2002 Reif – Josphus Mayr / Erbhof Unterganzner

92 Punkte – Unglaublich dichtes rot – nein –  eigentlich eher schwarz mit rot-violetten Aufhellungen am Rand.

Die Nase ist erstaunlich kühl und frisch, ätherische Anklänge  sowie dunkle Beerenfrüchte. Am Gaumen dicht, extraxtreich und sehr saftig, dabei richtig guter  Struktur und einer herrlich frischen Säure. Tief, dunkel, auch hier wieder ätherische Noten (ein Spur Menthol); Tabak, ganz dunkle Beerenfrucht (in Richtung Heidel- und Brombeeren),  Extraktsüsse, kräftiger Körper und schöne, kraftvolle, aber ausgereifte Tannine. Der Cabernet ist in diesem Wein mit 80% sicherlich massgebend, aber der Anteil an Lagrein (ca. 18% und eine Winzigkeit Petit Verdot), -wahrscheinlich sogar aus (an-)getrockenten Trauben – kommt deutlich in der Aromatik zum Ausdruck. Mir macht dieser "SAFT" richtig Spass ! Die Weine von Josephus Mayr sind modern und bodenständig zugleich, sie sind regionale Persönlichkeiten, die trotzdem über den Tellerrand hinausschauen und auch auf dem internationalen Parkett eine hervorragende Figur abgeben, die aber auch polarisieren können.  Dieser Wein ist perfekt zu Wild und dunklem Fleisch, aber wegen seiner saftigen, powervollen Art trinke ich eine Flasche auch gerne ganz allein über 2 Abende verteilt ohne Essen. Josephus Mayr ist mit seinen Weinen für mich der primus inter pares in Südtirol und ich schätze seinen individuellen Stil (mit Ausbau im neuen Holz) sehr, er zeigt imho, dass man mit barriques vernünftig zum Wohle der Weine umgehen kann.

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