2006 Raven, Sine qua non – Californien

97 Pukte – zu Manfred Krankl, dem Österreicher, der sein Glück in den USA gefunden hat, muss an wohl nicht viel scheiben. Die Weine sind seit Jahren stets ausverkauft – und nicht nur weil der Meister sensationelle Weine auf die Flasche bringt, sondern auch weil Mr. K. mit seinen selbst kreierten Weinnamen und Kunstetiketten inzwischen Kultstatus mit Sammelanspruch erreicht hat.

Von der Raven Serie des Jahres 2006 gibt es Grenache und Syrahweine. Bei uns im Glas war Syrah Nr.5. Auch wenn er einen Tick kleiner war als der En Cerise von Cayuse, so hatten wir unzweifelhaft einen ganz großen Wein im Glas. Dieser dick bepackte Stoff ist etherisch, dicht, extraktsüß, sehr schwarz in der Frucht, unsponnen von feinen Hozaromen; Speck und auch ein Touch Schokolade und Menthol. Trotz der Dichte und der 15,5% Alkohol eine frischer, kühler Einruck am Gaumen. Männlich-kräftig gebaut, hinten heraus eine Spur schwarzer Pfeffer. Trotz aller Dichte und Extraktion, besitzt dieser saftige Bursche extrem feinkörnige Tannine, einen polierten Charme, Esprit und durchaus Eleganz. Leider eine Einzelflasche!!

2006 En Cerise, Cayuse – Walla Wally Valley, Washington

99 Punkte – wow – ein funky Wein mit sexappeal – wie ein geniales Konzert ….nur dieses Mal für Mund und Nase; Hedonismus pur!!

Blütenaromen, Holunder, Orangenschalen, im Hintergrund erinnert er mich an den Duft eines Regenwaldes, Fenchelsaat , Feuerstein, exotische Kräuter, abgefahren Gummireifen – letztlich ein Aromenwunder, man möchte gar nicht aufhören, die Nase ins Glas zu halten. Am Gaumen …. hmmmmmmm, weich und differenziert, aber auch mit dem notwendigen Aromendruck und einem wunderbar feinkörnigen, geschliffenen und polierten Tannin. Der Wein hat aber auch eine „derbe Ecke“ und eine phantastiche Mineralität. Der Wein ist feinsaftig, komplex und wunderbar ausdiffenrenziert – aktuell mit einer perfekten Balance. Vielleicht lasse ich mich zu sehr von dieser Kombination aus Frucht, Charme, Mineralität und Schmelz sowie der außerordentlichen  Eleganz dieses Weines einlullen und in Wirklichkeit ist z.B. der 96er Astralis der größere und langlebigere Wein, aber manchmal muss man eben den perfekten Moment genießen.

Die Flasche wurde ca 6 Stunden vorher geöffnet und die letzte Stunde dekantiert. Cayuse ist dezeit Kult in den U.S.A., aber es gibt wenige in den Staaten, die so einen konsequenten Weg gehen wie Christophe Baron –  biodynamischer Anbau, teilweise uralte, wurzelechte Hefen, Vergärung findet spontan mit den natürlichen Hefen statt und es ungeschönt und unfiltert abgefüllt. Achso und mit dem vom Pferd gezogenen Pflug wird auch wieder gearbeitet. Guckst Du: http://www.cayusevineyards.com

2003 Chateau d’Ampuis, Guigal – Rhone, Cote Rotie

92 Punkte – Jeder Weinfreund erinnert sich an das Jahr 2003, dieses Jahr voller, nicht enden wollender Sommerhitze. Weintechnisch gab es volle, stoffige Weine mit viel Alkohohl. Zunächst wurde der Jahrgang in den Himmel gelobt, dann aber mindestens genauso übertrieben niedergeschrieben. Auch dieser Wein (oft als „vierter La La“  aus dem Hause Guigal bezeichnet), bei dem die Flasche nur knapp unter 100 Euro kostet, ist aktuell ein recht typischer Jahrgangsvertreter: viel saftige Frucht von diversesten Beeren; Beerengrütze, etwas schwarzer Pfeffer und geräucherstes Fleisch. Zu Beginn zeigt die süße Frucht etwas überreife Noten und auch eine erste Reife klingt durch. Mit etwas mehr Luft wandelt sich der Wein  – vom vermuteten Australier hin zum nördlichen Rhonewein. Irgendwie hat der Wein vieles (alles) und doch nichts, er ist voll, fruchtig ausladend, und er besitzt durchaus Struktur, aber mir mangelt es einfach an Individualität und Feinheit.

