rote Beerenfrucht, Hagebutten, ein Hauch Cassis, auch getrocknete KrĂ€uter und florale AnklĂ€nge. Am Gaumen mit aromatischer Tiefe und sehr klaren, reintönigen Aromen. Auch wenn noch nicht alles perfekt zueinander gefunden hat, ĂŒberzeugt die aromatische Vielfalt. Feinsaftig, feiner SĂ€urebiss. Klare Art und Frische; moderate und feine Tannine; ein schöner Luftikus/SeiltĂ€nzer mit Nachhall und der Leichtigkeit des Seins. 90-92 Punkte

2013 Niersteiner Paterberg SptĂ€tburgunder GG – St. Antony, Rheinhessen (€32,90)

Tiefes Rubinrot mit noch dezent violetten Randreflexen. Ausdrucksvolle und tiefe Burgunderfrucht, vielschichtig, dunkel, Kirschkerne. Am Gaumen ebenfalls dunkle Beeren, verwoben mit einer komplexen KrĂ€utrigkeit (getrocknete KrĂ€uter). Viel Substanz und ĂŒberaus strukturiert, es passt alles zusammen: die fĂŒr einen Burgunder recht nachhaltigen Tannine, die trotzdem weiche OberflĂ€che, die schöne SĂ€ure, die sehr reintönige Frucht von dunklen Beeren und Kirschen, die aromatische Tiefe und der gute Extrakt. Herrlich zupackender Wein. Er gibt ein Versprechen fĂŒr lang anhaltenden Genuss. 92-94 Punkte

2013 Saulheimer Hölle SpĂ€tburgunder, QbA trocken – Thörle, Rheinhessen (€29,-)

Dunkle SpĂ€tburgunderfrucht, noch von Holz und Toasting geprĂ€gte holzwĂŒrzige Nase. Am Gaumen mit guter aromatischer Tiefe und Substanz. Klar und mit dunkler Frucht, packt zu, hat Kraft und Tannin, eher kĂŒhl gewirkt mit erkennbarer ExtraktsĂŒĂŸe. Dezent krĂ€uterwĂŒrzig, eher maskuliner SpĂ€tburgunder. 88-90 Punkte

2013 Dernauer Pfarrwingert SpĂ€tburgunder GG – Meyer-NĂ€kel, Ahr (€48,-)

Dichtes Rubinrot. Dichte Waldbeerenfrucht, Erdbeeren, dezente KrĂ€utrigkeit. Am Gaumen schöner Extrakt. Dunkle Waldbeeren, Kirschfrucht und Erdbeeren, dahinter dezent krĂ€utrige Noten. Etwas ExtraktsĂŒĂŸe – abgepuffert mit schöner SĂ€ure. Insgesamt mittelgewichtig mit guter Frische und fein eingepassten Gerbstoffen. Ausgewogener und harmonischer SpĂ€tburgunder, der bereits jetzt gut zu trinken ist. 89-91 Punkte

2013 BĂŒrgstadter HundsrĂŒck SpĂ€tburgunder GG – FĂŒrst, Franken (€94,-)

Rubinrot mit mittlerer Transparenz und schönem Glanz. In der Nase feiner, tiefer und kĂŒhl-mineralischer Ansatz, ĂŒberaus reintönige Aromen, eher dunkelbeerig und krĂ€utrig. Am Gaumen die gleiche reintönige und transparente Art. Baut viel Zug und Druck auf, viel innere StĂ€rke, dabei nie schwer. Packt zu, feinwĂŒrzig, mit herrlichem SĂ€urebiss und subtiler ExtraktsĂŒĂŸe; feinsaftig und ĂŒberaus klar. Hedonistischer Wein mit riesigem Potential und tollem Harmonie-Versprechen. Großartig; feistes Teil! 94-96 Punkte

2013 Bienenberger Wildenstein SpĂ€tburgunder R / GG – Huber, Baden (€120,-)

Von Anbeginn eine ungeheuer subtile und vielschichtige Aromatik. Betörende Nase mit Ă€therisch/balsamischen AnklĂ€ngen, feinen Kirsch- und dunklen Beerennoten, auch wĂŒrzige Aromen. Am Gaumen eine vergleichbar komplexes Aromenspiel zwischen Frucht, GewĂŒrzen (z.B. roter Pfeffer) und erdig, mineralischen AnklĂ€ngen. KĂŒhle, sehr geschliffene Art. Hier ist alles bestens definiert, passend dimensioniert und auf eine lange Zukunft hin strukturiert. Frucht, frische SĂ€ure, feingliedrige Tannine und ein wunderschönes, langes und elegantes Finale. Groß!  94-95 Punkte

2013 Berntaler Felsenberg SpĂ€tburgunder – Rings Pfalz (€?)

Subtanzreicher und reintöniger Duft, dunkle Beerenfrucht, viel Kirsche und eine schöne Röstaromatik. Am Gaumen ebenfalls viel Substanz, viel innere Spannung, eher dunkle Aromatik mit erkennbar mineralischen AnklĂ€ngen. Gute Tannine, die Struktur bringen; schöne, feinsaftige dunkle Kirsch(kern)frucht, gute Frische & ein gut eingebundenes Holz. (Anmerkung: Weinberg in 2010 restauriert, in Naturschutzgebiet gelegen, mit Kalksteinmauern umgeben – quasi ein Clos. Jungfernjahrgang, sehr kalkige Böden mit etwas Eisen; nur 2 Barriques, bislang noch ohne Preis) 90-92 Punkte

2013 Kallstadter Saumagen SpĂ€tburgunder, QbA trocken – Rings, Pfalz (€38,-)

KĂŒhler, intensiver Duft von rotschwarzen Beeren und Kirschen, durchzogen mit einem wunderbaren Potpourrie von getrockneten KrĂ€utern und GewĂŒrzen. Am Gaumen geil-saftig (sorry des Ausdrucks), tief und nachhaltig. Der Wein hat Power und Frische, ist klar, kĂŒhl und substanzgeladen. Insgesamt fest gewirkt, mit ein paar schönen Pölsterchen an den richtigen Stellen und runden, weichen, aber nachhaltigen Tanninen. Irgendwie ein crowdpleaser, aber aktuell passt hier einfach alles. Alles ist richtig dimensioniert, dicht und very sexy! Frisch & jung, mit schönem Schmelz und herrlicher Frucht. Es gibt viel zu entdecken in den Ecken und Winkeln dieses Weins. Vielleicht nicht der nobelste aller SpĂ€tburgunder, aber selbst ein Weinintellektueller wird sich dem Charme des Saumagens nicht entziehen können. Eine perfekte SpĂ€tburgunder-Praline, die irre lang am Gaumen haftet. Jetzt schon super zu trinken. 93-95 Punkte

2013 Teufelspfad SpĂ€tburgunder, QbA trocken – Braunewell, Rheinhessen (€22,50)

Schöner SpĂ€tburgunder mit fruchtig floraler Art, reintönige Art. Am Gaumen schöne Saftigkeit, viel Kirschfrucht sowie rote und schwarze Beeren, mittelgewichtig, recht konzentriert und mit passendem Holz abgerundet. Die ziemlich feinen Tannine sind gut eingepasst, die SĂ€ure ist stimmig und die mineralische Note im Hintergrund gibt ihm eine kĂŒhle Note. Insgesamt ein sehr schöner und stimmiger Wein, der gute Anlagen mitbringt und gut ausbalanciert ist. 89-91 Punkte

2013 Koepfle SpĂ€tburgunder; QbA trocken – Henrik Möbitz, Baden (€39,-)

Dunkles Rubinrot mit mittlerer Transparenz und schönem Glanz. Tiefe aromatische Art, subtil und kraftvoll zugleich, eine gewisse Form von Kargheit, dafĂŒr herrlich mineralisch und mit herben Zug, feine Tannine, insgesamt vielschichtig, aktuell noch sehr jung und mit starkem Terroirausdruck. Richtig guter Stoff! 91-92 Punkte

2012 Pinot Noir; Auslese trocken – Koehler-Ruprecht, Pfalz (ca.€20,-)

Klare, dunkle Beerenfrucht mit deutlichen Kirschnoten, aber auch etwas medizinale AnklÀnge. Am Gaumen kraftvolle Art mit guter innerer Spannung; vielschichtige, eher herbe Frucht. Mittleres Tannin, packt trotzdem zu, gute SÀure. Animierend. Schöne LÀnge. 89-91 Punkte

2012 Pinot Noir Reserve; Auslese trocken – Koehler-Ruprecht, Pfalz (k.A. erscheint Mitte 2016)

Tief und vielschichtig, mit sehr schöner Dichte und viel innerer Spannung, feinsaftig mit schönem Spiel und superber Frische Die Tannine sind feinkörnig. Viel innere Spannung und doch ungemein variabel und komplex. Das neue Holz ist bestens integriert und die leichte nussig-schokoladige Röstaromatik fĂŒgt sich perfekt ein. Zupackend und gleichzeitig hedonistisch. Dann bleibt der Zettel leer und die Deklination einzelner Aromen fehlt – habe einfach gedankenverloren genossen! FĂŒr eine Zahl auf dem Papier hat es nach der TrĂ€umerei dann doch gereicht: 93-94 Punkte

