Grosse Gewächse 2006 – Stand der Dinge

Ich habe mich nach längerer Abwesenheit in den Hamburger Weinrunden sehr auf diese Probe gefreut und auch das Thema „Große Gewächse 2006“ klang gewohnt. Doch dieser Abend war voller Überraschungen…

 

Eine Herausforderung für die Winzer waren die Witterungsbedingungen im Jahrgang 2006  – ich erinnere mich noch gut, dass ich zu Zeiten der Lese ein Wochenende im Rheingau verbracht habe und ungemein erschrocken darüber war, dass es ganze Weinberge gab, in denen keine einzige gesunde Traube zu sehen war. Doch bislang bin ich davon ausgegangen, dass die deutsche Winzerelite, die ihre Großen Gewächse als Spitze der Qualitätspyramide verkauft, dieses Problem durch penible Weinbergsarbeit im Vorfeld oder durch eine superstrenge Selektion erfolgreich umschifft hat. Auch marktseitig habe ich seinerzeit die gestiegenen Preise des Jahrgangs so interpretiert, dass wohl nicht alle Regionen derartige Probleme gehabt haben können.

 

Im Ergebnis hat unsere Probe (eines nicht repräsentativen Durchschnitts) der Großen Gewächse renommierter Häuser jedoch bei einigen klare Mängel aufgezeigt. Dies legitimiert eine kritische Auseinandersetzung mit der Frage, ob in solchen Jahren nicht einige der Top-Erzeuger darauf verzichten sollten, Große Gewächse in bestimmten Jahren zu füllen, um den eigenen Qualitätsansprüchen genügen zu können.

                                       

In 2006 sind Rieslinge auf die Flasche gekommen, die inzwischen derart reif und aromatisch diskussionswürdig sind, dass die Preise der 2006er Großen Gewächse absurd erscheinen. Letztlich wurde hier eine Kapitalverzinsung  zu Lasten der Weinliebhaber und Verbraucher betrieben, die noch bereit sind, für sehr gute Produkte auch hohe Preise zu bezahlen. Es ist jedoch bei den 2006er Großen Gewächsen davon auszugehen, dass bereits der Zustand des Ausgangsmaterials derart negativ beeinflusst war, dass die Produktion von „ehrlichen“ Großen Gewächsen von vornherein nicht möglich war. Ich kann jetzt jeden Weinliebhaber verstehen, der sich nach solchen Erfahrungen – wie den unsrigen – von den Großen Gewächsen wegen mangelndem Preis-/Leistungsverhältnis abwendet. Scheinbar konnten nur wenige Betriebe, wie z.B. die Gebrüder Knipser aus der Pfalz, dem „Kasse machen“ widerstehen – sie haben richtigerweise auf das Füllen ihrer weißen Großen Gewächse verzichtet.  

 

Für die Organisation der Probe und das leckere Essen zwischendurch danke ich meinem Freund Ole recht herzlich. Die Weine wurden vor der Probe ca. zwei Stunden gelüftet und waren perfekt konditioniert. Die Reihenfolge hatte Ole per Losverfahren vorher bestimmt.

 

2006 Riesling Westhofener Morstein, Weingut Keller – Rheinhessen

 

88 Punkte – Der erste Wein einer Probe hat es bei mir immer ein wenig schwer, ich muss mich ein „eintrinken“ und die „Aromen des Tages“ aus dem Kopf  bzw. von der Zunge bekommen. Hinzu kommt  immer mein Vorurteil, dass kein Weinfreund mit dem vermeintlich besten Wein die Probe beginnt. Doch letztlich gehörte dieser Tropfen aus dem Hause Keller für mich deutlich zu den Besten an diesem Abend.. Recht reife Aromatik in der Nase, Noten von Quitten und Äpfeln, aber auch etwas Kräutrigkeit. Am Gaumen recht dicht, mit immer noch deutlichem Zuckerschwänzchen, rauchige Noten, auch etwas Mineralik, aber insgesamt etwas zu fett. Hinten heraus der Eindruck von mürben Äpfeln (der sich an diesem Abend durch fast alle Wein zog, sodass ich die nächsten Monate auf Apfelmus jederzeit verzichten kann)  und einer leichten Kräuterbitternis. Insgesamt ein guter Wein, aber ohne den üblichen „Kitzel“, den ich bei Kellerweinen empfinde.  In der Stilistik aber dem Kirchspiel von Keller, das ich ein paar Wochen vorher gerade im Glas hatte, sehr ähnlich – die Jahrgangseigenschaften setzen sich deutlich durch.

