2004 Valpolicella Classico Superiore, Giuseppe Quintarelli, Venetien

92 Punkte – unweit des Gardasees, mitten im Herzen von Venetien, liegt der überaus beschauliche Ort Negrar. Einer seiner berühmtesten und beliebtesten Einwohner war Giuseppe Quintarelli, genannt Bepi. Der grandfather des Amarone setzte in jeglicher Hinsicht auf Tradition und Qualität. Die Weine kamen bzw. kommen regelmäßig sehr spät auf die Flasche und wurden bis dato erst freigegeben, wenn Bepi sie für würdig hielt, genossen zu werden. Da wundert es nicht, wenn aktuell erst der 2004er Jahrgang im Verkauf ist – und das wohlgemerkt beim vermeintlich einfachen „Valpolicella“

Anderorts für Euro 1,99 als billiger Fusel erzeugt und verschleudert, ist der Valpolicella von Quintarelli der Archetyp dieses herrlichen Weins. Mit einer schönen, etwas transparenten, rubinroten Farbe steht er im Glas.  Die Nase erinnert an rote Waldbeeren, Knubberkirschen, Lorbeerblätter und feuchten Waldboden. Den Gaumen erfreut dieser wunderbare Valpolicella mit Aromen von reifen Pflaumen, Knubberkirschen (fast schwarz, süß, herzhaft und auch ein wenig bitter). Unterfüttert wird die ausdrucksvolle Frucht mit feinkörnigen, aber doch recht stammen Tanninnen, die Säure bringt Frische in den mit 15% Alc. nicht ganz leichten Stoff. Am Gaumen spielt er eine breite Klaviatur aus einer delikaten Frucht, feinen Gewürzen, Leder, erdigen Noten, Blut und Eisen. Er ist straff und hat viel Zug, aber er ist nicht schwer oder gar dick und mastig. Der Alkohol ist perfekt eingebunden, trotzdem sollte man sich keine ganze Flasche vornehmen – einerseits viel zu schade, andererseits schmeckt er auch die folgenden Tage ausgezeichnet. Nicht zu warm trinken, bei 16-18 Grad Celsius.