Trotzdem, der Wein hat weiteres Kellerpotential und vielleicht wird in den nächsten 5 bis 10 Jahren daraus noch ein echter Nord-Rhone-Klassiker, aber richtig daran glauben kann ich nicht. Wer lädt mich2017 und 2022 auf eine Überprüfung dieser These ein?

 

2001 Syrah Piggott Range, Clarendon Hills – McLaren Vale, Australien

94 Punkte – Ja, ich bekenne, ich bin ein richtig grosser Fan von den Weinen von Roman Bratasiuk. Der Piggott Range Syrah steht in der hauseigenen Qualitätspyramide eine Stufe unter dem „Astralis“ – dem besten Wein des Hauses, aber nach meinem Empfinden trennt sie nicht mehr als Flügelschlag.

Der Weinberg für den Pigott Range wurde 1965 angelegt, der Boden hat als Auflage eine Schicht von reichem, grau-roten Lehmboden, darunter befindet sich blanker Fels. Erstaunlicherweise animiert dies die Rebstöcke sich besonders anzustrengen und die Dinge in den Beeren massiv zu konzentrieren – die Weine aus dieser Lage sind besonders reich an Tannin, Farbe und Fruchtaroma. Was die webpage schon verrät, hat sich an diesem Abend voll bestätigt. Blutjung(!) nach 11 Jahren, sehr kraftvoll, reich und konzentriert, die Statur eines 10-Kämpfers. Der Wein hat eine intensiv dunkle und kühle Frucht von schwarzen Beerenfrüchten; Mund und Nase sind geprägt von  Kräutern im Allgemeinen und Thymian im Besonderen. Dazu gesellen sich Rauch und eine kühle, ausgeprägt mineralische Note. Die seidige, geschliffene Oberfläche veredelt diesen Weingiganten und so macht es auch schon heute Spaß, sich einen ersten Eindruck von diesem „Jürgen Hingsen (für alle in meinem Alter)  oder Ashton Eaton (Olympia Gold 2012) des Syrah“ zu verschaffen. Ansonsten kann ich mich nur der Empfehlung des Weingutes anschließen: „Recommented cellaring for a minimum of 15 years and enjoy for 50.“

2001 Run Rig, Torbreck – Barossa Valley, Australien

97 Punkte – Über meinen Besuch bei Torbreck – im Rahmen meiner Australienreise in diesem Frühjahr – habe ich schon ausführlich berichtet. Umso gespannter war ich auf diesen Syrah des Jahrgangs 2001, der die Qualitätsspitze dieses Ausnahmeerzeugers repräsentiert.

Anders als der Astralis ist der Run Rig kein Single Vineyard Wein, sondern stammt aus unterschiedlichen Ecken des Barossa Valley. Marananga, Koonunga Hill, Moppa, Seppeltsfield and Greenock sind klingende Lagennamen und die Rebstöcke sind zwischen 40 und 140 Jahren alt. Die wurzelechte Unterlage muss man in Australien eigentlich nicht erwähnen, denn die Reblaus hat hier nie gewütet, aber dass David Powell jedes Jahr ca. 3% Viognier – nach Rhône-Vorbild – separat vergärt und mit dem Syrah verschneidet, hat wahrscheinlich Einfluss auf den Ausdruck des Weins. Ausgebaut wird der Syrah ca. 2,5 Jahre in französischer Eiche, davon waren beim 2001er  70% neues Holz. Nach dem Ausbau wird der Wein ungefiltert auf die Flasche gebracht.