 

 

2006 Riesling Nackenheimer Rothenberg, Weingut Kühling-Gillot – Rheinhessen

 

Leider korkig

 

 

2006 Riesling Scharzhofberger „P“, Weingut van Volxem – Mosel

 

88 Punkte – Ebenfalls ein Wein, der zu den Guten gezählt werden darf. Schon recht reife Noten in der Nase: Waldhonig, Orangenkonfitüre. Angenehme Cremigkeit am Gaumen, mit Anklängen von Karamell, mürben Äpfeln und Mineralität. Gut eingebundene Säure, trotzdem wirkt der Wein nicht animierend, sondern etwas „flau“ im Abgang.

 

 

2006 Riesling Oestricher Doosberg Drei Trauben, Weingut Kühn – Rheingau

 

85 Punkte – Dieser Wein war der (!!) Diskussionspunkt an diesem Abend. Einige am Tisch folgten der Meinung von Felix und kippten den Wein – wegen entstellender Fehler – gleich wieder aus; Punkte wurden daher nicht wirklich vergeben, denn dann hätte man wohl unter die 70 Punkte gehen müssen. Ich sehe das etwas anders, wenngleich auch ich dem Wein attestieren muss, dass dieser mit allgemein bekannten Geschmacksmustern von Rieslingen keine, aber auch gar keine Schnittmenge bildet. Die Nase ist außergewöhnlich: ausgeprägt pflanzliche, vegetabile Noten, frisch abgeschnittenes Efeu; dazu Anklänge von Tankstellenbenzin. Den Gaumen empfängt eine lebendige Säure, Noten von Apfelwein (Cidre) Jod, ich habe Assoziationen von in Weißwein gekochten Miesmuscheln. Erstaunlich erfreulich für mich war die schöne Länge, mit der Wein am Gaumen bleibt. Hier endet er (klassisch für einen Riesling) auf Citrusnoten.  Da ich weiß, dass in diesen Jahren die biodynamischen Ideen im Hause Kühn sehr konsequent umgesetzt wurden und man versuchte, jahrhundert alte Ausbaumethoden wieder zu beleben, kann ich gut verstehen, dass dieser Wein einfach anders ist und ich habe an der geschmacklichen und intellektuellen Auseinandersetzung damit meinen Spaß, verstehe aber jeden, der sagt, dass ist mir einfach zu speziell und hat mit meinen Erwartungen eines Rieslings nichts gemeinsam. Seit dem Jahrgang 2008 ist man im Hause Kühn wohl im Ausbau seiner Weine wieder etwas zeitgemäßer, denn die Weine sind inzwischen wieder so, wie man es heute erwartet und zwar auf allerhöchstem Niveau, ich kann jedem nur empfehlen die 09er Kollektion von Jakob Peter Kühn einmal zu verkosten.

 

 

2006 Riesling Birkweiler Kastanienbusch, Ökonomierat Rebholz – Pfalz

 

81 Punkte – Auch wenn ich es am Ende der Verkostung erst erfahren habe, dieser Wein hat mit seinen 14,5% Alkohol meine Vorbehalte gegen diese Alkoholbomben (die es meiner Meinung nach bei Rieslingen einfach nicht geben sollte) voll bestätigt. Mit praller goldgelber Farbe strömt dieser Wein in unsere Gläser. Nachdem ich meine Nase ins Glas gehalten habe, muss ich gleich an das Apfelmus meiner Mutter denken, das es früher  – im Herbst – immer zu den frisch geriebenen Kartoffelpuffern gab. Dass in diesen Wein nicht nur gesunde Trauben gekommen sind, ist offensichtlich, aber Botrytis mit einer so hohen Alkoholgraduation gefällt mit einfach nicht, da dies einfach nur einen brandigen Eindruck hinterlässt. Ganz schön sind die Anklänge an die britische Orangenmarmelade. Am Gaumen einerseits sehr weich und schmelzig, andererseits brandig scharf, mit nicht eingepasster Säure. Fazit: „Essigessenz mit Waldhonig“ – Sorry, vielleicht etwas krass formuliert, aber wie man als einer der Topbetriebe in Deutschland so ein Großes Gewächs auf den Markt bringen kann, ist mir ein Rätsel.

