2002 Dr. Crusius – Traiser Rotenfels Kabinett Trocken

87+ Punkte – Eigentlich möchte ich diesem Kabinett mindestens 95 Punkte geben, denn was soll ein Kabinett  noch mehr bieten als dieser ?? Der 2002er Riesling Kabinett trocken vom Weingut Dr.Crusius (mit seinen 11% Alkohol) ist aktuell in Hochform und für mich eine bench mark, an der sich nicht nur die Weine dieser Gewichtsklasse messen lassen müssen: frisch, fest, druckvoll  und gleichzeitig, komplex und vielschichtig –  die Nase ist geprägt von wunderbaren kräuterwürzigen und mineralischen Noten; glockenklar, wie das Wasser eines Gebirgsbaches läuft er am Gaumen entlang, den Hals hinunter. Eine animierende  Komposition von mineralischen Akzenten, gepaart  mit Fruchtnoten von Pfirsichen, Äpfeln und Citrusfrüchten sowie einer für einen Kabinett erstaunlichen Länge. Wahrscheinlich war dieser Kabinett nie in einer besseren Verfassung als jetzt, aber letztlich ist das sekundär, wenn man bedenkt, was man hier für  Euro 6,40 geboten bekommt. Die Hand geht so was von eindeutig zum Glas und eine Flasche ist schneller leer, als einem lieb sein kann. Chapeau für diesen Wein !!

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2002 Schnaitmann – Sauvingnon Blanc *** / Württemberg

91 Punkte – Rainer Schnaitmann darf man sicherlich einen Entrepreneur in Sachen Sauvingnon Blanc in Deutschland nennen. Aber nicht nur, dass er einer der ersten war, der diese Rebsorte in Deutschland erfolgreich angebaut hat, sondern die Qualität und Kontinuität, mit der er diese Rebsorte auf die Flasche bringt, überzeugt mich das eine um das andere mal.

So verwundert es wenig, dass  auch im  sehr guten Weinjahr 2002 Rainer Schnaitmann einen Sauvignon auf die Flasche gebracht hat, der  im 4. Jahr nach der Ernte immer noch dasteht wie eine "1":

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1998 Vall Llach – Embruix / Priorat

75 Punkte – Vall Llach, Sänger und leidenschaftlicher Winzer im Priorat hat 1998 gemeinsam mit  Sara Perez von Clos Martinet (als Weinmacherin) den ersten Jahrgang einer neuen Kellerei auf den Weg gebracht.  

Gestartet  ist man mit zwei Weinen, dem Erstwein Vall Llach (Cuvee aus 45% Merlot, 45%Carinena und 10% Cabernet Sauvignon) sowie dem Zweitwein, dem Embruix, einer Cuvee aus 45% Garnacha, 45% Cabernet Sauvignon und 10% Syrah, Melot und Carinena. Der Embruix stammt im Gegensatz zum großen Bruder aus jungen, 7-8 Jahre alten Rebanlagen. Parker hat beide Weine in seiner August-Ausgabe (Wine Advocate #136, 2001)  sogleich geadelt (Vall Llach: 92PP, Embruix 90PP) und als Langläufer (Embruix: "It should keep for 12-15 years") eingestuft. Keine 5 Jahre weiter, muss man diese Einschätzung wohl als obsolet einstufen, denn der Wein ist

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1998 Foradori – Grananto / Trentino

86  Punkte  – Dunkles, tiefes rubinrot, Fruchtnoten (Kirsch, etwas Holunder, überreifer, fast schwarze, bittersüße  Himbeeren, etwas laktische Noten). Die laktische Noten finden sich am Gaumen ebenson wie die Fruchtaromen, die Säure ist deutlich, aber nicht vordergründig, mittelgewichtig und mit einer ordentlichen Tanninstruktur, die zu Beginn sogar etwas kratzig wirkt, aber mit zunehmender Luft gut eingebunden wirkt.

2000 Prinz von Hessen – Johannisberger Klaus Riesling Spätlese trocken

86 Punkte – (Ap. 260 23 012 01) Reintönige Nase, nahezu ohne jede Spur von Alterung, frische Noten von Steinobst, Äpfeln und  Citrusfrüchten sowie einem Hauch von Lindenblüten. Am Gaumen  frisch, klar, bissfest und mit eleganter Säure ausgestattet; animierende Art (12% Alkohol), die durch eine schöne Mineralik unterstrichen wird. Die Hand geht zum Glas –  der Wein überzeugt durch eine geradlinige Frucht (Apfel und Citrusfrüchte),  seine Frische, die Harmonie und einem guten, von Säure und Mineralik getragenen Abgang. Jetzt und die nächsten 1-2 Jahre auf dem Höhepunkt