2003 Bremmer Calmont Riesling Auslese, Weingut Franzen – Mosel (Celerina 11)

88 Punkte – Einer meiner liebsten Erzeuger hier mit der 2003er Auslese aus dem steilsten Weinberg Deutschlands. Die Nase ist vielschichtig: Blütige Noten, Flieder, Pistazien sowie eine schöne schieferbetonte, würzige Mineralität sind animierend. Doch am Gaumen kann er sein Versprechen nicht einlösen, die Frucht (Fliederbeeren und Waldmeister) ist eher einfach; der etwas klebrig wirkenden Süße steht zwar eine ordentliche Säure entgegen, aber ganz zu „Mehr“ reicht es halt nicht. Vom Mundgefühl zeigt er eine schöne Cremigkeit, die mich an einen Frankfurter Kranz denken lässt. Mit 88 Punkten ist er gut bedient und ein würdiger Vertreter seines Jahrgangs

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2004 Abtsberg Riesling Auslese, Maximin Grünhäuser (AP.Nr. 35360141905), Mosel (Celerina 10)

82-90(??) Punkte; Kandierte Frucht, Apfel, Birnenkompott, Citrusaromen – schönes Spiel in der Nase, sehr frisch. Am Gaumen spiegelt sich die Nase aromatisch im ersten Moment wieder, doch dann kommt die „Eiserne Faust“ und schlägt zu – bumm, bumm !!  Da helfen keine Aprikosen und auch  die ansprechende Mineralik ist nur Randerscheinung; in dieser Momentaufnahme des Weins tut die Säure einfach nur weh. Der Wein wirkt dadurch ultrafrisch, aber diese Säure kann man nicht verkraften. Weder die Frucht, noch die 8% Alkohol können da irgendetwas abpuffern.

Eigentlich liebe ich süße Auslese – Weine, die einerseits richtig Struktur und Rückgrad haben, andererseits auch der Süße eine ordentliche Säure entgegensetzen und so ein richtig tolles, vibrierendes Trinkerlebnis schaffen, but that’s to much, my dear. Auf der anderen Seite, möchte ich diesen Wein noch nicht komplett abschreiben (auch wenn sich Säure im Wein nicht abbaut) – ist aber nur so ein vages Bauchgefühl.

1997 Vigna del Sorbo, Fontodi – Toscana (Celerina 9)

85 Punkte, deutlicher Wasserrand, dann ziegelrot bis orange. In der Nase eine Mischung aus Kuhstall und Mon Cherry; kirschig, leicht krautig. Auf der Zunge eher dunkle Aromen; hat Struktur, jedoch dominiert die Säure stark und der Wein hat von seinem früheren Charme deutlich eingebüßt. Das Holz ist nicht mehr gut eingebunden und hinterlässt im Abgang einen austrocknenden Eindruck.- Schnell Austrinken

2003 Hattenheimer Wisselbrunnnen Reisling Auslese; Hans Lang – Rheingau (Celerina 8)

92 Punkte – Dieser aus der halben Flasche getrunkene Wein duftet nach Wiesenhonig, Orangenzesten, reifen Äpfeln und ist eigentlich noch zu jung. Am Gaumen erkennt man schnell, dass er einen kräftigen Streifschuss Botrytis bekommen hat. Am Gaumen frisch und mit herrlichem Schmelz ausgestattet, zeigt er Aromen von Birnenkompott, Zimtsahne, Aprikosen und viele mehr – insgesamt sehr traubig. Er wirkt eher leichtfüßig und tänzelnd, ich könnte mir auch gut vorstellen, dass er einen Anteil Eiswein enthält !??

1996 Le Stanze; Poliziano – Toscana (Celerina 7)

80+ Punkte – Was für eine Enttäuschung, ich hatte zwar beim 96er Jahrgang nicht auf Großes gehofft, aber dass diese Cuvee aus CS, Merlot und ein wenig Petit Verdot so abschmieren würde….

Reife Nase, Rumtopf (marinierte Früchte), reife Waldfrucht, etwas Kirsch. Wäre der Wein so wie seine Nase es suggeriert, wäre die Weinwelt in Ordnung. Aber am Gaumen passierte außer einer recht kräftigen Säure, harschen Tanninen und einem (recht edlen) Holzaroma nicht viel. Hinten heraus ist der Wein richtig austrocknend vom Tannin. Der Wein ist fertig.

2005 Cuvee Spéciale, Domaine Chignard – Fleurie / Beaujolais (Celerina 6)

84 Punkte – laktisch, Milchnoten in der Nase, leicht rosinierte Frucht, etwas aufdringlicher Alkohol. Am Gaumen ordentliche Tannine, gute Säure, Kirscharomen, recht dicht und fest. Vielmehr gibt es zu diesem Wein nicht zu sagen – schade, denn 2005 gilt als sensationelles Jahr im Beaujolais, vielleicht bestes Jahr in den letzten 30 Jahren.

2004 Les Garants, Domaine du Vissoux – Fleurie, Beaujolais (Celerina 5)

87+  Punkte – kühr und dunkel von der Frucht, schwarze Kirsche, Mathias meinte: "Himbeeren vom Stein gelutscht" ;-)) schöne mineralische Tiefe, auch ansonsten der komplexeste Wein in diesem 3er flight Beaujolais. Butterweich von den Tanninen, extrem klar (reintönig). Dieser spontan vergorene Wein kann zwar meine Liebe zu Beaujolais auch nicht entfachen, aber Respekt muss  ich ihm zollen.

2003 Cuvee Zaccharie, Chateau Thivin – Côte de Brouilly / Beaujolais (Celerina 4)

85 Punkte – rote Beeren, Erdbeere Himbeere, eher kühl und frisch. Am Gaumen eher leicht- bis mittelgewichtig, erkennbare Mineralik, aber leider mangelt es ihm an Komplexität und Tiefe, schöne Fruchtsüße. WICHTIG bei diesen Weinen ist die Trinktemperatur, bei über 16° Grad getrunken sind sie nur breit und flach, die Tannine kommen dann nicht heraus.

1998 Siepi, Castello di Fonterutoli – Toscana (Celerina 3)

92 Punkte – verspielt dunkelbeerige Nase, Anklänge von Schoko, Kaffee und Teer. Waldfrucht, Kirsch, Süßholz oder sollte ich sagen: süßliche Würze, viel Schmelz, feine Tannine, aber auch etwas rosinierte Töne, frisch, Anklänge an Minze und Eukalyptus (Menthol), gute Länge. Für einen 1998er in einer respektablen Verfassung, jetzt sehr gut zu trinken, besser wird da nichts mehr.

2002 Schloßböckelheimer Felsenberg Spätlese halbtrocken, Dr. Crusius – Nahe (Celerina 2)

90 Punkte – Ungemein klarer, ja glockenklarer Riesling mit herzerfrischender Saftigkeit und einer strahlenden Mineralität, würzig; aktuell mit herrlicher Reife, substanziell und druckvoll, zarter Zuckerschwanz, sehr reintönig, Sauerampfer, Pomelo, noch mehr Punkte liegen leider nicht drin, da etwas die Länge fehlt.