 

 

2006 Riesling Kanzemer Altenberg, von Othegraven – Saar

 

85 Punkte – Hier ist man dem Alkoholexzessen nicht erlegen, denn die ca. 12,5% Alkohol liegen in einem Bereich, den ich als ideal für GG empfinde – doch leider hat es in diesem Jahrgang nicht wirklich geholfen. Die Nase zeigt auch wieder diese typischen Anklänge an Äpfel, dazu kommen schöne, florale Noten. Am Gaumen etwas Honig, Apfelkuchen mit einem schönen, mürben Teig, gelbe Früchte; zeigt durchaus aromatische Dichte  – „Frucht und Spaß“ habe ich auf meinem Verkostungszettel stehen,  leider bricht er hinten sehr schnell ab und ein paar Bitternoten bleiben stehen.

 

 

2006 Riesling Westhofener Morstein, Weingut Wittmann – Rheinhessen

90 Punkte – Vielleicht ist es die Konzentration auf den biologischen Anbau, oder vielleicht einfach nur eine gute Weinbergsarbeit und das richtige Fingerspitzengefühl für den Zeitpunkt der Ernte – egal! Die Wahrheit liegt im Glas und das, was ich da vor mir hatte, war zumindest an diesem Abend bislang der beste Wein. In der Nase zeigt sich eine frische Frucht; zwar finden sich auch hier die obligatorischen Noten von Äpfeln, aber immerhin sind diese frisch angeschnitten und knackig. Hinzu kommen Citrusfrüchte und Ananas. Am Gaumen zeigt der Morstein ein schönes Frucht-Säure-Spiel, frische gelbe und Citrusfrüchte sowie erdig-mineralische Noten. Abgerundet wird der positive Eindruck durch eine schöne Länge.

 

 

2006 Riesling Schlossböckelheimer Felsenberg, Weingut Schäfer-Fröhlich – Rheinhessen

 

90 Punkte – Der erste Eindruck in der Nase war schon etwas abstoßend, denn irgendwie erinnerte mich das an „Erbrochenes“ – der Wein brauchte Luft und die Noten der spontanen Vergärung gingen immer weiter zurück. Es setzten sich kräutrig-mineralische Noten sowie Aromen von weißen Blüten durch. Am Gaumen hat der Wein eine schöne innere Spannung, eine schöne kräutrige Mineralik sowie Grapefruit- und Apfelaromen. Nicht ganz so gut gefallen hat mir die leichte Bitternote, die er Richtung Abgang entwickelt. Insgesamt aber ein spannender und ansprechender Tropfen, der trinkig ist und die Hand zum Glas gehen lässt (sofern er etwas Luft bekommen hat).  

 

 

2006 Riesling Norheimer Dellchen, Weingut Dönnhoff – Nahe

 

90 Punkte – In der Nase eine sehr fest gewirkter Riesling mit klaren, frischen und sehr schön definierten Aromen. Am Gaumen überrascht eine feste Säure, die jedoch gut integriert ist und dem Wein Frische verleiht. Die eigentliche Fruchtaromatik ist aber überraschend entwickelt; neben den Noten von Quitten, reifen Pfirsichen/Aprikosen und Feigen zeigt der Wein würzige Anklänge. Insgesamt einer schöner Riesling, der jedoch auch schon ein paar Jahre älter sein könnte. Für Dönnhoff-Weine recht kurz im Abgang. Aber wie bei allen Dönnhoff-Weinen muss man sich ein wenig einlassen können und sie in Ruhe genießen, es sind meist stille und natürlich elegante Schönheiten, die völlig ohne Schminke und Botox auskommen. 