Der 2001er Run Rig ist immer noch ein Sunny Boy mit Herz und Hirn. Was für eine Konzentration und Saftigkeit, trotzdem nicht schwer oder behäbig; viel süße Frucht, Pflaumen, Heidelbeer-Tarte, Brombeeren, Creme de Cassis, Tinte, sowie ein Touch von Kaffee und Minze. Dazu gibt es – wie bei Côte Rôtie Weinen aus dem fernen Frankreich üblich – einen Eindruck von verbrannter Erde, der mich beim Run Rig an gegrillte Datteln im Speckmantel erinnert. Dieser 2001er Run Rig ist reich und komplex. Eine dralle Schönheit, der man schwer widerstehen kann; der Wein macht an, ist aber zu keiner Zeit vordergründig, sondern bewegt Seele und Geist. Bob Parker und der Winespectator stehen noch mehr als ich auf dieses „Zeug“ und vergaben in ganz seltener Einigkeit 99 bzw. 98 Punkte. Für mich ein, zwei notch zuviel, denn in Sachen Eleganz fehlt das letzte Quentchen, trotzdem jetzt und sicherlich in den nächsten 15 Jahren Hendonismus pur.

2001, La Chapelle, 2001 Paul Jaboulet Aine – Hermitage – Rhône, Frankreich

89 Punkte – Hermitage Weine sind Referenzen, wenn es um große Syrahweine geht und der La Chapelle gehört(e) zu den Ikonen unter Ihnen. Die englische Weinjournalistin Jancis Robinson schrieb dazu „Good Hermitage is always majestic. Slow to mature, very deep in colour, magnificently and hauntingly savoury rather than sweet and flirtatious, the quintessential Syrah.“

Doch die Fachwelt ist sich einig, dass spätestens mit dem 91er Jahrgang der Mytos La Chapelle massiv Federn gelassen hat. Absolut lesenswert dazu ist der Artikel „Hermitage La Chapelle – the rise and fall of a great wine“ veröffentlich von Jancis Robinson im Jahr 2006 (http://www.jancisrobinson.com/articles/winenews060128.html). Parker stösst zwar grundsätzlich in das gleiche Horn, aber zum 2001er schreibt er: “ The 2001 Hermitage La Chapelle looks to be a strong effort, perhaps the finest since 1997. This is welcome news as this can be one of the world’s greatest wines. After an extremely severe selection (something that may have been lacking in previous vintages) the 2001 (…)“

Bei König Otto von Griechenland liegt die Wahrheit auf dem Fußballplatz, bei unserer Probe liegt sie im Glas. Bereits der erste Eindruck zeigt einen sehr entwickelten Wein. Ein kleiner stalliger Stinker zu Beginn, dann eher kräutrig-erdige Aromen, etwas Espresso und Pfeffer. Vom Körper reicht es maximal für die Mittelgewichtsklasse; die schöne, reife Säure suggeriert eine gewisse Frische, auch wenn der Wein insgesamt jetzt schon deutlich reif und fortgeschritten wirkt und ausgetrunken werden sollte. Die Tannine gewinnen mit der Luft  etwas an Kontur und man kann diesem Wein eine gewisse morbid pittoreske Eleganz bescheinigen, aber insgesamt bleibt er unter meinen Erwartungen.

1996 Astralis, Clarendon Hills – McLaren Vale, Australien

97 Punkte – Im Weinberg dieses großen Syrah gestanden zu haben, ist nicht Voraussetzung ihn trinken zu können, doch weitet es den Blick und man versteht, warum dieser Tropfen eine Qualität aufweist, die ihn in die Klasse der Top Ten Syrahs weltweit geführt hat. Der Astralis ist einer der wenigen single vineyard Weine in Australien; der Weinberg hat eine Steigung von 45 Grad und ist genau nach Osten ausgerichtet. Der nur 15 km entfernte Ozean bringt,  insbesondere am Abend, ein kühle Brise und damit eine für die Säurebildung positiv wirkende Tag-Nacht Absenkung in der Temperatur. Die Rebstöcke sind fast 100 Jahre alt (1920 gepflanzt) und die Erträge sind klein bis winzig. Die Oberfläche des Bodens ist ein mit Steinen / Kiesel durchzogener, grau-rötlicher Lehmborden, darunter befindet sich purer Eisenstein. Einst wurden die Reben erzogen, inzwischen stehen die Büsche frei  und werden nicht angebunden. Neben dem Gnadenberg-Weinberg (für den Hill of Grace von Henschke) war dies die einzige, nicht künstlich bewässerte Rebanlage in Australien, die ich gesehen habe.

