2002 Reif – Josphus Mayr / Erbhof Unterganzner

92 Punkte – Unglaublich dichtes rot – nein –  eigentlich eher schwarz mit rot-violetten Aufhellungen am Rand.

Die Nase ist erstaunlich kühl und frisch, ätherische Anklänge  sowie dunkle Beerenfrüchte. Am Gaumen dicht, extraxtreich und sehr saftig, dabei richtig guter  Struktur und einer herrlich frischen Säure. Tief, dunkel, auch hier wieder ätherische Noten (ein Spur Menthol); Tabak, ganz dunkle Beerenfrucht (in Richtung Heidel- und Brombeeren),  Extraktsüsse, kräftiger Körper und schöne, kraftvolle, aber ausgereifte Tannine. Der Cabernet ist in diesem Wein mit 80% sicherlich massgebend, aber der Anteil an Lagrein (ca. 18% und eine Winzigkeit Petit Verdot), -wahrscheinlich sogar aus (an-)getrockenten Trauben – kommt deutlich in der Aromatik zum Ausdruck. Mir macht dieser "SAFT" richtig Spass ! Die Weine von Josephus Mayr sind modern und bodenständig zugleich, sie sind regionale Persönlichkeiten, die trotzdem über den Tellerrand hinausschauen und auch auf dem internationalen Parkett eine hervorragende Figur abgeben, die aber auch polarisieren können.  Dieser Wein ist perfekt zu Wild und dunklem Fleisch, aber wegen seiner saftigen, powervollen Art trinke ich eine Flasche auch gerne ganz allein über 2 Abende verteilt ohne Essen. Josephus Mayr ist mit seinen Weinen für mich der primus inter pares in Südtirol und ich schätze seinen individuellen Stil (mit Ausbau im neuen Holz) sehr, er zeigt imho, dass man mit barriques vernünftig zum Wohle der Weine umgehen kann.

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2004 Rieslinge aus dem Forster Pechstein – Eine Bestandsaufnahme

Zum zweiten Mal (nach 2002) hat „uns Ole“ diese spannende Lagenprobe „Forster Pechstein“ organisiert. Diesmal (Probe am 08.05.07) stand der Jahrgang 2004 auf dem Prüfstand und wir haben – wie schon vor zwei Jahren – komplett blind verkostet. Teilnehmer an diesem schönen Abend waren: Felix, Rainer, Dieter, Pasta, Guido, Matthias und meine Wenigkeit. Als spezial guest hat Rakhshan Zhouleh, Sommelier des Jahres 2002 im Gault Millau,  unsere Runde auf das Angenehmste an diesem Abend bereichert.

Zum Forster Pechstein schreibt der VDP auf www.grossesgewaechs.de:

 

Nach Südosten ausgerichtet und zum Waldrand hin ansteigend, hat die hohe Einstrahlung der Sonne zur Folge, dass der Boden stark erwärmt wird und dadurch die Trauben zur einer hohen Reife gelangen. Der Pechstein, dessen Name sich von dem hohen Basaltanteil (schwarzes Gestein) der Böden ableitet, liegt auf einer Höhe von 120 bis 160m über NN und weist eine geringe Hangneigung auf. Ein ehemaliger Vulkan, der Pechsteinkopf, oberhalb von Forst, verteilte vor Urzeiten große Mengen von vulkanischem Gestein. Im Untergrund der Lage Pechstein befinden sich daher mehrere Basaltadern, während lose Basaltsteine sich auch an der Bodenoberfläche befinden. Weiterhin findet man im Pechstein roten Buntsandsteinverwitterungs- und sandigen Lehmboden, der stellenweise mit Sandsteingeröll und Tonanteilen versetzt ist. Der Anteil an Ton und Lehm im Pechstein hat eine hohe Wasserspeicherkapazität der Böden zur Folge, durch welche die Mineralien des Gesteins hervorragend erschlossen werden.“

 

Als Ergebnis haben alle Teilnehmer die Weine – gemäß den von Ihnen vergebenen Punkten – in eine Reihenfolge (Rang 1 = bester Wein / Rang 13 schlechtester Wein) umgesetzt. Hinter der Bezeichnung stehen meine persönlichen Punkte.

