2006 Knoll, Ried Schütt Riesling Smaragd – Wachau

92 Punkte – Hier muss ich mein eigenes Urteil über den Jahrgang 2006 ein wenig einschränken. Zwar hat auch dieser Riesling mit 14% Alc. genug Umdrehungen, aber man spürt sie nicht. Zwar zu Beginn recht verschlossen, doch am Gaumen erzeugt der  Wein ein interessantes Mundgefühl. Vorne auf der Zunge eher weich, rund, ja er rollt fast über die Geschmackskapillaren, aber hinten heraus packt die Mineralik zu. In der Nase Aromen von Citrusfrüchten, Zuckerrübensirup und gelben Steinobst. Am Gaumen dichte Mineralik, extraktstark, runder Ansatz (wird immer runder mit zunehmend Luft, der Alkohol tut sein Übriges). Schon recht feine Fruchtaromen blitzen auf, aber noch ist der Wein nicht ganz harmonisch und irgendwie auch noch aromatisch verschlossen; schöne Säure, sehr gutes Potential.  Ein Wein zu Einlagern!!

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2001 Deutsche Spätburgunder – Kleine Horizontalverkostung

10 Weine waren angestellt, 5 Personen nahmen teil und 3 Piraten waren mit von der Part(y)ie. Jeder bekam jeden Wein in kleiner Menge zur Verkostung und Beurteilung, danach wurde aufgedeckt und offen weiter getrunken. Am Ende wollte ich sehen, wie viel von jedem Wein übrig bleibt – also JLF nach Andreas März von der Zeitschrift MERUM. Die Flaschen wurden willkürlich ausgewählt und selbst ich wursste nicht, welcher Wein wo in der Reihenfolge angestellt war.

Los gings mit dem ersten Piraten, wie sich am Ende herausstellte.

2001 Kloster am Spitz, Pinot Noir – Burgenland / Österreich:

84 Punkte – etwas überreife Frucht, Johannisbeer-Drops (oder schwarze Campinos aus meiner Kindheit – gibts aber immer noch), Himbeeren; parfümiert. Auch am Gaumen sehr aufgesetzt von der Frucht, Holunder und schwarze Campinos, saftig, weisser Pfeffer, samtig, süsser Extrakt, ein Kollege sprach von einer "Weinqualle" – mir gefiel dieser Begriff für einen Wein, der tierisch aufgebläht war, dem aber das Rückgrad fehlte. (2/3 der Flasche blieben übrig).

2001 Schnaitmann, Spätburgunder Simonroth "R" –  Württemberg / Deutschland

93 Punkte (?) – Beim Aufdecken kommt der Ärger in mir hoch, zweite und letzte Flasche von diesem Wein. Nachdem die erste leider voll korkte, ist diese auch nicht ganz sauber. Damals war der Wein ab Gut superschnell ausverkauft, habe dann noch zwei Flaschen im Bremer Ratskeller für noch teuereres Geld nachgekauft und dann das….!!! Trotzdem war die Klasse dieses Stoffs klar erkennbar. Die Nase wird verwöhnt von einem tiefen und komplexen Spiel Schwarzer Kirschen, Veilchen, rauchigem Speck und feinen Kräutern. Am Gaumen klasse strukturiert – mit ausgereiften und guten Tanninen. Das Holz ist inzwischen perfekt integriert, der Wein ist gut balanciert. Die schöne Mineralität und die dunkle, stoffige Tiefe bereiten echtes Trinkvergnügen, wenn da nicht…. ja, wenn sich da nicht immer wieder ein Kork in die Nase schleichen würde. Am Tisch wird kontrovers diskutiert, kann man einen solchen Wein überhaupt angemessen beurteilen, ich meine  ´"JA",  denn ein solch (eher leicht) beeinflusster Wein kann durchaus noch in seiner Vielschichtigkeit wahrgenommen werden. Druckvoll, mit unglaublich guter Struktur und einer angenehm maskulinen Art ist diese Flasche durchaus ein Genuss – wenn auch etwas vernebelt, kommt die Güte dieses Weins zum Ausdruck. (Rest in Flasche: 5cm)

