2006 Röttgen 1.Lage, Heymann-Löwenstein – Mosel

92 Punkte – Gerade sitze ich mit meinem Freund Ole über 2 Gläsern Riesling 2006 aus der Lage Röttgen von Heymann-Löwenstein und wir sind überrascht, wie trinkig, animierend und ausgewogen dieser Tropfen schon ist. Das Lesegut scheint – trotz des Jahrgangs kerngesund gewesen zu sein.

Sattes goldgellb – direkt nach dem Öffnen benötigt er Luft, am besten dekantieren und große Bordeauxgläser nehmen. In der Nase viel kräutrige (Wiesenkräuter) Kraft, etwas tabakig, andeutungsweise spontane Gärungsaromen, reife gelbe Früchte, etwas Honig. Am Gaumen lebendig mit erkennbarer Restsüße, schmelzig und reife gelbe Früchte einerseits, auf der anderen Seite deutliche Mineralik und wunderbare, reife Säure, insgesamt jetzt schon ausgewogen und mit viel Genuss zu trinken, langer Abgang. Das leere Glas riecht einfach wunderbar und der Wein zeigt hier, welche Differenziertheit sich hier noch entwickeln wird. Kleiner Haken, der recht kurze Korken suppte schon ein Jahr nach der Abfüllung. Leider triftt dies auf 30% meiner Flaschen zu. Dies ist leider auch bei anderen Jahrgängen zu beobachten.

4 Gedanken zu „2006 Röttgen 1.Lage, Heymann-Löwenstein – Mosel“

  1. Hallo Michael,

    die Heymann-Löwenstein Weine waren auf der Gutswein, wie nicht anders zu erwarten, doch noch schwierig zu verkosten. Einzig der 07 Röttgen war zugänglicher und verspricht Großes.

    Alles Gute,
    Martin

  2. Hallo Martin,

    kann ich mir gut vorstellen, vorbestellen sollte man trotzdem. War gestern bei Mövenpick/Österreichverkostung und bei der Gelegenheit haben wir uns auch über die GG und den Hype über den 2007 JAhrgang unterhalten. Die Großen-Gewächs-Kontingente bei Mövenpick sind angeblich fast komplett schon in der Subskription weggegangen. Da Riesling im Ausland total boomt und z.B. auch Jancis Robinson die 07er Riesling ganz hoch bewertet, wird es wohl für die Stammkunden immer knapper. Ein Freund – langjähriger Kunde bei E.Schönleber hat ganze 2 Fl. Frühlingsplätzchen und 1 Flasche Halenberg bekommen. Das macht so keinen Spass mehr. Die Preise gehen ab durch die Decke, immer neue Einzellagen-Spezialfüllungen werden aus dem Hut gezaubert und absurde Preise verlangt. Wir sind da angekommen, wo M.Scheuermann schon immer hinwollte: an die Spitze der Preispyramide für Weissweine. Für den echten Weingeniesser funktioniert es einfach nicht mehr. Jetzt ist trockener Weisswein in der Spitze ein Luxusgut und man kann nur hoffen, dass dieser Schweinezyklus möglichst bald wieder zu Ende ist.

    Gruß Michael

  3. So schlimm ist es schon?! 🙁

    Die Skandinavier kaufen vor allem viel, viel Riesling. Norwegen ist führend und dann kommt Dänemark und Schweden.

    Na, dann können wir meine zukünftige Probe besonders geniessen……….

  4. Michael hi,

    leider hast Du auch hier den Nagel auf den Kopf getroffen und der Schweinezyklus wird sich bei dem Journaille Hype noch mehr beschleunigen. Obwohl ich Reinhards Einstellung und Weine seit 90 ehre habe ich in den letzten Jahren eh hauptsächlich nur noch die einfache Schieferterasse gekauft. Röttgen und Uhlen R 2006 schmecken übrigens am besten aus dem Zalto Denk Art Burgunderglas (gibt es beim Karl/Pretzhof zu super Konditionen und es ist eine neue Dimension des Trinkens!)

    Gruss

    Achim

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