 

·        2004 Eugen Müller, Forster Pechstein Riesling Kabinett trocken (12%)   84 Punkte

Florale Noten, Holunderblüten, Mandel, etwas gelbe Frucht. Angenehme Mineralik, dezente Salzigkeit, insgesamt sehr weiches Mundgefühl, mittlerer Körper,  in der Mitte überraschend leer, Mandel, etwas nussig-würziger Abgang. Ein Wein im Niemandsland, nichts schlecht, aber auch nicht richtig gut. 

Rang: 12 / 11 / 12 / 11 / 13 / 13 / 13 / 12 / 9 = 106 (Gesamtwertung: Platz 12)

 

·        2004 Forster Winzerverein, Forster Pechstein Riesling Kabinett trocken (12%) – 86 Punkte

Fruchtig, runder Ansatz in der Nase, gelbfruchtig, ein Hauch von Curry. Er braucht etwas Luft, um seine Aromen zu entfalten (verkappte Spätlese), dann angenehm runde Textur, Weinbergspfirsich, Maracuja, gute Säure, im Nachhall leider etwas müde und schon leicht reife Noten.

Rang: 11 / 10 / 11 / 9 / 8 / 8 / 10 / 11 / 8 = 86  (Gesamtwertung: Platz 11)

 

·        2004 Bassermann-Jordan, Forster Pechstein Riesling Spätlese trocken (13%) – 90+ Punkte;

Noten von Stachelbeeren, exotischen Früchten, Anklang von Erbsen (Hülsenfrüchten); am Gaumen guter Druck, dicht, und kraftvoll; rauchig, hohe Mineralität, kompakt und trotzdem erstaunlich komplex, mit differenzierter Aromatik.   

Rang: 1 / 2 / 1 / 2 / 1 / 3 / 2 / 1 / 3 = 16 (Gesamtwertung: Platz 1)


·        2004 J.L. Wolf, Forster Pechstein Riesling Spätlese trocken –  87  Punkte

Florale Anklänge, steinig-kalkig, angenehme Saftigkeit, trotzdem schlank wirkend, gute Mineralität, ausgewogen.

Rang: 10 / 8 / 7 / 8 / 9 / 9 / 9 / 10 / 7 = 77(Gesamtwertung: Platz 8)


·        2004 Karl Schäfer, Forster Pechstein (Fassprobe – als GG abgelehnt) – 88+ Punkte

Polarisierender Wein, zartgliedrig, floral, feine Nase. Am Gaumen explosive Frucht, Citrus, (vielleicht etwas zu bittere) Grapefruit, nachhaltig, knackige Säure, tolle Länge, die leider etwas zu sehr auf der Säure endet. 

Rang: 13 / 13 / 5 / 11 / 5 / 10 / 6 / 8 / 6   = 77  (Gesamtwertung: Platz 8)

 

·        2004 Pirat: Georg Breuer, Terra Montosa, Rheingau  – 89 Punkte

Eher kräuter-fruchtige Nase, recht dicht wirkend, am Gaumen ein „Maul voll Wein“, Citrusaromen, Orangenzeste, schon etwas gereift, angenehmes Säurespiel.

Rang: 7 / 6 / 11 / 4 / 4 / 1 / 5 / 5 / 5 = 48  (Gesamtwertung: Platz 6)

 

·       2004 Georg Mosbacher, Forster Pechstein Riesling Spätlese trocken – 91 Punkte

Was für ein schöner Stoff, dicht, kompakt, kraftvoll und interessant komplex, kräuter-würzig.  Die Nase animiert zum Trinken und der Eindruck wird bestätigt: kraftvoller, straffer und mineralischer Riesling, kräuterwürzig, fester Biss, tief und hervorragende Länge. Mir macht so etwas unglaublich viel Spass.

