1998 Jadis, Lèon Barral, Faugéres

 Visionäres Winzergenie, sensibler Wingertmann und vinologischer Revoluzzer gleichermaßen, in seinem Unangepasstsein und Habitus eine Reinkarnation des jungen, stets eigene Wege suchenden James Dean – in diesem Spannungsfeld steht Didier Barral.“ schrieb einst der Weinhändler, der mich mit Barral-Weinen anfixte.

Keine Ahnung, ob James Dean jemals Wein getrunken hat, aber das Attribut „unangepasst“ passt für Didier Barral und seine Weine sehr gut. Er hat in seinem Wingert ein einzigartiges Ökosystem geschaffen – und Pferde, Esel, Kühe und Schweine sind seine engsten Verbündeten. Auf natürliche Art und Weise wird der Boden gelockert und gleichzeitig gedüngt; Biodiversität ist der Weg und das Ziel zugleich. Ähnlich „altmodisch“ bringt er seine Weine auf die Flasche, ohne Filtration und Schönung. Eine tolle Fotostrecke dazu findet sich unter http://www.domaineleonbarral.com/Thomas_Gendre/Diaporama.html# – die Sau mit der vom Wein gezeichneten Schnauze gefällt mir am besten!

Rubinrote Farbe mittlerer Dichte, schöner Glanz. Zu Beginn ein animalischer Duft, Kuhstall, dann dunkle Fruchtnoten, Kirschkerne, ein Hauch von Schokolade und Leder; eigenständig und individuell, erinnert  an Ch. Rayas. Am Gaumen ein vergleichbares Bild, Kirschkerne, dunkle Frucht, dunkles Fleisch; trotz seiner 14% Alkohol kein Schwergewicht, gut auf den Beinen, feinkörnige Tannine, schönes Spiel und Länge. – 90 Punkte

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.