2002 schrieb Robert Parker, dass dieser Wein noch 10 weitere Jahre der Lagerung bedarf, bevor er sein ganzes Potential ausspielt. Auf mich wirkte der Wein auch heute noch unglaublich jung. Ganz frisch im Glas zeigte er eine satte, saftige Frucht, die im ersten Moment etwas überreif wirkte. Doch der Eindruck verschwand schnell und der Wein zeigte seine wahre Statur. Ein perfekt trainierter Körper, bestens definierte Muskeln (=Tannine) -dazu viel Sex-Appeal. Noten von Eisen und Blut, dunklen Beeren, Cassis, etwas Schokolade, Veilchen, Nadelwald sowie einem Touch Menthol. Der Wein ist kraftvoll, klar und hervorragend balanciert, die Oberfläche ist seidig und elegant. Kurzum: großer Stoff, jetzt perfekt zu trinken, wird aber auch noch im nächsten Jahrzehnt richtig Freude machen und viel Genuss bereiten.

1986 La Mouline, E.Guigal – Côte Rôtie – Rhône, Frankreich

94 Punkte – Sicherlich gehört 1986 nicht zu den größten Côte Rôtie Jahren, aber dieser klassische Rôtie-Syrah ist schon aristokratisch. Irgendwie erinnert er mich an Rosamunde Pilcher Filme im ZDF: englische Gräfin, Witwe, so um die 50, immer noch gutaussehend, schlank, elegant gekleidet, mit ein paar Falten. Lebenserfahren und doch einem Abenteuer nicht abgeneigt.

Oh je, wie komme ich jetzt wieder zurück zum La Mouline? Die Nase ist komplex und elegant, eine Komposition aus Rosen, feinen Kräutern und einer besonderen Note von verbrannter Erde, geräuchertem Speck und abgefahrenem Gummireifen. Jetzt wird man fragen, was an dieser Mischung ist angenehm oder gar elegant? Hmm, da ist es wieder, mein Problem, dass man so eine Komplexität schwer in Worte fassen kann. Im La Mouline stecken neben dem roten Syrah jedes Jahr auch kleine Mengen von weißen Viognier-Trauben. Neben der floralen Note in der Nase unterstützen sie den besonderen Eindruck von Finesse und Eleganz am Gaumen. Der 86er La Mouline besitzt eine immer noch auffällig schöne Struktur, ist animierend und harmonisch elegant. Obwohl die Weinberge im Sommer extrem heiß werden und die Trauben Sonne satt bekommen, ist der Wein nie schwer oder mastig.  Er zeigt am Gaumen eine rote Frucht und eine schöne Säure, ist verspielt und komplex. Wer auf eine breite, eher süßliche Frucht verzichten kann und dafür Eleganz sowie die leisen, meisterhaft komponierten Töne sucht, wird an diesem Wein besondere Freude haben. Wird nicht mehr besser, höchstens anders, aber ich plädiere klar für austrinken.

1998 Barossa Shiraz, Peter Lehmann – Barossa Valley, Australien

90 Punkte – Ein schöner Wein zum „Einrollen“ für eine Probe. Peter Lehmann ist einer jener Erzeuger, der in Australien zu den ganz Großen zählt, ein paar Millionen Flaschen werden jedes Jahr erzeugt. Trotzdem bleibt die Qualität nicht auf der Strecke. Einst wurde dieser „Supermarktwein“ für 14 DM angeboten und der Hamburger Weinjournalist Mario Scheuermann attestierte ihm ein sehr gute Qualität und ein langes Leben von mindestens 15 Jahren. Ich kann mich noch gut an die lebhafte Diskussion im Forum von www.wein-plus.de erinnern, der anschließende Run auf den Wein war einzigartig. Die 15 Jahre sind nun fast um und der Wein ist immer noch ein Schmakkofatz: schwarz-süße Aromatik, Blaubeeren, durchzogen mit Kräuternoten, Lakritz, etwas Schokolade und ein Touch Minze. Nicht mehr ganz so dicht und saftig, wie in seiner Jugend, aber immer noch aromatisch. Das Alter steht ihm gut – jetzt kurz vor der Pensionierung.