Rang: 6 / 4 / 2 / 3 / 6 / 7 / 3 / 7 / 4  = 42 (Gesamtwertung: Platz 4)

·       2004 Dr. Bürklin-Wolf, Forster Pechstein Riesling Spätlese trocken – 88 Punkte

Eisbonbon, verbranntes Gummi, Citrusaromen, Mandarinen – kraftvoll, „speckig“ dicht, volle Frucht, hinten heraus sogar etwas Adstringenz, traubig (reife Trauben) letztlich in sich stimmig. Ein Wein mit Potential zu höherer Punktezahl.

Rang: 4 / 5 / 9/ 6 / 7 / 5/ 7 / 6 / 12  = 61 (Gesamtwertung: Platz 7)

 

·       2004 Heinrich Spindler,  Forster Pechstein Riesling Spätlese trocken – 86 Punkte

In der Nase sehr verschlossen, wirkt trotzdem kraftvoll, etwas gelbe Frucht, Eisenkraut. Am Gaumen recht kantig und „tanninig“, etwas Bitternoten, Basalt, kräuterwürzig, mittlerer Körper, vielleicht ein wenig rustikal.

Rang: 5 / 7 / 10 / 10 / 9 / 11 / 11 / 9 / 11  = 84  (Gesamtwertung: Platz 10)

 

·         2004 Lucashof, Forster Pechstein Riesling Spätlese trocken92 Punkte
Mit diesem Wein unterstreicht das Weingut Lucashof den Sieg aus der 2002er Probe. Kein anderer Erzeuger konnte in beiden Proben derart reüssieren. Die 2004er Ausgabe überzeugt mich mit seiner vielschichtigen, floral geprägten Nase; Citrusnoten. Wirkt immer noch etwas hefig; diesen Riesling zeichnet ein eleganter Charme und eine herrliche „Leichfüßigkeit“ am Gaumen aus, die im Abgang durch eine schöne Mineralität unterstrichen wird. Kühl und verspielt; elegant; der „Mozart“ aus dem Pechstein; unglaublich animierend; schon recht komplett; die Hand geht eindeutig zum Glas.

Rang: 3 / 1 / 4 / 1 / 2 / 6 / 1 / 3 / 2  = 23 (Gesamtwertung: Platz 2)

 

·       2004 Acham Magin, Forster Pechstein Riesling Spätlese trocken – 90+ Punkte

Quittengelee, Papaya, gelbe tropische Frucht, wirkt etwas überreif, ein Hauch von Botrytis (?) ; kräftiger Körper; gehaltvoll, leider auch leichte Schärfe; traditioneller, aber schöner Riesling mit ordentlichem Zuckerschwänzchen.

Rang: 8 / 9 / 6 / 7 / 3 / 4 / 4 / 4 / 1   =  46  (Gesamtbewertung: Platz 5)


·       2004 Reichsrat von Buhl, Forster Pechstein Riesling Spätlese trocken – 88 Punkte

Schlank, knackig, angenehme Mineralität, jung und frisch, hinten heraus etwas kräutrig und nussig. Gute Länge.

Rang: 2 / 3 / 3 / 4 / 6 / 2 / 7 / 2 / 10  = 39  (Gesamtwertung: Platz 3)


·       2004 Winzerverein Deidesheim, Forster Pechstein Riesling Spätlese halbtrocken – 85 Punkte

Wirkt sehr opulent, runde gelbe Frucht, ordentliche Saftigkeit, mittlerer Körper, ohne Ecken und Kanten, aber insgesamt auch unbedeutend.

Rang: 9 / 12 / 13 / 13 / 12 / 12 / 12 / 13 / 13  = 109  (Gesamtwertung: Platz 13)

1989 Domaine Zind Humbrecht – Riesling Clos Saint Urbain / Rangen deThann / Elsass

97 Punkte – WOW !!! Dieser Riesling ist eine bench mark für alles, was aus dieser Rebsorte erzeugt wird. 1989 war ein riesen Jahr im Elsass, aber das, was dieser Wein ins Glas bringt ist schier unglaublich und ich bedauere sehr, dass ich diesen Wein nicht als Pirat in meine letzte kleine Verkostung: Riesling Deutschland vs. Österreich gestellt habe, denn ich glaube er hätte alle anderen Wein (zwar knapp) geschlagen.