2001 Gernot Heinrich – Pinot Noir – Burgenland / Österreich

92 Punkte – Auffallend schöner Glanz; tiefe Frucht,   kräuterwürzig (aus dem Holz, das sehr gut integriert ist), Eisen (Blut), tiefe und aromatische Nase. Am Gaumen eine delikate Süsse, ein Hauch von Schokolade und feinsaftig. Wirkt sehr frisch, die komplexe Frucht sowie polierten Tannine – kombiniert mit der schön eingebundenen Säure – lassen Trinkfreude aufkommen. Grundsätzlich auch mit schöner Länge ausgestattet, jedoch baut er nach einiger Zeit im Glas recht schnell und kräftig ab – die Börsianer würden wohl sagen: die Bären gewinnen die Überhand. (Rest in Flasche: halbvoll)

2000 Dichon, Moulin-a-Vent – Beaujolais / Frankreich

76 Punkte – Blumenerde, ein Hauch von Pflaume, Säure schon in der Nase. Am Gaumen erstaunlich dünn (für mich waren die Moulin-a-Vent-Wein stets die dichtesten Beaujolais), etwas stumpf, abgefahrenes Gummi, die Tannine wirken ungehobelt, klotzig, unharmonisch. Auch wenn die Frucht über den Abend mal mehr, mal weniger ein wenig ausblitzt, bleibt es doch insgesamt ein unerfreulicher Tropfen, der (in diesem Fall positiv) mit dem Schlucken sofort verschwunden ist. (2/3 der Flasche bleiben übrig)

2001 Haidle, Spätburgunder – Württemberg / Deutschland

92 Punkte – Außergewöhnlich kräutriger Eindruck in der Nase, Gewürznelken, Pflaumen, rauchig. Auch am Gaumen frisch, tief und kräutrig, dunkle Frucht; hat Saft und Biß, erzeugt aber eher ein schlankes Mundgefühl, dafür komplex, mineralisch (kalkig) und mit jedem Schluck interessant. Frische, gut integrierte Säure; sehr gute Länge, die überraschend ein wenig auf Kamilletee-Aromen endet. (Rest in Flasche: 4cm)

2001 Duijn, Spätburgunder SD – Baden / Deutschland

91+ Punkte – Bei mir geht die Hand zum Glas. Der SD belegt mit einer kühl wirkenden Aromatik Nase und Gaumen. Die Frucht ist dicht, aber nicht überladen; die Aromen sind würzig, dezent rauchig und mineralisch und die noblen Tannine geben dem Wein eine hervorragende Struktur und einen Hauch von Noblesse. Insgesamt äußerst harmonisch, von den Aromen eher auf der maskulinen Seite, hallt sehr schön nach ! Ein (Wein-)Freund sieht den starken Fassbrand etwas kritisch. (Rest im Glas: 1,5 cm)

2001 Duijn, Spätburgunder  – Baden / Deutschland

Die kleine Schwester (in jüngeren Jahrgängen heißt dieser Wein "Jannin") steht dem großen Bruder in nichts nach – ist ihm sehr ähnlich. Am Gaumen besticht die Mineralität, schöne aromatische Tiefe, etwas runder und gefälliger als der SD; das Holz scheint etwas weniger stark getoastet, die Frucht kommt noch besser heraus, trotzdem ein substanzieller Wein mit Komplexität. (rest in Flasche: 4cm)

