2005 Grüner Veltliner „M“, F.X. Pichler – Wachau (Best Bottle Nr. 5)

95 Punkte – Diesen Wein gab es aus der Magnum zum Essen und ich was soll ich sagen: „Saustark“!! Was für ein kompaktes Paket! Ich mag nicht viel Worte machen, sondern einfach meine Verkostungsfetzen niederschreiben:

 

Dichte und kompakte Nase! Weißer Pfeffer, würzige Kräuterwiese; mit Energie geladen; sehr stoffig und dicht am Gaumen, Hammer-Extrakt, wieder weißer Pfeffer; Mineralik ohne Ende; viel Schmelz, salzige Mineralität, platzt fast vor Spannung und Kraft, trotzdem ungemein trinkig. Klasse Länge!!

 

Fazit: Für mich ein "Bilderbuch-GV" und ein GV, wie ich ihn liebe! Jetzt und in den nächsten drei, vier Jahren sicherlich ein perfekter Rausch für die Sinne.

1990 Forster Kirchenstück Riesling Spätlese, Weingut Bürklin-Wolf – Pfalz (Best Bottle Nr.4)

91 Punkte – Ich liebe die Weine der Forster Lagen am Fuße des Haardtgebirges. Die Weine aus dem Kirchenstück sind stets üppige und im besten Sinne „reiche“ Weine – gleichzeitig bringen sie das Kunststück fertig, Eleganz und  Harmonie auszustrahlen. So auch diese sehr schöne Spätlese aus dem Jahr 1990. Die Nase ist faszinierend (!): Bienenwachs und ein Hauch  Petrol sind Boten des Alters, in Verbindung mit den saftigen Fruchtaromen von reifen Nektarinen, Mirabellen, kandierten Kumquats und anderen Südfrüchten entwickelt sich ein dichter und betörender Aromenstrauß, der es mir schwer macht, die Nase wieder aus dem Glas zu nehmen. Am Gaumen ist der Wein rund und intensiv, mit „dicken Backen“. Die Säure spielt mit und schafft ein Gegengewicht zur Opulenz des Weins. In letzter Konsequenz kann der Wein das Niveau, welches die Nase verspricht, am Gaumen jedoch nicht ganz halten.

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1990 Grüner Veltliner Ried Loibner Berg 19 Terrassen Smaragd, F.X. Pichler – Wachau (Best Bottle Nr.3)

87 Punkte – Heute gehören die Weine, insbesondere die Smaragde von F.X. Pichler zu den besten Weinen Österreichs und die internationale Presse kennt in ihrem Lob kaum Grenzen. Doch 1990 hatte man in Österreich immer noch mit den Folgen des Weinskandals von 1985 zu kämpfen und der Export war schwierig. Doch gerade darin lag wohl auch die Chance alles besser zu machen und ein Beitrag war das Klassifizierungssystem (Steinfeder, Federspiel und Smaragd)der Wachau, das 1986 eingeführt wurde, um die Einzigartigkeit der Weine der Wachau zu betonen. Doch Weinskandal hin oder her, im Hause F.X. Pichler setzte man schon seit vielen Jahrzehnten auf Qualität und die Selektion des besten Rebmaterials (ein eindrucksvolles Zeugnis dafür ist die alte Gladde des Großvaters, heute der Rahmen für den Internetauftritt: vgl. www.fx-pichler.at)

 

Nun hatten wir einen 20-jährigen Wein im Glas, der aus einem TOP-Jahrgang und aus einer Lage stammte, die zu den besten GV-Lagen Österreichs gehört – beste Voraussetzungen für ein schönes Weinerlebnis also. In der Nase kräutrig, etwas käsig (ein Eindruck, den ich bei gereiften GVs durchaus typisch finde), jedoch nicht mehr so intensiv wie es für junge Smaragde typisch ist. Man musste sich schon ein wenig einlassen auf diesen Stoff, um die Nuancen zu erfassen, doch der kräutrige/pflanzliche Einschlag war auch am Gaumen zu erkennen und der für die Rebsorte typisch weiße Pfeffer war ebenfalls noch  vorhanden. Insgesamt hat der Wein seine besten Tage schon gesehen, denn im Abgang mangelte es ihm etwas an Komplexität und Länge – doch interessant und schön war dieses Trinkereignis immer noch.

2005 Puligny Montrachet Les Combettes, Domaine Leflaive – Burgund (Best Bottle Nr.2)

93 Punkte – Die Domaine Leflaive ist sicherlich zu den besten und berühmtesten Weingütern Burgunds zu zählen. Kurz und knackig das Wichtigste zusammengefasst findet man bei Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/Domaine_Leflaive). Die Rebestöcke in der Premier Cru Lage „Les Combettes“ wurden zwischen 1963 und 1972 gepflanzt und werden seit 1997  biodynamisch  bewirtschaftet.

