1921 Chateau Doisy Daene – Barsac (Top of the Pops)

97 Punkte – Alte Süßweine sind ein Kapitel für sich, in ihrer Jugend kann ich selten etwas mit ihnen anfangen, selbst „midage-Ausgaben“ zeigen nicht häufig das, was diese „alte Dame“ an Komplexität, Eleganz und Genuss ausstrahlte. Der Anblick im Glas wird ungeübte Altweintrinker eher abschrecken, denn es sah so aus, wie das Mixgetränk, das man den Japaner immer andichtet: ein Mix aus Cola, Weißwein und Wasser. In der Nase der totale „Nasenbär“, denn diese Melange aus frisch geröstetem Malz und vielen, vielen getrockneten Kräutern erinnert mich einerseits an Kräuterlikör, andererseits an eine Mischung aus Kinderhustensaft und Colaflaschen von Haribo. Ja, ja ich weiß, das ist keine professionelle Weinbeschreibung, aber muss es auch nicht 😉 Am Gaumen nicht minder interessant – man gleitet nach jedem Schluck mit der Zunge über die Lippen, um noch mal die gewonnenen Sinneserlebnisse Revue passieren zu lassen. Zunächst ein furioser Auftakt mit viel Karamell, dunkler Edelschokolade und malzigen Kräuterbonbons. Dann wird der Eindruck etwas „leiser“, der Wein gewinnt weiter an Komplexität (mit feiner Rosenaromatik) und Eleganz, um sich in einem nicht enden wollenden Abgang nur ganz, ganz langsam zu verlieren.

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