1999 La Spinetta – Barbera Vigneto Gallina, Barbera d’Alba

94 Punkte – sehr dunkel und tief in der Farbe; der kleine Stinker nach dem Öffnen der Flasche  verfliegt sehr schnell; schon in der Nase sehr harmonisch bei aller Dichte, komplexe Frucht, wunderbar tief und elegant, ein Hauch von Rosenholz; kühler Ansatz, das viele Holz hat sich inzwischen sehr gut integriert, der Wein ist
hervorragend balanciert; tolle Frucht, kombiniert mit einer feinen Süße, mineralischen Noten und einer feinen Kräutrigkeit; hervorragende Extraktion, dichte Struktur von schönen ausgereiften Tanninen; der Wein ist so harmonisch, dass er fast schon wieder unspektakulär ist.

2 Gedanken zu „1999 La Spinetta – Barbera Vigneto Gallina, Barbera d’Alba“

  1. Jetzt mal was Ketzerisches zum Piemont, wo ich mich nach 90 mit Grausen abgewendet habe, aber wer hält das schon lange durch bei der ureigenen Neugier und diesem Jucken, das man doch was verpassen könnte ;-))
    Für mich haben die meisten Winzer die Barolo & co verraten zu Gunsten einer mainstreamigen Globalisierung im Weinmachen und der Jagd nach PP und hohen Preisen.
    Ich werde die Mascarellos (no Barrique , no Berlusconi)und Scarpas vermissen. Was soll der Unfug einen Dolcetto oder Barbera im Holz zu vergewaltigen und superiore-TEuros abzuzocken?
    Damit es klar ist , ich liebe diese Weine in Ihrer Urform ,aber was daraus gemacht wird ist eine Schande! G. Bologna würde sich im Grabe umdrehen wenn er schmecken müsste was seine Erben aus dem Bricco dell’Uccellone gemacht haben. Die Erben von Giacomo Conterno bilden da eine tolle Ausnahme mit dem 05er Barbera. Ein guter Freund und Weinhändler in München lud zu einem tollen DeGu Menu mit seiner Piemont Palette a la Corino und Altare. Meine Begleiter hatten 2 Tage vorher nun das Glück einen Barbera von meiner Koch / Weintour in den Colli Bolognesi mitgebracht( einer noch nicht Önologenverseuchten Region mit zT sensationellen originären Weinen ) zu kosten. Dieser Wein wurde von unserer Köchin nach alten Traditionen ohne Brimborien hergestellt und ich habe freiwillig €3 statt der geforderten 2/L gezahlt. Denn dieser Wein war himmlisch, nicht manipuliert charakterstark mit kleinen Ecken und kanten halt wie in den 80er Jahren noch üblich. Zurück zu meinem Begleiter , der irgendwann die Diskussion mit seiner spontanen Äusserung, die Weine vom Dolcetto bis zum €75 Lagenbarolo schmecken doch alle gleich holzig ohne die typischen Eigenheiten freizugeben , entfachte. Er hat leider überwiegend Recht und dasselbe gilt seit 91 auch für Bordeaux. Aber GSD gibt es immer noch Winzer , die zu einer Gegenbewegung zurück zu Traditionen stehen (das meint allerdings nicht tradiertes Qualitätsbewusstsein bei Weinbergarbeit und Selektion)und da hat man dann um so mehr Freude , denn die meisten Mainstreamer verstehen diese Weine gar nicht mehr.
    So nun aber genug gemeckert, Barbera superiores kommen bei mir so gut wie nicht mehr in den Keller wohl aber so maulvolle wie die von Manuel Marinacci oder die Nebbiolos von Rinaldi,Cascina Luisin oder Cascinotta.

    Gruss

    Achim

  2. Lieber Achim,

    vielen Dank für Deine vielen und inhaltsreichen Kommentare. Beim Barolo bin ich immer hin und her gerissen. Einerseits liebe ich – so wie Du wohl auch – die Klassiker, die nichts auf schnelle Trinkbarkeit geben und im Alter dann um so mehr aufblühen. Andererseits habe ich auch schon ein paar „genossen“, die sind gestorben ohne je wirklich gelebt zu haben. So ein Barbaresco von Spinetta kann schon auch richtig „geil“ sein. Ich habe vor wenigen Wochen eine interessante Diskussion diesbezüglich mit der Tochter von Elio Altare gehabt, die in Bamberg lebt und in einem deutschen Forum ebenfalls schreibt. Anlass war der Bericht über die große Barolo/Barbaresco -Veranstaltung bei der mir Gaja nach den vielen Flaschen von Giacosa oder Macarello gar nicht munden wollte. Sie fragt (zu Recht): durch was ist Klassischer Barolo/Nebbiolo definiert???

    Was ist Deine Meinung/Antwort zu dieser Frage.

    Viele Grüße Michael

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