2004 Weingut Heinz Lebert – Erbacher Hohenrain Riesling Kabinett trocken – Rheingau

86 Punkte – was für ein PLV; dies ist die ultimative Alternative zum Supermarktwein; für discounter-gleiche Euro 4,70 bietet dieser Riesling alles, was man von einem perfekten (!) "Jeden-Tag-Wein" erwartet: Frische, animierende Nase nach Citrus und Ananas. Am Gaumen mit schönem Extrakt, einer belebenden Frische, gut eingebundener Säure und herrlicher Trinkigkeit. Die Frucht ist vibrierend, nach Citrus-und exotischen Früchten und einem Hauch Mineralik. Nach einem langen Arbeitstag und/oder nach einem heißen Sommertag zur Reanimation der Lebensgeister bestens geeignet.

2005 Rainer Schnaitmann – Sauvignon Blanc *** – Württemberg

89 Punkte – Ein ganz schöner Hammer: dicht, ein wenig fett, kompakt sind so die ersten Adjektive, die mir bei diesem Sauvignon Blanc von Rainer Schnaittmann einfallen. Dass er mir trotzdem schmeckt und Trinkfreude bereitet, liegt daran, dass er seine ausladende Art mit einer frischen, dichten und vielfältigen Frucht sowie einer kernigen Säure kombiniert. Noten von reifen Stachelbeeren, Kiwi, Melone und Heu strömen einem entgegen. Die angenehme Frische animert zum Trinken und der Gaumen wird sogleich voll ausgekleidet. Mit vollem Körper(einsatz), dicht und mit einer gewissen Cremigkeit umschmeichelt er die Zunge, die (noch ??) schöne Frische bildet auch am Gaumen einen Gegenpol, der diesem Wein hilft zu bestehen und ihn bis in das recht lange Finale begleitet. Etwas bange wird mir, wenn ich mir vorstelle, diesen Wein in 2-3 Jahren zu trinken, aber eine ähnliche Befürchtung hatte ich auch beim 2002er, denn ich zu Beginn diesen Jahres mit hohem Genuss und 91 Punkten getrunken habe. We will see……

2002 Emrich-Schönleber – Halenberg Riesling Spätlese trocken – Nahe

92 Punkte- Eine herrliche Spätlese, geprägt von Druck, Mineralität und Finesse. Wunderbar klar und differnziert gezeichnet, dabei mit einer herrlichen Frucht (weisse Pfirsiche, dezente Citrusaromen) und einer Mineralität (die schon fast ein wenig weh tut, salzig). Abgerundet wird das Bild durch eine hervorragend eingepasste, frische Säure, die belebend wirkt und ´sich bis in den langen Abgang klar durchzieht. Ein Stoff, an dem man sich vorzüglich reiben, über den man philosophieren und diskutieren kann, aber dessen Qualität für mich außer Frage steht.

1996 Sociando Mallet, Haut Medoc

92 Punkte – Wow – was für eine schöne klassische Ausgabe eines Bordeaux. In dieser Qualität für mich schon ein wenig überraschend, eine hervorragende Konzentration, dicht, mit Druck, ausdrucksvolle Frucht (Cassis, Walfdrucht, mit Mineralik, einem Hauch Bitterschokolade und vielem mehr), dunkel, das Holz sehr gut integriert, herrlicher Körper, kompakt und bei aller Kraft sehr schön balanciert – Frucht, Tannin und  Säure harmonieren sehr gut, klasse Länge.  Für dieses Geld einen solchen Bordeaux, da ist die (Preis-) Welt noch in Ordnung.

1999 Nino Negri – Sfursat 5 Stelle – Lombardei

92 Punkte – Ja da ist er wieder, der eigene Stil der Sfursat-Weine: Dicht, vielschichtig, individuell und nachhaltig. Der 99er 5 Stelle von Nino Negri gehört sicherlich zu den besten Weinen dieser Anbauregion und Art, die ich jemals verkostet habe. Er ist dicht und kompakt einerseits, andererseits verspielt, delikat und elegant. Das Aromenspektrum reicht von Wildrosen und Rosinen, über Trüffel und rote Beerenfrucht bis hin zu einem Hauch wilder Gewürze. Der Wein hat einen vollen Körper und ist dicht, kraftvoll und  differenziert zugleich. Die Charakteristik ist aufgrund der getrockneten Nebbiolo-Trauben sehr individuell und sicherlich nicht jedermanns Freund, aber ich liebe diese Üppigkeit, die gleichzeitig an verwelkte Rosen und ehemals bessere Zeiten erinnert. Wirklich intellektueller Stoff. Klasse !!!

1998 Chateau d’Aiguilhe – Cotes de Castillon

85 Punkte – jetzt gut zu trinkender Bordeaux; unkompliziert, ordentlich, ausgewogen und trinkig ! Dieser Wein ist im besten Sinne unkompliziert – er hat eine schöne, eher rotbeerige Frucht, Noten von Bisquit und einen Hauch Erdigkeit. Mittelgewichtig, mit ordentlicher Tanninstruktur, animert durchaus zum Trinken, im Abgang eine Spur Sandelholz.

„1998 Chateau d’Aiguilhe – Cotes de Castillon“ weiterlesen