2001 Stodden, Next Generation – Ahr / Deutschland

86 Punkte – Fast auf den Tag genau vor drei Jahren getrunken und im Fazit fast identisch bewertet (87 Punkte) und beuteilt. Die Nase ist eher dunkelbeerig und insgesamt sehr eigenwillig, denn Aromen von Camembert, verbranntem Gummi und angebranntem Sauerkraut mischen in der Nase kräftig mit. Am Gaumen kann man eine gewisse aromatische Tiefe, Rauchnoten und eine tiefe Mineralik auf der Haben-Seite des Weines verbuchen. Auch eine gewisse Extraktsüße steht dem Wein gut, denn über eine ebenfalls kräftige ausreichend Säure, die dagegen steht, verfügt the "Next Generation". Da aber das Holz bis heute nicht harmonisch eingebunden ist, die Röstaromen schwarz wirken (was die Eiche heavy toasted?), der Wein insgesamt eine fast aggresive Kräuteraromatik aufweist und eine gewisse Schärfe nicht von der Hand zu weisen ist, bin ich der Meinung, das er mit meinen 86 Punkten noch gut bedient ist. (Rest in der Flasche: 8cm).
Hier wollte der Sohn des Hauses (nach diversen Winzerstationen im In-und Ausland) wohl zeigen, was er gelernt hat – leider ist die Sache nicht ganz so gelungen, wie der Preis es damals suggeriert hat. Mit ca. Euro 40,00 war man in Deutschland zumindest preislich ganz vorne dabei.

2001 Knipser, Im großen Garten – Pfalz / Deutschland

90 Punkte – Das vierte Mal getrunken – guckst Du:
http://weinwelt.blogg.de/eintrag.php?id=158,
http://weinwelt.blogg.de/eintrag.php?id=140,

diesmal wieder recht schön, sodass ich vermute, dass bei Oles Probe eine nicht perfekte Flasche Grund für meine Beschwerde war. Die eher rotbeerige Frucht ist immer noch angenehm saftig. Der Eindruck am Gaumen ist eher kühl, delikat und von einer erkennbaren Mineralik begleitet. Die feine Rauchigkeit verleiht ihm Spiel. Insgesamt zeigt er  eine nicht ganz harmonische Aromatik, denn die Säure steht ein wenig aussen vor und er wirkt; ein Mittelgewicht im Körper und von der Länge im Abgang eher Kurz-bis Mittelstreckenläufer. (Rest in Flasche: 2,5 cm)

2001 Stodden, Recher Herrenberg Spätburgunder JS Auslese *** – Ahr / Deutschland

90 Punkte – Insgesamt ein immer noch kompakter Wein. Komplexe Nase mit rotbeerigen und kirschigen Anklängen; schöne Saftigkeit, dabei stets frisch und mit lebendiger Säure ausgestattet. Am Gaumen ein strukturbetonter Pinot Noir mit feinen Tannien und gut integriertem Holz. Die eher starke Kräutrigkeit jüngerer Jahre hat sich zu Gunsten der eher pinot-typischen Frucht etwas zurückgezogen, sodass der Wein einen insgesamt harmonischen, aber keinen total zwingenden Eindruck hinterlässt. (Rest in Flasche: 3cm)

2005 Chateau de la Negly, La Falaise / Languedoc

91 Punkte – Was hat sich dieser Wein verändert! Beim 98er liebte ich seine urwüchsige Kraft und von der Aromatik hätte ich den 98er aus 100 anderen Weinen  stets herausgeschmeckt – dies kann ich bei der  2005er Ausgabe nicht behaupten. Trotzdem ist der 05er mindestens auf dem gleichen Niveau, wie sein Vorgänger im Amt, der 98er; wenn nicht gar besser !??  Aber der Reihe nach…

Heute habe ich in Düsseldorf lecker gegessen, im "Fame fatale", einem kleinen, unbekümmerten Restaurant in Pempelfort, dass von Jungs betrieben wird, die mit Leidenschaft bei der Sache sind. Die Küche ist italienisch angehaucht und der Geräuschpegel hat defintiv italienische Verhältnisse, aber man fühlt sich in diesem kleinen Lokal sauwohl.

Leider war der vom Kellner empfohlene Greco di Tufo aus Apulien eine Katastrophe, aber mein Ossobuco alla milanese hat es wieder rausgehauen. Zuhause wieder angekommen, musste nun ein Wein her, der nicht zu kompliziert, aber sau gut sein sollte…..

da erinnerte ich mich an einen meiner letzten Einkäufe in Düsseldorfs Mövenpick: La Falaise von Negly !!