2012 Brauneberger Klostergarten SpĂ€tburgunder** – Molitor, Mosel (ca.€45,-)

Feiner und frischer Duft von dunklen Kirschen, rotbeerige Noten zusammen mit kĂŒhlen erdigen und mineralischen AnklĂ€ngen. Am Gaumen ebenfalls sehr klar, kĂŒhl und reintönig. Wieder eine schöne Melange aus dunkler Sauerkirschfrucht und kĂŒhlen mineralisch-wĂŒrzigen AnklĂ€ngen, schwarzer Pfeffer, auch etwas kalter Rauch. Insgesamt mit schöner innerer Spannung, gutem SĂ€urebiß und klarem Ausdruck. Viel Potential, wirkt sehr burgindisch. 90-92 Punkte

2012 Brauneberger Klostergarten SpĂ€tburgunder*** – Molitor, Mosel (ca.€80,-)

Sehr tiefe Burgundernase, unglaublich klar und reintönig, gerade aus und doch Ă€ußerst vielschichtig, es benötigt viel Zeit im Glas, damit der Wein sich zu offenbaren beginnt. Es deutet sich erst langsam an, was in dem Wein steckt. Dieser Stoff ist fĂŒr ein langes, genussvolles Leben bereitet und stellt die hohe Winzerskunst dar. Sehr pur und rein, mit viel innerer Vibration und sehr fein definierten Aromen, dunkelfruchtig, dunkle Sauerkirschen, blĂŒtige AnklĂ€nge. Die Tannine bilden Struktur, sind in ihrer Wahrnehmung aber sehr feinkörnig und weich. Wunderbarer Tropfen mit riesigem Zukunftsversprechen. 91-94 Punkte

2012 Westhofener Morstein SpĂ€tburgunder GG – Gutzler, Rheinhessen (€31,-)

Recht dunkle rote und schwarze Frucht, deutlich vegetabile, herbe und erdig-mineralische AnklĂ€nge im Duft und am Gaumen; am Gaumen auch tabakig-krĂ€utrige AnklĂ€nge. Insgesamt ein sehr individueller SpĂ€tburgunder, der einen etwas herberen Stil charakterisiert. Die fĂŒr einen SpĂ€tburgunder straffen Tannine sind ebenso gut eingebunden wie das moderate Holz. Erkennbar strukturierter und nicht auf vordergrĂŒndiger Frucht aufbauender Charakter. Gute LĂ€nge. Lagerpotential. 88-90 Punkte

2012 Großkarlbacher Burgweg SpĂ€tburgunder, QbA trocken – Wageck, Pfalz (€28,90)

Interessanter Stoff, in der Nase mit kĂŒhler Frucht, herbe rote Beerenfrucht, durchzogen mit ein paar krĂ€utrigen Noten. Am Gaumen extraktreicher Stoff, mit feinsaftiger Frucht und schönem Schmelz, der insbesondere auch aus dem deutlichen, aber sehr gut integrierten, Fassausbau stammen dĂŒrfte. Erkennbare Extrakt- und HolzsĂŒĂŸe, aber am Gaumen auch dunkle FrĂŒchte wie Pflaumen, kombiniert mit Kirschen, ein bisschen SchwarzwĂ€lder Kirsch. Schöner Zug und ordentliche LĂ€nge. 86-88

2012 Pinot Noir Reserve – Koch, Baden (€48,-)

Hellrot, transparent mit schönem Glanz. Herrlich reintönige Nase, vielschichtig, mit einer wunderschönen roten Beerenfrucht, feine FruchtsĂŒĂŸe, rote Johannisbeeren, Schattenmorellen. Am Gaumen eher zart, mit seiner eher kĂŒhlen roten Beerenfrucht tanzt er auf der Zunge, ist verspielt, aber nicht kitschig, die gute Struktur bleibt im Hintergrund. Der schöne SĂ€urebiss passt sehr gut zu seiner feinsaftigen Frucht. Mit macht dieser reintönige und sehr klare SpĂ€tburgunder sehr viel Spaß. Gerade als letzter Wein in einer 41 SpĂ€tburgunder umfassenden Probe, ĂŒberzeugt mich die 2012er Ausgabe von Holger Kochs Pinot Reserve sehr. Ich werde wieder munter! 91-93 Punkte

Berlin Riesling Cup 2015 – Große GewĂ€chse

 

 Berlin Riesling Cup 2015 (2)

 

Bereits zum 7. Mal rief Martin Zwick zum Berlin Riesling Cup. Auf Basis reichlich eigener Erfahrungen und einer Auswertung der Berichte befreundeter Verkoster von der Wiesbadener VDP – Vorpremiere „Große GewĂ€chse 2014“ hat er einmal mehr eine formidable Vorauswahl an Großen GewĂ€chsen fĂŒr seinen Berlin Riesling Cup getroffen.

 

Fazit: Deutlich verbreiterte Spitzengruppe mit sehr guten Weinen. Keine Jahrhundertweine.

 

Der Griff nach den Sternen, das(!) Weinunikat im Sinne vollkommener Perfektion oder eines „once in a lifetime Weins“ gab es in 2014 bei den trockenen Rieslingen nicht. Kein Großes GewĂ€chs hat nach meinem Empfinden mit 96,97 oder 98 Punkten (19 Punkte WEINWISSER) reĂŒssiert. Die „1“ mit Sternchen in Form von 99 oder 100 Punkten (20/20 beim WEINWISSER) bleibt anderen JahrgĂ€ngen vorbehalten. ABER

..

Die Spitze bei den Großen GewĂ€chsen wird immer breiter. Immer mehr Weine schaffen den Sprung auf das Podest mit mindestens 18/20 bzw. 93-95/100 Punkten. Die Leistungsdicht hat in den letzten Jahren enorm zugenommen. Es ist wunderbar zu sehen, dass in allen Regionen eine faszinierende Dynamik in Sachen QualitĂ€tsstreben zu beobachten ist. Neben den meisten Top-Winzer-Betrieben, die sich stets zu hinterfragen scheinen und immer weiter an der Schraube ihres Stils und der QualitĂ€t drehen, gibt es zwei GrĂŒnde fĂŒr die erfreuliche Verbreiterung der Spitzengruppe: Einerseits sind es Traditionsbetriebe, die teilweise bis zum Ende des letzten Jahrzehnts – also viel zu lange – auf ihren großen Namen, ihre Geschichte und eine bis dato sehr solide, aber nicht konsequent an der Spitze ausgerichtete QualitĂ€t gesetzt haben. Nach Jahren des „Bewahrens“ scheinen die Verantwortlichen nun (aus Angst davor den Zug endgĂŒltig zu verpassen?) die Weichen endlich richtig zu stellen. Noch viel dynamischer und voll auf dem Gaspedal steht jedoch eine junge Generation RebflĂŒsterer. Zwischen Mitte 20 und Mitte 30 sind diese jungen Winzerinnen(!) und Winzer alt und geben mal so richtig Gas. Mit reichlich Geschick, hĂ€ufig internationalen Erfahrungen im GepĂ€ck und einer gesunden Portion Ehrgeiz treiben sie die Leistungen im Wingert und im Keller immer mehr in Richtig Spitze.

Nur konsequent ist daher die jĂ€hrlich wiederkehrende Entscheidung von Martin Zwick 2,3 oder 4 wenig bekannte, junge Winzer mit ihren besten trockenen Rieslingen in das Verkostungspanel aufzunehmen – auch wenn sie (noch) ohne VDP-Mitgliedschaft sind und bis dato kein Großen GewĂ€chs auf die Flasche gebracht haben. Voll das „Bull-Eye“ – das Epi-Zentrum des Rieslings getroffen haben dieses Jahr die beiden BrĂŒder Stephan & Georg Schwedhelm. Gemeinsam verantworten sie das Weingut Schwedhelm-Zellertal (www.schwedhelm-zellertal.de) und mit 92 Punkten fĂŒr ihren Schwarzen Herrgott haben sich die beiden NordpfĂ€lzer Mitten in das Feld der besten Großen GewĂ€chse des Jahrgangs 2014 katapultiert. Die ca. 60 ha große Lage gehört einerseits zur Pfalz, anderseits zu Rheinhessen, wo man die Lage meist mit Namen Battenfeld-Spanier verbindet.

Über die nicht einfachen Bedingungen des Jahrgangs – im Generellen – und die Besonderheiten beim Einbringen der Großen GewĂ€chse – im Einzelnen – wurde schon viel berichtet. Kurz zusammengefasst: Geduld, Risikobereitschaft, ein eingespieltes Leseteam und viel, viel Selektion waren die Voraussetzungen, um echte QualitĂ€t auf die Flasche zu bringen. In der Spitzengruppe der Großen GewĂ€chse war Botrytis kein wirkliches Thema. Die Arbeiten im Wingert ĂŒbers Jahr wurden belohnt und bei der Selektion der TrĂ€ubchen waren alle Betriebe konsequent genug, um die Voraussetzungen fĂŒr sehr gute QualitĂ€ten zu schaffen.

