1988 Fattoria di Felsina / Vin Santo

98 Punkte  – Himmlischer Stoff, bereits mehrmals getrunken und immer wieder komme ich zu diesem Urteil.

Für mich ist dieser Stoff der Inbegriff eines perfekten Vin Santos, ein nahezu nicht enden wollender Aromenstrauss umschwirrt die Nase des Verkosters, z.B. (gebrannte) Mandeln, getrocknete Aprikosen, überhaupt Trockenobst, feinste Gewürze, Mandeln  – alles Schlagworte, die diesen komplexen Wein nur unzureichend beschreiben. Am Gaumen ein ähnlicher Eindruck, ein überbordende Aromenfülle (z.B. Kumquats, Bisquitteig, rauchige Noten, helles Früchtebrot, Bienenstich, Mandeln) die den Gaumen umspielt, ihm immer wider neue Aufgaben gibt. Das perfekte Spiel wird durch eine herrliche Säure, die ein hervorragendes Gegengewicht zu den süßlich-bitteren Geschmacksnoten bildet, unterstützt, sodass diese in Ihrer Intensität und Vielfalt sich noch prachtvoller entwickeln können. Der Abgang setzt dem Wein die Krone auf, noch Minuten später "schnallst" man mit der Zunge gegen den Gaumen, um den immer noch vorhandenen Geschmack ein wenig zu verstärken – wirklich großes Kino (Zitat Ole). Bewußt habe ich diese Beschreibung ein paar Tage nach der Verkostung geschrieben, aber ich komme direkt wieder ins Schwärmen !!

Ein Gedanke zu „1988 Fattoria di Felsina / Vin Santo“

  1. Hallo Michael,

    geiler Weinblogg, den ich vor 1 h zufällig auf der Suche nach ‚Les Magnoux’entdeckt habe und seitdem ohne Unterbrechung lese. Da gibt es offensichtlich sehr viele Gemeinsamkeiten. Gut, Pinard und Scholzen/Weinpalais hat man schon mal gemeinsam als Weinhändler, aber Karl & Ulli kenne und besuche ich seit 20 Jahren regelmässig und der Pretzhof ist für mich all over die Nr. 1. Wahrscheinlich bist Du auch bei Thomas /Vino Grande Kunde oder? Dann die wirklich gute Auswahl und Deine Wertungen, auffallend häufig nachvollziehbar, insbesondere bei den ‚wilden‘ nicht gleich jedem zugänglichen maulvollen Weinen(Peyre Rose, Clavel, Clos de Fee, Gauby oder die wunderbaren Madirans & Pic St. loups), die ich den gobalisierten Parkermarmeladen vorziehe.
    Jetzt aber zum Vin Santo: Felsina hatte ich auch 3-4mal sehr gut in Erinnerung – leider mache ich mir nach wie vor keine Notizen- aber mich würde interessieren ob Du jemals Aljoscha’s (Corzano e Paterno)Heiligen gekostet hast. Der schlägt selbst die Avignonesis aus den 80ern. Sonst nur noch Isole e olena und San Guisto a Rentennano in dieser Liga.
    Weingrüsse aus dem verschneiten Erdinger Landkreis

    Achim

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