 

 

2006 Riesling Königsbacher Idig, Weingut Christmann – Pfalz

 

88 Punkte – Der IDIG aus der Monopollage des Hauses Christmann gehört sicherlich in vielen Jahrgängen zu den besten trockenen Rieslingen der Pfalz, häufig auch in ganz Deutschland. Aber auch hier zeigt sich beim 2006er, dass in einem solchen Jahrgang die Bäume nicht in den Himmel wachsen. Die Nase ist geprägt von reifen gelben Früchten. Am Gaumen fasst der Wein im ersten Moment noch recht kräftig zu und erinnert mich in seiner Art ein wenig an Wachauer Gewächse. Verstärkt wird dieser Eindruck durch die Noten von weißem Pfeffer, die ich eigentlich so nur vom Grünen Veltliner kenne. Dieser Riesling animiert mit seinen Noten von Quittengelee und kandierten Citrusfrüchten zum Trinken, bricht dann aber recht schnell ab, sodass er hinten nicht das hält, was er vorne verspricht.

 

 

2006 Riesling Erbacher Marcobrunn, Schloss Rheinhartshausen – Rheingau

 

84 Punkte – Wieder so ein Kandidat, von dem ich deutlich mehr erwartet habe. Die Mischung  aus Top-Lage und renommiertem „Stall“ sind eigentlich Voraussetzungen für 90 Punkte und mehr. Doch leider ist dieser Riesling mit seinen Aromen von reifen Äpfeln und Quitten  schon in der Nase nicht mein Fall. Am Gaumen wird es dann in Sachen Aromatik noch etwas undefinierter bzw. wie es mein Freund Ole immer in solchen Fällen ausdrückt: der Wein ist „mulschig“ (!???) – einerseits zeigt er für sein Alter eine sehr reife Aromatik, anderseits ist da eine  unbalancierte Säure, die einem Frische vorgaukeln möchte. Zusammen genommen ist die Geschichte leider nicht rund/balanciert und macht wenig Spaß.

 

2005 Gabarinza, Weingut Heinrich – Burgenland

 

87 Punkte – Die Zusammensetzung der Cuvee für die  2005er Ausgabe des Gabarinzas vom Weingut Heinrich ist ein Schlüssel zu diesem Wein. Wenn ich nicht irre, ist erstmals der Merlot mit 50% dominant in der Cuvee vertreten; für gewöhnlich übernimmt der Zweigelt diese Rolle. Bevor es zu meinen Eindrücken geht, hier die offiziellen Angaben von der Webseite des Weingutes:

 

 

50% Merlot, 30% Zweigelt, 20% Blaufränkisch; (Alkohol/Säure/Restzucker: 13,5/5,8/1,5); 6- bis 25-jährige Rebstöcke in der gleichnamigen Lage Gabarinza, gewachsen auf Paratschernosem aus feinem Lockermaterial/kalkhältigem Kulturrohboden. Lese von Hand vom 25. September bis zum 6. Oktober 2005, Selektion im Weingarten, sorgfältige Nachselektion im Weingut am Sortierband, Verarbeitung nach Schwerkraftprinzip (kein Einsatz von Pumpen), Vergärung in Eichenholz-Gärständer bei 28 bis 32°C, manuelles und pneumatisches Untertauchen der Maische, Maischestandzeit 4 Wochen, Malolaktik im Holzgärständer, 80 % neues Holz, 18 Monate Ausbau, abgefüllt am 6. und 7. August 2007.

 

 

Wer den Zweigelt-betonten Gabarinza kennt, wird bei diesem Wein überrascht sein, denn die sonst so übliche würzige Üppigkeit ist nicht gegeben. In der Nase dunkle Früchte (Pflaumen, Brombeeren und Schwarzkirschen) mit einem Hauch von Orangen. Am Gaumen ähnliche Eindrücke, die Kirsche etwas deutlicher durch; hinzu kommt eine recht feine Schokonote; mittelgewichtig.  Die Säure erscheit mir nicht optimal eingebunden. Trotzdem ein angenehmer, recht eleganter Wein, wirkt aber ein wenig international und erscheint mir recht austauschbar. Sollte jetzt oder bald ausgetrunken werden. (2.Abend Urlaub Österreich)

