2004 Peter Jakob Kühn, St. Nicolaus 3 Trauben / Rheingau

88 Punkte – Gerade habe ich den 2005er Jahrgang bei Mövenpick zwei Tage zuvor verkostet und war völlig entsetzt über die Entwicklung dieses Weins. Nun habe ich den 2004er im Glas und bin kaum weniger entgeistert, denn auch der 2004er hat wenig Charme, wirkt unglaublich verschlossen und ist aufgrund seiner langen,  über Monate andauernden Mazeration auf den Schalen und der Hefe so tanninhaltig und bitter, dass es mir schwer fällt, diesen Wein zu genießen. Positiv fällt mir die schöne, mineralische Dichte und die ausgeprägte Stoffigkeit dieses Rieslings auf – man wird animiert zu kauen.

Riesling, ist das wirklich ein Riesling ? Mit üblichen Trinkerfahrungen hat dies nichts zu tun und blind verkostet würde ich wohl weder Riesling noch Rheingau vermuten, es sei denn, man hat diese Art von urwüchsigen Rieslingen, wie sie schon vor Generationen erzeugt wurden, einmal getrunken. In diesem Fall fällt die Zuordnung nicht schwer, denn Sie brennen sich in das Gedächtnis. Aufgrund der üppigen Struktur und der Dichte hege ich die Hoffnung, dass diese Weine noch ein langes Leben vor sich haben und ihre Finesse erst offenbaren, wenn Sie noch ein paar Jahre auf dem Buckel haben.

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