Lange Rede, kurze Beurteilung: Nach dem Öffnen der Flasche und dem ersten Schluck war ich entsetzt – wo ist die so geliebte Üppigkeit und Einzigartigkeit dieses Weines geblieben??  Dafür etwas eindimensionale Frucht und kaltes Blut. Ungeduld wird aber bekanntlich bestraft und der Wein brauchte mindestens eine Stunde, um aus dem Knick zu kommen. Am auffälligsten ist seine kühle Art, die er bereits in der Nase andeutet, die sich aber am Gaumen deutlich entwickelt. In der Nase überzeugt er mit einer feinwürzigen Note, kühle, betörende, zart süßliche und würzige Frucht, Cassis und Brombeeren, schwarze Oliven und ein Hauch von Eukalyptus. Die Tannine sind erstaunlich weich und rund, trotzdem gute Struktur, angenehm saftig, dicht und ebendoch kühl sowie irgendwie auch elegant. Die Frucht erinnert an schwarze Oliven, dunkle Beere, Lakritz, Rosmarin und Tinte. Seine Vorgänger waren  urwüchsiger, bäuerlicher, aber trotzdem gut und spannend. La Falaise 2005 besteht aus 50% Syrah, 35% Grenache und 15% Mourvedre und überrascht mit einer sehr guten Symbiose aus Eleganz, Weichheit und würzigen Saftigkeit.  Die angenehme Kühle ist wohl auch ein Ausdruck der Mineralität, die diesen Wein auszeichnet. FAZIT: toller Stoff zu einem guten Preis von ca. Euro 16.

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2004 Deutzerhof, Altenahrer Eck Spätburgunder – Ahr

90 Punkte – Dieser Spätburgunder stammt lt. Webpage des Deutzerhofes noch von einer wurzelechten Rebanlage, die mit einem alten "Ahrklon" bestockt ist. Der Boden dieser Steillage besteht aus der lössarmen Grauwacke und Schieferverwitterungsgestein. Die Lage wurde 1999 vom VDP als Erste Lage zur Herstellung von Großen Gewächsen ausgewählt. Man hat hier mit vielen Terrassen der steilen Lage (40-60% Steigung) die Rebflächen geradezu abgetrutzt und folglich ist nur ca. 1/3 der 7,8ha großen Lage mit Reben bestockt.

Dass Wolfgang Hehle seine Weine in barriques aus französischer Eiche ausgebaut, erkennt man sehr schnell. Der Wein besitzt eine kühle, deutlich mineralische Nase mit einer klaren, straffen Frucht. Die tabakigen Anklänge und die  kräuterwürzigen Note geben ein tief dunkles und würziges Burgunderbild.  Gibt man ihm etwas Luft, so entfaltet er auch am Gaumen seinen straff gebauten Körper. Der Wein ist saftig und dicht, die Tannine sind erstaunlich kräftig und leicht "sandig";  die Säure ist sehr gut eingebunden. Die mineralische Art kann gefallen und die Frucht ist kirschig-pflaumig, aber insbesondere wieder sehr kräuterwürzig und tabakig. Im Abgang leider etwas kratzig und auch ganz hinten austrocknend. Dürfte noch etwas zulegen.

Klar zum Ausdruck kommt hier der schiefrige Boden und die grundsätzliche Güte dieser Lage. Ob ein Wein für rund Euro 50 jedes Jahr auf die Flasche kommen muss oder ob man ihn nur in wirklich guten oder großen Jahren als Grosses Gewächs verkauft, werde ich gerne bei meinem nächsten Besuch auf dem Weingut diskutieren.