Die SIEGER des BERLIN RIESLING CUPS sind:

  • 2014 Riesling Pechstein GG, BĂŒrklin-Wolf – Pfalz
  • 2014 Riesling Johannisberg GG Silberlack, FĂŒrst von Metternich-Winneburg’sche DomĂ€ne, Schloss Johannisberg – Rheingau
  • 2014 Riesling Ungeheuer GG, von Winning – Pfalz

 

 

Meine persönlichen TOP-5 mit jeweils 95 Punkten (in zufÀlliger Reihenfolge) sind:

  • 2014 Riesling BrunnenhĂ€uschen „Abtserde“ GG, Keller – Rheinhessen
  • 2014 Riesling Morstein GG, Wittmann – Rheinhessen
  • 2014 Riesling Pechstein GG, BĂŒrklin-Wolf – Pfalz
  • 2014 Riesling Halenberg GG, SchĂ€fer-Fröhlich –Nahe
  • 2014 Riesling Johannisberg GG Silberlack, FĂŒrst von Metternich-Winneburg’sche DomĂ€ne, Schloss Johannisberg – Rheingau

 

2014 Riesling Gau-Odernheimer Herrgottspfad, Winzerfamilie Flick Rheinhessen: Reintönige, dezent krĂ€uterwĂŒrzige Nase, leicht wachsige Nase, AkazienblĂŒten, dicht, mit gutem Druck, dĂŒrfte vom kalkbetonten Böden kommen, leichte KrĂ€utrigkeit, zarte gelbe FrĂŒchte, dezente Citrusnote im Abgang. Schön gebaut, schlank, aber mit sauber definierten Muskeln. 88 Punkte

2014 Riesling FrĂŒhmesse, Juliane Eller, Rheinhessen: mittleres bis tiefes Goldgelb, dunkelblumige Nase, Sumpfdotterblumen; schlanke, etwas spitze Nase, weißgelbe FrĂŒchte. Am Gaumen ziemlich runder Ansatz, mittlerer Saft, moderate SĂ€ure, weißgelbe Frucht. Bleibt am Ende ĂŒberraschend lange am Gaumen haften. Runde Sache! 87 Punkte

2014 Riesling Hattenheimer Wisselbrunnen, Hans Lang – Rheingau: Duftige Nase, OrangenblĂŒten, gelbes Obst, Brioche mit gelber KonfitĂŒre. Am Gaumen körperreich, weiche OberflĂ€che, rund und etwas fĂŒllig, gelbe Frucht, dezente Bitterorange, aber irgendwie fehlt es mir letztlich an Definition. Ordentliche LĂ€nge im Abgang; aus dem leeren Glas sehr duftig. 87 Punkte

2014 Riesling GrĂ€fenberg GG, Robert Weil – Rheingau: Strahlendes weißgelb, im ersten Moment noch etwas unruhige, leicht dropsige Nase, die er mit zunehmender Luft verliert, dann blĂŒtig-krĂ€utrig, sehr reintönige Aromenkomposition. Am Gaumen zeigt er eine klare und sehr gut strukturierte Art, eher schlanker Ansatz, aber nachhaltig. Feine SĂ€ure und bereits jetzt mit guter Balance. (Anm. die erst kĂŒrzlich durchgefĂŒhrte Vertikale hat gezeigt, dass die GG aus dem GrĂ€fenberg besonders viel Zeit zur Entwicklung des aromatischen Potentials benötigen) 91++ Punkte

2014 Riesling Beutelsbacher Altenberg, Leon Gold – WĂŒrttemberg: Noch deutlich vom Holz (neues Fass?) geprĂ€gte Nase, wirkt dadurch noch etwas holprig und verschlossen in der Nase. Dahinter eine feinduftige, gelbe Frucht; baut mit Luft deutlich aus. Fest gewirkter Stoff, hat Kraft, besitzt hinter der auch am Gaumen noch etwas vordergrĂŒndigen Holznote eine feste, feinsaftige Frucht mit mineralischen AnklĂ€ngen und einem leichten Gerbstoff. Eher moderat in der SĂ€ure. Erkennbare Tiefe. Auf Grund des Holzes (Anm.: Ausbau erfolgte im HalbstĂŒckfass) noch etwas schwierig zu beurteilen; bin fest davon ĂŒberzeugt, dass er mit zusĂ€tzlicher Flaschenreife deutlich zulegt. 87++ Punkte

2014 Riesling SteingrĂŒben GG, Weingut Dautel – WĂŒrttemberg: Sehr krĂ€uterwĂŒrziger Auftakt, tiefer und klarer Ansatz. Am Gaumen sehr sauber und reintönig, mit schöner Konzentration und feinem Druck. KrĂ€utrige, salzige und mineralische Art, klarer Saft, hat leichte Ecken und Kanten, sehr schöne SĂ€ure. Gute LĂ€nge, mit innerer StĂ€rke und KomplexitĂ€t, schöne Balance. 93 Punkte

2014 Riesling Am Lumpen 1655 GG, Horst Sauer – Franken: Frischer und sehr klarer Ansatz, viel frische, fruchtige Noten: Maracuja, grĂŒne (damit ist nicht unreif gemeint) FrĂŒchte und Aromen einer frisch geschnittenen Waldwiese. Trinkanimierende, klare und reine Stilistik, deutlich! mineralische Art, sehr schöner Riesling mit gut balancierter SĂ€ure. Insgesamt ein komplexer, eleganter und sehr guter Riesling! Besonders gefĂ€llt mir, dass die Frucht mal nicht ĂŒber gelbes Steinobst kommt. Gute LĂ€nge! 92 Punkte

2014 Riesling Centgrafenberg GG, FĂŒrst – Franken: reintönige, duftige Nase mit schöner, frischer traubiger und gelbfleischiger Frucht; saftiger Typ, konzentriert, aber nicht zu kompliziert, gute Struktur, noch etwas mehr Zug und Druck wĂŒrde den Wein richtig groß rauskommen lassen, im Hintergrund entwickelt sich etwas, zeigt eine leicht salzige MineralitĂ€t, könnte noch deutlich aus dem Knick kommen. Aktuell 91 Punkte

2014 Riesling Niederberg Helden GG,  Schloss Lieser – Mosel: phenolische Art mit dichter Frucht, Orangensaft, wachsige Noten, etwas aufgewĂŒhlte SĂ€ure. Wirkt insgesamt nicht fertig, hat seine Balance (noch) nicht gefunden. Kann schon in ein paar Monaten viel besser sein – oder auch nicht 😉 Aktuell schwer zu bewerten. In dieser Tagesform 89 Punkte

2014 Riesling Ayler Kupp GG, Peter Lauer – Mosel: unruhige Spontinase, klare Stilistik, typische MSR Aromatik, schöne mineralisch, klare Art; sehr feine WĂŒrzigkeit, hat viel Zug und Druck im Hintergrund, Tabak, Zitrusnoten, sehr gute Balance, ein Spieler, ein TĂ€nzer, so vital und ausdrucksvoll. Die Leichtigkeit des Seins, großer Wein mit toller LĂ€nge! 94 Punkte

2014 Riesling Aulerde GG, Groebe – Rheinhessen: Zum Auftakt Honignoten und viel gelbe Frucht, wachsige Noten, deutet etwas Botrytis im Lesegut an. Zeigt am Gaumen viel Frucht und auch Spiel, allerdings fehlt ihm etwas die Frische und eine – fĂŒr sein Alter – notwendige jugendliche Spritzigkeit; runde Frucht, geschmeidige OberflĂ€che, viel Samt und Seide, im Hintergrund erkennbare Mineralik. Hat vieles, begeistert mich aber nicht. 88 Punkte

2014 Riesling Ben, Katharina Wechsler – Rheinhessen: Ausgewogene Art in der Nase, leise aber mit Balance und jetzt schon angenehmer und unaufgeregter Trinkigkeit; mineralische ZĂŒge, zarte Fruchtnoten, irgendwie eine Riesling auf einem Flokati gebettet, mir macht das Freude, da die Anlagen stimmen und der Wein mich gefangen nimmt. 89 Punkte

2014 Riesling Morstein GG, Wittmann – Rheinhessen: Klare Art, zeigt die Morstein-typische dunkle Mineralik, wĂŒrzige KrĂ€utrigkeit, sehr stimmig, sehr sauber und reineintönig, guter Stoff, etwas Minze und Zitronenmelisse, großartig, viel mineralisches Spiel, weiße Noten, viel Zug und Definiertheit. Soooo viel Spiel, großartig! 95 Punkte

2014 Riesling Heerkretz GG, Wagner-Stempel – Rheinhessen: Sehr klar und definiert in Nase und Gaumen, gute Saftigkeit und Konzentration, schöne Balance zwischen Mineralik, Frucht und SĂ€ure, jetzt schon sehr zugĂ€nglich und balanciert. Minze, feiner Tabak, weiße Frucht, KrĂ€uter, nachhaltig, sehr schöner Wein mit guter LĂ€nge. 93 Punkte

2014 Riesling BrunnenhĂ€uschen GG, Wittmann – Rheinhessen: Groß gewachsener, nordisch-karger Typ mit irrer PrĂ€senz. Rauchig, mineralisch, tiefer Ansatz, hier ist Kraft und Spiel im Glas, hier passiert was, KrĂ€utermineralik – von der Sorte Gebirgsregen auf Fels im Sommer, packt zu, superb, leichte Adstringenz, Salzigkeit, Zitrone in Salz, endet mineralisch lang. 94 Punkte

2014 Riesling BrunnenhĂ€uschen „Abtserde“ GG, Keller – Rheinhessen: Jetzt wird’s schmutzig! Hier spricht das Terroir– komplexe mineralisch vegetative Nase; Spontinoten mit noch leicht kohligen GĂ€raromen (die mit Luft oder Zeit in der Flasche verschwinden), Tabak, salzig-krĂ€uterwĂŒrzig; im Hintergrund ein Hauch von Citrus, grĂŒnem Apfel und Cassis. Am Gaumen mĂ€chtig viel Zug, wirkt aktuell wie eine in der Werdung befindliche Skulptur. Vielschichtig, komplex, eröffnet stĂ€ndig neue Einblicke und Ansichten; harmonische SĂ€ure. Der Wein trĂ€gt, ist dicht und erdig-mineralisch; trotz aller KomplexitĂ€t ein sehr klarer und irgendwie auch puristischer Stoff, der beschĂ€ftigt. Einer der wenigen Weine, der definitiv noch Flaschenreife benötigt. Großer Wein! 95 Punkte