Das Bild zeigt nicht den richtigen Jahrgang

Die Nase verspricht schon ganz Großes: unglaublich tief, reichhaltig und sehr vielseitig (das englische Wort multy-layered drückt es für mich am Besten aus). Die Frische dieses nun 18 Jahre alten Rieslings ist atemberaubend und wer denkt, dass Elsässer Rieslinge nach ein paar Jahren immer nach Tankstelle riechen, wird klar eines besseren belehrt. Zwar ist eine ganz, ganz kleine Petrolnote zu erkennen, aber sie ist nur eine zarte Stimme im reichen Kanon an Geruchseindrücken, die  diesen Stoff auszeichnen.

Und jetzt der erste Schluck, ja, ja, ja denke ich nur und weiss gar nicht so genau, was ich in meine Verkostungsgladde eintragen soll, denn so unglaublich schön ist dieser Wein, dass ich unruhig auf meinem Sitz umherrutsche und kaum abwarten kann, was die anderen sagen. Und dann Helmut: "Glaube kaum, dass ich so einen schönen Weisswein bei mir im Keller habe (und wer um Helmuts Keller weiss, kann sich dies wiederum kaum vorstellen). Extraxtstark,  dicht, wahnsinnig komplex, druckvoll einerseits, differenziert andererseits, oder wie es Helmut dann für mich auf den Punkt brachte "da kansst di nei legen". Ganz, ganz großer Stoff –  und ganz nahe an der Perfektion !!

1998 / 1999 / 2000 Alphonse Mellot Domaine Moussiere – Cuvee Edmond /Sancerre

1998 / 1999 / 2000 – Drei Jahrgänge eines Weines – Unterschiede wie Tag und Nacht.

1998: 87 Punkte – Zarte Blüten, Sommerwiese, Honig, schöne differenzierte Nase. Am Gaumen gänzlich trocken, Anklänge an Zitronenkuchen, Citronat (mit leichter Bitternote), ansprechende Mineralik; dichter Stoff, leider in der Mitte etwas müde und hintenheraus recht kurz. Austrinken !!!

1999: 80 Punkte – Was für eine Enttäuschung. Da ich diesen Wein bei ebay ersteigert habe, kann ich nicht ausschliessen, das er miserabel gelagert wurde, anders ist dieser Zustand beim Flaggschiff der Domaine Moussiere nicht zu erklären. – Schon in der Nase recht oxidativ, erinnert bestenfalls an überreife, mehlige, gelbe Früchte/Quitten. Am Gaumen fleschig und füllig, nussig, wirkt sehr alt. Die Frucht ist kaum noch spürbar, klare Sekundäraromatik, wirkt schwer und alkoholisch. Da es klar Frische mangelt, dürfte dieser Wein auch Altweintrinkern keinen Spass machen.

2000: 93 Punkte und meine nun zwei Jahre alte Notiz  http://weinwelt.blogg.de/eintrag.php?id=74  ist noch uneingeschränkt gültig. In der FRuchtaromatik etwas reifer geworden, Honig, Akazienblüten, floral würzig.  Mit immer noch hervorragender Frische und herrlicher Frucht (Citrusaromen, feine würzige Noten, hinten heraus etwas Cassis), viel Struktur und gutem Druck am Gaumen überzeugt mich dieser Jahrgang voll und ganz. Auch das Spiel zwischen Frucht und Mineralik macht richtig Spaß, ein dichter, aber nicht schwerer Sauvignon, der perfekt das Holz eingebunden hat und viel Struktur bis in den schönen, mittellangen Abgang zeigt.

Weinprobe Riesling Deutschland vs. Österreich – Trinkgenuss, Wucht und Finesse……Kork und andere Fehler

Ein feucht-fröhlicher Weinabend mit altbekannten Weinfreunden aus Hamburg, einem Berliner Wein-Plusler der ersten Stunde und einem überaus netten und kompetenten Neuzugang aus der „Berliner Küche“ nahm in Hamburg seinen Lauf….