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2006 Hermann Dönnhoff, Niederhäuser Hermannshöhle GG – Nahe (für mich die Rettung)

95 Punkte – Nach dieser total bescheidenen Woche, in der man mir erst die Scheibe am Auto eingeschlagen hat, um das Handy zu klauen und mir am nächsten Tag (mit reparierter Scheibe) die Polizei selbiges Auto abschleppt , weil – aus welchen Gründen auch immer – nachts auf einmal alle 4 Fenster offen gestanden haben. Gestern hat mich dann die Polizei angehalten, um meinen Alkoholpegel genauer unter die Lupe zu nehmen (Gott sein Dank hatte ich abends zum Essen nur ein Glas (0,15) Wein getrunken); und so bin ich heute total gefrustet in den Keller gegangen, um mir auf diesen ganzen Sche… mal richtig was zu gönnen. Eigentlich denkbar ungünstige Voraussetzungen, für den Wein, der dran glauben musste. Denn die Erfahrung zeigt, wenn man selbst schlecht "drauf" ist, ist es der Wein meist auch (oder wie erklärt sich diese häufig festgestellte Korrelation). Doch diesmal war alles anders:

Die Hermannshöhle von Dönnhoff stand noch am Kellereingang (und wartete eigentlich darauf inventarisiert zu werden) und strahlte mich an und sagte: Nimm mich, nimm mich, ich bringe Dich auf andere Gedanken, ich habe alles, was Du brauchst. Naja, dachte ich, trockener Riesling des Jahres im Gault Millau – we will see…….

…… 95 Punkte, ein unglaublicher Stoff, geradezu elektrisierend.Was ich nicht verstehen kann, wie so ein junger Riesling, der vor Kraft und Tiefe nur so strotzt, trotzdem schon eine solche  Harmonie sein Eigen nennen kann.

Die Nase ist geprägt von kräuterwürzigen, etwas heuig-strohigen und tief mineralischen Noten. Die Frucht ist steinobstig und gelb. Am Gaumen tief wie ein Bass, dicht, extraktreich, mit geilem Biß, der Dich – ja Dich geneigter Leser und potentieller Käufer dieses Weines – packen wird und in seinen Bann zieht. Man schnallst unweigerlich mit der Zunge, die Aromenschwaden ziehen durch den Rachen und schlagen in immer neuen Wellen an den Gaumen. Saftig, hervorragendes Spiel zwischen den eher weiss-gelbfruchtigen Fruchtaromen und der feinen, auch etwas salzigen Bitternote einer grandiosen Mineralik; tabakig, Sauerampfer. WOW packt der zu. Grandiose Länge. Bitte, bitte nicht alle Flaschen für die perfekte Trinkreife aufbewahren, so etwas MUSS man in seinem jugendlichen Überschwang erleben. Und wenn ich das mal mit dem 06er UNENDLICH von F.X. Pichler vergleiche, gehen für mich die 12 Punkte an Deutschland und "nur" 10 Punkte an Österreich, weil – trotz allen Drucks und der Kraft, die ihn auszeichnet – dieser Riesling aus der Hermannshöhle  eine Ebene besitzt, die zeigt, dass auch ganz kleine, klitze-kleine Nuancen, gewisse Verspieltheiten sozusagen, beim genauen "Hinhören" zum Vorschein kommen, die ungeheuer animierend und Gesprächs-anregend sind. RIESIGES Potential !!

P.S. Ich bin mit der Welt wieder im Reinen . und das nach einer halben Flasche !!!