2014 Riesling Pettenthal GG, Gunderloch – Rheinhessen: Feinfruchtige Nase, Cassis, Steinobst und HolunderblĂŒten, schlanker Ansatz, im Hintergrund etwas Tannin. Aktuell fest und schlank; sehr klare und saubere Frucht, hochgradig reintönig, gelbe Frucht, mineralisch prĂ€zise und definiert, Nicht laut, dafĂŒr nachhaltig und noch etwas eng, zupackend, mit superber LĂ€nge. Well done! 94 Punkte

2014 Riesling Pettenthal GG, Keller – Rheinhessen: Noch deutliche Spontinase. FĂŒlliger Stoff, zu Beginn noch etwas unruhig, baut mit Luft im Glas richtig aus, dann viel Druck und Kraft, etwas Tabak, und ein Hauch Currykraut. Herrlicher Zug, gute SĂ€ure, salzige Art, lebt aktuell von seiner mineralischen Ader. Die Frucht braucht noch Zeit – wartet aktuell im Hintergrund ihren Auftritt noch etwas ab; schöner Körper mit sehr gut balancierter SĂ€ure. (Anm.: Etwas fĂŒlliger und aktuell eine Spur breiter angelegt als Gunderlochs Pettenthal). 94 Punkte

2014 Riesling Rothenberg GG, Gunderloch – Rheinhessen: Sehr klare Aromatik, da werden keine Gefangenen gemacht, wenig beerige Frucht, noch etwas hefig, dahinter ein krĂ€utrig mineralischer Kern, der noch wenig von sich preisgibt. Am Gaumen ebenfalls ziemlich eng und dicht, lĂ€sst wenig zu, Gerbstoff, wirkt aktuell etwas steinig, monolithisch ungelenk, hat aber tolle Anlagen, die sich hoffentlich so entwickeln, Anis und Lakritze, viel Phenolik. Bleibt abzuwarten, ob er das Potential im Alter voll umsetzten kann. Der 2013 war in der Jungend Ă€hnlich straff und Sieger des letztjĂ€hrigen Berlin Riesling Cups. Mit zunehmender Reife ĂŒber das letzte Jahr hinweg, konnte er sein Versprechen bislang leider nicht voll einlösen. 93 Punkte

2014 Riesling Zehnmorgen GG, St. Antony – Rheinhessen: Diese Lage gehörte frĂŒher zum bekannten Weinbaubetrieb von Franz Karl Schmitt. WĂ€hrend Hipping & Pettenthal heute die Etiketten von Klaus Peter Keller zieren, kaufte St. Antony diese alte, aber aktuell etwas unbekanntere Lage. Im April 2015 stellte man dem GG Komitee eine kleine Vertikale der JahrgĂ€nge 2012-2014 vor. Die potentiellen Großen GewĂ€chse mussten sich anschließend in einer Blindverkostung im Feld der anderen GG zu beweisen und schwupp die wupp, mit dem 2014er Jahrgang steht nun das erste offizielle Große GewĂ€chs aus der Lage Niersteiner Zehnmorgen im Glas. Noch mit dezenter Spontinote, im ersten Moment denke ich Orbel? Greift zu, ist mineralisch, zeigt viel vom Boden, hat Grip, macht Spass, mit guter Defintion, die SĂ€ure ist harmonisch eingepasst, insgesamt jetzt schon ĂŒberraschend zugĂ€nglich. 90 Punkte

2014 Riesling Mandelgarten, Christmann – Pfalz: KĂŒhle Art, noch unruhige, hefige Spontinase, sehr krĂ€utrig, dezente Zitrusnoten im Hintergrund. Sehr fest im Hintergrund, ein Wein zum Beißen, packt zu, purer Fels –was fĂŒr eine Mineralik aktuell, großartig, ordentliche SĂ€ure, griffig, insgesamt in der Aromatik mit viel pflanzlich krĂ€utrigen und erdigen Aromen, sehr tief und nachhaltig, wenn auch aktuell noch ein klein wenig verwaschen und unruhig, aber das wird! Da könnte eine Weinriese heranwachsen – mehr groß als artig (großartig)!!! 94 Punkte

2014 Riesling Hohenmorgen GG, Bassermann Jordan – Pfalz: Duftige Nase Viel Frucht, deutliche Bitternoten, ziemlich unruhig im Moment, mineralische Ader, aber auch reichlich Phenole, noch sehr hefig, vegetabile Noten, WildgrĂ€ser, straffe Mineralik, aktuell noch etwas anstrengend, aber mit sehr guten Anlagen. Braucht Zeit. 90 Punkte

2014 Riesling IDIG, Christmann – Pfalz: Viel gelbe Frucht, klare Frucht, eher fruchtbetont, schöne Pfirsichfrucht, trinkig, geschmeidig, im besten Sinne unkompliziert zu verstehen, schöne WĂŒrze, mit super schönem, saftigen Kern, reintönige Frucht, richtig schön. 92 Punkte

2014 Kallstadter Saumangen Riesling, Rings – Pfalz: Seit dem 01.06.2015 ebenfalls ein VDP-Betrieb, die 2014 sind zwar noch keine offiziellen GG, spielen aber eindeutig in dieser Liga. Herrlich klare und reintönige Frucht, gelbfleischig mit kalkigen Parfum. Am Gaumen saftig, lebendig und belebend, wiederum gelbfruchtig, mit wĂŒrzigem Spiel, ĂŒberaus lebendig, spielerisch, belebend, Nussigkeit, Mandeln – alles durchzogen mit einer schönen, mineralischen Ader. Alles da, wo es hingehört – jetzt schon erstaunlich runde Sache, trinkiger Stoff mit schöner LĂ€nge. 91 Punkte

2014 Riesling Ungeheuer GG, von Buhl – Pfalz: Ungeheuer viel Cassis und Minze, Stachelbeeren, kĂŒhl, komplexer Stoff, zu Beginn in Richtung krĂ€utrig, dann Rosa Grapefruit, Nadelholz, Citrusnoten, irgendwie im sau-positiven Sinne karg, trocken, aber mit glockenklarer Art. Auf den zweiten Schluck wird dieser Riesling immer erdiger und die VermĂ€hlung mit dieser wahnsinnig inspirierenden Frucht ist einfach perfekt. Ein Rieslingkonzert bei dem ich nur eins möchte: Tanzen. Die Hand geht sowas von zum Glas, höchst animierend. 93+ Punkte  

2014 Riesling Ungeheuer GG, BĂŒrklin-Wolf – Pfalz: Runde, weiche und sehr geschmeidige, im wahrsten Sinne des Wortes runde Art. Weiß-gelbe Frucht, verhaltene SĂ€ure, feine saftige Frucht, geschmeidig, gefĂ€llig im positiven Sinne, aber irgendwie ohne den Funken, der ĂŒberspringt. Auf Grund des Verdachts eines leichten Flaschenfehlers ohne Wertung

2014 Riesling Ungeheuer GG, von Winning – Pfalz: Ungeheuer schöne Kombination aus feinen Gerbstoffen, nassen KrĂ€utern und vielschichtiger Frucht; fester Kern, mit irrer Energie ausgestattet – da geht die Luzi ab: KrĂ€uter, Frucht und Mineralik, dichter Kern, fokussiert, prĂ€zise. Riesling Vibrations – 94 Punkte

2014 Riesling Ungeheuer GG, Bassermann Jordan – Pfalz: KrĂ€uterwĂŒrzige Art, recht karge Frucht, erdige Noten, viel Fokus, mustergĂŒltig definiert und prĂ€zise; harte stahlige Kanten, brutale Mineralik, ein Wein wie eine Laser, ist das gut oder schon too much? Nein, davon kann ich nicht genug bekommen. Sehnig, klar und irre gerade durch. Bin sehr gespannt, was daraus wird!! 94+

Punkte 2014 Riesling Pechstein GG, von Buhl – Pfalz: Wow, was fĂŒr eine krĂ€utrige und vor allem wĂŒrzige Naase, alles ziemlich gelb. Eher exotische GewĂŒrze: Curry und Kukuma, sehr eigenstĂ€ndig, viel Holz, trotz allem passt da alles zusammen und es entwickelt sich jetzt schon Harmonie. Großes Festival- oder Programmkino! 93 Punkte

2014 Riesling Pechstein GG, BĂŒrklin-Wolf – Pfalz: Feinsaftige Art, pur und reintönig, im besten aller Sinne unkompliziert, weil perfekt proportioniert. Perfektion wirkt immer leicht und spielrisch unkompliziert. Das ist zwar alles noch tierisch unentwickelt, aber es hat den goldenen Schnitt – einfach erstklassig. Aber je perfekter ein Wein, umso schwieriger lĂ€ĂŸt er sich in Worte fassen.Viel Zug, klar, reinönig, irre prĂ€zise; mineralischer, felsiger Kern, KrĂ€uter auf Eis, hintergrĂŒndig eine feine Frucht (very british mit understatement) – großartig. 95 Punkte

2014 Riesling Schwarzer Herrgott, Weingut Schwedhelm-Zellertal – Pfalz: noch etwas KohlensĂ€ure, dann ziemlich klare und mineralische Nase mit viel Frische und einer dezenten, von Kernobstaromen geprĂ€gten Frucht. Der Gaumen hat von allem viel, prĂ€sentiert sich mit einer schönen, schon erstaunlich ausgewogenen Art; feinsaftig; von einer deutlich mineralisch, kalk-krĂ€utrigen Ader durchzogen ist. Gute LĂ€nge. (Nach dem Aufdecken: Sehr, sehr gutes Preis-Genuss-VerhĂ€ltnis; die Lage Schwarzer Herrgott ist ca. 60 ha groß und gehört einerseits zur Pfalz und andererseits zu Rheinhessen) – 92 Punkte