 

Wegen entstellender (Kork)-Fehler leider unverkostet das zeitliche gesegnet:

 

1999 Knoll, Ried Schütt – Riesling Smaragd, Wachau

1988 Karthäuserhof, Kathäuserhofberg Riesling Spätlese Versteigerungswein

1986 Ducru-Beaucaillou

Die Weine nachfolgend als Einzeleintrag:

2004 Peter Jakob Kühn, St. Nicolaus 3 Trauben / Rheingau

88 Punkte – Gerade habe ich den 2005er Jahrgang bei Mövenpick zwei Tage zuvor verkostet und war völlig entsetzt über die Entwicklung dieses Weins. Nun habe ich den 2004er im Glas und bin kaum weniger entgeistert, denn auch der 2004er hat wenig Charme, wirkt unglaublich verschlossen und ist aufgrund seiner langen,  über Monate andauernden Mazeration auf den Schalen und der Hefe so tanninhaltig und bitter, dass es mir schwer fällt, diesen Wein zu genießen. Positiv fällt mir die schöne, mineralische Dichte und die ausgeprägte Stoffigkeit dieses Rieslings auf – man wird animiert zu kauen.

Riesling, ist das wirklich ein Riesling ? Mit üblichen Trinkerfahrungen hat dies nichts zu tun und blind verkostet würde ich wohl weder Riesling noch Rheingau vermuten, es sei denn, man hat diese Art von urwüchsigen Rieslingen, wie sie schon vor Generationen erzeugt wurden, einmal getrunken. In diesem Fall fällt die Zuordnung nicht schwer, denn Sie brennen sich in das Gedächtnis. Aufgrund der üppigen Struktur und der Dichte hege ich die Hoffnung, dass diese Weine noch ein langes Leben vor sich haben und ihre Finesse erst offenbaren, wenn Sie noch ein paar Jahre auf dem Buckel haben.

2002 Emrich-Schönleber, Monzinger Halenberg Riesling Spätlese trocken / Nahe

93 Punkte – Selten hat eine meiner Wein-Notizen auch 4 Jahre später noch so einen Bestand, wie bei diesem Wein. Die kräutrige, frische Mineralik in diesem saftigen Wein brilliert derart, dass man selbst nur jubilieren kann. Der Wein ist jetzt in Topform, er hat noch ein wenig zugelegt, er ist noch geschliffener und eleganter als vor 4 Jahren. Dieser Riesling ist so klar und saftig, man kaut und lutscht auf ihm rum – Schlucken möchte man ihn eigentlich gar nicht, doch selbst wenn man sich dazu hinreißen lässt, wirkt er lange nach. Großes Kino !!

2002 Knoll, Ried Loibenberg, Loibener Riesling Smaragd / Wachau

89 Punkte – Für mich eine kleine Enttäuschung an diesem Rieslingvergleichsabend Deutschland / Österreich. In der Nase ist schon die Üppigkeit dieser "Granate" erkennbar. Gelbe Frucht, deutliche Tabaknoten, Wachs / Wachsbohnen, auch viel Mineralik – doch der durchaus komplexe Geschmackseindruck kann nicht über die deutliche Disharmonie dieses Weins hinwegtäuschen. Der Wein hat zu viel Fett auf den Rippen, er wirkt etwas bitter im Abgang und macht satt. Die Länge ist gut, aber die Hand will nicht zum Glas.

 

2002 Karthäuserhof, Eitelsbacher Karthäuserhofberg Riesling Auslese trocken / Mosel

94 Punkte –  Für mich mit 89 bzw. 90 Punkten in den deutschen Weinführern Wein-Plus bzw. Gault Millau immer noch unterbewertet ist diese unglaublich finessenreiche trockene Auslese vom Karthäuserhof aus dem Jahr 2002. Glockenklar und frisch wie bestes Felsquellwasser, mit einer druckvollen, aber gleichzeitig verspielten Mineralik umspielt dieser Riesling die Zunge. Die straffe Säure und die ausgeprägte schöne, harmonische Frucht spielen miteinander bis in den langen, komplexen  Abgang.