2004 Jean Stodden – Ahrweiler Rosenthal – Großes Gewächs / Versteigerungswein

91 Punkte – Mit dem 2004er Jahrgang präsentiert Gerhard Stodden seinen ersten Jahrgang als VDP-Mitglied und erstmals nach den Regeln der Großen Gewächse. Insgesamt drei Große Gewächse – aus den Lagen Sonnenberg, Herrenberg und Ahrweiler Rosenthal – sind in 2004 auf die Flasche gekommen, wobei der letztgenannte als Versteigerungswein bei der alljährlichen Veranstaltung des VDP angestellt wurde.

An diesem Wochenende passierte mir ein größeres Malheur: beide Schlüssel zum Weinkeller habe ich im Büro in Düsseldorf vergessen, da kam mir die "Restlieferung Versteigerungswein"  gerade recht. So musste dann auch die erste Flasche dran glauben.

Mit der Luft von ca. 5 Stunden in der Karaffe verströmt dieser Spätburgunder einen so schönen, wohligen Duft nach edlen Gewürzen, Wildrosen, roten Früchten und Sandelholz, dass man die Nase kaum aus dem Glas (Burgunderglas von Denk’Art – ein Glasserie aus Österreich, von einem Pfarrer entworfen, die meiner Meinung nach den Riedel-Gläsern in der Qualität und der Art und Weise, wie sich Weine entfalten deutlich überlegen ist) bekommen kann. Am Gaumen zeigt sich eine weiche, ausdrucksstarke  Burgunderfrucht, Noten von roten Beeren, ein wenig Tabak und grüner Tee, die von guten Tanninen und einer lebendigen Säure getragen wird. Schöner, voller Körper, sehr saftig und mit einer ausgesprochen schönen Schiefermineralik ausgestattet, macht der Wein schon in seinem jetzigen Stadium Spass (sofern man ihn hinreichend dekantiert). Für mich nach den 2003er Wuchtbrummen (die sicherlich ab  dem nächsten Jahr richtig Spass machen !!) ein Wein aus einem sehr guten, aber nicht großen Jahr, der zeigt, auf welchem Niveau man inzwischen bei Stodden arbeitet.

Die Kritik von zu viel Holz (vgl. Wein-Plus) kann ich nicht nachvollziehen, sofern man dem Wein ein paar Stunden in der Karaffe gönnt.

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