2014 Riesling Schwarze Herrgott GG, Battenfeld-Spanier – Rheinhessen: Subtile Nase mit vegetabilen und floralen Noten, OrangenblĂŒten. Überaus geschmeidiger Riesling, ohne echte Ecken und Kanten, aber mit nobler KĂŒhle und sehr schönem inneren Zug. Leichte Gerbstoffe, wenig Frucht, dicht gewirkt, Stoff zum Kauen, erkennbare erdige und dunkle Mineralik; sehr sauber definiert, aber irgendwie kommt er noch nicht aus sich heraus. In dieser Form wirkt er weniger inspiriert als andere. Ein bekannter Wein-Advokat schrieb frĂŒher dann immer: sleeper oft he vintage. 91++ Punkte

2014 Riesling GrainhĂŒbel GG, von Winning – Pfalz: Sehr geschmeidige, feine ziselierte Frucht, feinsaftig, mal ein Großes GewĂ€chs, dass nicht so sehr von der mineralischen Seite kommt, sondern hier steht die Frucht klar im Vordergrund, das mag ich trinken, das ist nicht kompliziert, aber trotzdem vielschichtig und vor allem auch jetzt schon zugĂ€nglich und animierend. Feiner Saft. 91 Punkte

2014 Riesling Felsenberg GG, SchĂ€fer Fröhlich – Nahe: Tiefe, noch deutlich von Spontanaromen (Kohl; Bier, Hefe und wenig Frucht) geprĂ€gte Nase. Am Gaumen dann ein Feuerwerk mit allem was zu gehört – soo viele Ohhhh und Aaahhhs! Überaus vital, die Faust im berĂŒhmten Samthandschuh. Im ersten Moment ist man geblendet von der ĂŒberraschend geschmeidigen OberflĂ€che, darunter brodelt jedoch ein kleiner Vulkan. Sehr viele vegetabile Noten, ĂŒberaus krĂ€utrig-mineralisch, jeden Moment wieder anders, straff gewirkt, mit lebendiger SĂ€ure, pikant-animierend, ein polarisierender Stoff, der mir ĂŒberaus gut gefĂ€llt. Ein Kauf fĂŒr meinen privaten Keller. 93 Punkte

2014 Riesling Halenberg GG, Emrich Schönleber – Nahe: recht krĂ€utrig-vegetabile Nase mit schöner Frische und mittlerer, grĂŒn-gelber Frucht, krĂ€utrig-mineralische Art, insgesamt schon ziemlich ausgewogene Stilistik. Mittelgewichtiger Körper, ĂŒberraschend zugĂ€nglich und filigrane Frucht, auch blĂŒtige Noten, hat Stil und subtilen Charme, wirkt etwas leiser. Sehr schöner Wein, der auch nachhaltig und lang am Gaumen steht. (Anmerkung: dieser Wein ist seit ĂŒber 10 Jahren eine Bank und einer meiner persönlichen TOP 3 Lieblings GGs. Insbesondere auf Grund seiner Jahr fĂŒr Jahr sehr dunklen, krĂ€uterwĂŒrzigen und erdigen MineralitĂ€t, die kombiniert mit viel Druck und Zug einen maskulinen Wein mit viel Ausdruck und großer klarer PrĂ€zision prĂ€gt, ist er fĂŒr mich ein echter Rockstar. Doch der 2014er singt dieses Mal eher eine Balade, subtil und vielschichtig – ja! Es ist auch noch die gleiche Stimme! – Aber ich will ihn lieber rocken sehen) – 92 Punkte

2014 Riesling Halenberg GG, SchĂ€fer-Fröhlich –Nahe: Tiefe noch sehr Spontannoten behaftete Nase, sehr fokussiert, klar, richtig gut und fordernd in der Nase. Da ist (noch) nicht viel Frucht, sondern eher eine kompakte Mischung aus feuchten Steinen, nassem Salz und vielen herben WiesenkrĂ€utern nach ein Sommergewitter, frischer Tabak. Das ist kommt keine Frucht-Duselei, da hĂ€mmert Schweizer PrĂ€zessionsmaschine einen neuen Stollen in den Fels. Glockenklar, prĂ€zise, sehr viel Druck und Substanz, fester Kern, sooooo herrlich krass, viel Substanz, ein Bolide, der wie an der Schnur gezogen auf der Piste seine Runden dreht. Wirkt zu keinem Zeitpunkt angestrengt, sondern einfach nur schön – wie eine Uhr von Lange & Söhne aus GlashĂŒtte. – 95 Punkte

2014 Riesling Goldloch GG, Diehl – Nahe: Viel Zitrusnoten und OrangenblĂŒten in der Nase, exotische, gelbe FrĂŒchte, deutliche Phenolik. Klar und definiert am Gaumen, zeigt schöne Frische, knackig, reine Fruchtaromen, ausdrucksvoll, erinnert mich stark an Dosenmandarinen. Ein wirklich aufmunternder, animierender Wein, der richtig gute Laune verbreitet. Mir gefĂ€llt es besonders gut, dass er nicht nur die mineralische Seite betont, sondern auch eine sehr feinsaftige und vielfĂ€ltige Frucht spielen lĂ€sst. Bitte googlen: Meryl Davis und Charlie White im Glas – 92+

Punkte 2014 Riesling St. Nikolaus GG, Spreitzer – Rheingau: Sehr schöne, duftige und animierende Nase. Im Hintergrund deutlich Zitrusnoten und gelbfleischige FrĂŒchte, die aktuell noch von krĂ€utrigen, dezent holzigen Aromen, Haselnuss und sahnigen AnklĂ€gen dominiert werden. Deutlich burgundischer Stil, eher oxidativ ausgebaut, schönes Spiel. Menschenwerk. Am Gaumen ruhig, unaufgeregt und sehr sauber; geschmeidiger Trinkfluss; feine gelbe Frucht, wieder ein wenig Holz und eine ganz denzent laktische Noten; weich und rund, aber mit toller Frische. Auch hier eher burgundische Stilistik. Sehr sauber, reintönig, mit ruhiger Eleganz. Ziemlich singulĂ€re Interpretation, mir gefĂ€llt das sehr, sehr gut. Bleibt die Frage nach dem Reifepotential? Die nĂ€chsten 5-8 Jahre ohne Probleme, danach lasse mich ich mich gerne ĂŒberraschen. Mit einem Lieblingsweinpunkt: 94 Punkte 

2014 Riesling Hohenrain GG, Jakob Jung – Rheingau: Reichlich spannende, frische Fruchtnoten, fest gewirkt. Am Gaumen klar und definiert; dabei ziemlich dunkle, saftige Frucht, deutlich tabakig, mit herrlich mineralischem Biss, zentriert und fest. In der Form kein Wein fĂŒr Weicheier, aber mit etwas Reife oder reichlich Luft wird das ein ganz großer werden. Tiefer und ĂŒberaus komplexer Wein, der seine Genießer voll in den Bann zieht. Zielsicher und definiert bis in die letzte Ritze des langen Abgangs. 92 Punkte

2014 Riesling Johannisberg GG Silberlack, FĂŒrst von Metternich-Winneburg’sche DomĂ€ne, Schloss Johannisberg – Rheingau: Lebendige, kraftvolle und eine ĂŒberaus vielschichtig, reife Frucht (Zitrus- und gelbfleischige KernfrĂŒchte), sehr tief und fordernd. Am Gaumen voll da; viel PrĂ€senz, hat Kraft, gleichzeitig aber innerlich ruhig und geordnet. Guter Saft mit viel Extrakt und einem genialen SĂ€ure-ExtraktsĂŒĂŸe-Spiel. ObendrĂŒber ruht ein mineralischer, kĂŒhler und leicht wiesenwĂŒrziger Schleier – so wie an einem kĂŒhlen, leicht dunstigen Sommermorgen, wenn die Nacht sich gerade verabschiedet und die Sonne erste WĂ€rmestrahlen aussendet. Perfekt gebaut, mit Struktur und Pölsterchen – genau an richtigen Stellen; da „beißt“ man gerne rein. Ein Hauch Gerbstoff stĂŒtzt zusĂ€tzlich. Großartiger Rheingau-Riesling. 95 Punkte

2014 Riesling Pettenthal GG, KĂŒhling-Gillot – Rheinhessen: Kraftvolle, dichte und noch von Spontannoten geprĂ€gte Nase. Hat Zug und Kraft, reichlich KrĂ€uterwĂŒrze, ist saftig und mit reichlich frischer, gelber Frucht ausgestattet. Dicht und kompakt, aber auch mit Spiel; etwas adstringierend, da passt alles gut zusammen, die SĂ€ure gibt ihm eine formidable Frische und ist sehr gut eingebunden. – 93 Punkte

2014 Riesling Gips GG, Aldinger – WĂŒrttemberg: klare Frucht mit AnklĂ€ngen von Zitrusnoten und gelbem Steinobst, dazĂŒ eine schöne mineralisch anmutende KrĂ€utrigkeit, leicht vegetabil. Am Gaumen dicht und mit leichtem Bitterton, sehr schön definiert und reintönig, klare Aromatik, mit Luft gewinnt er an Saft und Körper. ZunĂ€chst scheint die Mineralik im Vordergrund zu stehen, aber mit Luft kommt die Frucht in großen Schritten hinterher. Mit Reife wird die Frucht die klare FĂŒhrungsrolle ĂŒbernehmen, feiner Schmelz. Da passt alles, sehr ausgewogen. Ziemlich gute LĂ€nge! – 93 Punkte