1990 Valdicava, Brunello Riserva Madonna del Piano – Toskana

95 Punkte – dieser Brunello ist so unglaublich jung, weder von der Farbe, noch in der Nase oder am Gaumen ist sein wahres Alter für mich erkennbar. Ein fabelhafter, intensiver und gleichzeitig hoch eleganter Stoff. Kühl, aber mit intensiver Frucht – so werden die Geruchsrezeptoren beschäftigt: Anklänge von Heidelbeeren, Kampfer, schwarzen Kirschen und feinen Röstaromen mache ich aus. Einer in der Runde sagt Dickmilch, Joghurt, auch ein solcher Beiklang ist nicht ganz von der Hand zu weisen. Im Mund ebenfalls kühl, ansprechend mineralisch, rund und extraktreich. Ein großes Spiel zwischen den feinen, dunklen Fruchtaromen und der Aromatik aus dem Holz – perfekt verwoben miteinander. Eine feine Kräutrigkeit erhöht die Komplexität des Weins – Fenchel, Kümmel sind Beispiele die meine Mitstreiter ausmachen. Mich begeistert bei diesem Wein die außerordentlich gelungene Vermählung der kühlen, komplexen und enorm intensiven, aber sehr runden Frucht mit der herrlichen Frische und Jugendhaftigkeit; es ist kaum zu glauben, dass jetzt auch noch eine hervorragend eingebundene Säure und ein festes, aber hochreifes Tannin das nötige Gerüst für viele, viele Jahre weiteren Trinkgenuss bieten. Großer, dichter und sehr harmonischer Stoff !!

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1989 GAJA, Barbaresco – Piemont

92+ Punkte – Fast 20 Jahre alt und steht voll im Saft –  herrlich !! Gaja’s 1989 Barbaresco hat eine vollen, gut definierten Körper, hier und da mit genau den richtigen Rundungen – ist aber leider eher als männlich einzustufen ;-))) So offeriert er eine dunkle Frucht nach Knubberkirschen oder sind es doch die edlen Piemontkirschen?  Schöne Extraktion, perfekt eingebundenes Holz (einst viel neues Holz), eher dunkel, mit zartem Schmelz, sehr feine Würze, ein Hauch feine Schokolade; gut balanciert und harmonisch. Die Tannine sind fein und von schöner Körnigkeit.  Gute Länge. Dieser Wein ist sexy !!!

1985 Fratelli Barale, Barolo Vigna Castellero Riserva – Piemont

89 Punkte – Zu Beginn deutliche Altersnote in Form von Liebstöckelaromen in der Nase, später dringt die reife Frucht besser durch, Noten von feuchtem Unterholz, Veilchen und Leder. Von der Statur eher mittelgewichtig. Mit dem ersten Schluck geht der Vorhang auf und eine unerwartet saftige und spielerische Frucht betritt die Bühne. Die in Würde gereifte Frucht in der Hauptrolle brilliert mit Komplexität und Tiefe, in weiteren Rollen ein etwas sprödes, aber doch überzeugendes Tannin und eine Säure, die leider mit der Klasse der beiden anderen Mimen nicht mithalten kann und aufgrund der etwas spitzen, eher säuerlichen Art zu Abzügen in der Gesamtwertung führt.

1996 Fontanabianca , Barbaresco Sori Burdin – Piemont

92 Punkte – Zu einer best bottle Sylvester-Party habe ich diesen Wein mitgenommen, von dem ich einst 6 Flaschen besaß und die ich leider viel zu früh getrunken habe. Im Februar 2000 erworben und damit als mein erster, in "größerer" Anzahl gekaufter Nebbiolo in meine persönlichen Weinanalen eingegangen, konnte auch die letzte Flasche voll und ganz überzeugen.

Sehr ausgewogener und harmonischer Stoff, tolle Frucht u.a. mit Noten von Weichselkirschen und etwas Pflaume, immer noch schön voll und "fleischig"; reife und weiche Tannine, eine schöne Spur Mineralität zieht sich durch den Wein, sehr ausgewogene Säure; wirklich fein und elegant mit sehr guter Länge.

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2006 Proidl, Senftenberger Ehrenfels Grüner Veltliner vom Urgestein – Kremstal

90 Punkte – Noten von weißem Pfeffer, Haselnüssen, eher gelbfruchtig (Marillen). Der erste Eindruck im Mund ist überrraschend weich und schmelzig, dann recht  tief und substanziell, eher kräftiger Körper, schöne Mineralik; bereits richtig gut harmonisierte / eingebundene Säure; erstaunlich reif und trinkfertig; hinten heraus könnte er noch etwas mehr Länge zeigen. Jetzt schon mit Freude zu trinken, hat aber Potential für Jahre. Auffallend "anderes" Etikett.

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