 

Mich hat dieser Wein – gerade nach dem „Les Clos 2004“ – komplett überzeugt. Die füllige und ausdrucksstarke Nase ist geprägt von vielerlei kräutrigen Eindrücken, gerösteten Nüssen und gelbfleischigen Früchten. Das kraftvolle Paket am Gaumen ist sehr ausgewogen und stimmig: Einerseits gibt es eine kräftige, den Wein tragende Säure – andererseits besitzt der Wein eine schöne, volle Frucht (vorwiegend gelbe Früchte; Haselnüsse), einen kraftvollen Körper und mineralische Komponenten. Die Noten (Karamell und Buttergebäck) aus dem Holz (ca. 25% neues Holz) sind sehr gut integriert. Gute Länge! Insgesamt steht der Wein erst am Beginn seiner Trinkreife – ich denke, dass er mit der Zeit noch etwas an Komplexität und Eleganz zulegt.

2004 Les Clos, William Fevre – Chablis (Best Bottle Nr.1)

97 Punkte – Die Nase lässt einen in diesen kalten Wintertagen von Sommer, Obst- und Blumenwiesen träumen. Klares, ausdrucksvolles Bukett mit feinen Aromen, sehr rein. Am Gaumen das Gefühl von großer Klarheit und Mineralität; tiefe und komplexe Aromatik, dabei sehr fein, ja ziseliert und filigran. Dieser Wein ist ein Maß für Reinheit, Anmut  und erfrischender Lebendigkeit – habe selten einen so feinen, komplexen und dabei unglaublich lebendigen Weißwein im Glas gehabt. Am Tisch sprach ein Weinfreund das aus, was ich mir (als Gastgeber) nicht traute zu sagen: Dieser Wein ist perfekt, was kann man da noch besser machen??

 

 

Die Grand Cru Lagen im Chablis haben zusammen nur eine Größe von ca. 100ha; insgesamt sind jedoch mehrere Tausend Hektar mit Reben bepflanzt. Von den  ca.100ha ist „Les Clos“ mit 26ha die größte Einzellage, davon sind 4,11 ha im Besitz von William Fevre. Die Lage ist ein Südhang mit starker Sonneneinstrahlung; der Boden ist felsig, eine Mischung aus  kreidig-weißer, kompakter und tief reichender Lehmerde, durchzogen mit vielen Mineralien und Konglomeraten aus Fossilien (versteinerten Muscheln). Die Kalkverdichtungen im 80cm Tiefe verleihen diesem Grand Cru schon in jungen Jahren vielfältige Aromen und einen würzigen Geschmack. Um seine Komplexität erleben zu können, braucht er jedoch ein paar Jahre der Reife. Ich meine, Alan Medows hat dazu geschrieben, dass das  Alter wahre Wunder an Sublimität für den bereit hält, der Geduld mit seinen Chardonnays aus Burgund/Chablis aufbringt. Einen furchtbaren Irrtum dagegen derjenige begeht, der meint, burgundische Grand Crus in ihren ersten Jahren vollumfänglich beurteilen zu können. Womit kein Verbot des „Jung-Verkostens“ propagiert wird – denn die Weine haben auch jung schon viel zu geben – aber ein gut konstituierter Wein hat mit der Zeit unendlich mehr zu bieten.

 

Schon bei meinem Besuch auf dem Weingut vor ein paar Jahren war ich begeistert von der großen Klarheit und Präzision der Weine von William Fevre – und der Jahrgang 2004 (der damals als aktueller Jahrgang im Verkauf war)  gehört für mich zu den großen Jahrgängen im Chablis innerhalb der letzten 25 Jahre.

 

Die 2004er Ausgabe des „Les Clos“ – aus der vielleicht besten Grand Cru Lage in Chablis – ist ein ideales Beispiel dafür, dass sich die großen Chardonnays aus Chablis nicht hinter den  großen Namen der Côte d’Or verstecken müssen. Billig ist keiner dieser großen Weine, doch mit ca. Euro 30,- bis Euro 50,- kostet ein großer Chablis nur einen Bruchteil der großen Grand Crus von der Cote des Beaune.

2003 Chateau Duhart Milon (Rothschild) – Bordeaux

92 Punkte – Schöne dunkle Farbe. Nach dem Öffnen ist die Nase noch dominiert von Lederaromen, Tabak und getoastetem Holz, aber mit zunehmend Luft entwickelt sich die Frucht mit Aromen von Waldbeeren und Pflaumenkuchen, dazu Anklänge von Kaffee und Schokolade.

Am Gaumen ein schöner Bordeaux mit guter Tanninstruktur, aber erstaunlich weich auf der Zunge für einen Pauillac. Erdige Noten, Holz, Kaffee und Schokolade. Am folgenden Tag kommt die saftige Waldfrucht deutlicher durch und der Wein gewinnt an Harmonie.

Im Ergebnis ein schöner Bordeaux, der bei der Subskription knapp  Euro 25,- gekostet hat und jetzt am Beginn seiner Trinkreife steht. In den nächsten 10 Jahren sicherlich schön. Jetzt wahrscheinlich nicht mehr unter  Euro 50,- zu bekommen, denn das Weingut gehört zur Lafite Rothschild Familie und für den großen Bruder bezalht man in Asien Euro 1.000,- für ein Flasche.

Nice, dark colour. At the beginning the nose is dominated by leather, wood and toasty notes, but with time the fruit becomes stronger and evolved aromas of wild berries and plum tart. A full bodied wine with a good tannin structure; much of earthy notes, wood and a bit of coffee and chocolate. After 24 h the juicy fruit of wild berries becomes stronger and the wine finds its balance. Silky on the palate.