2014 Riesling Goldtröpchen GG, Reinhold Haart – Mosel: Animierender, intensiver Duft von gelben und tropischen FrĂŒchten. Am Gaumen ebenfalls mit schöner und intensiver Frucht, reintönig. Sehr saftig und fruchtbetont, viel Extrakt, sehr rund und mit schönem Schmelz sowie einer guten und durchaus eleganten SĂ€ure. Die Frucht ist klar auf der gelben Seite, frisches Obst mit richtig viel Substanz, traubig, zum ganz großem Rauskommen fehlt mit ein Überraschungsmoment, die 3. Dimension. Solide 92 Punkte

2014 Riesling Röttgen, Heymann Löwenstein – Mosel: Mischung aus Apfelbrei, Hefe und GĂ€raromen – in dieser intensiven Form Spontinotenstinker erinnern mich das immer an Babykotze (aber das darf man ja nicht schreiben ;-)). Am Gaumen herrlich krĂ€utrig, intensiv, packen und mit salziger MineralitĂ€t ausgestattet; ziemlich griffiges Teil, dezente Nussigkeit, ein Touch Holz, leichter Gerbstoff. Klar und Gut!! Im Moment noch etwas unruhig, aber es passiert viel im Glas. (Anmerkung: Die von mir soo ungeliebte Überreife vieler Heymann-Löwenstein-Wein scheint in den letzten Jahren etwas weniger zu werden. Das geht in die richtige Richtung!) 92+ Punkte

Nicolas Rossignol – Ankunftsverkostung

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(veranstaltet von Nobbi MĂŒller – http://www.nobbimueller.de)

Hintergrund:

Nicolas Rossignol, geboren 1974, ist Winzer in der 5. Generation. Seine Weine sind ein prĂ€destiniertes Beispiel fĂŒr die vollzogene stilistische Wandlung von strukturbetonten Burgundern hin zu Weinen mit viel Frische, Klarheit und Finesse. FrĂŒher waren die Weine des Familienweingutes Rossignol Jeanniard bekannt fĂŒr massive, tiefdunkle und gerbstoffbetonte Burgunder. Nicolas Weine sind dagegen stets anregend, frisch und elegant.

Nach Stationen in SĂŒdafrika, der sĂŒdlichen RhĂŽne und in Boredeaux startet Nicolas Rossignol 1997 sein eigenes Weingut mit knapp 3ha in den Lagen von Volnay, Pommard, Beaune, Aloxe-Corton and Pernand- Vergelesses. Bereits ein Jahr spĂ€ter kommen weitere 1,5 ha hinzu. Heute werden Weine aus ĂŒber 20ha vinifiziert, wovon ein Teil aus den eigenen Weinbergen stammt, den Rest kauft er vom Familienweingut seines Vaters – zunĂ€chst nur gewisse Partien, inzwischen wird die komplette Ernte von Nicolas ĂŒbernommen.

Sein Credo sind LagentypizitĂ€t und Transparenz. Im Keller verzichtet er auf kellertechnische Maßnahmen wie Kaltmazeration vor der GĂ€rung oder Schönung und Filtration bei der FĂŒllung. Im Weinberg sind chemische Unkrautvernichter tabu und bei der Pflege seiner Rebstöcke ĂŒbernimmt der Mondkalender eine gewichtige Rolle.

Jahrgang 2013:

Der 2013er Jahrgang hielt fĂŒr Nicolas Rossignol die gleichen, schwierigen Bedingungen bereit wie schon der 2012er Jahrgang. Einziger Unterschied: in 2013 kam zum Ende der Ernte noch massiver Botrytisdruck hinzu. 2013 suchten die HagelstĂŒrme die Weinberge ĂŒber drei Wochen spĂ€ter heim als ein Jahr zuvor. Die Reben waren zu diesem Zeitpunkt in ihrer vegetativen Entwicklung ca. drei Wochen hinter 2012 zurĂŒck, sodass das Schadensbild fast identisch zu 2012 ausfiel. Die Weinberge in den höheren Lagen haben dabei mehr gelitten als die flacher gelegenen RebflĂ€chen. Viele der getroffenen Beeren sind nach dem Hagel abgetrocknet und anschließend abgefallen, sodass am Ende in keinem Weinberg ein Totalschaden entstanden ist. GrĂ¶ĂŸtes Problem fĂŒr Nicolas Rossignol in 2013 sind die super geringen Mengen, die Ernte betrug nur 30% eines durchschnittlichen Jahrgangs. Bei der Vinifikation und im Ausbau hat Rossignol in 2013 besondere Vorsicht walten lassen. Die Extraktion von Farbe und Tannin wurde besonders schonend betrieben. Der Anteil an neuem Holzes im Ausbau betrĂ€gt nur 15-20%.

Im Ergebnis zeigten die verkosteten Weine eine gute, klare und durchaus konzentrierte Frucht mit einer belebenden Frische. Alle verkosteten Weine zeigen bereits heute einen jugendlichen Charme und sind deutlich zugĂ€nglicher als in anderen, strukturbetonten Jahren (z.B. 2005). Über die LagefĂ€higkeit mache ich mir keine Gedanken, die nĂ€chsten 10 Jahre sollten fĂŒr die Einzellagenweine kein Problem darstellen.

Verkostungsnotizen:

2013 Bourgogne Heritiùre, Nicolas Rossignol – Burgund

Duftige, bereits erfreulich geöffnete Nase nach blauen und roten Beeren, leicht wĂŒrzig. Am Gaumen leicht- bis mittelgewichtig, mit einer offenen, etwas rauhen Frucht, dezente WĂŒrzigkeit; offener Typ, mit gut eingepasster SĂ€ure, zeigt viel und will jetzt gefallen. Ein sauberer Burgunder fĂŒr den Einstieg. Macht jetzt und in den nĂ€chsten 3,4 Jahren Spaß. Stammt von alten Reben in Pommard, in 2013 komplett entrappt, statt der ĂŒblichen ca. 3.800 Flaschen nur 660 Flaschen. 15/20 – jetzt bis 2019.

2013 Pommard „Les Vignots“, Nicolas Rossignol – Burgund

Sehr dunkel in seiner Robe. Schöne Burgundernase mit toller dunkler Frucht von schwarzen Johannisbeeren und anderen dunklen Beeren, feine WĂŒrzigkeit mit AnklĂ€ngen von Pfeffer. Am Gaumen mit guter Substanz, dunkler und feiner Frucht, kombiniert mit einer Vielzahl erdiger Noten. Die feine ExtraktsĂŒĂŸe steht ihm heute gut, die Frucht ist an der Grenze zur Überreife, aber letztlich doch noch voll im „grĂŒnen Bereich“. Die mineralische Ader sorgt fĂŒr ein komplexes, sehr stimmiges und schönes Burgundererlebnis. Das macht heute bereits viel Freude; von 12-18 Monaten zusĂ€tzlicher Reife im Flaschenkeller wird er dennoch profitieren. 17/20 – 2015 bis 2020

2013 Pommard 1er Cru, Nicolas Rossignol – Burgund

Schöne, tiefe Nase mit viel Substanz und einer offenen Frucht. Fruchtbetont mit viel roten FrĂŒchten, Himbeeren, Pflaumen und einer angenehm, erdigen Ader; frisches Brot. Am Gaumen mit guter Substanz, schönem Extrakt, mittlerem Körper, einer gut eingepassten SĂ€ure und einem klaren, von MineralitĂ€t geprĂ€gten Gesamteindruck. Hinten heraus wird er etwas strenger und schmuckloser. Aktuell gefĂ€llt mir der Les Vignots einen Tick besser. Mit zusĂ€tzlicher Reife dreht sich das Bild voraussichtlich.

Neue CuvĂ©e mit nur 540 Flaschen, es befinden sich alle 1er Cru Lagen aus Pommard – außer Epenots und Chaponnieres darin wieder. Ein separater Ausbau hat in 2013 nicht gelohnt. 16+/20 – 2015bis 2022

2013 Volnay „Les Chevrets“ 1er Cru, Nicolas Rossignol – Burgund

Der animalisch, an gekochtes Rindfleisch erinnernde Auftakt ĂŒberrascht zunĂ€chst etwas. Mit Luft baut die dahinter liegende, dunkelbeerige Frucht wunderbar aus, sie wird zunehmend komplexer, intensiver und tiefer in der Aromatik. Am Gaumen ein Wein mit schöner Substanz und Tiefe; pure, reintönige Frucht mit guter Dichte; mittlerer Körper. Die Tannine geben Struktur, sind an der OberflĂ€che rund und geschliffen. Der Wein besitzt Kraft, eine gute SĂ€ure und prĂ€sentiert sich bestens balanciert. Im Abgang mit LĂ€nge und sehr sauberer Pinotfrucht. 17+/20 – 2015 bis 2023

2013 Volnay „Les Caillerets“ 1er Cru, Nicolas Rossignol – Burgund

Ganz andere Stilistik in der Nase als alle verkosteten 2013er Rossignol-Weine zuvor. KĂŒhler Duft, ĂŒberaus kĂŒhl, geschliffen und elegant. Die Kombination aus dunkler Frucht, Tee, Zedernholz und einem Touch Menthol vermittelt einen aristokratischen Eindruck. Er zeigt seine Kraft und die Frucht nicht so offensiv wie der Les Chevrets, doch die Substanz ist sehr gut, von kĂŒhler Eleganz und edlem Zuschnitt. Die mineralische Ader ziert ihn wie eine silberner Nadelstreifen die gesamte Robe. Jetzt schon – mit ausreichend BelĂŒftung – ĂŒberaus genussvoll, wird aber sein Niveau sicherlich in den nĂ€chsten 10 Jahren halten. 18/20 – 2015 bis 2023

Grundsatz: Alle verkosteten Weine entstammen entweder dem eigenen Keller oder wurden vom Winzer kostenlos zur VerfĂŒgung gestellt. Eine darĂŒber hinaus gehende Bezahlung oder  andere Art von Gratifikation ist grundsĂ€tzlich ausgeschlossen.