Grosse Syrahprobe

Syrah –  Harys – eine Weltreise hin – und rückwärts

Auch wenn es nicht das originäre Ziel war, sechs Wochen die Weingüter in Australien abzufahren, kam ich an Namen wie z.B. Torbreck, Henschke oder Clarendon Hills nicht vorbei. Letztlich habe ich mehr Weingüter besucht und viel mehr Weine verkostet, als ich es ursprünlich geplant hatte. Im Ergebnis haben mich jedoch nur die Shiraz-Weine nachhaltig überzeugt. Doch selbst bei dieser Rebsorte gab es nur wenige, die meinen Geist und meine Seele wirklich berührt haben. Auf der Suche nach dem Grund, warum es so schwer war, dass der Funke beim Verkosten überspringt, ist mir immer wieder die völlig unterschiedliche Ausrichtung des australischen Weinbaus aufgefallen. Man hat einerseits den Anspruch technisch sehr perfekte und hochwertige Weine zu erzeugen, andererseits will man dies auch in hohen Mengen und nach agrartechnisch optimierten Grundsätzen vollziehen. Die amerikanischen und asiatischen Märkte nehmen gigantische Mengen ab und tiefe, saftig-fruchtbetonte, intellektuell leicht verständliche Weine stehen dabei im Vordergrund.  Nur wenige Erzeuger gehen ihren eigenen, teilweise etwas „schrulligen“ Weg und machen eigenständige Weine und gehen ein wirtschaftliches Risiko ein. Diese Winzer stehen für mich – mit ihren höchstpersönlichen Philosophien und Weltanschauungen auf der gleichen Stufe mit Namen wie z.B. Guigal oder Chave aus Frankreich, dem Mutterland des Syrah. Die Mehrheit der australischen Weinbaubetriebe beschäftigt jedoch perfekt ausgebildete, studierte Önologen, die das gelernte know how alle ähnlich umsetzen.  Die wirklich großen Weine, die ich kennenlernen durfte sind meist das Ergebnis von Qualitätsfanatikern, besonderen Winzern eben, die „Ihren“ Weg gesucht und gefunden haben. Diese Weine verdienen auch in Australien ein ganz hohes Maß an Aufmerksamkeit und Auseinandersetzung. Diese Weine brauchen weltweit keine Konkurrenz zu scheuen. Das dies so ist, war der Ansporn für eine Probe, die ich nach meiner Urlaubsrückkehr in meinem Weinkeller zusammengestellt habe.

In diesem Zusammenhang erinnerte ich mich an eine, einige Jahre zurück liegende Syrah-Weinprobe auf dem Pretzhof in Südtirol – 6 Jahrgänge der großen „La La’s“ aus dem Hause Guigal. Hmmm, Frankreich und Australien heute im Wettstreit miteinander – ein Grundidee für eine besondere Weinprobe auf höchstem Niveau war geboren. Syrah sollte es sein, aber wird nicht auch in Amerika inzwischen großer Syrah erzeugt? Kaum gedacht, schon beschlossen, und ein dritter Kontinent war im Spiel. Hier hielt sich jedoch nicht nur meine Trinkerfahrung in engen Grenzen, sondern auch die Anzahl der Flaschen in meinem Keller erwies sich als mikroskopisch gering. Letztlich habe ich doch 2 Pretiosen gefunden und die Probe nahm Züge an.

Besonders gefreut hat es mich, dass 4 Frankfurter Weinfreunde den Weg extra nach Hamburg gefunden haben und so saßen 8 verkostungserfahrene Weinnasen an einem sehr schönen Tisch im Restaurant Maison de Niewöhner in Hamburg Winterhude. Das Maison de Niewöhner ist seit 2012 eine echte Bereicherung der Hamburger Gastronomieszene, Deutsch-Französisch sind die Gastgeber – in Küche und Service. Hochwertig und gekonnt das Essen; liebenswert, unprätentiös und mit französischem Charme der Service. Ich fühlte mich schnell ins französische Landleben versetzt, dies gilt auch für die angemessen kalkulierten Preise. Für unsere (durchaus ambitionierte) Weinprobe war man bestens vorbereitet – Ausstattung und Service einfach perfekt!