2006 Pintia, Bodegas y Vinedos Pintia – Toro

93 Punkte – In diesem Stadium ein Schmakofatz-Wein!! Geballte Fruchtaromen, dazu viel Schokolade, etwas Vanille und Spuren diverser Gewürze. Der Wein tritt mit seinen 15%-Alkohol sicherlich in der Schwergewichtsklasse an,  weiß aber mit seiner einschmeichelnden Art und seiner Klasse – auch die Damen  – zu überzeugen. Am Gaumen sehr schön rund und schmelzig, kleidet Mund und Rachen komplett aus. Dieser Wein ist eine Kombination aus bester mousse au chocolat und frischen Beerenfrüchten (Brombeeren, Heidelbeeren, Himbeeren), dazu etwas Muskatnuss, ein Hauch Zimt und Vanille sowie ein kleiner Schuss Kirschwasser. Geht aber nicht nur als flüssiges Dessert –  hat mir z.B. hervorragend zu meiner kross gebratenen Ente geschmeckt; kann ich mir aber auch gut zu einem schönen Stück Rinderfilet oder Wild vorstellen. Die Jahrgänge 2004 und 2005 sind noch einen Tick komplexer und eleganter. Meine Liebste hat er trotzdem begeistert, dafür sollte es eigentlich noch 2 Punkte extra geben. Kleiner Nachtrag: Die Bodegas Pintia gehören zu der Unternehmesgruppe von Vega Sicilia (das über viele Jahrzehnte als Spaniens bestes Weingut galt)  und im Jahr 2004 ist man erstmals mit dem Jahrgang 2001 offiziell im Verkauf gewesen. (1.Abend Urlaub Österreich)

2007 Côtes-du-Rhône Mon Coeur, J.L. Chave – Rhone

88 Punkte – Eigentlich ist die Domaine J.L. Chave einer der Toperzeuger der nördlichen Rhone und  Flaschen dieser kleinen Produktion (weiß und rot) gehören Jahr für Jahr zu den gesuchten Pretiosen, die man nur allzu gerne sein Eigen nennt. Doch Preise rund um die € 100,- pro Flasche sind eine „Eintrittbarriere“ über die nur wenige Weinliebhaber springen (können).

 

Doch wer sich diesen Luxus nicht leisten möchte/kann, hat mit dem Côtes-du-Rhone eine einfachere Möglichkeit sich die Klasse dieses familiengeführten Hauses (seit 1481 im Familienbesitz) zu erschließen.

 

Die Trauben stammen zwar weder von den eigenen Weinbergen, noch stehen die Reben an der nördlichen Rhône, aber trotzdem hat man hier einen individuellen und ausdrucksstarken Wein im Glas. Die Cuvee aus Grenache und Syrah stammt von der südlichen Rhone und ist ein Spiegelbild ihrer Herkunft. Lange sonnige Tage lassen die Trauben prall und reif werden und schenken ihnen eine üppige Frucht; die kühlenden Mistralwinde sorgen dagegen für eine deutliche Tag-Nacht-Absenkung und somit für eine gute Säurebildung in den Trauben.

 

Die Vertragsbauern, die das Ausgangsmaterial für diesen Wein liefern, arbeiten rein organisch und reduzieren die Erträge. Das Ergebnis ist ein Stoff, der mir sehr viel Spass macht, der ursprünglich und kraftvoll ist. Die 2007er Ausgabe ist in der Farbe tief purpur und dunkel. Zwar zeigt der Wein (insbesondere nach dem Öffnen) Noten von Brettanomyces (kurz Brett genannt – also Noten, die bei den meisten Leuten Assoziationen von Pferd hervorrufen), doch mit etwas Luft gewinnen die Noten von Dörrobst, Kirschen, Pflaumen und Schokolade die Oberhand; richtig gut gefällt mir auch der ausgeprägt würzige Geschmack, der mich an schwarzen Pfeffer und Lebkuchengewürz erinnert. Insgesamt ein intensiver Geschmackseindruck, mit schönem Druck und – trotz aller Intensität und 14% Alkohol – recht kühl und mineralisch. Angenehme Länge. Passt hervorragend zu einem gegrilltem Stück Rindfleisch (mit Röstaromen) oder Lammsteaks.