 

 

 

 

2011 Chateau des Tours – CĂŽtes du RhĂŽne Reserve Blanc

Chateau des Tours Reserve 2011 blanc

92 Punkte – Dieser reinsortige Grenache Blanc ist prall, drall und geil – man möge mir die Sprache verzeihen, aber wenn ich so etwas im Maul habe, kann mir der ganze Eleganz-Firlefanz gestohlen bleiben. Dieser Wein ist pures Leben, prall, ĂŒppig und ein Ausbund an Energie. Sahne, Milch und Honig. Üppige gelbe FrĂŒchte, AkazienblĂŒten, Vanille, Myrrhe, im Hintergrund eine ausgeprĂ€gt wĂŒrzige und mineralische Ader. Körperreich, trotz aller Üppigkeit schafft es die kraftvolle SĂ€ure die Dinge in Balance zu bringen. Der Wein ist zu keinen Zeitpunkt schwer oder zu alkoholisch, vielleicht ein Hauch von Bitterness bitter, aber hej, wen interessiert das schon – das Ding sĂ€uft (trinkt) man in Mengen, weil so endgeil und laaaaang am Gaumen. Am Ende betrunken, aber glĂŒcklich.

2015 Berlin Riesling Kabinett Cup

Martin Zwick hat seine Berlin Cup Serie als Weinveranstaltung und Gradmesser fĂŒr den jeweiligen Jahrgang weiter professionalisiert. Perfekt temperiert wurden die 39 Riesling Kabinett Weine in Zalto-GlĂ€sern prĂ€sentiert. Hochkonzentriert arbeiteten 12 Verkoster das Programm in 2er Flights zĂŒgig ab. Die Ergebnisse aller Verkoster wurden um den besten und schlechtesten Wert bereinigt und anschließend der Mittelwert gebildet. Die Sieger sind somit durch das Votum aller Verkoster ermittelt. Einziger Wehmutstropfen war, dass auf Empfehlung eines jungen, erfolgreichen Moselwinzers alle Weine erst direkt vor ihrer PrĂ€sentation geöffnet wurden. Zwar mag dies denjenigen Rieslingen zu Gute kommen, die kein botrytisfreies Lesegut hatten, andererseits kommt dies weder den Bedingungen nahe, unter denen ein Verbraucher seinen Wein genießt, noch lĂ€sst es Raum und Platz fĂŒr eine Entfaltung, die viele dieser jungen Weine erleben, wenn man ihnen nur etwas Luft und Zeit gibt. Die am nĂ€chsten Tage von mit in Ruhe durchgefĂŒhrte (aber ohne Einfluss auf die nachfolgenden Notizen) Nachverkostung hat dies bestĂ€tigt.


Die QualitĂ€t des Jahrgangs 2014 ist insgesamt gut, aber nicht herausragend. Die Zahl der fetten, deklassierten SpĂ€tlesen scheint etwas zurĂŒck zu gehen. Es war schön festzustellen, dass man wieder mehr Wert auf animierende Trinkigkeit legt. Die gute SĂ€ure, die dieser Jahrgang reichlich hervorgebracht hat, ist dabei sicherlich förderlich gewesen. Das Haar in der Suppe ist, dass einige Weine mit etwas weniger RestsĂŒsse noch besser dastehen wĂŒrden.

Die 5 Kabinettweine auf dem Siegertreppchen sind wunderschöne Vertreter ihrer Art.

Berlin Kabinett Cup - die Sieger

Besonders angetan haben es mir jedoch 2 Weine, die es knapp nicht auf das Treppchen geschafft haben. Der von Hövel – Vollmondwein hat mich mit seiner steinigen und erdigen Art besonders begeistert. Er ist fest gebaut und fĂŒr mich gab es keinen anderen Wein, der mehr Energie besaß und mich so animierte, wie dieser bei Vollmond gelesene Wein. Ebenfalls herausstellen möchte ich einen Wein von Joh. Babt. SchĂ€fer. Er hat mit seinem sehr mineralischen, klaren und fokussierten Dorsheimer PittermĂ€nnchen Kabinett ein kleines Meisterwerk abgeliefert, das zeigt, dass Widerstand am Gaumen und Harmonie im Wein auf einer Seite der Medaille stehen können.

von Hövel

1) 2014 Wagner Stempel Siefersheim Riesling Kabinett, 8%: Nasse Steine, helles Steinobst, Apfel, feinsaftiger Typ, Restzuckerspiel, leicht krÀutrig, sehr limonadig, Zitrone, gute SÀure, sehr vielfÀltige Frucht, animierende SÀure. Am Abend noch ziemlich zu und unausgewogen, am kommenden Tag deutlich animierender und vielschichtig. 85-88 Punkte

2) 2014 SchĂ€tzel KabiNett Niestein, Rheinhessen, 8,5%: Duftige, noch stark von GĂ€raromen geprĂ€gte Nase fruchtig, deutliche RestsĂŒsse andeutend, angenehmer Saft, am Gaumen ĂŒberraschend Verhalten in der SĂŒĂŸe, zeigt sich schön, pikante SĂ€ure, leicht rauchig, zum Kauen, 87 Punkte

3) 2014 Schloss Johannisberg Riesling Kabinett feinherb, Rotlack, Rheingau: Verhaltene Nase, schöne ausgewogene Frucht, Frische, Zitrusnoten, etwas Orangensaft, krasse SĂ€ure, gute LĂ€nge, schlank, schwer zu bepunkten – 87 Punkte

4) 2014 SchĂ€fer Fröhlich Felseneck Riesling Kabinett, Nahe: Deutliche Spontannoten, rauchig. Viel Schweiß, stark reduktiv, animierende Frucht mit schönem Spiel, ein wenig exotisch, OrangenblĂŒten – 89 Punkte

5) 2014 Robert Weil Riesling Kabinett, Rheingau 8,5%: Schöner junger, ziemlich unaufgeregter Stil, weißgelbe Frucht, schöne SĂ€ure, hat Zug und ein wenig Druck, sehr angenehme, feinsaftige Art, mittlerer Extrakt, wirkt schon balanciert, 87 Punkte

6) 2014 Diel Dorsheimer Goldloch Riesling Kabinett, Nahe, 8%: Sehr viel gelbes Steinobst – Rheingaustilistik !? noch sehr jung und auch etwas schwefelig, saftig, recht extraktreich, zeigt deutliche RestsĂŒsse, etwas dicklich, nicht ganz mein Stil 86 Punkte

7) 2014 Joh. Babt. SchÀfer Dorsheimer PittemÀnnchen Kabinett, Nahe 8% Sponitnase, sehr klar, dichte Stilistik, wat zum Kauen, sehr krÀutrig mineralisch, noch Spontinoten, fest angelegt, schönes Spiel, ein Hauch Gerbstoff, richtig gut, bleibt lange stehen 90+ Punkte

8) 2014 Diel Dorsheimer PittemĂ€nnchen Riesling Kabinett, Nahe, 7,5% blĂŒtige, leicht krĂ€utrige Nase, am Gaumen, sehr steinig, Schiefer, rauchig, krĂ€utrige, trĂŒber Apfelsaft, saftig traubig, auch mit RestsĂŒsse, echt lecker, da geht die Hand zumGlas. 89 Punkte

9) 2014 Meierer Kesten Kabinett, Mosel, 8% krÀutrige Frucht, getrocknete BlÀtter, animierende SÀure, unaufgeregt schön, angenehme Trinkigkeit, 87 Punkte

10) 2014 Fritz Haag Braunebeger Riesling Kabinett, 8%, brutale Spontinoten, deutliche Steinobstfrucht, gelb exotisch, Ananas, animierende SĂ€ure, Spiel mit der SĂŒĂŸe, 88+ Punkte (am Tisch wurde leider (versehentlich gequatscht) und vermutet wegen leichtem Championnote Weinfehler, pilzig, die Gruppendynamik schlug zu; ich bin anderer Meinung.)

11) 2014 KarthÀuserhof KathÀuserhofberg Rielsing Kabinett, Ruwer, 8% leichte Sponitnase, feinsaftig, leichte Steinigkeit, mineralisch saftig, frische Frucht am Gaumen, gute SÀure, sehr lecker und animierend. 88 Punkte

12) 2014 Dönnhoff OberhĂ€user Leistenberg Riesling Kabinett, Nahe, 9%,sehr exotische Frucht, sehr dicht, viel gelbe Frucht, viel Zitrusnoten, gute SĂ€ure, dicht, etwas extrovertiert, schön saftig, kompakt, leichte WĂŒrzigkeit, dicht, ein Hauch Gerbstoff, der schmeckt wahrscheinlich jedem. 88 Punkte

13) 2014 Willi SchÀfer Graacher Himmelreich Riesling Kabinett, Mosel, 7,5% KrÀuterbionade mit Waldmeistereinschlag, sehnig, schlanker Stil, krÀutrig, tolle SÀure, hier geht was ab im Glas, belebend, 91+ Punkte

14) 2014 Weiser-KĂŒnstler Enkircher Ellergrub, Riesling Kabinett, Mosel, 7,5% krĂ€utrig, gute SĂ€ure, tief, ziemlich komplex und „intelligente“ Frucht, dreckige MineralitĂ€t, stimmig, richtige SpĂ€tlese 90 Punkte

15) 2014 Forstmeister Zilliken Bockstein Kabinett, Mosel, 7,5%: verhaltene Nase, leicht wĂŒrzig, wird mit WĂ€rme dropsig, am Gaumen recht dicht, aber irgendwie nicht stimmig, guter Extrakt, aber wo ist die Harmonie, BSA? – wo ist das Spiel? 85 Punkte

16) 2014 St. Urbanshof Ockfen Bockstein Kabinett, Mosel, 8,5% typische Rieslingnase, traubig, am Gaumen viel Frucht und SĂŒĂŸe, dropsig zu Beginn, ordentliche SĂ€ure, baut im Glas schön aus, wird krĂ€utriger, viel Aprikosen und Pfirsichfrucht, weiße Plattpfirische, die Spontannoten und die reichlich vorhandene RestsĂŒsse stehen ihm ziemlich gut. 87 Punkte

17) 2014 A.J. Adam Hofberg Kabinett, Mosel, 8,5%, ungewöhnliche Frucht, OrangenblĂŒten, etwas Tabak, Gerbstoff, hat Kraft und schöne Schlankheit, feine Saftigkeit, am Gaumen feine WĂŒrze, nicht zu schwer, der ist gut balanciert. Wirkt edel, steht lang am Gaumen. 91 Punkte

18) 2014 Julian Haardt Oligsberg Riesling Kabinett, Mosel, 7,5%, deutliche Spontannoten, herrliche Frucht, feinsaftig, tolle SĂ€ure, hier geht was ab, mit der Luft/WĂ€rme kommt die SĂŒĂŸe deutlich raus, ist aber balanciert, deutliche Steinobstaromatik, schöne LĂ€nge. 90 Punkte

19) 2014 Julian Haardt, Goldtröpchen Riesling Kabinett, Mosel, 7,5%, leichte Spontinase, blĂŒtig, krĂ€utrige Nase, verspielt. Am Gaumen saftig, mit Druck, Schießpulver, mineralisch, animierend, tolle LĂ€nge, 89 Punkte

20) 2015 Reinhold Haardt Goldtröpchen Kabinett, Mosel,8,5% deutliche Spontannoten, viel SĂŒĂŸe, gute SĂ€ure, etwas klebrig, gelbe Frucht, saftig, dicht, kompakt, leckeschmecker, unkompliziert, lebt von der SĂŒĂŸe. 87 Punkte

21) 2014 von Kesselstadt Scharzhofberger Riesling Kabinett feinherb, Mosel, 9,5% rauchig verhaltene Nase hier wurde am Tisch bei beiden Flaschen UTA ausgesprochen und die Gruppendynamik schlug zu. Am Folgetag aus Konterflasche nachverkostet, schöne saftig weißgelbe Frucht, KrĂ€uterlimo, dezente Mineralik, hat schönen Körper und steht jung und frisch im Glas. 88 Punkte am Folgetag

22) 2014 von Hövel Scharzhofberg Riesling Kabinett, Mosel, 9,0% animierende krĂ€utrige, sehr mineralische Nase, kompakt, fest, herrliche SĂ€ure, packt zu, extravagant, Tabak, etwas medizinal, am Gaumen: Orangensaft, blĂŒtig, prĂ€sentiert sich frisch noch etwas unaufgerĂ€umt. 88 Punkte

23) 2014 Max. GrĂŒnhĂ€user, Abtsberg Riesling Kabinett, Mosel, 7,5% etwas kinderkotzige 😉 spontane Nase, KrĂ€uter, mineralisch, animierend, schlank, gute SĂ€ure, Birne, Steine, etwas Schießpulver, sehr gute LĂ€nge 88 Punkte

24) 2014 von Hövel Oberemmler HĂŒtte Riesling Kabinett, Mosel: ungewöhnliche Geschichte, dieser Wein ist daneben, Sumpfdotterblumen, medizinal, am Gaumen irgendwie komische Aromatik, Krokus, Safran, macht mich ratlos. wie soll ich das finden? WĂŒrzigkeit, saftig, recht dicht und hat Extrakt, gute SĂ€ure, 87 Punkte

25) 2014 Willi SchĂ€fer Graacher Domprobst Riesling Kabinett, Mosel, 7,5% schöner, guter, etwas gefĂ€lliger Riesling, feine SĂŒĂŸe, auch angenehme Saftigleit, aromatisch gut, aber irgendwie auch etwas einfallslos, traubig, schöne SĂŒĂŸe, SĂ€ure, 86 Punkte

26) 2014 Dr. F. Weins-PrĂŒm Graacher Domprobst Riesling Kabinett: Kork o.W,

27) 2014 Max. GrĂŒnhĂ€user Herrenberg Riesling Kabinett, Mosel, 7,5% Deutlicher Spontanstinker, feinsaftig, animierend, Hallo Wach Wein, belebend, gute SĂ€ure, Kabinett, straff und prĂ€zise, krĂ€utrige Mineralik, schöne LĂ€nge. Dieser Kabinett strahlt und bringt mich zum Strahlen. 90+ Punkte

28) 2014 Forstmeister Zilliken Rausch Riesling Kabinett, Mosel, 7,5% runder, fruchtig, saftiger Riesling, ohne Ecken und Kanten, macht Spass, etwas wĂŒrzig, Botrytis, Honig, WĂŒrzigkeit rund, im guten Sinne unkompliziert. SpĂ€tlese. 89 Punkte

29) 2014 Von Hövel Oberemmler HĂŒtte Vollmondwein Vesteigerungskabinett, Mosel, 9,0%: klar, sehr fest, sehr mineralisch, steinig, erdig, sehr reintönig. heftiger Stoff. Das animiert, ist dicht, mit viel Zug; leichte, mir gefallende Bitterkeit, das ist gut, das ist lang. Love it! 92 Punkte

30) 2014 Schloss Lieser Braunebeeger Juffer, Mosel, 7,5% Heftige Spontannoten, Austernwasser, Tang, KĂ€se, am Gaumen saftig, gelbe Frucht, Steinobst, runde und mollige Frucht, 87 Punkte

31) 2014 Max. Ferdinand Richter, Wehlener Sonnenuhr Riesling Kabinett, Mosel, 9%, So etwas habe ich bei einem Wein noch nie erlebt, das riecht zu 100% nach Ziegler Obstbrand, Kirsche und Vogelbeeren, was fĂŒr eine Frucht, am Gaumen fruchtig, etwas sĂŒĂŸ aber aromatisch! Irgendwie in der Art daneben, Gelbe Pflaumen, gelbes Steinobst, gute SĂ€ure. Heute! 84 Punkte

32) 2014 Schloss Lieser Wehlener Sonneruhr Riesling Kabinett, Mosel, 7,5% Spontannoten, Schießpulver, schöne Frische, reintönig, gute Frucht, Cassis, gelbe Frucht, geschmeidig, trinkig, animierend, ein geiler Kabinett, der seinem Namen alle Ehre macht, rauchig, 89 Punkte

33) 2014 Max. Ferd. Richter Veldenzer Elisenberger Riesling Kabinett**, Mosel, 8,5% Spontinoten, sehr vegetabile Noten, 2.Flasche besser, gute SĂ€ure, animierend, krĂ€utrig mineralisch. Am folgenden Tag nachverkostet, was fĂŒr ein Unterschied, deutlich ausgebaut, viel straffe Schiefermineralik, guter Zug, krĂ€utrig, animierend. 86-89 Punkte

34) 2014 Dr. Loosen, Edener Treppchen Riesling Kabinett, Mosel, 8%, schöne, saftige Frucht, leicht wĂŒrzig, dabei klar und animierend, schöne rund, Apfelringe, gute SĂ€ure, gefĂ€llig, der schmeckt jedem zu jeder Zeit, unglaublich trinkig, 87 Punkte

35) 2014 Peter Lauer Ayler Kupp Riesling Kabinett Fass Nr. 5, Saar, 7,5%, rauchig, Jod, Sponti, Kabinett, schöne krĂ€utrige Frucht, schöne SĂ€ure SĂŒĂŸe, hat Frische und Ordnung, kraftvoll, hat Zug, animiert und hat LĂ€nge. 90 Punkte

36) 2014 St. Urbanshof Piesporter Goldtröpchen, Mosel, 9,5% Almdudler, fruchtig, weiße Johannsibeeren, krĂ€utrig mit ein wenig viel RestsĂŒsse, Limo – fast klebrig, ĂŒppig, nicht wirklich stimmig. 85 Punkte

37) 2014 Werther Windisch Riesling Kabinett, Rheinhessen, 10,5% ultrajung, Brausepulver, Cassis, rauchig, mineralisch, macht wach, animierend, etwas parfĂŒmig noch, im Abgang pikant. 88 Punkte

38) 2014 Gunderloch Jean Baptiste Riesling Kabinett feinherb, 11% klare Aprikosenfrucht, sehr klar, reintönig, am Gaumen ordentlicher Saft, guter Extrakt, stimmig, gute Frucht, gelb, schöne SpÀtlese, saftig, gute LÀnge 89+ Punkte

39) 2014 von Kesselstadt Domprobst Riesling feinherb: blĂŒtig, herrlich frisch, animiert, hat gute SĂ€ure, etwas grĂŒn, hat Gerbstoff, animiert. Schöne LĂ€nge. 88 Punkte